Die Liste der Straßen in Alstaden listet alle Straßennamen im Gebiet der Ortschaft Alstaden an der Ruhr, heute ein Stadtteil von Oberhausen im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen, auf und gibt eine Erläuterung zur Herkunft des Namens.Sofern nicht anders angegeben, wird als Quelle benutzt: Alfred und Ulrich Lindemann: 500 Kilometer Oberhausener Straßengeschichte. 1997.

Viele Straßennamen in Alstaden leiten sich – wie anderswo auch – von alten Flurbezeichnungen, Wohnplatznamen, oder Höfen und Kotten ab. Die Besonderheit der Alstadener Straßennamen liegt darin, dass ein Gutteil ihrer keine Endung auf -straße, -weg oder -platz hat, so beispielsweise Heiderhöfen, Flockenfeld oder Kallen. Zudem leiten sich viele dieser Namen aus dem Niederfränkischen ab (Brögel, Stubbenbaum). Daher werden die Alstadener Straßennamen oft als ungewöhnlich wahrgenommen. __FORCETOC__ Überblick Allgemeine Informationen In Alstaden leben 18.051 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2017) auf einer Fläche von 3,85 km²Stadt Oberhausen (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Stadt Oberhausen. Jahrgang 2014. Stadt Oberhausen, Bereich Statistik und Wahlen, Oberhausen 2014, S. 31 (online, PDF-Datei; 3,07 MB), abgerufen am 4. April 2015. Damit handelt es sich bei Alstaden um den bevölkerungsreichsten Stadtteil Oberhausens.Im Statistischen Jahrbuch der Stadt Oberhausen werden die Stadtteile Königshardt, Walsumermark sowie ein Teil von Schmachtendorf zu "Sterkrade-Nord" zusammengefasst, das dann zusammen bevölkerungsreicher als Alstaden ist, zumal dieses in Alstaden-West und Alstaden-Ost aufgeteilt wird. Benutzt man die Auffassung des Sozialstrukturatlas, so ist (Gesamt-)Alstaden der bevölkerungsreichste Stadtteil. Zum Sozialstrukturatlas siehe hier: Alstaden bildet zusammen mit Lirich den Postleitzahlenbereich 46049.

Der Stadtteil wird – im Norden beginnend – im Uhrzeigersinn folgendermaßen begrenzt: Bahnstrecke Oberhausen-Duisburg-Ruhrort nach Lirich, Bahnstrecke Duisburg–Dortmund und Grenzstraße zur Innenstadt, Bogenstraße, Landwehr und Rechenacker zu Unterstyrum, Rechenacker und Bahnstrecke Duisburg-Mülheim-Styrum nach Oberstyrum, die Ruhr nach Speldorf, die Ruhrwiesen und die Bundesautobahn 3 nach Meiderich-Dümpten und die Obermeidericher Straße nach Meiderich-Obermeiderich.

Durch Alstaden verlief bis 2006 auf der Obermeidericher Straße die Bundesstraße 231. Dieser Abschnitt, der bis dahin von Grunewald über Meiderich, Alstaden und Lirich bis zum heutigen Anschluss in der Neuen Mitte führte, wurde abgestuft und ist heute Teil der Landesstraße 452. Zum Oberhausener Kreisstraßensystem gehören folgende Straßenzüge:

(von der Friesenstraße in Mülheim kommend) Solbadstraße – Kewerstraße – Bebelstraße (weiter in Lirich) als Kreisstraße K5 Alstadener Straße (weiter in der Innenstadt) als Kreisstraße K14

In Alstaden gibt es 110 benannte Verkehrsflächen, darunter drei Plätze. Nur vier Straßen führen namensgleich über die Grenze von Alstaden weiter (Bebelstraße, Landwehr, Obermeidericher Straße, Ruprechtstraße).

Im Vergleich sind wenige Verkehrsflächen Teil von Themengruppen, im Folgenden von Nord nach Süd aufgelistet: Handwerksberufe (im „Roonviertel“ im Nordosten): Schlosserstraße, Schmiedstraße, Zimmerstraße Autoingenieure (im „Charlottenviertel“ in der Mitte): Benzstraße, Daimlerstraße, Dieselstraße, Maybachstraße Flüsse, insbesondere Zuflüsse der Ruhr (in den „Siedlungen“ im Westen und in der Siedlung „Alte Ruhr“ in „Ruhralstaden“ im Südwesten, wegen der Nähe zur Ruhr): Biggestraße, Hönnestraße, Lahnstraße, Lennestraße, Möhnestraße, Moselstraße, Sorpestraße, Volmestraße, Wupperstraße Bezüge zum Bergbau (in der „Werkbundsiedlung am Ruhrufer“ in Ruhralstaden im Südwesten, auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Alstaden): Hauerweg, Im Streb, Steigerweg

Den längsten Namen trägt der Matthias-Hendricks-Weg (22 Zeichen), den kürzesten Namen die Kuhle (5 Zeichen).

