mini|Annonce für den Film in einem „Nobody“-Heft. Nobody hieß der männliche Titelheld einer stummen Detektivfilm-Reihe, die 1921 unter der Regie von Josef Steinvgl. Weniger S. 70 zu Josef Stein: „1921/22 zeichnete er außerdem für einige Filme der Nobody-Reihe verantwortlich, darunter ‚Nobody macht alles‘, ‚Der Herr der Unterwelt‘, ‚Luzifer‘ und ‚Die Dame in Grau‘.“ von den beiden Produktionsfirmen Nobody-Film GmbH (Berlin) und Progreß-Film GmbH (Berlin), ab der 15. Folge von der Progreß-Film allein, und ab der 22. Folge von der Promo-Film AG (Berlin) hergestellt wurde. Die Rolle des Detektivs Nobody spielte der deutsche Sensationsdarsteller Sylvester Schäffer junior (1885–1949).bei filmportal.de belegt nur für die 7. Episode, bei IMDb für die letzten Folgen 1921/22

Geschichte Der Reihe lag der Fortsetzungsroman „Detektiv Nobody’s Erlebnisse und Reiseabenteuer. Nach seinen Tagebüchern bearbeitet“ des deutschen Kolportageschriftstellers Robert Kraft zugrunde, der ab 1904 (I. Serie) bzw. ab 1906 (II. Serie) im Verlag H. G. Münchmeyer in Dresden erschien. Paul O’Montis und John Halifax bearbeitetenso das Plakat der Progreß-Film GmbH Berlin SW 68, Kochstraße 12, abgeb. bei karl-may-wiki die Texte für den Film.

Realisiert wurden von 52 geplanten Episoden tatsächlich insgesamt 25 Einakter„Die Dame in Grau“ trägt keine Zuweisung zur Nobody-Reihe mehr; IMDb jedoch weist die Mitwirkung Schäffers als Nobody aus, vgl. auch Weniger S. 70; die Besetzungslisten der beiden bei karl-may-wiki genannten Filme „Im Zeichen der Schlange“ (1921/22, vgl. IMDb) und „Jussuf el-fanit der Wüstenräuber“ (1922, vgl. IMDb) nennen zwar den Namen Schäffers, jedoch nicht mehr als Nobody. von unterschiedlicher Meterzahl (200-400), beginnend mit der ersten Folge, genannt „1. Episode“ 1921 bis zur „14. Episode“ 1921; ab der 15. hießen die Folgen „Abenteuer“ statt Episoden und reichten bis zum „21. Abenteuer“ 1921. Ab Folge 22 hießen sie wieder „Episoden“ und bekamen einen expliziten Titel beigegeben. Die Episoden 8 und 25 könnten identisch sein.so bei karl-may-wiki

Die Filme wurden im Berliner Bioscop-AtelierChausseestraße 123, vgl. CineGraph: Berliner Film-Ateliers: „Nachdem die Continental ihr Glashaus in Weißensee bezieht (Lixie-Atelier), beherbergt das Haus im Laufe der Jahre folgende Filmfirmen: 1918-20 Argus-Film GmbH, 1921 Nobody Film GmbH, 1922-26 Boheme-Atelier GmbH, 1925 dazu Promo-Film GmbH und Karlchen-Film GmbH. …“ von den Kameramännern Ewald Daub und Adolf Otto Weitzenberg aufgenommen. Wer in den einzelnen Folgen auftrat, ist nicht vollständig überliefert, lediglich für die siebte und die beiden letzten Folgen (24 und 25) sind Schauspielernamen bekannt:

in der 7. Episode wirkten die Damen Marie-Luise Jürgens und Anna von Palen und die Herren Magnus Stifter und Josef Commer mitvgl. filmportal.de. in der 24. Episode spielten Lili Dominici, Hans Adalbert Schlettow und M. Trautner.vgl. IMDb in der 25. Episode sah man Lili Dominici, Leonhard Haskel, Ernst Pittschau und den Sängerschauspieler Paul Hansen.als Kapitän Flederwisch, vgl. steffi-line Den Lucifer spielte Georg H. Schnell.vgl. IMDb

