Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der rumänischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften. Rumänien nahm 2024 zum sechsten Mal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil.

Die Nationalmannschaft bei Europameisterschaften Übersicht

Rumänien nahm an allen Europameisterschaften teil, erreichte aber nur sechsmal die Endrunde, davon je einmal bei acht, zweimal bei 24 und dreimal bei 16 Teilnehmern.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1960Frankreich nicht qualifiziert Im Viertelfinale am späteren Dritten Tschechoslowakei gescheitert, 1964Spanien nicht qualifiziert In der Vorrunde am späteren Europameister Spanien gescheitert. 1968Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Italien gescheitert. 1972Belgien nicht qualifiziert Im Viertelfinale nach Entscheidungsspiel in Belgrad am späteren Vierten Ungarn gescheitert. 1976Jugoslawien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien gescheitert, das aber die Endrunde auch nicht erreichte. 1980Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation erneut an Spanien gescheitert. 1984Frankreich VorrundeDeutschland, Portugal, Spanien – Mircea LucescuNach einem Remis gegen Spanien und Niederlagen gegen Titelverteidiger Deutschland sowie Portugal als Gruppenletzter ausgeschieden. 1988BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation wieder an Spanien gescheitert. 1992Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert. 1996England Vorrunde Bulgarien, Frankreich, Spanien – Anghel Iordănescu Nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden 2000Niederlande und Belgien ViertelfinaleItalien 0:2 Emerich Jenei 2004Portugal nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark gescheitert. 2008Österreich und Schweiz VorrundeFrankreich, Italien, Niederlande – Victor Pițurcă Nach Remis gegen die Finalisten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und einer Niederlage gegen die Niederlande als Gruppendritter ausgeschieden. 2012Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich und Bosnien/Herzegowina gescheitert. 2016 Frankreich VorrundeFrankreich, Schweiz, Albanien – Anghel Iordănescu Als Gruppenletzter ausgeschieden. 2021Europa nicht qualifiziert Rumänien stellte mit der Arena Națională eine Spielstätte für 3 Gruppenspiele und ein Achtelfinale, musste sich aber wie alle anderen Mannschaften qualifizieren, was nicht gelang. 2024Deutschland Achtelfinale Niederlande 0:3 Eduard IordănescuRumänien qualifizierte sich als Gruppensieger vor der Schweiz, Israel, Belarus, Kosovo und Andorra. Bei der Endrunde trafen die Rumänen auf Belgien, die Slowakei und die Ukraine und beendete die Gruppenphase als Gruppenerster.

Endrunden mit vier Teilnehmern EM 1960 Für die Fußball-Europameisterschaft 1960, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, wurde Rumänien, das von Augustin Botescu trainiert wurde, im Achtelfinale gegen die Türkei gelost und gewann am 2. November 1958 das Hinspiel in Bukarest mit 3:0, wobei Nicolae Oaidă das erste EM-Qualifikationstor für Rumänien erzielte. Im Rückspiel am 26. April 1959 wurde es dann noch einmal spannenend: Nach 13 Minuten konnten die Türken einen Strafstoß nutzen, den Lefter Küçükandonyadis zum 1:0 verwandelte, und ihm gelang in der 54. Minute auch das 2:0.Türkei – Rumänien 2:0 Zu mehr reichte es aber nicht und damit stand Rumänien in der nächsten Runde. Im Viertelfinale war die Tschechoslowakei der Gegner und Rumänien verlor beide Spiele. Damit war die EM für Rumänien beendet, die Tschechoslowakei wurde anschließend bei der Endrunde Dritter in Frankreich.

EM 1964 Vier Jahre später wollten schon mehr Mannschaften als 1960 teilnehmen, daher wurde dem Achtelfinale eine Vorrunde vorgeschaltet. In dieser trafen die Rumänen, die nach der verpassten Qualifikation für die WM 1962 von Constantin Teașcă trainiert wurden, auf Spanien. Nach einem 0:6 in Madrid, zu dem die Rumänen auch noch das letzte Tor beitrugen, war aber seine Amtszeit beendet. Unter seinem Nachfolger Gheorghe Popescu, der schon sein Vorgänger war, gewannen sie zwar das Rückspiel mit 3:1, das reichte aber nicht um ins Achtelfinale zu kommen. Spanien erreichte dann auch die Endrunde, durfte diese ausrichten und gewann erstmals den Titel. Popescu beendete danach seine Tätigkeit als Nationaltrainer und wurde im Januar 1963 Präsident des rumänischen Fußballverbandes.

