Die Altstadt ist der flächenmäßig zweitkleinste der 50 Düsseldorfer Stadtteile und liegt im Stadtbezirk 1 am Rhein. Hier leben auf einer Fläche von 0,47 km² 2244 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte beträgt 4774 Einwohner/km².

Die Altstadt ist das historische, politische und kulturelle Zentrum der Landeshauptstadt. Im Stadtteil befinden sich u. a. das Rathaus, die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen sowie die Kunstakademie Düsseldorf. Weite Teile der Altstadt sind Fußgängerzone mit zahlreichen Ladenlokalen und gastronomischen Einrichtungen. Auf einem halben Quadratkilometer ballen sich hier über 300 Kneipen, Diskotheken und Restaurants, die der Altstadt den im „Altbierlied“ besungenen Ruf der „längsten Theke der Welt“ eingetragen haben. Die Front der Altstadt zum Rhein bildet die Rheinuferpromenade. Nach Nordosten wird die Altstadt vom Hofgarten begrenzt, nach Süden geht sie in die Carlstadt über, nach Osten in den Stadtteil Stadtmitte.

Geschichte mini|Düsseldorf mit Burg, 1288 Die Altstadt ist die Keimzelle der Stadt Düsseldorf, obwohl es ältere Ortsteile im heutigen Stadtgebiet gibt. In einer Urkunde von 1159 bestätigte Papst Urban IV. dem Stift der Heiligen Ursula in Köln, dass ein Einkommen aus „Dusseldorp“ in Höhe von fünf Schilling (Münze) gezahlt würde.Düsseldorfer Geschichtsverein: Festschrift zum 600jährigen Jubiläum. 1888, S. 353.Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf In einer weiteren nicht datierten Urkunde vor 1190 verpfändete der Ritter Arnold von Tyvern seinen gesamten umfangreichen rechtsrheinischen Besitz für 100 Mark Silber an Graf Engelbert von Berg.Zur Urkunde – als Datum wird 1189 angegeben – gibt Lacomblet zusätzlich an, dass bereits 1174 ein Arnold von Tyvern als Bürge in der Urkunde 448 unter der angegebenen bergischen Ritterschaft angeführt wurde. Der Besitz betraf das Erbgut des Edelmannes mit Grundstücken in Holthausen, bei Wald, Monheim, an der Anger, Dusseldorp und Hummelgis.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 521, 1858, Teil 4, S. 364. Online-Ausgabe 2009 Vermutlich gehörte zu diesem Besitz auch ein Sahlhof, der im Bereich der späteren Burg lag.Karl Leopold Strauven, in: Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf S. 4–7. Das Pfand wurde nicht eingelöst und war damit Eigentum der Grafen von Berg. Der kleine Ort hatte Mitte des 13. Jahrhunderts bereits eine gewisse Bedeutung als Fähr- und Handelsstützpunkt zwischen den beiden Rheinufern. Nach der Schlacht von Worringen erhielt Düsseldorf am 14. August 1288 die Stadtrechte verliehen.

Zum Zeitpunkt der Stadterhebung 1288 waren nur einige Straßen und Gassen vorhanden. In einer Düsseldorfer Stadtskizze für 1288 und dem Gebiet zwischen Rheinufer, östlicher Stadtbegrenzung und Düssel mit dem südwestlich vorgelagerten Vorläufer der Burg der Grafen und späteren Herzöge von Berg sind eine Straße, die Altestadt, und drei Gassen eingezeichnet. Neben der Liefergasse, damals noch Leven- oder Löwengasse genannt,H. Ferber: Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf. Herausgegeben vom Düsseldorfer Geschichtsverein; Verlag C. Kraus, 1889, Teil I, S. 49. waren es nur zwei weitere Gassen, die ungefähr im Bereich der heutigen Lambertusstraße und Müller-Schlösser-Gasse dargestellt wurden. Weitere Hinweise und nach Meinung einiger Historiker deuten darauf hin, dass im Freiraum in der Skizze zwischen den Mauern und der Bebauung bereits die Krämerstraße vorhanden war, die allerdings damals nur auf ihrer Ostseite bebaut war.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 846, 1840, Teil 1, S. 504. Online-Ausgabe 2009 Diese Straße führte vom Südtor oder dem Vorläufer eines Burgtores bis zum Anfang der Altestadt.Hugo Weidenhaupt: Düsseldorf, Geschichte von den Ursprüngen bis ins 20. Jahrhundert, 1988, Verlag Schwann/Patmos, Band 1, S. 181, ISBN 3-491-34221-X. Dort soll auch die Lindentrappenpforte, das spätere Kohlentor, durch das man zum Rhein gelangte, gelegen haben.H. Ferber: Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf. 1889, Verlag C. Kraus, Teil I, S. 61In: Stadtarchiv Düsseldorf, Geschichtendatei, Band Q-S, S. 27. Einiges spricht dafür, dass diese zweite Straße tatsächlich vorhanden war, da der Zugang zum Burgtor oder auch der Stadt vom Südtor nicht nur über eine kleine Gasse erfolgt sein dürfte.

