König Menelaus im Kino ist ein kurzer, österreich-ungarischer Stummfilmschwank aus dem Jahre 1913.
Handlung Der Offenbach’sche Spartanerkönig Menelaus ist aus tausendjährigem Schlaf erwacht und zusammen mit dem königlichen Großaugur Kalchas von einem findigen Theateragenten nach Wien gelockt worden, um in der Adria-Ausstellung das Marine-Kino zu besuchen. Dort wendet sich der Monarch an die Menschen und hält im Zuschauerraum eine Ansprache an das Volk. Gebannt lauscht die Gästeschar seinen Worten. Dabei macht Menelaus im Publikum eine Tänzerin aus und ist schockverliebt. Vor den Augen ihres anwesenden Gatten entführt er die überraschte Schöne und hat bald den wütenden Ehemann an seinen Fersen. Es kommt zu einer ebenso lustigen wie turbulenten Verfolgungsjagd, die auf der Kinoleinwand im Saale übertragen wird. Zum Schluss stellt sich alles nur als ein übermütiger Ulk heraus, den eine kleine Gruppe von für den Film arbeitenden Schauspieler zur Belustigung aller auf die Beine gestellt hat.
Produktionsnotizen König Menelaus im Kino wurde als Versuch gewertet, die damals noch scheel angesehene Kinematographie mit der angesehenen Theaterkunst zu versöhnen, in dem man beide Kunstformen ineinander verwebt und so miteinander vereint. Die Uraufführung des rund 300 Meter kurzen Einakters fand am 26. Juli 1913 im Marine-Kino der Adria-Ausstellung statt.
Der Operettenkomponist Robert Stolz lieferte mit „Denn alles geht nach Metern“ auch ein Couplet zu diesem Filmspaß. Das „Menelaus“-Drehbuch gilt als das älteste heute noch vorhandene Filmmanuskript Österreichs.Hans Otto Löwenstein. In: .
Kritiken
Literatur Walter Fritz: „König Menelaus im Kino“ oder Abwege des Kinos in Österreich (1896–1929); in: Filmkunst Jg. 44 (1992), H. 133, 41-48 : 6 Anm., 12 Lit.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1913 Kategorie:Österreichischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Filmkomödie