Die Dorfkirche in Szarejki ist ein verputzter Feldsteinbau und war bis 1945 evangelisches Gotteshaus für die im ostpreußischen Kirchspiel Schareyken (1938–1945 Schareiken) lebende Bevölkerung. Heute ist sie eine römisch-katholische Pfarrkirche.
Geographische Lage Szarejki ist ein kleines Dorf im Verbund der Landgemeinde Kowale Oleckie (Kowahlen, 1938–1945 Reimannswalde) und liegt im Nordosten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es ist über eine Stichstraße, die südlich von Kowale Oleckie von der polnischen Landesstraße 65 (ehemalige deutsche Reichsstraße 132) abzweigt, zu erreichen. Ein Bahnanschluss besteht nicht mehr.
Der Standort der Kirche befindet sich mitten im Dorf.
Kirchengebäude Kurze Zeit nach der Ortsgründung im Jahr 1566 dürfte Schareyken eine Kirche gehabt haben, spätestens zur Zeit der Errichtung einer eigenen evangelischen Kirchengemeinde vor Ort im Jahr 1577. Diese erste Kirche brannte 1677 ausSzarejki – Schareyken/Schareiken und wurde 1719 wiederhergestellt.Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 2: Bilder ostpreußischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 116 (Abb. 524, 525). Es handelt sich um eine 1772 erneuerte verputzte Feldsteinkirche mit dreiseitigem stumpfen Schluss. Der Westturm wurde vorgesetzt, die Wetterfahne trug über Jahrzehnte die Jahreszahl 1718. Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Kirche mehrfach renoviert.
Der Kircheninnenraum hat eine leicht gewölbte Bretterdecke mit flacher Decke über den Seitenemporen. Der ursprüngliche Altar sowie die Kanzel waren ein Werk von Friedrich Pfeffer in Königsberg und stammten aus dem Jahr 1720. 1760 wurden sie zu einem Kanzelaltar vereinigt. Die geschnitzte Abendmahlsgruppe der Predella wurde später entfernt.
Eine Orgel erhielt die Kirche 1854. Die Glocken stammten aus dem Jahr 1692.
Das Kirchengebäude hat die Kriege nahezu unbeschadet überstanden. Nach mehr als 300-jähriger Zeit als evangelische Pfarrkirche ist es heute nach einigen baulichen Erneuerungen und Veränderungen das gottesdienstliche Zentrum der nach 1945 neu entstandenen römisch-katholischen Pfarrei.
Kirchengemeinde Das 1566 gegründete Dorf Schareyken wurde bereits 1577 evangelisches Kirchdorf,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3: Dokumente. Göttingen 1968, S. 484. zu dem ein weitflächiges Kirchspiel gehörte. Anfangs war es der Inspektion Lyck (polnisch Ełk) zugeordnet,Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 133. dann gehörte es bis 1945 zum Kirchenkreis Oletzko/Treuburg in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. Im Jahr 1925 zählte das Kirchspiel 4.550 Gemeindeglieder, die in 21 Orten, Ortschaften und Wohnplätzen lebten. Eine eigene Pfarrstelle bekam die Kirchengemeinde im Jahr 1581. Hier amtierten bis 1945 insgesamt 24 evangelische Geistliche. Das Kirchenpatronat lag in königlicher bzw. staatlicher Hand.
Aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung in Kriegsfolge war die evangelische Kirchengemeinde Schareyken (1938–1945 Schareiken) faktisch aufgehoben. Der Zustrom katholischer Umsiedler machte einen Neuanfang möglich. So entstand in Szarejki eine katholische Pfarrgemeinde, die den Namen Parafia św. Matki Bożej Różańcowej trägt und jetzt zum Dekanat Niepokalanego Poczęcia Najświętszej Maryi Panny in Olecko (Marggrabowa, 1928–1945 Treuburg) im Bistum Ełk (Lyck) der Katholischen Kirche in Polen gehört. In Stożne (Stoosznen, 1938–1945 Stosnau) wird eine Filialkapelle mitbetreut.
