mini|Audimax der Universität Speyer, gestaltet 1959 von Sep Ruf mini|Eine Besonderheit in Deutschland: die Uni Speyer wird durch den Bund und alle 16 Länder getragen – symbolisiert in der Aula durch die Wappenwand der Träger der Uni mit dem Bundesadler und den Wappen der 16 Bundesländer; das Wappen oben links ist das Hochschulwappen

Die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer ist eine föderale Bildungseinrichtung und gilt als führende Universität für das Studium der Verwaltungswissenschaften in Deutschland. Sie wird vom Bund, vom Land Rheinland-Pfalz sowie von den 15 übrigen Ländern der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam getragen und zu je etwa einem Drittel finanziert.Zur Trägerschaft: § 1 des Landesgesetzes über die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

Am 11. Januar 1947 wurde sie unter der damaligen französischen Besatzungsmacht nach dem Vorbild der École nationale d’administration (ENA) als Staatliche Akademie für Verwaltungswissenschaften Speyer gegründet. Bald darauf wurde sie durch rheinland-pfälzisches Gesetz vom 30. August 1950 in Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer und nach der deutschen Wiedervereinigung 1991 in Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer (DHV Speyer) umbenannt.https://www.uni-speyer.de/de/universitaet/gegenwart-und-geschichte/geschichte-.php Seit März 2012 heißt sie Universität.

Die heutige Universität ist durch das Gesetz über die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften mit der Pflege der Verwaltungswissenschaften in Forschung und Lehre beauftragt. Neben der normativen Regelung beruht die Universität Speyer auf einem Staatsvertrag zwischen dem Sitzland Rheinland-Pfalz, den anderen Bundesländern und dem Bund.

Die Universität bietet in der Lehre sechs Studiengänge an: Das einsemestrige postgraduale verwaltungswissenschaftliche Ergänzungsstudium,http://www.uni-speyer.de/de/studium/ergaenzungsstudium-im-referendariat.php das einjährige postgraduale Aufbaustudium zum Magister der Verwaltungswissenschaftenhttps://www.uni-speyer.de/de/studium/verwaltungswissenschaftliches-aufbaustudium.php und seit 2012 für mindestens Bachelorabsolventen die beiden Masterstudiengänge Public Administrationhttp://www.uni-speyer.de/de/studium/public-administration.php (zunächst Administrative Sciences)Administrative Sciences und Öffentliche Wirtschaftöffentliche Wirtschaft und berufsbegleitend und entgeltpflichtig den Master Wissenschaftsmanagement.Wissenschaftsmanagement sowie den LL.M. Studiengang Staat und Verwaltung in Europa. Im Frühjahr und Herbst bietet die Universität Weiterbildungsveranstaltungen für Beamte des höheren Dienstes an.Weiterbildungsprogramm

Forschung über Staat und Verwaltung betreiben viele der Professoren der Universität nicht nur an ihren Lehrstühlen, sondern auch als Mitglieder des auf dem Campus angesiedelten Deutschen Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung Speyer, das bis 2015 zur Leibniz-Gemeinschaft gehörte.Vergleiche und

