Stefan Lhotka, in jungen Jahren auch unter Lhotka Szirontai geführt, geboren als István Szirontai Lhotka (* 16. Mai 1884 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 21. Februar 1938 in Budapest, Königreich Ungarn) war ein ungarischer Filmarchitekt und Kunsthochschullehrer.

Leben und Wirken Der gebürtige István Szirontai Lhotka hatte Kunst und Architektur in Budapest und in Berlin studiert und anschließend auch in diesen Berufen gearbeitet. Als Architekt und Innenarchitekt arbeitete er in den Jahren 1906 bis 1911 in Italien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Wieder daheim in Budapest, erhielt Lhotka eine Professur an der dortigen Kunstgewerbeschule und begann während des Ersten Weltkriegs nebenbei auch als festangestellter Szenenbildner Filmdekorationen für Produktionen der Star-Filmfabrik Budapest-Wien zu entwerfen.

1920 ging István Lhotka erneut nach Berlin, germanisierte seinen Vornamen zu „Stefan“ und war nahezu das gesamte Jahrzehnt mit der Erstellung von Kulissen für deutsche Filme beschäftigt. In diesem Zusammenhang kooperierte er mit Regisseuren wie Max Mack, Joe May, Otto Rippert, Lothar Mendes, Gennaro Righelli, Géza von Bolváry und Alexander Rasumny, für den er 1926 die Bauten zu „Überflüssige Menschen“, seinen wohl künstlerisch ambitioniertesten Film, schuf. Nebenbei lehrte Lhotka auch in Berlin weiterhin als Kunstprofessor.

Nach seiner endgültigen Heimkehr nach Budapest setzte Lhotka seine designerische Tätigkeit beim ungarischen Tonfilm ebenso fort wie seine Lehrtätigkeit. Außerdem betätigte sich István / Stefan Lhotka auch als Maler.

Filmografie 1916: Raskolnikov 1917: Dorian Gray (Az élet király) 1917: Der Verstoßene 1917: Der Leopard (A leopárd) 1917: Leon Leoni (Leoni Leo) 1917: Lili 1917: Katharina Radmirov (Radmirov Katalyn) 1917: Das Meeresungeheuer (A tryton / Der Tryton) 1917: Der Maskenball (Álarcosbál) 1918: Julia 1918: Aphrodite 1918: Lavina 1918: Mária Terézia 1918: Midás kiály 1918: Casanova 1919: Fehér rózsa 1919: Liliom 1921: Die Lieblingsfrau des Maharadscha, 3. Teil 1921: Die goldene Kugel 1921: Tobias Buntschuh 1921: Die Erbin von Tordis 1921: Ilona 1922: Scheine des Todes 1922: Luise Millerin 1922: Stürzende Götter 1922: Lola Montez, die Tänzerin des Königs 1923: Die Schlucht des Todes 1923: Zwei Menschen 1923: Die brennende Kugel 1923: Nanon 1924: Ein Traum vom Glück 1924: Orient 1924: Die Puppenkönigin 1926: Überflüssige Menschen 1927: Die Gefangene von Shanghai 1927: Artisten 1929: Achtung! — Kriminalpolizei! (Rabmadár) 1932: Kisértetek vonata 1933: A bor 1934: Iglói diákok 1935: Édes mostoha 1935: Az okos mama 1936: Donaumelodien 1936: Havi 200 fix 1936: Pogányok 1936: Pókhálo 1937: Fizessen naghysád ! 1937: Sportszerelem 1937: Viki

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 5: L – N. Rudolf Lettinger – Lloyd Nolan. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 25.

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