Bourgogne-Franche-Comté (Abkürzung BFC) ist eine französische Region, die am 1. Januar 2016 durch den Zusammenschluss der bisherigen Regionen Burgund und Franche-Comté entstand. Hauptort, Sitz der Präfektur und Tagungsort des Regionalrats ist Dijon,Décret n° 2016-1268 du 28 septembre 2016 portant fixation du nom et du chef-lieu de la région Bourgogne-Franche-ComtéJacky Page: Deux villes pour une région : Dijon et Besançon se partagent le chef-lieu et le siège du Conseil régional. France Bleu, 24 juin 2016 Hauptsitz der Regionalverwaltung Besançon.
Bourgogne-Franche-Comté ist mit 47.963 Quadratkilometern die fünftgrößte Region Frankreichs (ohne Übersee-Regionen) und hat Einwohner (Stand: ), womit sie die drittkleinste Region nach der Einwohnerzahl ist. Sie umfasst die acht Départements Côte-d’Or, Doubs, Haute-Saône, Jura, Nièvre, Saône-et-Loire, Territoire de Belfort und Yonne. Sie grenzt im Uhrzeigersinn von Norden beginnend an die Region Grand Est, die Schweiz (mit 230 km Grenze) sowie die Regionen Auvergne-Rhône-Alpes, Centre-Val de Loire und Île-de-France.
Städte Die bevölkerungsreichsten Städte der Region Bourgogne-Franche-Comté sind:
Stadt Einwohner (Jahr) Département Dijon () Côte-d’Or Besançon () Doubs Belfort () Territoire de Belfort Chalon-sur-Saône () Saône-et-Loire Mâcon () Saône-et-Loire Auxerre () Yonne Nevers () Nièvre Sens () Yonne Montbéliard () Doubs Dole () Jura
Politik mini|Logo der Region Bourgogne-Franche-Comté mini|Straßenschild am Eingang zur Region Bourgogne-Franche-Comté
Politische Gliederung Die Region Bourgogne-Franche-Comté untergliedert sich in acht Départements:
mini|300px|Arrondissements in derRegion Bourgogne-Franche-Comtémini|300px|Kantone in derRegion Bourgogne-Franche-Comtémini|300px|Gemeindeverbände in derRegion Bourgogne-Franche-Comté
Regionalrat Der Regionalrat besteht aus 100 Abgeordneten. Nach dem Ergebnis der Wahlen vom 20. und 27. Juni 2021 ist er so zusammengesetzt:Résultats régionales 2021 – Bourgogne, Franche-Comté auf linternaute.com, abgerufen am 3. November 2025.
Marie-Guite Dufay (PS) (Liste: La Gauche unie aus PS, PRG und PCF): 42,20 % = 289.925 Stimmen, 57 Sitze Gilles Platret (LR) (Liste: Union des républicains, de la droite et du centre aus LR, UDI, MEI, LC, LMR) und DLF: 24,23 % = 166.448 Stimmen, 18 Sitze Julien Odoul (RN) (Liste aus RN, LDP, Parti localiste und L’Avenir français): 23,78 % = 163.364 Stimmen, 18 Sitze Denis Thuriot (LREM) (Liste aus LREM, MoDem, TdP, Agir (Partei), MR, UDI (Dissidente) und LR (Dissidente)): 9,79 % = 67.220 Stimmen, 7 Sitze
Marie-Guite Dufay hat 2025 ihren Rücktritt als Regionalpräsidentin erklärt und wurde am 5. September 2025 anlässlich einer Wahlversammlung ersetzt durch: Jérôme Durain (PS)
Wirtschaft Burgund ist besonders für den Weinanbau bekannt. Über 200 Millionen Flaschen werden jährlich in den AOC-Weinkellern (Appellation d’Origine Contrôlée) südlich von Dijon befüllt. Die Weinhänge und pittoresken Dörfer des Plateau bourguignon (Côte de Beaune, Côte challonaise, Côte de Nuits) locken Touristen aus Japan und den Vereinigten Staaten an.
Weiter westlich sind Rinderzucht und Fleischindustrie sehr präsent: Hier weiden die weißen Charolais-Rinder, das von umliegenden Laboratorien geprüfte Fleisch hat Weltrang. Generell ist Burgund mit den Eichen- und Pinienwäldern eine Art grüne Lunge Frankreichs und als Quellort der Yonne Wasserlieferant für das Pariser Becken (Bassin parisien).
