Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der norwegischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften. Die norwegische Mannschaft konnte sich nur einmal qualifizieren. Norwegen hat von allen Teilnehmern die wenigsten Gegentore (1) kassiert, aber auch nur ein Tor geschossen.
Übersicht Norwegen nahm an allen EM-Qualifikationen teil, konnte sich bisher aber erst einmal für eine Endrunde qualifizieren. Bei den ersten Teilnahmen kam das Aus jeweils in der ersten Runde, danach schied die Mannschaft immer als Gruppenletzter aus. Erst in der Qualifikation für die EM 1992, als mit Rune Bratseth ein Stabilisator der Abwehr vorhanden war, konnte erstmals der dritte Platz in der Gruppe belegt werden. 2000 gelang dann erstmals die Qualifikation für die Endrunde und in den folgenden Jahren wurde die Qualifikation immer nur knapp verpasst.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1960 Frankreich nicht qualifiziert Im Achtelfinale an Österreich gescheitert, das sich auch nicht für die Endrunde qualifizieren konnte.1964 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation am Nachbarn Schweden gescheitert, das sich auch nicht für die Endrunde qualifizieren konnte.1968 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Bulgarien gescheitert, das sich auch nicht für die Endrun.de qualifizieren konnte.1972 Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vierten Ungarn gescheitert.1976 Jugoslawien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Gastgeber und Vierten Jugoslawien gescheitert.1980 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vizeeuropameister Belgien gescheitert.1984 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Jugoslawien gescheitert.1988 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vizeeuropameister UdSSR gescheitert.1992 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation erneut an Vizeeuropameister UdSSR gescheitert. 1996England nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vizeeuropameister Tschechien und den Niederlanden gescheitert. 2000Niederlande und Belgien Vorrunde Spanien, BR Jugoslawien, Slowenien 9.Nils Johan SembNach je einem Sieg, einer Niederlage und einem Remis als Gruppendritter mit den wenigsten Gegentoren aller Teilnehmer in der Vorrunde ausgeschieden. 2004Portugal nicht qualifiziert In den Relegationsspielen an Spanien gescheitert. 2008Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Griechenland und nach einer Heimniederlage am vorletzten Spieltag an der Türkei gescheitert. 2012Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und aufgrund der schlechteren Tordifferenz an Portugal gescheitert. 2016Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Norwegen zunächst auf Italien, Kroatien, Bulgarien, Aserbaidschan und Malta. Als Gruppendritter scheiterte Norwegen dann in den Playoffs an Ungarn. 2021 Europa nicht qualifiziert Norwegen hatte sich nicht für die Austragung von Spielen beworben. In der Qualifikation als Gruppendritter hinter Spanien und Schweden die direkte Qualifikation verpasst. In den Play-Offs an Serbien gescheitert, das wiederum an Schottland scheiterte. 2024 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Spanien und Schottland gescheitert.
Endrunden mit vier Teilnehmern EM 1960 An der ersten Fußball-Europameisterschaft 1960, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, wollten auch die Norweger teilnehmen. Dazu mussten sie im Achtelfinale gegen Österreich antreten. Am 20. Mai 1959 bestritten die seit Anfang 1959 von Kristian Henriksen trainierten Norweger in Oslo ihr erstes EM-Qualifikationsspiel und verloren mit 0:1. Im Rückspiel vier Monate später in Wien verloren sie dann mit 2:5, wobei Ove Ødegaard beide Tore für Norwegen erzielte.Österreich 5-2 Norwegen Österreich scheiterte dann im Viertelfinale am WM-Dritten Frankreich, der dann die Endrunde ausrichten durfte und Vierter wurde. Henriksens Amtszeit endete im Dezember 1959, sein Nachfolger wurde Wilhelm Kment, der aber bei der zweiten EM-Qualifikation schon nicht mehr im Amt war.
EM 1964 Vier Jahre später wollten dann mehr Mannschaften als 1960 teilnahmen, daher wurde dem Achtelfinale eine Vorrunde vorgeschaltet. In der Vorrunde trafen die nun von Ragnar Larsen trainierten Norweger auf den Nachbarn Schweden. Nach einer 0:2-Heimniederlage gelang zwar fünf Monate später in Malmö ein 1:1, Norwegen war damit aber ausgeschieden. Schweden scheiterte dann im Viertelfinale an Titelverteidiger Sowjetunion.
