Der Verein für Rasenspiele 1921 e. V. Aalen (kurz VfR Aalen) ist ein Sportverein aus Aalen in Baden-Württemberg. Bekannt ist er für seine Fußballmannschaft, welche ab der Saison 2026/27 in der viertklassigen Regionalliga Südwest antritt und zuvor unter anderem von 2012 bis 2015 in der 2. Bundesliga spielte. Der VfR Aalen hatte Stand 2021 rund 1.100 Mitglieder.Sport.de: Info VfR Aalen, abgerufen am 11. April 2021.

Geschichte Vorgängervereine Mit der Arminia wurde am 8. September 1907 der erste Fußballverein der Stadt Aalen gegründet, der aber bereits 1910 aufgrund zu geringer Mitgliederzahl wieder aufgelöst werden musste. Mit Unterstützung ehemaliger Arminen entstanden noch im selben Jahr parallel der 1. Fußballclub Aalen, sowie der Fußballclub Pfeil 1910. Letzterer nannte sich 1912 in Verein für Rasenspiele um und trat dem Verband Süddeutscher Fußball-Vereine bei. Der Verein für Rasenspiele trug seine Spiele auf dem Sportplatz Wacht am Rhein aus, die danebenliegende, gleichnamige Gaststätte diente als Vereinsheim.

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam der Spielbetrieb des VfR vollständig zum Erliegen. Nach Kriegsende herrschte starker Mitgliedermangel, so dass sich die übrig gebliebenen Mitglieder der neugegründeten Fußballabteilung des Männerturnvereins Aalen anschlossen.

Vereinsgründung und Erstklassigkeit in der Gauliga Nach Streitigkeiten mit den Turnern und gescheiterten Ausgliederungsbestrebungen der Fußballer kam es schließlich am 8. März 1921 zur Gründungsversammlung eines vom MTV unabhängigen Fußballvereins mit einer Leichtathletikabteilung, der sich, wie der Vorkriegs-VfR, den Namen Verein für Rasenspiele gab.

Sein erstes Spiel nach der Gründung absolvierte der VfR Aalen bereits am 20. März 1921 gegen den FC 08 Unterkochen. Nach Gründung einer Schwimmabteilung und einer Gesangsabteilung im August 1921 hatte der Verein 318 Mitglieder. Spielstätte war ab November 1921 erneut die Wacht am Rhein, 1924 wurde auf einem im westlichen Stadtgebiet liegenden Acker eine zweite Spielstätte erbaut.

In der Saison 1924/25 erspielte sich der VfR Aalen den Aufstieg von der Kreis- in die Fußball-Bezirksklasse Württemberg und konnte sich dort bis zur Saison 1936/37 etablieren. Nach dem Abstieg in die Kreisklasse kehrte der VfR unter Trainer Karl Maier in der Saison 1937/38 wieder direkt in die Bezirksklasse zurück und schaffte in der darauffolgenden Saison den Aufstieg in die erstklassige Gauliga Württemberg.

Da der Fußballverband es ablehnte auf dem Sportplatz Wacht am Rhein die Heimspiele aus zutragen wurde für 70.000 Reichsmark die Schlageter-Kampfbahn im Rohrwang zu einer Stadionanlage ausgebaut. Mit dem ersten Heimspiel der Saison am 19. September 1939, rund drei Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, gegen den VfB Stuttgart (Endstand 0:7) wurde das Stadion eingeweiht. Am Ende der Saison wurde der fünfte von elf Plätzen belegt, in der Folgesaison der siebte. Obwohl es mit fortschreitender Kriegsdauer immer schwieriger wurde einen ausreichend großen Kader zusammenzustellen, konnte ein erfolgreicher Fußball in der Gauliga gespielt werden. In der Saison 1944/45, die schließlich wegen der Kriegswirren abgebrochen wurde, belegte die Mannschaft bei Abbruch den zweiten Platz.

Nachkriegsjahre und Bau des eigenen Stadions Nach dem Ende des Krieges musste der VfR Aalen auf Veranlassung der US-amerikanischen Besatzungsmacht die Schlageter-Kampfbahn an den von den Nationalsozialisten enteigneten SSV Aalen, den früheren Arbeiterturnverein Jahn, zurückgeben. Im Kreis Aalen durfte ab September 1945 durch Einfluss des VfR-Funktionärs Martin Berth der Fußball-Spielbetrieb wieder stattfinden. Da die ehemalige Wacht am Rhein zu einer Kleingartenanlage umfunktioniert wurde, musste der VfR Aalen seine Partien notgedrungen auswärts austragen, ehe er sich mit dem SSV auf eine übergangsweise gemeinsame Nutzung dessen Spielfelds einigen konnte. Sportlich fasste der VfR schnell wieder Fuß, man spielte ab 1946 in der zweitklassigen Landesliga.

