Schalschelet qetanna (, deutsch ‚kleine Kette‘) ist eine Trope in der jüdischen Liturgie und zählt zu den biblischen Satz-, Betonungs- und Kantillationszeichen Teamim, die im Tanach erscheinen. Zunächst ist das Schalschelet nur ein Akzent-Zeichen. In Verbindung mit Paseq bildet es einen disjunktiven (trennenden) Akzent, der, wenn auch selten, auch im Prosa-System bekannt ist. Zur Unterscheidung wird dieser Akzent im poetischen System dann als Schalschelet gedola bezeichnet. Fehlt die Verbindung mit einem Paseq – und auch nur dann, so ist das Zeichen als konjunktiver (verbindender) Akzent zu lesen und wird als Schalschelet qetanna bezeichnet.
Bezeichnungen
Die Bezeichnung als , (deutsch ‚Kette‘) folgt der aschkenasischen, sephardischen und italienischen Tradition. Gesenius transliteriert mit Šalšèleth in seiner Grammatik auf eine ähnliche lateinische Weise, wie das auch auf der Tabula accentuum geschieht, die der Biblia Hebraica Stuttgartensia beigelegt ist. Das hebräische Wort qetanna, bedeutet ‚klein‘.
Schalschelet qetanna in den poetischen Büchern
Die beiden Formen Schalschelet gedola und Schalschelet qetanna zählen zu den Ta’amei Sifre Emet . Schalschelet qetanna ist eine seltene konjunktive Trope, die ausschließlich in den poetischen Büchern vorkommt. Sie erscheint dort immer in einer Reihe von mehreren konjunktiven Zeichen.Price, Bd. V, S. 1279–1280.
Vorkommen Die Tabelle zeigt das Vorkommen der beiden Formen in den drei poetischen Büchern.James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible, Band V S. 1095. Teil des Tanach Schalschelet qetannaPsalmen6Sprüche2Gesamt8
Literatur
William Wickes: A treatise on the accentuation of the three so-called poetical books on the Old Testament, Psalms, Proverbs, and Job. 1881 (). William Wickes: A treatise on the accentuation of the twenty-one so-called prose books of the Old Testament. 1887 (). Arthur Davis: The Hebrew accents of the twenty-one Books of the Bible (K"A Sefarim) with a new introduction. 1900 ().
Einzelnachweise