Hier lebende evangelische Kirchenglieder sind nach Gołdap (Goldap) hin orientiert, eine Filialgemeinde von Suwałki in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Kirchspielorte (bis 1945) Zum Kirchspiel Schareyken/Schareiken gehörten vor 1945 ohne den Pfarrort 20 Orte:Der * kennzeichnet einen Schulort
Name Änderungsname1938 bis 1945 PolnischerName Name Änderungsname1938 bis 1945 PolnischerName *Borkowinnen Jarken Borkowiny *Kiliannen Kilianen Kiliany Borrishof Borishof Borysowo *Kowahlen Reimannswalde Kowale Oleckie *Charlottenberg Żmijewo *Kutzen Kucze *Chelchen Vorbergen Chełchy *Lakellen Schönhofen (Ostpr.) Lakiele Daniellen Kleinreimannswalde Daniele *Monethen Moneten Monety Friedensdorf Kilianki Rogowken Roggenfelde (Ostpr.) Rogówko Gortzitzen (seit 1909)Gartenberg Gorczyce *Seesken Szeszki *Guhsen Guzy Steinau Kamionka Julienhof Gościrady *Stoosznen Stosnau Stożne Karlsfeld Mściszewo Sydden Sidden Żydy
Pfarreiorte (seit 1945) Zur katholischen Pfarrei Szarejki gehören zehn Orte:
Name Deutscher Name Name Deutscher Name Golubki Gollubien Ksp. Marggrabowa1938–1945 Kalkhof Monety Monethen1938–1945 Moneten Gorczyce Gortzitzen1909–1945 Gartenberg Mściszewo Karlsfeld Kilianki Friedensdorf Stożne Stoosznen1938–1945 Stosnau Kiliany Kiliannen1938–1945 Kilianen Rogówko Rogowken1938–1945 Roggenfelde (Ostpr.) Łęgowo Lengowen1938–1945 Lengau Szarejki Schareyken1938–1945 Schareiken
Pfarrer (1581–1945) Zwischen 1581 und 1945 amtierten an der Kirche zu Schareyken/Schareiken als evangelische Geistliche:
Andreas Borawski, 1581–1589 Johann Prostka, 1589–1609 Thomas Hartknoch, 1609–1645 Albert Hartknoch, 1645–1673 Martin Breuer, 1673–1706 Christoph Breuer, 1696–1704 Andreas Lembcke, 1704–2737 Georg Radtcke, 1737–1751 Samuel Friedrich Hoffmann, 1751–1784 Martin Ludwig Gisevius, 1784–1795 Michael Benjamin Gisevius, 1795–1813 Ludwig Raphael, 1813–1827 Fr. Ed. Hieronymus Maletius, 1828–1832 Carl Ferdinand Marcus, 1832–1846 Karl Adolf Schrage, 1846–1864 Theodor Buzello, 1864–1892 Hermann Carl Otto Baatz, 1893–1901 G.C. Ernst Kroll, 1901 August Julius Horn, 1901–1915 Hans Fritz Buttgereit, 1919–1930 Siegfried M.F. Symanowski, 1931–1932 Kurt Friedrich gerhard Dettmar, 1932 Helmut Sanne, 1936–1939 Willy Glowienka, 1940–1945
Literatur Th. Buzello: Denkschrift zur 300jährigen Jubelfeier der Kirche Schareyken. Königsberg 1881. G. Sressun: Älteste Kunde über das Kirchspiel Schareyken, Kreis Oletzko. In: Unser Masurenland 1930, Nr. 12 und 13.
Weblinks Die Pfarrei Szarejki auf der Website des Bistums Ełk
Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut in den 1560er Jahren Kategorie:Feldsteinkirche Kategorie:Umgewidmetes Kirchengebäude Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Ełk Kategorie:Kirchengebäude in der Woiwodschaft Ermland-Masuren Szarejki (Kowale Oleckie) Dorfkirche Kategorie:Rosenkranzkirche