Studiengänge Verwaltungswissenschaftliches Ergänzungsstudium Das einsemestrige postgraduale Ergänzungsstudium ist hinsichtlich Ausbildungsziel und -inhalt ausgerichtet als Station des Rechtsreferendariats,Ulrich Stelkens: Die Funktion des verwaltungswissenschaftlichen Ergänzungsstudiums für Rechtsreferendare an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer in der Juristenausbildung. In: Die Öffentliche Verwaltung 2017, S. 148 ff., 149 und kann als Verwaltungspflichtstation, Wahlstation oder Anwaltsstation abgeleistet werden. Auf Antrag werden die Rechtsreferendare von den Bundesländern, in denen sie ausgebildet werden, zum Ergänzungsstudium nach Speyer entsandt. Jedem Bundesland ist hierfür eine verbindliche Quote zugeteilt worden. Die Entsendung erfolgt je nach Bundesland nach Leistungsprinzip (Ergebnisse des 1. Staatsexamens), nach Windhundprinzip (Reihenfolge der Anträge) oder durch Losprinzip. Das Ergänzungsstudium kann ebenso im Rahmen eines Verwaltungs- oder Wirtschaftsreferendariats oder unabhängig von einem Referendariat absolviert werden und steht auch Ökonomen, Sozial- und Politikwissenschaftlern offen. Ein akademischer Grad wird mit dem Ergänzungsstudium nicht erworben. Die Studenten können aus etwa 100 Lehrveranstaltungen auswählen. Sie müssen insgesamt zwischen 20 und 22 Semesterwochenstunden belegen, davon je ein Seminar, eine projektbezogene Arbeitsgemeinschaft (de facto ein weiteres Seminar, meist veranstaltet von einem Praktiker), Juristen zudem ihre sogenannte Landesübung. Die Semesterzeiten sind vom 1. November bis zum 31. Januar (Wintersemester) und vom 1. Mai bis zum 31. Juli (Sommersemester).

Aufbaustudium zum Magister der Verwaltungswissenschaften Das zweisemestrige Aufbaustudium ist für überdurchschnittliche (beste 30 %) Absolventen eines Universitätsstudiums der Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften oder Sozialwissenschaften vorgesehen und schließt ab mit der Prüfung zum Magister der Verwaltungswissenschaften (Magister rerum publicarum mit der Abkürzung Mag. rer. publ.). Es greift auf das gleiche Lehrangebot zurück wie das Ergänzungsstudium. Innerhalb dieses Studiums können verschiedene Schwerpunkte gewählt werden. Der akademische Grad des Mag. rer. publ. wurde seit Bestehen der Universität an knapp 1.700 Absolventen verliehen (Stand Januar 2022).

Seit 1991 wird an der Uni Speyer eine internationale Ergänzung des Aufbaustudiums angeboten. Dieses so genannte EMPA-Studium (European Masters of Public Administration) ist ein Studienprogramm verschiedener europäischer Hochschulen und bietet den Teilnehmern am Aufbaustudium die Möglichkeit, ein zusätzliches Auslandssemester an einer der Partnerhochschulen zu absolvieren. Die Teilnehmer am EMPA-Programm erhalten die Gelegenheit, sich auf diese Weise Kenntnisse über die öffentliche Verwaltung eines anderen europäischen Landes anzueignen und sich mit dem Prozess der Internationalisierung der öffentlichen Verwaltung vertraut zu machen. Zu den Partnerhochschulen gehören neben Speyer folgende Universitäten:

Corvinus-Universität Budapest (Ungarn) Universität Genf (Schweiz) Universität Leiden (Niederlande) Katholieke Universiteit Leuven/Université catholique de Louvain (Belgien) Institut d'Études Politiques De Paris (Frankreich) Erasmus-Universität Rotterdam (Niederlande) Technische Universität Tallinn (Estland) Institut d’études politiques de Lyon (Frankreich) auch: Sciences Po Lyon University of Limerick (Irland) Universität Ljubljana (Slowenien)

Masterstudiengänge Public Administration und Öffentliche Wirtschaft Im November 2011 starteten die beiden Masterstudiengänge „Administrative Sciences“ und „Öffentliche Wirtschaft“ an der Universität. Beide Studiengänge werden in einer jeweils zweijährigen Variante für Absolventen einschlägiger Bachelor-Studiengänge und in einer jeweils einjährigen Variante für Absolventen einschlägiger Studiengänge mit einem Diplom-, Master- oder Magisterabschluss oder mit einem Staatsexamen angeboten. Seit dem Wintersemester 2015/16 wird nur noch die zweijährige Variante angeboten und der Master „Administrative Sciences“ in „Public Administration“ umbenannt.