Die Betriebe der Stahlindustrie, etwa in Le Creusot, haben in den vergangenen Jahrzehnten ihre Pforten geschlossen; von der Bedeutung als Industrieregion ist fast nur noch die gute TGV-Verbindung geblieben, welche die région-passoire (Durchgangsregion), die als Teil des diagonale du vide (die leere Diagonale Frankreichs) angesehen wird, mit Paris, Lyon und Marseille verbindet.
Die höheren Lagen des Jura sind als „Sibirien Frankreichs“ (teilweise −20 bis −40 Grad im Winter)bekannt, sie sind von einer schlechten Infrastruktur im dörflichen Jurabecken geprägt. Hier gedeiht lediglich die Käseherstellung (AOC-Käse: Comté & Morbier).
Nur im Süden und im Norden (Jura/Oyonnaux und Montbéliard/Belfort/Sochaux) sind große Unternehmen von Weltrang ansässig: Nahe Montbéliard und Sochaux produziert der französische Autobauer Peugeot; in Belfort kurbelt der Eisenbahn- und TGV-Zulieferer Alstom die Wirtschaft an und im südlichen Jura unweit von Oyonnaux befindet sich die plastics-vallée – der Ort der größten plastikverarbeitenden Unternehmen Europas, das französische Pendant zum Silicon Valley. Die beiden Wirtschaftspole profitieren von der Rhein-Rhône-Anbindung, der Nähe zu Lyon, dem Elsass und der Schweiz (Basel). Weitere wirtschaftliche Zentren sind die Regionshauptstadt Dijon und Besançon. Allerdings ist dies im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung ebenso ein Manko wie die schwache Infrastruktur, denn alle umliegenden Regionen und Großstädte Frankreichs laufen der "beschaulichen" Franche-Comté mit der eher kleinen Hauptstadt Besançon den Rang ab.
Geschichte
mini|hochkant=1.2|Herzogtum Burgund, Freigrafschaft Burgund und Nachbargebiete im 12. Jh. mini|hochkant=1.4|Die heutige Region Bourgogne-Franche-Comté vor dem Hintergrund der vorrevolutionären Provinzen Bourgogne (Burgund) und Franche-Comté mini|hochkant=1.2|Karte der Region und ihrer Départements sowie der auf ihrem Gebiet existierenden historischen Provinzen Frankreichs zum Zeitpunkt der Französischen Revolution.
Die 2016 neu geschaffene Region vereint das historische burgundische Kernland, das bereits im Mittelalter in zwei politische Einheiten geteilt war: das Herzogtum Burgund, das einen Großteil der späteren Region Bourgogne ausmachte und die Freigrafschaft Burgund (französisch Franche Comté de Bourgogne), die weitgehend mit der späteren Region Franche-Comté übereinstimmte.
Der Name wurde zunächst vorläufig aus der alphabetischen Reihenfolge der fusionierten Regionen gebildetLa carte des régions en 2015 auf vie-publique.fr, abgerufen am 9. Mai 2015. und wurde nach einem Beschluss des Regionalrats zum 1. Oktober 2016 vom Conseil d’État als endgültig bestätigt.Mathilde Siraud: Occitanie, Nouvelle-Aquitaine…: discordes autour des nouveaux noms de régions. In: LeFigaro.fr, 27. Juni 2016.
Das Département Nièvre entspricht von der Ausdehnung in etwa dem historischen Nivernais. Das Territoire de Belfort gehörte bis zur Gründung des deutschen Reichslandes Elsass-Lothringen nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) zum Elsass und wurde nach dem Ersten Weltkrieg nicht mit dem Département Haut-Rhin wiedervereinigt, sondern zu einem eigenen Département, das nicht mehr zum Elsass gerechnet wird. Der nördliche Teil des Dèpartemants Yonne war historisch Teil der Champagne.
Nationalpark Forêts Im Norden, an der Grenze zum Département Haute-Marne liegt der 11. und neueste Nationalpark Frankreichs, der 2019 gegründete Nationalpark Forêts. Er ist dem Erhalt der Wälder auf dem Plateau von Langres gewidmet.
Weblinks
Offizielle Webpräsenz der Region Bourgogne-Franche-Comté (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Französische Region Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 2016