Der Ort war durch seine Lage zwischen drei natürlichen Gewässern gut geschützt. Im Westen lag der Rhein, im Süden die Düssel, im Norden ein Altrheinarm und im Osten war ein mit Wasser gefüllter Graben als künstliche Schutzeinrichtung vorhanden. Zusätzlich waren vermutlich Erdwälle vorhanden.Die bisherige Vermutung, dass nur Erdwälle und Wassergräben vorhanden waren, ist durch neuere Funde nun strittig. Laut RP vom 16. Juli 2012 wurden im Bereich Liefergasse und Lambertusstraße Reste der ersten Stadtmauer gefunden. Ob die Mauer jedoch bereits 1288 vorhanden war, ist damit jedoch nicht eindeutig nachweisbar. Die Gesamtfläche innerhalb der Stadtmauer betrug nur 3,8 Hektar und die Länge der Mauer knapp 800 m.Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf. 9. Aufl. Triltsch, Düsseldorf 1983, S. 30. Für 1300 werden lediglich zwei Steinhäuser und 300 bis 400 Einwohner geschätzt.Der Düsseldorf Atlas. Emons, Köln 2004, ISBN 3-89705-355-1, S. 26.

Ob sich ein Hinweis von 1260 bereits auf eine Burg der Grafen von Berg in Düsseldorf bezog oder nur auf einen befestigten Sahlhof, ist nicht eindeutig zu klären. Allerdings wurden im Bereich der Fundamente Steine mit Steinmetzzeichen gefunden, die um 1150 am Niederrhein üblich waren.Düsseldorfer Geschichtsverein: Festschrift zum 600jährigen Jubiläum. 1888, S. 362.Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf Weitere Hinweise auf ein Gebäude im späteren Baubereich der Burg, das bereits im 12. Jahrhundert errichtet wurde, liegen jedoch nicht vor. Noch 1246 in einer Vereinbarung, die vom Erzbischof von Köln Engelbert I. von Berg zwischen Irmgard von Berg, der Mutter, und ihrem Sohn Adolf IV. von Berg vermittelt wurde, war eine Burg in Düsseldorf nicht angeführt worden. Dagegen wurden in dieser Vereinbarung diverse bergische Burgen zwischen Irmgard und Adolf IV. aufgeteilt und auch Düsseldorf gehörte zu dem der Mutter zugesprochene Gebiet.C.H.A. Mindel: Geschichte. S. 78.Digitalisierte Ausgabe der ULB DüsseldorfWegen dieser Nichtangabe einer Burg nehmen einige Historiker an, dass 1246 noch keine Burg vorhanden war. Andere vermuten, dass diese Burg bereits Eigentum der Witwe war. Deshalb hätte sie im Vergleich nicht erwähnt werden müssen.K. L. Strauven, in: Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf, 1872 11. Bauarbeiten an der Burg oder deren Vorläufer sind 1350 nachweisbar.K. L. Strauven, in: Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf, 1872 . Der erste urkundliche Nachweis einer Burg stammt von 1386 und betraf eine Verhandlung zwischen dem Kölner Erzbischof und Herzog Wilhelm II.K. L. Strauven, in: Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf, 1872 12.

Die weitere Geschichte der Altstadt ist für viele Jahrhunderte weitgehend identisch mit der Geschichte Düsseldorfs.

Entwicklung der Altstadt mini|Blick von Süden auf das Düsseldorfer Schloss und seine Umgebung, die Hafeneinfahrt mit Rheinkran und Teile der Carlstadt, Radierung von Laurenz Janscha, 1798