Die Premiere der Nobody-Filmreihe fand am 23. September 1921 in den „Sportpalast-Lichtspielen“bestanden von 1919-1921 im Sportpalast, Potsdamer Straße 170-172, Schöneberg, dem »größten Kino der Welt«. in Berlin statt. Zur Begleitung des Filmprojekts wurde vom Verleger Alfred Weiner ein Nobody-JournalNr. 1–17, vgl. Suchliste Robert Kraft No.67 herausgegeben. Die letzten vier bekannten EpisodenFolgen 22-25, vgl. karl-may-wiki nach: Thomas Braatz: Robert Kraft - Farbig illustrierte Bibliographie. Leipzig 2006, S. 849 f. lagen der seit Mai 1920 wieder eingeführten Reichsfilmzensur Zensur am 30. Januar 1922 vor. Die verbot den Besuch der „Nobody“-Filme für Jugendliche.vgl. Zensurangaben bei filmportal.de

1922 entstanden noch vier weitere „Nobody“-Filme mit Sylvester Schäffervgl. IMDb, die jedoch keine „Abenteuer-“ bzw. „Episoden“-Zuweisung mehr führen, dafür aber ausführliche Titel. Es sind auch keine Einakter mehr, sondern mit 6 Akten abendfüllende Filme. Zwei davon wurden noch von der Promo-Film A.G. Berlin, die anderen beiden wieder von der Nobody-Film GmbH. Berlin produziert. Der Drehbuchautor und Produzent war Peter Heuserist belegt bei IMDb für die von der Promo-Film AG produzierten Folgen 24-25 und für „Die Dame in Grau“ und „Das Geheimnis der sieben Ringe“, Regie führten Josef Stein und Karl Gerhardt.

Die Filme gelten augenblicklich als verschollen.so karl-may-wiki

Filme

Jahr Zensurdatum Zensurkarten-Nr. Titel Regisseur Drehbuchautor Produzent Länge (Meter) 1921 19. August 1921 B.04076 1. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 360 1921 19. August 1921 B.04077 2. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 415 1921 19. August 1921 B.04078 3. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 395 1921 27. August 1921 B.04136 4. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 385 1921 3. September 1921 B.04195 5. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 345 1921 3. September 1921 B.04194 6. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 271 1921 15. Oktober 1921 B.04473 7. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 364 1921 15. Oktober 1921 B.04474 8. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 400 1921 19. Oktober 1921 B.04475 9. EpisodeIm Bildteil bei Zglinicki ist ein Plakat der „Kukuli Kunst- und Kultur-Lichtspiele Wasner’s Festsäle“ wiedergegeben, auf dem neben dem „aufsehenerregenden Sittenfilm“ „Zwangsliebe im Freistaat“ und dem Luciano Albertini-Abenteuer „Das Drama im Schlafwagen“ auch „Nobody’s 9.Episode: Die rächende Hand“ angekündigt wird. Das legt nahe, dass auch die anderen Episoden bzw. Abenteuer Einzeltitel bekommen hatten. Josef Stein ? Nobody/Progreß 392 1921 18. Oktober 1921 B.04493 10. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 488 1921 19. Oktober 1921 B.04494 11. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 410 1921 19. Oktober 1921 B.04495 12. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 405 1921 19. Oktober 1921 B.04496 13. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 490 1921 19. Oktober 1921 B.04497 14. Episode Josef Stein ? Nobody/Progreß 275 1921 9. November 1921 B.04673 15. Abenteuer Josef Stein ? Progreß 254 1921 10. November 1921 B.04675 16. Abenteuer Josef Stein ? Progreß 373 1921 17. Dezember 1921 B.04974 17. Abenteuer Josef Stein ? Progreß 240 1921 17. Dezember 1921 B.04975 18. Abenteuer Josef Stein ? Progreß 385 1921 17. Dezember 1921 B.04976 19. Abenteuer Josef Stein ? Progreß 345 1921 17. Dezember 1921 B.04977 20. Abenteuer Josef Stein ? Progreß 240 1921 17. Dezember 1921 B.04978 21. Abenteuer Josef Stein ? Progreß 297 1921/22 30. Januar 1922 B.05229 22. Episode: Die seltsame Geschichte des Edward Scott Josef Stein ? Promo 420 1921/22 30. Januar 1922 B.05230 23. Episode:Der Brunnengeist Josef Stein ? Promo 290 1921/22 30. Januar 1922 B.05231 24. Episode:Der Herr der Unterwelt Josef Stein Peter Heuser Promo 240laut filmportal.de 1 Akt, 305 1921/22 30. Januar 1922 B.05232 25. Episode:Professor Luciferbei filmportal.de ist für 1922 ein weiterer Film mit dem Titel „Lucifer“ und Sylvester Schäffer als Nobody angegeben: identisch ? Besetzungsangaben decken sich mit denen bei IMDb Josef Stein Peter Heuser Promo 345