Im März 1947 stellte schließlich die Stadt Aalen dem VfR ein Grundstück im Stadtwald Rohrwang zur Verfügung, in dem anschließend bis Ende des Jahres Vermessungsarbeiten durchgeführt wurden. Anfang 1948 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Am 4. September 1949 schließlich wurde das Stadion im Rohrwang, welches noch heute als Heimspielstätte des VfR Aalen genutzt wird, mit einem Freundschaftsspiel gegen den Zonenligisten 1. FSV Mainz 05 (Endstand 3:5) eingeweiht.

Erster (Halb-)Profifußball und Rückkehr in den Amateurfußball Im Herbst 1950 wurde die Handballabteilung des Vereins wiedergegründet. Der Boxclub Aalen schloss sich dem VfR als Boxabteilung an, die fortan erfolgreiche Kämpfe führte und in Württemberg zeitweise konkurrenzlosAchim Pfeifer: Die Geschichte des VfR Aalen. (siehe Abschnitt Literatur), S. 44. war. 1969 wurde die Abteilung aufgelöst.

Nach einer Ligenreform, durch die eine zweite Vertragsspieler-Liga eingeführt wurde, spielte der VfR in der Saison 1950/51 in der drittklassigen Amateurliga. Als Nachfolger von Trainer Fritz Teufel wurde der damals 38-jährige Franz Seybold verpflichtet. Gleich in seiner ersten Saison wurde er mit dem VfR Aalen Meister der Amateurliga; in den Aufstiegsspielen wurde mit einem 5:0-Sieg gegen den ASV Feudenheim der Aufstieg in die II. Division und der damit verbundene Einzug in den bezahlten Fußball besiegelt. Allerdings war der Kader mit nur 13 Vertrags- und 7 Amateurspielern in der Breite zu schwach besetzt, auch der während der Saison als Trainer neu verpflichtete Harald Reinhardt konnte den Abstieg nicht mehr verhindern und verließ den VfR wie zahlreiche Spieler nach dem Saisonende wieder. Unter Nachfolger Theo Otto wurde in der folgenden Saison der zweite Platz der Amateurliga erreicht, der erneut zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigte; in diesen scheiterte der VfR aber am FC Wacker München und dem Offenburger FV. In den folgenden Jahren etablierte sich der VfR Aalen trotz durchwachsener Leistungen in der Amateurliga, nach der Saison 1958/59 stieg er in die viertklassige 2. Amateurliga ab, konnte aber 1959/60 den sofortigen Wiederaufstieg feiern. In der neuen Saison erspielte sich die Mannschaft Platz 12. Im selben Jahr wurde der benachbarte SSV Aalen Meister der 2. Amateurliga und spielte daraufhin in derselben Liga wie der VfR. Die geplante Fusionierung des VfR Aalen und des SSV Aalen zu einem Großverein scheiterte im Juni 1959. Anfang 1961 eröffnete der VfR eine Geschäftsstelle im Nebenzimmer eines Gasthauses, neben dem heutigen Aalener Marktbrunnen.

In den folgenden Jahren wechselte der VfR Aalen wiederholt zwischen der 1. und 2. Amateurliga und stieg in der Saison 1967/68 in die A-Klasse Kocher/Rems ab. Dies stellte den Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte dar.

Goldene Siebziger

Trainer Manfred Günther übernahm die Mannschaft nach dem Abstieg. Der VfR belegte zwei Jahre in Folge den zweiten Platz und verpasste so jeweils nur knapp den Wiederaufstieg. 1970/71 spielte man mit insgesamt sieben Neuzugängen, die alle von Vereinen aus der Region zum VfR kamen; darunter auch Helmut Dietterle und Erwin Hadewicz. Mit ihnen wurde bereits fünf Spieltage vor Saisonende die Meisterschaft und damit der Wiederaufstieg in die 2. Amateurliga erreicht.

Nachdem der DFB das Verbot des Frauenfußballs im Oktober 1970 aufgehoben hatte, wurde beim VfR 1971 eine Frauenfußballmannschaft gegründet.

Unter den Trainern Norbert Wels und Hans Schiegl erreichte die Mannschaft in der folgenden Saison 1971/72 auch die Meisterschaft der 2. Amateurliga und damit den Durchmarsch von der Kreis- in die 1. Amateurliga. Mit 31 Toren wurde Erwin Hadewicz Torschützenkönig. Mit einem 3:5-Sieg gegen den FV Ravensburg gewann der VfR zudem erstmals in seiner Geschichte den WFV-Pokal. Zur neuen Spielzeit 1972/73 wurde Hans Arnold als Trainer verpflichtet und Franz Seybold kehrte als Spielleiter zum Verein zurück. Weil Seybold die Spielerpässe zweier Neuzugänge vom VfB Stuttgart vordatiert hatte, wurde der Verein mit einem Punktabzug von vier Punkten bestraft. Am Saisonende erreichte die Mannschaft den zweiten Tabellenplatz mit vier Punkten Rückstand zum Ersten SSV Ulm 1846, wobei der VfR aber das bessere Torverhältnis hatte. Erwin Hadewicz wurde mit 26 Toren erneut Torschützenkönig, verließ den VfR aber zur neuen Saison und wechselte zum deutschen Meister Bayern München. Trainer Hans Arnold und Spielleiter Franz Seybold verließen den VfR ebenfalls nach Saisonende.