Allgemeines Die Bezeichnung Altstadt wird in Düsseldorf überwiegend nicht nur für den aktuellen Stadtteil Altstadt, sondern auch für den jüngeren Stadtteil Carlstadt verwendet. Diese zusammengefasst sind das Gebiet zwischen der Rampe für die Oberkasseler Brücke im Norden, das Gebiet bis zum Schwanenspiegel im Süden sowie Heinrich-Heine-Allee und deren Verlängerung, die Breite Straße, im Osten. Dieser Bereich war weitgehend auch das Gebiet, das innerhalb der Befestigungsanlagen bis zu deren Schleifung lag. Aktuell sind dies im Stadtbezirk 1 neben weiteren die zwei Stadtteile Altstadt und Carlstadt. In der nachfolgenden historische Entwicklung dieser beiden Stadtteile wird die westliche Begrenzung, der Rhein, nicht angeführt. Kurz zusammengefasst verlief die Entwicklung dieses Stadtgebietes ab Erhebung zur Stadt wie folgt: Der Stadtumfang zum Zeitpunkt der Erhebung von Düsseldorf zur Stadt 1288 bestand aus dem Gebiet zwischen Krämerstraße, Altestadt, Liefergasse, einer kleinen Gasse im Bereich der Kirche und der Düssel, das durch von dem Bach Düssel gespeisten Wassergräben und Mauern geschützt war.In Theodor Joseph Lacomblets Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheines und des Erzstiftes Cöln, Urkunde 846, 1846, Teil 2, 1201–1300, S. 501 wird dieser Umfang für den Ort unter den Anmerkungen zur Abschrift der Stadterhebungsurkunde angeführt. Online-Ausgabe 2009 Es folgte 1384 bis 1394 die erste Stadtvergrößerung mit der Vorstadt im Osten, der Bereich an der heutigen Ratinger Straße und die südlichen Gebiete mit der Neustadt bis zur Flinger Straße und der Erweiterten Neustadt zwischen Flinger Straße und Wallstraße. Im Osten waren diese Gebiete durch Mühlengasse und Neustraße begrenzt. Das nun erreichte urbane Gebiet war weitgehend identisch mit dem Stadtteil Altstadt. Die danach noch folgenden Erweiterungen liegen überwiegend in der Carlstadt. Mit der Errichtung der Zitadelle wurde das Stadtgelände ab der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Süden wieder vergrößert und deren urbane Erschließung und Bebauung begann etwa ab Mitte des folgenden Jahrhunderts. Um 1780 folgte eine weitere Vergrößerung durch die inzwischen erfolgte Vorverlegung der Befestigungsanlagen im Südosten der Stadt. Im Bereich der ehemaligen nun niedergelegten alten Abschnitte der Befestigungsanlagen wurde die Carlstadt errichtet. Nach der Schleifung aller Festungsanlagen Anfang des 19. Jahrhunderts ergaben sich für die Carlstadt im südlichen Bereich kleinere Erweiterungen. Nachfolgend eine detailliertere Beschreibung der Entwicklung der beiden Stadtteile von den Anfängen der Besiedlung des Altstadtgebietes bis zur Gegenwart.

Bis 1384 mini|hochkant| Für die Entwicklung der Altstadt war über Jahrhunderte die Herrschaft der Grafen und späteren Herzöge von Berg von großer Bedeutung. Nach dem Aussterben dieses Adelsgeschlechtes galt dies auch für die Rechtsnachfolger.

Von alten Gebäuden, die vor und zum Zeitpunkt der Stadtrechte vorhanden waren, ist nur weniges bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung eines Stadttores stammt vom 13. September 1322.Stadtarchiv Landeshauptstadt Düsseldorf, in: Zeitleiste 1300 bis 1500. Vermutlich war dies das Liebfrauentor am Ende der Altestadt. Diesen Namen hatte der Vorläufer des späteren Ratinger Tores, das im Rahmen der ersten Stadterweiterung nach 1384 angelegt wurde. Vor dem Tor lag eine Marienkapelle, die Liebfrauenkapelle, die bereits 950 bestanden haben soll.Düsseldorfer Geschichtsverein: Festschrift zum 600jährigen Jubiläum. 1888, S. 354.Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf Im Bereich der Kapelle lagen Grundstücke, die bereits vor dem 14. Jahrhundert den Herren von Eller gehörten. Diese hatten neben der Kapelle zur Betreuung der Pilger eine Herberge errichtet, in der zeitweise auch Kranke behandelt wurden.H. Ferber: Historische Wanderung durch die alte Stadt Düsseldorf. Herausgegeben vom Düsseldorfer Geschichtsverein; Verlag C. Kraus, 1889, Teil I, S. 34. In der Kapelle befand sich eine Statue von „unserer lieben Frau vom Himmelreich“, das überregional Auslöser von jährlichen Wallfahrten war und seit 1811 in der St.-Lambertus-Kirche aufbewahrt wird.In alten Schriften wird die Statue, Maria mit Kind, überwiegend als „Bild“ angegeben.