Valentin Traudt (* 23. Juli 1864 in Fulda; † 15. März 1950 in Flechtdorf) war ein deutscher Lehrer, Schriftsteller und Politiker (SPD).

Leben Traudt wurde als Sohn eines Eisenbahners geboren. Nach dem Volksschulabschluss 1878 in Hanau besuchte er die Präparandenanstalt in Schlüchtern, wo er 1884 auch das Lehrerseminar abschloss. Er arbeitete ab 1885 als Volksschullehrer in Rauschenberg, wechselte im Juli 1902 an eine Kasseler Volksschule und wurde dort später Konrektor. 1929 trat er in den Ruhestand ein. Neben seiner beruflichen Tätigkeit wirkte er als Schriftsteller und verfasste belletristische Werke wie Romane und Heimatgedichte. Des Weiteren war er Mitbegründer und Privatlehrer am Fröbelseminar in Kassel, einer evangelischen kirchlichen Ausbildungsstätte.

Traudt trat in die SPD ein. Er war von 1919 bis 1925 Stadtverordneter und von 1925 bis 1929 unbesoldeter Stadtrat in Kassel. Bei der Reichstagswahl 1920 kandidierte er erfolglos für den Reichstag. Vier Jahre später, im Dezember 1924, wurde er als Abgeordneter in den Preußischen Landtag gewählt, dem er ohne Unterbrechung bis 1932 angehörte. Im Parlament vertrat er den Wahlkreis 19 (Hessen-Nassau).

Er lebte seit 1943 in Flechtdorf, wo er im Jahre 1950 verstarb.

Ehrungen Die Valentin-Traudt-Schule Großalmerode wurde nach ihm benannt, ebenso die Valentin-Traudt-Schule im Stadtteil Rothenditmold in Kassel.

Werke

Aus der Tiefe. (Roman? Rauschenberger Zeit 1885–1902) Bergheimer Mädel. Pensionsroman. 1890 Am Schießrotried. Wildererroman um 1891 Der letzte Grenadier. historischer Roman um 1891 Bonifatius. Volksschauspiel in 5 Aufzügen. 1891 Im Abendhauch. Gedichtband. 1892 Auf einsamen Pfad. Gedichte. 1892 Seelenliebe. Jugenderlebnis. Roman 1893 Stern und Sonnenschein. Gedichtband. 1894 Hessisches Dichterbuch. Übersicht hessische Lyriker und deren Gedichte. 1. Auflage 1894, 2. Auflage 1895, 3. Auflage 1901 Leute vom Burgwald. Eine Erzählung aus dem oberhessischen Volksleben. 1902. Lehrer Korn - eine Mondbürgergeschichte. 1906 Stille Winkel. Kurzgeschichten. 1907 Gedichte. Gedichtband. 1909 Das Geheimnis des Grenadiers. Roman. 1911 Kulturkunde. Kurze Übersicht über die wichtigsten Gebiete des menschlichen Schaffens. 1912 Ein Liebestraum – Schluß. Geschichte einer Bergsteigerin. Roman. 1913 Die Steinfeldbauern. Roman. 1914 und 1928 Rund um Kassel: zu Fuss, zu Rad, im Auto. Reformführer mit Ausflugsskizzen. 1916 Die Winkelbürger. Altstadt-Roman. 1917 Aber he? Heitere Geschichten aus Hessen. 1920 Sonnfeldhaus - einer Mutter Kampf und Sieg. Familiengeschichte. 1924 Kraft der Tiefe. Roman. 1925 Wandern und Singen. Gedichtband. 1926 Leichtes Volk. Lustige Geschichten. 1928 Der lust´ge Babbenheimer. Roman. 1930 Jahre der Schmach. Roman. 1946 Starke Herzen. Roman. 1948

Anmerkung: Nach einer soliden Quelle (Hessische Heimat 4/1952, Seite 89 ff.) soll Valentin Traudt in seinem Leben insgesamt 19 Romane geschrieben haben, von denen 14 veröffentlicht worden seien (vgl. https://www.rauschenberg.de/index.php/171-tourismus/museumsschriften/577-valentin-traudt-1864-1950).

Literatur Barbara von Hindenburg: Biographisches Handbuch der Abgeordneten des Preußischen Landtags: verfassungsgebende Preußische Landesversammlung und Preußischer Landtag 1919–1933. Peter Lang, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-653-07049-1, S. 2411–2412. Ernst Kienast (Bearb.): Handbuch für den Preußischen Landtag. Ausgabe für die 3. Wahlperiode. R. v. Decker’s Verlag (G. Schenck), Berlin 1928. S. 595.

Weblinks

Biografie bei der Valentin-Traudt-Schule Großalmerode https://www.rauschenberg.de/index.php/171-tourismus/museumsschriften/577-valentin-traudt-1864-1950 (aufgerufen am 9. März 2020)

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