EM 1968 Für die Fußball-Europameisterschaft 1968 wurden in der Qualifikation erstmals Gruppenspiele angesetzt. Norwegen musste gegen Bulgarien, Portugal und wieder den Nachbarn Schweden antreten. Nach einer Niederlage im ersten Spiel gegen Bulgarien und einer Niederlage in einem Freundschaftsspiel gegen Vizeweltmeister Deutschland endete die Amtszeit von Larsen. Aber auch unter seinem Vorgänger und Nachfolger Wilhelm Kment konnte Norwegen nur das Heimspiel gegen den Nachbarn Schweden und damit das erste EM-Qualifikationsspiel gewinnen. In den anderen Spielen reichte es nur zu einem torlosen Remis bei vier Niederlagen. Damit schied Norwegen als Gruppenletzter aus. Gruppensieger Bulgarien scheiterte im Viertelfinale an Italien, das dann die Endrunde ausrichten durfte und dank Losglück und Heimvorteil Europameister wurde. Kment blieb noch im Amt, aber nach der verpassten Qualifikation für die WM 1970 endete auch seine Amtszeit.
EM 1972 Für die EM-Endrunde 1972 konnten sich die nun von Øivind Johannessen trainierten Norweger auch nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit Ungarn, wieder Bulgarien sowie Frankreich wurde mit einem Remis und fünf Niederlagen wieder nur der letzte Platz belegt. Gruppensieger Ungarn erreichte dann auch die Endrunde und wurde dort Vierter. Johannessens Amtszeit endete im Dezember 1971.
EM 1976 1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen. Die nun von Kjell Schou-Andreassen und Nils Arne Eggen trainierten Norweger trafen in der Gruppenphase der Qualifikation auf Jugoslawien, Nordirland und wieder Schweden. Norwegen startete mit einem 2:1 gegen Nordirland, schoss dann aber kein weiteres Tor mehr und verlor die restlichen Spiele, so dass am Ende erneut nur der letzte Platz heraussprang. Gruppensieger Jugoslawien qualifizierte sich dann auch für die Endrunde, durfte diese ausrichten, wurde aber trotz Heimvorteil nur Vierter.
Endrunden mit acht Teilnehmern EM 1980 In der Qualifikation für die Europameisterschaft in Italien, die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde, trafen die Norweger auf Belgien, Österreich, Portugal und Schottland. Nach der verpassten Qualifikation für die WM 1978 hatte Tor Røste Fossen das Traineramt übernommen. Diesmal reichte es nur zu einem 1:1 in Belgien, das dennoch Gruppensieger wurde, alle anderen Spiele wurden verloren. Damit schied Norwegen wieder als Gruppenletzter aus, Fossen blieb aber im Amt. Belgien fuhr zur EM und erreichte das Finale, verlor dieses aber gegen Deutschland.
EM 1984 Etwas besser verlief die Qualifikation vier Jahre später. In der Qualifikations-Gruppe mit wieder Jugoslawien und Bulgarien sowie Wales gelangen diesmal ein Sieg und zwei Remis. Die drei Niederlagen bedeuteten aber wieder den letzten Platz. Gruppensieger Jugoslawien erreichte die Endrunde, verlor dort aber alle Spiele.
EM 1988 Gegner in der Qualifikation für die EM 1988 waren die UdSSR, Titelverteidiger Frankreich, die DDR und Island. Norwegen konnte zwar gegen den Titelverteidiger gewinnen, dies war aber der einzige Sieg. Mit zwei Remis (davon eins in Frankreich und ein 0:0 gegen die DDR) und fünf Niederlagen in den anderen Spielen wurde Norwegen wieder Letzter. Da hatte auch der Trainerwechsel mitten in der Qualifikation nichts genützt. Auch dem neuen Trainer, dem Schweden Tord Grip, gelang es nicht, das Ruder rumzureißen. Die UdSSR erreichte als Gruppensieger die Endrunde und dort zum vierten Mal das Finale, verlor dies aber gegen die Niederlande. Grip blieb zunächst im Amt, ihm folgte im Juli 1988 Ingvar Stadheim.