Geschichte der Benennung Die ersten Straßennamen sind althergebrachte Bezeichnungen. Schon auf einer Karte von 1823 sind Straßennamen wie Ruhrstraße, Stelter Weg und Ohrenfelds Weg oder Katasterbezeichnungen wie auf der Kallen und Franzenkamp zu lesen. Aus späterer Zeit überliefert sind Namen wie Kruitzstraaten, Treibweg oder Heidstraße. Die ersten offiziell benannten Straßen waren jene, die im Gebiet der Alstadener Heide angelegt worden sind, das 1862 an die neugegründete Bürgermeisterei Oberhausen abgetreten wurde. Einige der dortigen Straßen wurden nach preußischen Militärs und Berufen benannt. In der Gemeinde Alstaden erhielten die Straßen erstmals um die Jahrhundertwende offizielle Namen. Auch dort wurden die meisten Straßen nach wichtigen Persönlichkeiten oder Orten der jüngeren deutschen Geschichte benannt, zum Beispiel nach Dichtern (Goethestraße, Schillerstraße), Denkern (Jahnstraße, Gutenbergstraße), Militärs (Derfflingerstraße, Bismarckplatz), Schlachtorten (Sedanstraße) oder Monarchen (Luisenstraße, Kaiserstraße, Wilhelmstraße). Die restlichen Straßen erhielten ihre Namen nach Gebäuden (Schulstraße, Kirchstraße, Mühlenstraße), der Umgebung (Wiesenstraße, Flurstraße), nach ihrer Lage (Südstraße, Mittelstraße), nach Eigenschaften der Straße selbst (Parallelstraße, Kurzestraße), nach den umgebenden Orten (Meidericher Straße, Oberhausener Straße) oder einfach willkürlich (Rosenstraße).

1910 wurde Alstaden zusammen mit Unterstyrum und Unterdümpten nach Oberhausen eingemeindet. Daher gab es etliche Straßennamen doppelt, dreifach oder teilweise vierfach. Aus diesem Grund wurde ein Großteil der Alstadener Straßen umbenannt, aus dem schon zu Oberhausen gehörenden Gebiet der Alstadener Heide allerdings nur die heutige Broicher Straße (vor 1910 Franzenkamp). Hierbei richtete man sich vornehmlich nach alten Katasterbezeichnungen oder ehemaligen Namen der Straßen. Die „seltsam“ anmutenden Alstadener Straßennamen wie Brögel, Heiderhöfen und Stelte stammen somit aus dieser Zeit. Es wurden aber auch willkürliche Namen (Lilienstraße, Richardstraße) gewählt und für Alstaden wichtige Menschen geehrt (Behrensstraße, Kewerstraße). Ein Kuriosum stellen der Franzenkamp und die (heute umbenannte) Bergstraße dar: Ursprünglich trug die heutige Broicher Straße den Namen „Franzenkamp“ und die heutige Püttstraße den Namen „Bergstraße“. Nach der Umbenennung 1910 hieß nun die ehemalige Blücherstraße „Franzenkamp“ und die ehemalige Parallelstraße „Bergstraße“. Der Franzenkamp trägt diesen Namen bis heute, die Bergstraße heißt heute Fischerstraße.

Eine zweite Umbenennungswelle entstand nach der Eingemeindung der kreisfreien Städte Sterkrade und Osterfeld in die Stadt Oberhausen im Jahre 1929. Auch jetzt gab es viele Namen doppelt und einige dreifach. Die Stadt Oberhausen ließ sich allerdings mit der Umbenennung Zeit, einerseits aus Kostengründen, andererseits aufgrund von Widerstand aus der Bevölkerung und Kirchturmdenken. Die einzige wirklich 1929 umbenannte Straße ist daher die Reinholdstraße (bis 1929 Stephanstraße).Alfred und Ulrich Lindemann: 500 Kilometer Oberhausener Straßengeschichte. 1997, S. 10. Alle weiteren Umbenennungen fanden von 1933 bis 1938, in der Zeit des Nationalsozialismus statt. Einige Straßennamen orientieren sich weiterhin an alten Bezeichnungen oder der Lage der Straße (Teichfeldstraße, Am Ruhrufer), andere Straßen werden nun Teil von Themengruppen (Autoingenieure im Charlottenviertel). Mehrere Persönlichkeiten werden geehrt (Fröbelplatz, Mörikestraße), auch aus Alstaden (Lindermannstraße), und der Trend zur Benennung von Straßen nach Flüssen beginnt (Erftstraße, Wupperstraße). Doch neben all diesen Umbenennungen finden sich in einem großen Teil der neuen Straßennamen deutliche Spuren des nationalsozialistischen Gedankenguts. Dies beginnt bei urdeutschen Vornamen (Ernastraße, Brunostraße), steigert sich in der Benennung der alten „Buschstraße“ nach Windhuk, der Hauptstadt der ehemaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, und findet seinen Höhepunkt in der Ehrung nationalsozialistischer Politiker und Denker wie Wilhelm Gustloff und Dietrich Eckart. Völlig schleierhaft bleibt der Grund zur Änderung des Namens der Hofstraße in Griesheimer Straße, da Alstaden und Oberhausen keinerlei Verbindung zum kleinen Ort Griesheim im Thüringer Wald aufweisen.Alfred und Ulrich Lindemann: 500 Kilometer Oberhausener Straßengeschichte. 1997, S. 79.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entsprachen weder die nationalsozialistischen, noch die monarchistischen Straßennamen mehr dem Zeitgeist. Nachdem die Dietrich-Eckart-Straße, die Wilhelm-Loeper-Straße und die Wilhelm-Gustloff-Straße bereits 1945 ausradiert und durch die Namen der Dichter Gellert und Lenau beziehungsweise den männlichen Vornamen Ruprecht ersetzt worden waren, folgte 1947 die Hauptstraße Alstadens, deren alter Name Kaiserstraße durch die Ehrung August Bebels ersetzt wurde.

