mini|Der Eisenbahnunfall von Timelkam 1875 ging auf einen Radreifenbruch zurück. Damals war noch nicht bekannt, dass ein Bauteil schwingend nur weniger belastet werden darf als statisch.

Die Liste von Eisenbahnunfällen in Österreich enthält eine chronologische Auflistung von Unfällen bei den österreichischen Eisenbahnen, bei denen der Verlust von Menschenleben zu beklagen war oder erheblicher Schaden verursacht wurde.Nur in Einzelfällen sind Unfälle aufgeführt, bei denen Menschen beim Überqueren der Bahngeleise ums Leben kamen oder bei Bau- oder Unterhaltsarbeiten verunfallten. Wenn nicht besonders erwähnt, handelte es sich um Züge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Die Eisenbahn gilt im Vergleich zum Straßenverkehr als sehr sicher, doch auch hier lassen sich Unfälle nicht ausschließen. Die Zugbeeinflussung Indusi wurde ab 1963 in Österreich eingeführt, um Kollisionen zu vermeiden. Untersuchungsergebnisse der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) können – für Ereignisse des Jahres 2010 und später – auf der Website des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) eingesehen werden.

Ein Unfall mit einem Sachschaden von mehr als 2 Millionen Euro wird nach gegenwärtiger (2023) Definition als „schwerer Unfall“ eingestuft.

1839–1918 Branowitz – Auffahrunfall

Am 7. Juli 1839 verkehrten anlässlich der Eröffnung der Strecke Lundenburg–Brünn der a. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn (KFNB) vier Festzüge von Wien nach Brünn. Bei der Rückfahrt musste der Lokomotivführer des zweiten Zugs im Bahnhof Branowitz wegen eines Schadens an der Lokomotive halten. Der dritte Zug fuhr auf den zweiten Zug auf. 60 Menschen wurden verletzt.

mini|1868 fuhr in Cerhovice ein Zug auf eine steckengebliebene Komposition. Zwischen Hullein und Napajedl – Kesselzerknall Am 27. Juli 1848 zerknallte der Kessel der Lokomotive JASON der a. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn (KFNB) auf der Bahnstrecke Wien–Krakau zwischen Hullein und Napajedl. Vier Menschen starben. Zwei weitere wurden verletzt.

Wien–Dornbach („Pferde-Eisenbahn“) – Entgleisung Über die „officielle Eröffnung(sfahrt)“ am 4. Oktober 1865 wurde am Folgetag berichtet, dass „im Dornbacher Stationsgebäude ein Wagen entgleiste, welcher Unfall jedoch bald gut gemacht wurde“. Diese Eisenbahn lief als Straßenbahn in diese bis Ende 1891 noch selbständige Nachbargemeinde Wiens.Eröffnung der Pferde-Eisenbahn Local-Anzeiger der Presse, 5. Oktober 1865. In: AW: Pferdeeisenbahnen. harry, 24. Juli 2008, 11:44, sagen.at abgerufen am 6. Februar 2017. – (Digitalisat bei: ANNO)

Zerwitz – Auffahrunfall Am 10. November 1868 ereignete sich bei der heutigen Haltestelle Zerwitz auf Bahnstrecke Prag–Pilsen der k.k. priv. Böhmischen Westbahn (BWB) ein Auffahrunfall bei der Fahrt im Zeitabstand. Während eines Schneesturms fuhr ein Güterzug auf einen in einer Schneewehe feststeckenden Personenzug auf. 28 Menschen wurden getötet und 60 verletzt. Um solche Unfälle zu verhindern, wurden Zugfolgeabschnitte eingeführt.

mini|1869 stürzten bei Auval drei Reisezugwagen einen Bahndamm hinunter. Auwal – Entgleisung Am 3. Februar 1869 entgleisten auf der Bahnstrecke Wien–Prag–Bodenbach der priv. Österreichisch-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft (StEG) die letzten drei Wagen des Schnellzuges Wien–Prag zwischen den Stationen Auwal und Biechowitz. Zehn Personen wurden verletzt, der Schaffner starb später. Der Unfall wurde wahrscheinlich durch eine Spurerweiterung infolge verfaulter Schwellen verursacht.:Datei:Derailment Uvaly 1869.png auf Wikimedia

Oderberg – Kesselzerknall Am 23. März 1871 zerknallte der Kessel der Lokomotive GLAUCOS der a. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn (KFNB) im Bahnhof Oderberg. Ursache war vermutlich die vergessene Wasserspeisung durch das Lokomotivpersonal und daraus folgender Wassermangel.Alfred Horn: Die Bahnen Österreich-Ungarns 2: Die Kaiser Ferdinands-Nordbahn. Bohmann, Wien 1971, S. 385.