EM 1992 In der Qualifikation trafen die Norweger wieder auf die Sowjetunion, sowie Italien, Ungarn und Zypern. Norwegen, das seit Oktober 1990 – nach der ersten Niederlage in der Qualifikation gegen die UdSSR – von Egil Olsen trainiert wurde, konnte erstmals drei Qualifikationsspiele gewinnen, u. a. mit 2:1 gegen Italien. Drei weitere Spiele endeten remis (u. a. 1:1 in Italien) und nur zwei wurden verloren. Damit wurde Norwegen erstmals nicht Letzter, als Gruppendritter wurde dennoch die Endrunde verpasst. Olsen blieb im Amt und schaffte mit Norwegen die zweite WM-Teilnahme nach 56 Jahren.
Gruppensieger UdSSR nahm als Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) an der Endrunde teil, scheiterte aber in der Vorrunde.
Endrunden mit 16 Teilnehmern EM 1996
Die EM 1996 wurde erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen und nachdem sich die Norweger für die WM 1994 qualifiziert hatten und dort unglücklich ausgeschieden waren, hegten sie auch die Hoffnung nun die Qualifikation für die EM-Endrunde zu schaffen. In einer Gruppe mit Tschechien, das nach der Aufspaltung der Tschechoslowakei erstmals teilnahm, der Niederlande, Belarus, das auch erstmals teilnahm, Luxemburg und Malta reichte der dritte Platz aber nicht. Verspielt wurde die Qualifikation durch eine 0:3-Niederlage im letzten Spiel in Rotterdam. Die Niederländer waren damit punktgleich, aber mit der besseren Tordifferenz Gruppenzweiter vor den Norwegern, mussten dann aber noch ein Playoffspiel gegen die Iren gewinnen, um zusammen mit den Tschechen zur EM zu fahren. Den Norwegern gelang immerhin danach die erneute WM-Qualifikation.
EM 2000
Für die EM 2000 konnten sich die Norweger dann endlich qualifizieren. Nils Johan Semb, zuvor Trainer der U-21-Mannschaft, hatte nach der WM 1998 das Amt des Nationaltrainers übernommen. In einer Gruppe mit Griechenland, Slowenien, Lettland, Albanien und Georgien wurde der erste Platz belegt. Norwegen hatte zwar das erste Spiel, ein Heimspiel gegen Lettland mit 1:3 verloren, gewann dann aber acht Spiele und spielte einmal remis. Damit hatten die Norweger am Ende acht Punkte Vorsprung vor Slowenien, das sich in den Playoffs der Gruppenzweiten gegen die Ukraine durchsetzen konnte.
Bei der erstmals in zwei Ländern ausgetragenen EM trafen die Norweger in ihrem ersten EM-Spiel auf Spanien, gegen das sie noch nie gewonnen hatten. Durch das erste EM-Tor für Norwegen durch Steffen Iversen, der einen langen Freistoß von Torhüter Thomas Myhre ins Tor köpfte, gelang aber erstmals ein Sieg gegen die Iberer.uefa.com: „Iversen lässt Norwegen jubeln“ Im zweiten Spiel gegen die Bundesrepublik Jugoslawien verloren sie dann aber mit 0:1 durch ein bereits in der achten Minute gefallenes Tor. Vor dem letzten Spieltag war damit noch alles offen in der Gruppe, mit einem Sieg gegen Qualifikationsgegner Slowenien wären die Norweger im Viertelfinale gewesen, sie kamen aber nicht über ein 0:0 hinaus. Da Spanien mit 4:3 gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gewann, wobei das 3:3 erst in der vierten und das 4:3 in der sechsten Minute der Nachspielzeit fiel, hatten Norwegen und die Bundesrepublik Jugoslawien beide vier Punkte und die gleiche Tordifferenz. Die Bundesrepublik Jugoslawien hatte aber das Spiel gegen Norwegen gewonnen und damit den entscheidenden direkten Vergleich. Norwegen schied damit als Gruppendritter aus und verabschiedete sich damit für mindestens 16 Jahre wieder von der EM-Bühne, die Bundesrepublik Jugoslawien nach einer 1:6-Niederlage im Viertelfinale gegen Co-Gastgeber Niederlande für immer.
EM 2004