Nach dem Krieg wurde erst 1967 wieder eine Straße angelegt, die nach dem Erbauer der anliegenden Wohnhäuser den Namen Babcockallee erhielt, weitere Neubaugebiete in der Mitte und im Osten Alstadens erhielten willkürliche Namen (Grüner Winkel) oder Namen, die an alte Katasterbezeichnungen und Ortslagen erinnern (Am Wall, Im Heidefeld). In der „Werkbundsiedlung am Ruhrufer“ (auch: Gartenstadt Alstaden-Süd, 1973) in Ruhralstaden erhielten die Straßen Namen, die an den Bergbau erinnern (Hauerweg), in der benachbarten Siedlung Alte Ruhr (1982) Namen von Zuflüssen der Ruhr (Möhnestraße).

1997 und 1998 wurden drei Neubausiedlungen in der Mitte und im Westen errichtet, die fortan die Namen lokal wichtiger Persönlichkeiten trugen (Wilhelm-Haumann-Weg, Matthias-Hendricks-Weg). Später folgende Siedlungen im Westen, ausschließlich mit Einfamilienhäusern bebaut, wurden nach weiteren Zuflüssen der Ruhr benannt (Lahnstraße, Sorpestraße), wenige andere nach historischen Merkmalen der Ortslage der Straße (Am Holl). Unklar bleiben die Hintergründe der Benennung des Germaniawegs. 2009 erfolgte der Bau und die Benennung des letzten Neubaugebiets im heute „Siedlungen“ genannten Ortsteil im Westen Alstadens. Die Günther-Büch-Straße wurde trotz der Existenz der Themengruppe „Zuflüsse der Ruhr“ wie der benachbarte Wilhelm-Haumann-Weg nach einer lokalen Persönlichkeit, nämlich einem Schauspielregisseur, der zehn Jahre lang am Theater Oberhausen wirkte, benannt.

2014 erhielten die beiden Neubaustraßen im Osten, auf dem alten Gelände des Landwehrstadions, ihre Namen nach zwei weiteren Oberhausener Persönlichkeiten, dem Bürgermeister Fritz Eickelen und dem Widerstandskämpfer Fritz Giga. 2015 wurde eine Siedlung in den Ruhrauen nach dem dort befindlichen Bauerngut Lohmannshof genannt.

Liste der Straßen

Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die vorhandenen Straßen, Wege und Plätze im Stadtteil sowie einige dazugehörige Informationen.

Name: aktuelle Bezeichnung der Straße oder des Platzes. Im amtlichen Straßenverzeichnis nicht aufgeführte Verkehrswege sind mit * gekennzeichnet. Länge/Maße in Metern: Die in der Übersicht enthaltenen Längenangaben sind gerundete Übersichtswerte, die in Google Earth mit dem dortigen Maßstab ermittelt wurden. Sie dienen Vergleichszwecken und werden, sofern amtliche Werte bekannt sind, ausgetauscht und gesondert gekennzeichnet.Bei Plätzen sind die Maße in der Form a × b angegeben. Der Zusatz im Stadtteil gibt an, dass die Länge des Straßenabschnitts innerhalb Alstadens ist, sofern die Straße in benachbarte Stadtteile weitergeführt wird. Der Zusatz ohne Stichstraßen gibt bei verzweigten Straßen die Länge der „Hauptstraße“ an. Der Zusatz (alle Straßenabschnitte zusammen) gibt an, dass die Straße so verwinkelt ist, dass keine „Hauptstraße“ besteht. Stattdessen wird die Länge aller Straßenabschnitte zusammengezählt. Herleitung: Ursprung oder Bezug des Namens Anmerkungen: zusätzliche Informationen Bild: Foto der Straße oder eines anliegenden Objekts