Timelkam, Oberösterreich – Entgleisung

Am 19. Oktober 1875 entgleiste die Lokomotive Amstetten auf der österreichischen Westbahn beim Bahnhof Timelkam zwischen Linz und Salzburg. Ursache war Materialermüdung. Die Tatsache, dass ein Bauteil bei wechselnder Beanspruchung eine geringere Belastbarkeit aufweist als bei statischer, war damals noch nicht bekannt. Dies wurde erst durch August Wöhler entdeckt. Seitdem wird das Verformungs- und Versagensverhalten von Werkstücken bei zyklischer Beanspruchung im Wöhlerversuch ermittelt.

Nußdorf, Wien – entlaufener Wagen Am 10. Juli 1883 entlief auf der Kahlenbergbahn ein mit Schwellen beladener Güterwagen, weil die Zahnradbremse nicht funktionierte. Der Wagen riss in der Talstation Nußdorf ein großes Loch in die sich hinter dem Gleisende befindliche Mauer. Die auf dem Wagen mitfahrenden Bahnarbeiter konnten sich durch Abspringen in Sicherheit bringen.

Tschertschan – Entgleisung Am 18. März 1889 entgleisten auf der Strecke Gmünd–Prag der k.k. priv. Kaiser Franz Josephs-Bahn (KFJB) zwischen dem Bahnhof Tschertschan und der heutigen Haltestelle Pyšely wegen eines Radbruchs sechs Reisezugwagen. Vier Personen verstarben, neun wurden verletzt.Nehody v minulosti – katastrofa u Čerčan 1889. Auf: koridory.cz, 4. November 2013.

mini|1890 stürzte bei Blowitz ein Zug von einem durchnässten Bahndamm. Blowitz – Entgleisung Am 5. August 1890 entgleiste bei Blowitz auf Strecke Wien–Eger der k.k. priv. Kaiser Franz Josephs-Bahn (KFJB) bei der Überquerung einer Brücke ein Personenzug. Ein Teil des Zuges stürzte in einen Bach. Wegen starken Regens war der Bahndamm durchnässt und hielt dem Gewicht des Zuges nicht stand. Der Unfall forderte fünf Todesopfer und 42 Verletzte. Železniční neštěstí u Zdemyslic (Memento vom 23. Juli 2015 im Internet Archive)

Höflein an der Donau, Niederösterreich - Auffahrunfall

11. August 1892 Von dem um 6:30 Uhr in Wien abgefahrenen Personenzug Nr. 133 wurde in der Haltstelle Höflein an der Donau die Maschine dienstuntauglich. Der dem Localzug folgende Personenzug Nr. 13 fuhr an den in der Haltestelle stehenden Localzug auf, wodurch die letzten 5 Wagen beschädigt wurden. Ein Passagier kam bei diesem Unfall ums Leben.

Kalwang, Steiermark – Entgleisung In der Nacht von 16. auf 17. September 1892 entgleiste auf der Strecke Amstetten – Selzthal – St. Michael in Obersteiermark beim Abschnitt Kalwang – Wald bei Kalwang ein Schnellzug, wobei es neben Sachschaden auch zu Personenschaden kam.Erinnerungen – Ein Kalwang-Bildband mit alten Aufnahmen von der Liesing bis zum Hagenbach, S. 165, abgerufen am 13. August 2023 Aufgrund eines eingetretenen Kesseldefekts entgleiste die Vorspannmaschine des Pontafeler Schnellzuges, wodurch die Zugmaschine und die beiden nachfolgenden Wagen ebenfalls zur Entgleisung kamen. Der Führer und der Heizer des Schnellzuges kamen dabei ums Leben; das restliche Bahnpersonal und die Passagiere blieben unverletzt. Die Strecke der Rudolfsbahn blieb daraufhin kurzzeitig gesperrt, wurde aber noch am selben Tag wieder für den Verkehr freigegeben.

Bozen, Tirol – Entgleisung Am 9. November 1898 um 4.00 Uhr verließ der mit einer Zug- und Schublokomotive versehene Güterzug Nr. 53 den Bahnhof Bozen in Richtung Blumau. Weil die Weiche bei der Ausfahrt falsch gestellt war, fuhr der Zug in ein Auszugsgleis. Der Weichenwärter bemerkte zwar seinen Fehler und gab sofort ein Haltesignal, jedoch war es dem Lokführer nicht mehr möglich, den Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Es kam zu einer Entgleisung, wobei lediglich eine Person eine leichte Contusion erlitt. Auch der Sachschaden war relativ gering. (Mit Fotos.)