EM 1968 Für die Fußball-Europameisterschaft 1968 wurden in der Qualifikation erstmals Gruppenspiele angesetzt. Die nun von Ilie Oană trainierten Rumänen musste gegen Italien, die Schweiz und Zypern antreten. Rumänien gewann nur die beiden Spiele gegen Zypern und das Heimspiel gegen die Schweiz, verlor aber die anderen Spiele. Da hatte es auch nichts genützt, dass nach dem 1:7 gegen die Schweiz Angelo Niculescu für das letzte Spiel das Amt des Nationaltrainers übernommen hatte. Damit waren sie Zweiter hinter Italien, das kein Spiel verlor. Italien qualifizierte sich dann auch für die Endrunde, durfte diese ausnutzen und wurde mit Losglück Europameister. Niculescu gelang es dann aber Rumänien nach 32 Jahren wieder zur WM zu führen, wo die Mannschaft allerdings an Titelverteidiger England und dem späteren Weltmeister Brasilien scheiterte.

EM 1972 Für die EM-Endrunde 1972 konnte sich Rumänien auch wieder nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit der Tschechoslowakei, Wales und Finnland wurde mit zwar mit vier Siegen, einem Remis und einer Niederlage punktgleich mit der Tschechoslowakei der erste Platz belegt, da zwei Tore weniger kassiert wurden, im Viertelfinale war aber Ungarn etwas stärker. Allerdings benötigten die Ungarn ein drittes Spiel auf neutralem Platz. Zuvor waren das erste Spiel in Budapest 1:1 und das Rückspiel in Bukarest 2:2 ausgegangen. Da weder die Auswärtstorregel galt noch das Elfmeterschießen erfunden war, mussten beide in Belgrad erneut antreten. Dieses Spiel gewann Ungarn dann durch ein Tor in der 89. Minute.Ungarn – Rumänien 2:0 Damit war Ungarn für die Endrunde qualifiziert, die in Belgien stattfand, konnte dort aber nur Vierter werden.

EM 1976 1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen. Die nun von Valentin Stănescu trainierten Rumänen scheiterten wieder in der Gruppenphase, diesmal an Spanien. Nur Schottland konnte mit gleicher Punktzahl auf den dritten und Dänemark auf den vierten Platz verwiesen werden. Dabei gelang nur ein Heimsieg gegen Dänemark, alle anderen Spiele endeten remis. Verpasst wurde die Qualifikation durch ein 2:2 gegen Spanien im vorletzten Spiel und ein anschließendes 1:1 in Schottland, bei dem Stănescu schon nicht mehr im Amt war. Spanien wurde mit drei Siegen und drei Remis Gruppensieger, schied dann aber im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Deutschland aus, der dann bei der Endrunde im Finale seinen Titel durch Elfmeterschießen an die Tschechoslowakei verlor.

Endrunden mit acht Teilnehmern EM 1980 In der Qualifikation für die Europameisterschaft in Italien, die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde, trafen die nun von Ștefan Kovács trainierten Rumänen in der Gruppe wieder auf Spanien, Jugoslawien und Zypern. Rumänien gewann zwei Spiele, spielte zweimal remis und verlor zwei Spiele. Damit reichte es nur zum dritten Platz. Spanien fuhr als Gruppensieger zur EM, scheiterte dort aber in der Gruppenphase. Mit der verpassten Qualifikation endete die Amtszeit von Kovács als Nationaltrainer, er blieb aber als Funktionär im rumänischen Verband tätig. Nach ihm übernahm erneut Valentin Stănescu das Amt, er konnte Rumänien aber nicht zur WM 1982 führen.

EM 1984 mini|László Bölöni, Rumäniens erster EM-Torschütze

Für die Europameisterschaft 1984 konnte sich Rumänien dann unter Mircea Lucescu erstmals qualifizieren. In einer Gruppe mit Weltmeister Italien, Schweden, der Tschechoslowakei und Zypern belegten die Rumänen überraschend den ersten Platz. Dabei verloren sie nur das Heimspiel gegen die Tschechoslowakei, sie gewannen aber beide Spiele gegen den Gruppenzweiten Schweden und gaben nur noch Punkte beim Remis in Italien und in der Tschechoslowakei ab. Damit hatten sie am Ende einen Punkt mehr als Schweden und durften erstmals zur EM-Endrunde fahren.