Als neuer Trainer wurde 1973 Werner Bickelhaupt verpflichtet. Außerdem wurde die Mannschaft mit weiteren Neuzugängen verstärkt, unter ihnen Dieter Hoeneß und Karl-Heinz Schroff. Obwohl der Verein bis dahin in den ersten 12 Spielen der Saison unbesiegt war, wurde das Arbeitsverhältnis mit Werner Bickelhaupt im Oktober desselben Jahres wieder beendet. Sein Nachfolger wurde Hellmut Maier von der TSG Backnang, der den Verein am vorletzten Spieltag zur Meisterschaft führte. Aufgrund der Ligenreform, infolge derer die 2. Bundesliga anstelle der fünfgleisigen Regionalliga eingeführt wurde, durfte der VfR aber nicht in die 2. Bundesliga aufsteigen. Helmut Dietterle verließ den Verein und wechselte zum VfB Stuttgart, Karl-Heinz Schroff zu den Stuttgarter Kickers. Trotz der beiden Abgänge konnte die Mannschaft in der folgenden Saison 1974/75 erneut Meister werden, in der gesamten Saison erhielt man nur 21 Tore, davon 18 in der Hinrunde. In den nun stattfindenden Aufstiegsspielen scheiterte der VfR aber knapp, stattdessen stieg der SSV Reutlingen 05 auf. Am Saisonende verließ auch Stürmer Dieter Hoeneß den Verein.

Inkonstanz und Finanzprobleme Für die Saison 1976/77 wurde Klaus-Peter Jendrosch als Trainer und unter anderem mit Dieter Gust vom SSV Reutlingen 05 ein neuer Torhüter verpflichtet. Weil sich aber mehrere Schlüsselspieler verletzten, fiel der VfR auf Platz 14, was den Abstieg in die 2. Amateurliga bedeutete. In der folgenden Saison 1977/78 verpasste der VfR unter Trainer Karl Gauß mit dem vierten Platz den Wiederaufstieg. Damit fiel der Klub in die fünftklassige Landesliga zurück, dieses ergab sich aus der gleichzeitigen Einführung der Oberliga Baden-Württemberg als neuer bundeslandweiter dritthöchster Spielklasse.

Im Jahr 1978 schied außerdem Wilhelm Stuzmann, der seit 1926 insgesamt 52 Jahre lang in unterschiedlichen Funktionen im Vorstand des VfR tätig war, aus dem Präsidium aus und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Nachfolger als Vereinspräsident wurde Herbert Mäurer.

Für die Landesliga-Saison 1978/79 wurde Rudi Abele als Trainer verpflichtet, der den VfR zum Double, bestehend aus der bereits zwei Spieltage vor Saisonende erspielten Meisterschaft und dem zweiten WFV-Pokalsieg der Vereinsgeschichte, führte. Dadurch spielte der VfR in der Saison 1979/80 in der viertklassigen Verbandsliga Württemberg. Auch in der neuen Liga wurde die Mannschaft Meister und stieg in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Somit schaffte der VfR bereits zum zweiten Mal in seiner Geschichte den direkten Durchmarsch von der fünften in die dritte Liga. In der Saison 1980/81 belegte die Mannschaft zur Winterpause einen Platz im Tabellenmittelfeld, brach aber in der Rückrunde kräftemäßig ein und stieg mit zwei Punkten Rückstand zum 15. Platz ab.

In der folgenden Spielzeit belegte der VfR unter dem neu verpflichteten Trainer Max Fischer den sechsten Tabellenplatz. Zur Saison 1982/83 kehrten Rudi Abele als Trainer sowie der ehemalige Kapitän Helmut Dietterle an den Rohrwang zurück. Die Mannschaft wurde Meister und stieg in die Oberliga auf, Joachim Zeller erzielte mit 36 Toren den größten Teil der insgesamt 92 Saisontreffer. In der Oberliga-Spielzeiten 1983/84 und 1984/85 wurde zwei Mal hintereinander ein zufriedenstellender sechster Platz erreicht. Nach der Saison verließ Trainer Rudi Abele erneut den Verein und wurde durch Manfred Römer ersetzt, welcher nach einem schlechten Start in die Saison 1985/86 mit drei Niederlagen bei 1:9 Toren wieder entlassen wurde.