mini|Der Eilzug Nr. 1 nach dem Zusammenstoß mit einem Güterzug. Kalsdorf, Steiermark – Auffahrunfall Am 24. August 1899 kam es am Bahnhof Kalsdorf auf der Südbahn zu einem Zusammenstoß zwischen einem Personenzug und einem Güterzug. Der aus Triest kommende Eilzug Nr. 1 war auf dem Weg nach Wien und bereits eine Stunde und 45 Minuten verspätet, als er um 5:45 Uhr auf dem Hauptgleis in den Bahnhof einfuhr. Aufgrund von dichtem Nebel konnte der Lokführer das Halt zeigende Signal nicht erkennen. Die Geschwindigkeit betrug zu dem Zeitpunkt ca. 75 km/h. Auf demselben Gleis befand sich der Lastenzug Nr. 171. Als der Lokführer des Eilzuges diesen bemerkte, leitete er umgehend eine Bremsung ein. Der Aufprall konnte damit zwar nicht mehr verhindert, aber die Geschwindigkeit auf ca. 50 km/h verringert werden. Sieben Wagen des Güterzuges wurden zerstört. Der Postwagen und der Gepäckwagen des Eilzuges wurden ineinander geschoben. Ein Ofen, welcher sich im Postwagen befand, setzte die beiden Wagen in Brand. Nachdem die Reisenden aus dem Schlafwagen geflüchtet waren, griff das Feuer auch auf diesen über. Der Leiter des Postwagens verstarb. Ein Postbeamter, ein Postdiener, der Zugführer, der Lokführer und ein Fahrgast wurden schwer verletzt. Mehrere Personen wurden leicht verletzt („unwesentliche Verwundungen“). Dreizehn Eisenbahner, welche an der Unglücksstelle beschäftigt waren, wurden verhaftet. Erst am Vortag des Unglücks waren ebenfalls am Bahnhof Kalsdorf zwei Güterzüge zusammengestoßen. Auch bei diesem Vorfall war starker Nebel für den Unfall mitverantwortlich. mini|Der Lokomotivkessel flog 1902 beim Unglück in Deutschlandsberg in einen benachbarten Garten Deutschlandsberg – Kesselzerknall Am 2. Februar 1902 kam es im Bahnhof Deutschlandsberg der Wieserbahn zu einer KesselexplosionRöll: Kesselexplosion. bei der die Lok 151 „Pölfing“ zerstört und der Lokführer, der Heizer, ein Verschieber und ein Magazineur getötet wurden. Als Ursache des Unglücks wurde genannt, dass dem erst 1898 gebauten Dampfkessel der Lokomotive zu wenig Wasser zugeführt worden sei.. Dieser Unfall wurde von den Eisenbahnbehörden zum Anlass genommen, bei Dampflokomotivkesseln den Einbau einer Schmelzsicherung (Schmelzpfropfen, Bleischraube) vorzuschreiben, die bei Überhitzung schmolz und es damit dem restlichen Wasser des Kessels möglich machte, in die Feuerbox vorzudringen und dort das Feuer zu löschen oder zumindest zu dämpfen.Sepp Tezak: Ein Eisenbahnunglück vor 90 Jahren. Schienenverkehr aktuell. Nr. 2 (Februarheft), Jahrgang 1992. Verlag Pospischil Wien. S. 10. Ardning, Steiermark - Entgleisung wegen Dammrutschung Am 24. Februar 1908 entgleiste auf der Pyhrnbahn bei Ardning Zug Nr. 615 von Linz nach Selzthal wegen einer Dammrutschung. Bei dem Unglück kam der Heizer auf der 106.74 ums Leben, 13 Personen wurden verletzt. mini|Die in die Bregenzerach gestürzten Reisezugwagen

Langenegg-Krumbach – Entgleisung Am 7. Juni 1908 entgleisten auf der schmalspurigen Bregenzerwaldbahn alle fünf Wagen eines nach Bezau fahrenden Zuges. Der hinter der Lokomotive befindliche Gepäckwagen blieb auf dem Bahndamm liegen; die vier dahinter eingereihten Reisezugwagen stürzten in die Bregenzerach. Die Ursache war offenbar ein vom Steilhang heruntergerollter Felsbrocken, der unter den letzten Wagen geriet. Dadurch wurde dieser angehoben; in weiterer Folge entgleisten auch alle anderen, voranlaufenden Wagen des durch einen Rechtsbogen bergauf fahrenden Zuges. Die meisten der 60 Reisenden kamen mit Unterkühlungen und leichten Verletzungen davon. An den vier Reisezugwagen entstanden Totalschäden.

Popowitz – Entgleisung

Am 13. Oktober 1909 entgleiste die Lokomotive eines Güterzuges bei Popowitz auf der Strecke Brünn–Vlarapass der k.k. priv. Österreichisch-Ungarischen Staatseisenbahngesellschaft (StEG). Das Lokomotivpersonal kam ums Leben, zwei Zugbegleiter wurden schwer verletzt.

Uhersko – Frontalzusammenstoß

Am 25. Dezember 1909 stieß auf der Bahnstrecke Wien–Prag der priv. Österreichisch-ungarischen Staatseisenbahngesellschaft (StEG) ein Schnellzug aus Prag frontal mit einem in der Station Uhersko wartenden Güterzug zusammen. 13 Menschen starben.