Ingemo Engström (* 15. Oktober 1941 in Jakobstad) ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin finnischer Herkunft.
Leben Die Finnlandschwedin Ingemo Engström hat zwei Geschwister. Ihr Vater war als Programmchef bei der Rundfunkanstalt Yleisradio und als Kulturpolitiker tätig. Engström machte 1960 ihr Abitur. Sie studierte Literaturwissenschaft und Psychologie, später zusätzlich Medizin. Ihre Studienzeit verbrachte sie von 1960 bis 1965 in Helsinki, danach in Hamburg und München. Dort besuchte sie auch gemeinsam mit Werner Herzog und Uwe Brandner Seminare am Deutschen Institut für Film und Fernsehen (DIFF).
Im Alter von 24 Jahren schloss sie ihr Literaturwissenschaftsstudium mit einer Diplomarbeit über die Bildsprache bei Ingeborg Bachmann ab und heiratete einen deutschen Mediziner. Engström gehörte zusammen mit Wim Wenders und Gerhard Theuring zum ersten Jahrgang der 1967 neueröffneten Hochschule für Fernsehen und Film München. Ihr Abschlussfilm Dark Spring (1970) wurde mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet und an mehrere Fernsehsender verkauft, wodurch Engström auf Anhieb der Durchbruch als Filmemacherin gelang. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann heiratete sie Gerhard Theuring. Das Paar hat eine 1973 geborene Tochter. Engström war Mitarbeiterin der Zeitschrift Filmkritik und arbeitete als Filmkritikerin für schwedischsprachige Zeitschriften und für den finnischen Rundfunk.
Filmografie 1968: Candy Man 1969: Eros-Center Hamburg (Schauspielerin) 1970: Dark Spring 1973: Zwei Liebende und die Mächtigsten dieser Erde 1975: Kampf um ein Kind 1975: Erzählen (mit Harun Farocki) 1977: Fluchtweg nach Marseille (mit Gerhard Theuring) 1978: Zwischen zwei Kriegen (Schauspielerin) 1979: Letzte Liebe 1986: Flucht in den Norden (nach dem gleichnamigen Roman von Klaus Mann) 1992: Ginevra 1995: Mrs. Klein
Veröffentlichungen
Etwas über Schlußbilder und meine Liebe zum Kontinent, in: Filmkritik, Heft 231 vom März 1976. – Darin auch einige Bemerkungen zu ihren eigenen Filmen Dark Spring und Kampf um ein Kind.Online verfügbar auf der Website von newfilmkritik.de; abgerufen am 31. Mai 2022. (Gemeinsam mit Gerhard Theuring:) Fluchtweg nach Marseille, in: Filmkritik, Heft 254 vom Februar 1978. Jahre der wirksamen Träume; geschrieben für die Retrospektive im Filmmuseum München (April bis Juni 2019).Online verfügbar auf der Website von arsenal-berlin.de; abgerufen am 2. Mai 2025.
Auszeichnungen Josef-von-Sternberg-Preis, Internationales Filmfestival Mannheim 1977 Preis der Evangelischen Filmarbeit 1977 (für Fluchtweg nach Marseille) Goldener Apfel – Prix des femmes, Internationales Filmfestival von Locarno 1978 (für Fluchtweg nach Marseille) FIPRESCI-Preis, Internationales Filmfestival von Locarno 1980 (für Letzte Liebe) Silberne Plakette, Figueira da Foz Film Festival 1980 (für Letzte Liebe) Prix de la critique, Festival de Films de Femmes de Bruxelles 1981 (für Letzte Liebe)
Literatur Wolfgang Jacobsen: Ingemo Engström – Regisseurin, Autorin. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 9, 1987.
Weblinks
Der Filmanfang von Flucht in den Norden (5 Minuten), verfügbar bei filmportal.de. Der Filmanfang von Ginevra (5 Minuten), verfügbar bei filmportal.de
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Finnlandschwede Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Frau