mini|Bild vom Grabstein auf dem Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 40 Alfred Fenz (geboren am 22. Februar 1920 in Wien; gestorben am 2. November 1943 in Wien) war ein österreichischer Elektroingenieur und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde von der NS-Justiz zum Tode verurteilt und im Wiener Landesgericht mit dem Fallbeil hingerichtet.

Leben Fenz war führender Funktionär des ab 1934 illegalen Kommunistischen Jugendverband Österreichs (KJVÖ) und gehörte der Widerstandsgruppe Der Soldatenrat an, die in Flugschriften und Soldatenbriefen zahlreiche Frontkämpfer von der fehlenden Sinnhaftigkeit des Krieges und der barbarischen Natur des NS-Regime zu überzeugen suchte. Es handelte sich bei dieser Gruppe – laut Einschätzung von Maria Szécsi, Karl R. Stadler, Walter Göhring oder Eduard Rabofsky – um eine „der umfangreichsten Organisationen des österreichischen Widerstand“.Maria Wirth: Christian Broda, Wien: V&R unipress GmbH 2011, S. 99–116.

Alfred Fenz wurde am 23. April 1942 festgenommen und von der Gestapo Wien erkennungsdienstlich behandelt sowie am 25. September 1943 vom Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt. Während seiner Verhöre durch die Wiener Gestapo schützte Fenz ausdrücklich den Verdächtigten Christian Broda, den späteren Justizminister Österreichs, indem er betonte, dass dieser aus dem KJVÖ ausgeschlossen worden sei und „mit ihm deshalb keine Zusammenarbeit gewünscht wurde“. Mutmaßlich nur durch diese Aussage (und eine ebenso entlastende seitens Alfred Rabofsky) überlebte Broda knapp das NS-Regime.

Fenz wurde am 2. November 1943 im Wiener Landesgericht mittels der Guillotine hingerichtet. Gemeinsam mit Fenz wurden am selben Tag fünf weitere Mitglieder der Widerstandsgruppe vom NS-Regime ermordet: die Studentin Elfriede Hartmann, der Schneidergehilfe Felix Imre, der Schüler und Soldat Walter Kämpf, die Postbeamtin Leopoldine Kovarik und der Handelsangestellte Friedrich Mastny. Das Alter aller sechs an diesem Tag Hingerichteten des Soldatenrats lang zwischen 22 und 25 Jahren.

Die Urteilsbegründung lautete:

Gedenken Der Name von Alfred Fenz findet sich auf der Gedenktafel im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts.Nachkriegsjustiz, abgerufen am 4. April 2015. Er ist in der Schachtgräberanlage der Gruppe 40 (Reihe 25/Grab 191) des Wiener Zentralfriedhofes bestattet.

Literatur Alfred-Klahr-Gesellschaft: Zur Geschichte des Kommunistischen Jugendverbandes 1918–1945, abgerufen am 16. Mai 2015 Wolfgang Neugebauer: Der österreichische Widerstand 1938–1945, Edition Steinbauer, 2008, 91 (google.de) Tidl, Marie: Die Roten Studenten. Dokumente und Erinnerungen 1938–1945. Wien 1976 Willi Weinert: „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“: ein Führer durch den Ehrenhain der Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof für die hingerichteten WiderstandskämpferInnen. Verlag Alfred-Klahr-Ges., 2005, S. 80 / S. 153 books.google.de

Einzelnachweise

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