„Nobody“-Filme ohne „Episoden“- oder „Abenteuer“-Zuweisung bzw. Nummerierung

Jahr Zensurdatum Zensurkarten-Nr. Titel Regisseur Drehbuchautor Produzent Länge (Meter) 1922 23. Februar 1922 B.05403 Die Dame in Grau Josef Stein Peter Heuser Promo ? 1922 24. März 1922 B.05595 Das Geheimnis der sieben Ringe Josef Stein Peter Heuser Promo 6 Akte, 1965so karl-may-wiki 1922 2. Mai 1922 B.05780 Die geheimnisvollen Piraten Karl Gerhardt ? Nobody-Film ? 1922 20. Juni 1922 B.06042 Die Flibustier Josef Stein, Karl Gerhardt ? Nobody-Film ?

Nachleben Wie lange beim Kinopublikum der Name NOBODY noch im Bewusstsein gegenwärtig war, mag eine Grammophonaufnahme des Kabarettisten Charlie Roellinghoff* 11. April 1897 München, † 17. August 1935 Berlin, vgl. BMLO aus dem Jahre 1929 belegen, auf der er als „Der letzte Kinoerklärer“ (Untertitel: Ein Abend im Vorstadtkino) eine Filmhandlung mit dem Helden Mister Nobody beschreibtHomocord elektro 4-3256 (Matr. T.C. 1397/98) (17. Mai 1929) anzuhören auf youtube.

Literatur Herbert Birett: Quellen zur Filmgeschichte 1920–1931. Titelliste von deutschen Stummfilmen, unter kinematographie.de Herbert Birett: Verzeichnis in Deutschland gelaufener Filme. Entscheidungen d. Filmzensur Berlin, Hamburg, München, Stuttgart 1911–1920. Saur, München 1980. Thomas Braatz: Robert Kraft: farbig illustrierte Bibliographie [1869–1916]. Ed. Braatz & Mayrhofer, Leipzig / Wien 2006. Heinrich Fraenkel: Unsterblicher Film. Die grosse Chronik. Von der Laterna Magica bis zum Tonfilm. Bildteil von Wilhelm Winckel. Kindler, München 1956, 469 S. Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8. Friedrich von Zglinicki: Der Weg des Films. Geschichte der Kinematographie und ihrer Vorläufer. Rembrandt Verlag, Berlin 1956.

Weblinks Hauptdarsteller

Produktionsfirmen Nobody-Film GmbH (Berlin) bei filmportal.de Progreß-Film GmbH (Berlin) bei filmportal.de Promo-Film A.G. (Berlin) bei filmportal.de

Vorlage Detektiv Nobody’s Erlebnisse und Reiseabenteuer. karl-may-wiki Titelblatt von Liefg.1 Serie II mit Porträtzeichnung Detektiv Nobody

Einzelnachweise, Anmerkungen

Kategorie:Filmreihe Kategorie:Stummfilm Kategorie:Fiktive Person