Hans Stephan Stoltenberg Lerche (* 11. August 1867 in Düsseldorf; † 17. April 1920 in Rom) war ein Art-nouveau-Kunsthandwerker und -Bildhauer norwegischer Staatsbürgerschaft. Er signierte mit H. St. Lerche, was irrtümlich oft als Sankt Lerche gedeutet wurde.

Leben mini|Grab auf dem Protestantischen Friedhof Rom Stoltenberg Lerche war das erste Kind aus der Ehe des Malers Vincent Stoltenberg Lerche und dessen Frau Marie (geborene Rittershausen, 1842–1926),Vincent Lerche. In: Norsk biografisk leksikon. (nbl.snl.no). der Tochter des praktischen Arztes Carl Heinrich Alfred Rittershausen.Rittershausen (Carl Heinrich Alfred). In: Adolph Carl Peter Callisen: Medicinisches Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Aerzte, Wundärzte, Geburtshelfer, Apotheker, und Naturforscher aller gebildeten Völker von Adolph Carl Peter Callisen: Medicinisches Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Verfasser Nachtrag. Band 31: N–Rop. Königl. Taubstummen-Institut zu Schleswig, Kopenhagen 1843. S. 479 (books.google.de). Er wuchs in Deutschland auf und hatte die norwegische Staatsbürgerschaft. Dort verbrachte er aber nur selten Zeit, vertrat das Land aber im Rahmen internationaler Gruppenausstellungen und hielt engen Kontakt mit den norwegischen Gemeinden in Paris und Rom, wo er ab 1909 lange Zeit lebte.Friedrich Noack: Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1927, Band 2, S. 581

Lerche war anfangs Maler und machte von 1884 bis 1886 in einer deutschen Töpferwerkstatt eine Ausbildung zum Keramiker. Nebenbei fertigte er Illustrationen für deutsche Zeitschriften. Ab 1886 war er als Bildhauer und Kunsthandwerker tätig. Dann studierte er von 1886 bis 1890 in Neapel und Paris Bildhauerei. 1891 war er in Paris Schüler des Malers Eugène Carrière.

Er schuf eine Vielzahl von Skulpturen. Zahlreiche Modelle wurden von der Manufaktur Goldscheider, Wien und Paris, in Zinn bzw. Zinkguss und Fayence ausgeführt.Robert E. Dechant, Filipp Goldscheider: Goldscheider. Firmengeschichte und Werkverzeichnis. Historismus, Jugendstil, Art Déco, 1950er Jahre. Arnoldsche, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-89790-216-9. Seine Werke werden auch heute noch auf Auktionen gehandelt.

Er wurde auf dem Protestantischen Friedhof in Rom beerdigt (Grabnummer 1-14-12).Gertraude Stahl-Heimann: Der protestantische Friedhof oder der Friedhof der Nichtkatholiken in Rom "Denen, die auferstehen werden". Heidelberg : Rhein-Neckar-Zeitung, 2000, S. 97 Sein Sohn war der Ingenieur Jean-Gustave Stoltenberg-Lerche (1898–1979).

Ausstellungsteilnahmen (Auswahl) 1892–1895, 1899–1900, 1913: Salon der société nationale des beaux-arts, Paris 1896: Høstutstillingen, Oslo 1900: Weltausstellung, Paris 1901: International Exposition of Ceramics and Glass, Sankt Petersburg 1902: Prima Esposizione Internazionale d’Arte Decorativa Moderna, Turin 1905, 1907, 1912: Biennale di Venezia, Venedig 1906: Weltausstellung, Mailand (Seine Aufsehen erregende Kollektion von Keramiken, Bronzen und anderen Metallarbeiten wurde bei einem damaligen Ausstellungsbrand zerstört.Alfred Mensi von Klarbach: Münchener Kunst. In: Allgemeines Zeitung. 111. Jahrgang, Nr. 39 (26. Dezember 1908), S. 845 (Google Books)) 1909: Große Berliner Kunstausstellung, Berlin 1905: Panama-Pacific International Exposition, San Francisco

Auszeichnungen und Ehrungen 1900: Goldmedaille bei der Weltausstellung in ParisLokales und Provinzielles. Düsseldorf, 7. September. – Der Bildhauer Hans Stoltenberg-Lerche, Sohn des verstorbenen Malers Vicent Stoltenberg-Lerche, welcher in Paris lebt, hat für eine auf der Pariser Weltausstellung ausgestellte vorzügliche Gruppe seiner bekannten Kunsttöpfereien die goldene Medaille erhalten. In Düsseldorfer Volksblatt (No. 247) vom 7. September 1900 (uni-duesseldorf.de) 1901: Goldmedaille bei der International Exposition of Ceramics and Glass 1902: Ehrendiplom bei der Prima Esposizione Internazionale d’Arte Decorativa Moderna 1915: Silbermedaille für Bildhauerkunst bei der Panama-Pacific International Exposition 1915: Lobende Erwähnung für Medaillen- und Plakettenkunst bei der Panama-Pacific International Exposition

Literatur Lerche, Hans Stoltenberg. In: Victor Arwas: Art Nouveau: The French Aesthetic. Papadakis, 2002, ISBN 1-901092-37-2, S. 616.

Weblinks Hans Stoltenberg Lerche, store norske leksikon Hans Stoltenberg-Lerche (deutsch, 1867–1920). artnet.de

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