Der Masterstudiengang „Public Administration“ vermittelt trans- und interdisziplinär verknüpfte Kenntnisse zum Handeln und Entscheiden im öffentlichen Sektor aus Sicht der Verwaltungswissenschaft, der Rechtswissenschaft, der Sozialwissenschaft und der Wirtschaftswissenschaft. Auf einer breiten wissenschaftlichen Grundlage erwerben die Studierenden Steuerungswissen hinsichtlich Gestaltungsoptionen bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben und der dazu erforderlichen Entscheidungsverfahren. Sie lernen neue Problemsichten und -lösungen zu entwickeln, die auf die gewandelte Rolle von Staat und Verwaltung in einer international offenen Ordnung antworten und den Anforderungen rechtsstaatlichen und demokratischen Handelns sowie ökonomischer Effektivität und Effizienz genügen. Der Masterstudiengang Öffentliche Wirtschaft befähigt seine Absolventen, Führungspositionen in der öffentlichen Wirtschaft oder in mit der Aufsicht oder Regulierung öffentlichen Wirtschaftens betrauten Stellen sowie in den diesbezüglichen Beratungsunternehmen zu übernehmen. Sie qualifizieren sich z. B. für die Berufsfelder Öffentliche Unternehmen, Unternehmen, die in der Daseinsvorsorge tätig sind, Ministerien, Behörden auf allen staatlichen oder kommunalen Ebenen, Regulierungs- und Wettbewerbsbehörden, Beratungsunternehmen, Wirtschaftskanzleien oder Einrichtungen der Wirtschaftsförderung. Nach Abschluss des Studiums sind die Absolventen in der Lage, an der Gestaltung öffentlicher Wirtschaftstätigkeit teilzunehmen und diesbezüglich Optionen zu analysieren. Für die Definition der Qualifikationsziele wurden im Rahmen eines Workshops Vertreter der Berufspraxis einbezogen.

LL.M.-Studiengang Staat und Verwaltung in Europa Der anwendungsorientierte Masterstudiengang „Staat und Verwaltung in Europa“ richtet sich seit 2014 an die Absolventinnen und Absolventen juristischer Studiengänge mit grundlegenden Kenntnissen im Öffentlichen Recht, insbesondere an Absolventinnen und Absolventen des verwaltungswissenschaftlichen Ergänzungsstudiums im Rechtsreferendariat. Ziel des Studiengangs ist es, Absolventinnen und Absolventen fundierte Kenntnisse der Staatsfunktionen und staatlichen Strukturen im nationalen Bereich wie im europäischen Verbund zu vermitteln. Neueste Erkenntnisse in Führung und Gestaltung öffentlicher Organisationen werden dabei berücksichtigt. Die Studieninhalte orientieren sich an berufspraktischen Anforderungen und Tätigkeitsgebieten der öffentlichen Hand, die besonders vom Wandel betroffen sind.

Berufsbegleitender MPA-Studiengang Wissenschaftsmanagement Das Curriculum des zweijährigen Studiengangs basiert auf den langjährigen Erfahrungen der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer und des Zentrums für Wissenschaftsmanagement e. V. (ZWM) in der Weiterbildung von Führungskräften. Im Unterschied zu anderen Weiterbildungsprogrammen, die entweder auf den Hochschulsektor oder den Bildungssektor fokussiert sind, ist das Speyerer Masterstudium auf das gesamte Wissenschaftssystem mit seinen unterschiedlichen Organisationen und Strukturen ausgerichtet.

Promotion und Habilitation Die Universität hat das Promotionsrecht zum Doktor der Verwaltungswissenschaften (Dr. rer. publ.), Doktor der Rechtswissenschaft (Dr. iur.) und Doktor der Staats- und Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. pol.) sowie das Habilitationsrecht.

Promotionsvoraussetzung ist unter anderem, dass ein Studium der Rechts-, Wirtschafts-, Sozial- oder Geschichtswissenschaften mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis (bestes Drittel) abgeschlossen wurde.

Universitätsbibliothek Speyer