Hier trafen sie in ihrem ersten Spiel auf Spanien und gerieten nach 22 Minuten durch einen verwandelten Foulelfmeter in Rückstand. 14 Minuten später konnte aber László Bölöni, der mit diesem Spiel rumänischer Rekordnationalspieler wurde, mit dem ersten EM-Tor für Rumänien ausgleichen und dabei blieb es bis zum Ende. Im zweiten Spiel gegen Titelverteidiger Deutschland verloren sie durch zwei Tore von Rudi Völler mit 1:2. Im letzten Spiel gegen Portugal hielten sie 80 Minuten lang das 0:0, mussten dann aber noch das 0:1 hinnehmen und schieden damit als Gruppenletzter aus. Portugal und Spanien standen im Halbfinale, verloren aber nacheinander gegen die Franzosen, die damit erstmals Europameister wurden. Lucescu blieb im Amt, aber nachdem er mit Rumänien die WM 1986 verpasste, wurde er durch Emerich Jenei ersetzt.

EM 1988 In der Qualifikation für die nächste EM wurden den Rumänen als Gegner wieder einmal Spanien, Österreich und Albanien zugelost. Rumänien verlor zwar mit 0:1 in Spanien, konnte das Rückspiel aber mit 3:1 gewinnen. Da dies aber für Spanien der einzige Punktverlust war, während Rumänien in Österreich im letzten Spiel nur ein torloses Remis erreichte, hatte Spanien mit einem Punkt mehr die Gruppe gewonnen. Bei der EM-Endrunde scheiterte Spanien aber in der Gruppenphase. Jenei blieb trotz der verpassten Qualifikation im Amt und führte Rumänien zur WM 1990, wo erstmals die Vorrunde überstanden wurde.

EM 1992 In der Qualifikation für die EM 1992 traf Rumänien auf Schottland, die Schweiz, den Nachbarn Bulgarien sowie San Marino, das erstmals an einer Qualifikation teilnahm. Rumänien startete die Qualifikation unter Gheorghe Constantin mit zwei Niederlagen, der daraufhin von Mircea Rădulescu abgelöst wurde. Unter ihm gewann Rumänien dann beide Spiele gegen San Marino, wobei San Marino das erste Länderspieltor gelang, erspielte dann aber mit einem 0:0 in der Schweiz die Qualifikation. Zwar gewannen sie dann noch die Heimspiele gegen die Schotten und Schweizer mit 1:0, ein 1:1 in Bulgarien im letzten Spiel war dann aber zu wenig. So hatten sie am Ende einen Punkt weniger als die Schotten, die damit erstmals qualifiziert waren, und gegenüber den punktgleichen Schweizern die schlechtere Tordifferenz. Die Schotten scheiterten dann aber bei der Endrunde in der Gruppenphase. Rădulescu blieb zunächst im Amt, nach einem 0:4 in einem Freundschaftsspiel gegen Italien wurde er aber von Cornel Dinu abgelöst. Als dieser in der Qualifikation zur WM 1994 zu scheitern drohte, wurde er seinerseits von Anghel Iordănescu abgelöst, der Rumänien zur WM und dort bis ins Viertelfinale führte.

Endrunden mit 16 Teilnehmern EM 1996 mini|Briefmarke aus Aserbaidschan zum Spiel Frankreich gegen Rumänien

Für die EM 1996, die erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen wurde, mussten sich die Rumänen gegen Frankreich, Polen und Israel sowie die Slowakei und Aserbaidschan, die erstmals teilnahmen, qualifizieren. Rumänien verlor unter nur das Heimspiel gegen Frankreich, gewann sechs Spiele und spielte dreimal remis. Damit wurde am Ende mit einem Punkt Vorsprung vor den ungeschlagenen Franzosen der erste Platz belegt. Damit waren beide direkt qualifiziert.

Bei der Auslosung der Gruppen wurden Rumänien der Gruppe mit Spanien zugelost. Weitere Gegner waren der WM-Vierte Bulgarien und der Qualifikationsgegner Frankreich. Gegen die Franzosen wurde das Auftaktspielebenso wie das zweite Spiel gegen Bulgarien mit 0:1 verloren. Gegen Spanien folgte dann ein 1:2. Damit war Rumänien als Gruppenletzter ausgeschieden. Iordănescu blieb aber im Amt und führte Rumänien erneut zur WM 1998, trat aber nach dem Aus in der Vorrunde zurück.

EM 2000