Der Artikel Bezirksreformen in Österreich erfasst die seit dem Bestehen der Bezirkshauptmannschaften in heutiger Form, also 1868101. Verordnung des Ministers des Innern vom 10. Juli 1868 die Durchführung des Gesetzes vom 19. Mai 1868 (Reichs-Gesetz-Blatt Nr. 44) in...Böhmen, Dalmatien usw. betreffend (R.-G.-Bl. f. d. Kaiserthum Oesterreich, XLI. Stück, S. 287 ff.) Digitalisat, für das Burgenland 1922, durchgeführten Gebietsreformen auf der Bezirksebene, also der Statutarstädte und politischen Bezirke im Gebiet des heutigen Österreichs, sowie der nicht mehr zu Österreich gehörenden Teile der ehemaligen Kronländer Tirol, Steiermark, Kärnten und Niederösterreich. Daneben werden auch Umgliederungen von Gemeinden und Ortschaften in andere Bezirke dargestellt, jedoch nicht bloße Umgliederungen einzelner Grundstücke, auch wenn diese im Gesetzblatt veröffentlicht werden. Bei jedem Land wird in einer Liste gezeigt, wann und wie sich die Anzahl der Statutarstädte und Bezirke geändert hat (nur in den Text, jedoch nicht in die Tabellen aufgenommen wurden die zumeist nur provisorisch durchgeführten Angliederungen während der deutschen Besatzung, die die Bezirksgliederung nicht nachhaltig beeinflusst haben). Die Länder sind im geographischen Sinne zu verstehen, die Listen und Tabellen umfassen also die vormaligen Kronländer, die Bundesländer der ersten und zweiten Republik sowie die Reichsgaue zur Zeit der deutschen Besatzung.

Bei den Begriffen wie Eingliederung oder Vergrößerung wird nicht auf die rechtliche Situation, sondern auf die allgemein übliche Regelung verwiesen. Oftmals handelt es sich um Zusammenschlüsse, die aber dennoch von der Mehrheit der Bevölkerung, auch im eingegliederten Bezirk, nicht so verstanden werden. Deshalb ist hier der Fortbestand oder die Neuvergabe des/eines Namens das entscheidende Kriterium. Die rechtliche Regelung, ob es sich um einen Zusammenschluss oder um eine Eingliederung/Eingemeindung handelt oder gehandelt hat, ist nur unmittelbar wichtig. Schon nach wenigen Jahren ist sie bedeutungslos. Es wird auf spezielle Artikel verwiesen, in denen weitere Informationen nachgelesen werden können.

Teilweise (vor allem im Zusammenhang mit Gebietsveränderungen nach Kriegen) kam es vor, dass die faktischen Veränderung (Übernahme der Verwaltung durch andere Behörde) nicht gleichzeitig mit der rechtlichen Veränderung erfolgte. Soweit dies belegbar ist, werden beide Daten genannt, die zeitliche Gliederung erfolgt jedoch nach der faktischen Veränderung.

Burgenland 1924, 28. Oktober: Vergrößerung der Statutarstadt Eisenstadt um die Gemeinde Eisenstadt-Schloszgrund aus dem Bezirk Eisenstadt

1924 Umbenennung des Bezirkes Mattersdorf in Mattersburg

1938, 11. August: Vergrößerung der Statutarstadt Eisenstadt um die Gemeinden Oberberg-Eisenstadt und Unterberg-Eisenstadt aus dem Bezirk Eisenstadt

1938, 30. September: Vergrößerung der Statutarstadt Eisenstadt um die Gemeinden Kleinhöflein im Burgenland und St. Georgen am Leithagebirge aus dem Bezirk Eisenstadt

1938, 15. Oktober: Auflösung des Landes Burgenland Auflösung der Statutarstädte Eisenstadt und Rust, Angliederung an den Bezirk Eisenstadt des Bezirks Mattersburg, Angliederung an den Bezirk Eisenstadt sowie Wiener Neustadt (zu letzterem nur die Gemeinde Neudörfl), Land Niederösterreich des Bezirks Neusiedl am See, Angliederung an den Bezirk Bruck an der Leitha, Land NiederösterreichVBL Niederdonau Nr. 37/1938 des Bezirks Güssing, Aufteilung auf die Bezirke Fürstenfeld, Land Steiermark, und Oberwart (zu letzterem die Gemeinden Deutsch-Schützen, Edlitz im Burgenland, Eisenberg an der Pinka, Harmisch, Höll, St. Kathrein im Burgenland und Kirchfidisch) des Bezirks Jennersdorf, Aufteilung auf die Bezirke Feldbach und Fürstenfeld, beide Land SteiermarkVBL Steiermark Nrn. 10 und 11/1938 Umgliederung der Bezirke Eisenstadt und Oberpullendorf (welcher gleichzeitig um Gebiete, die schon bisher zu Niederösterreich gehörten, erweitert wurde, siehe dort) nach Niederösterreich des Bezirks Oberwart in die Steiermark

1945, 1. Oktober: Wiedererrichtung des Landes Burgenland Rückgliederung der Statutarstädte Eisenstadt und Rust sowie des Bezirks Eisenstadt und des Großteils des Bezirks Oberpullendorf aus Niederösterreich des Bezirks Oberwart aus der Steiermark Wiedererrichtung des Bezirks Güssing aus Gemeinden des Bezirks Fürstenfeld, Steiermark des Bezirks Jennersdorf aus Gemeinden des Bezirks Fürstenfeld und des Bezirks Feldbach, Steiermark des Bezirks Mattersburg aus Gemeinden des Bezirks Eisenstadt-Umgebung und des Bezirks Wiener Neustadt, Niederösterreich des Bezirks Neusiedl am See aus Gemeinden des Bezirks Bruck an der Leitha, Niederösterreich

1949, 22. Dezember: Vergrößerung des Bezirkes Eisenstadt um die wieder errichteten Gemeinden Kleinhöflein im Burgenland und St. Georgen am Leithagebirge aus der Statutarstadt EisenstadtLGBl Nr. 13/1949

1950, 1. März: Vergrößerung des Bezirkes Bezirks Neusiedl am See um die wieder errichtete Gemeinde Bruckneudorf des Bezirks Bruck an der Leitha, Niederösterreich

1924 Umbenennung des Bezirkes Eisenstadt in Eisenstadt-Umgebung

1971, 1. Jänner: Vergrößerung der Statutarstadt Eisenstadt um die Gemeinden Kleinhöflein im Burgenland und St. Georgen am Leithagebirge des Bezirks Eisenstadt-UmgebungLGBl Nr 52/1969

+ Anzahl der Statutarstädte und Bezirke Datum StatutarstädteAnzahl BezirkeAnzahl 1922 2 7 Datum StatutarstädteAnzahl BezirkeAnzahl 1. Oktober 1945 2 7 heute 2 7

Kärnten Das Land Kärnten gehört zur am 1. Mai 1945 wiedererrichteten Republik Österreich.

1893, 1. Jänner: Vergrößerung der Statutarstadt Klagenfurt um Teile der Gemeinden St. Martin bei Klagenfurt, St. Peter bei Klagenfurt und St. Ruprecht bei Klagenfurt aus dem Bezirk KlagenfurtLGBl Kärnten Nr. 8/1892

1920, 16. Juli (de jure): Verkleinerung des Bezirks Villach um die Gemeinden Grünwald, Goggau, Leopoldskirchen, Malborgeth, Pontafel (großteils), Raibl, Sanitz, Tarvis, Uggowitz (großteils) und Wolfsbach (Kanaltal, Gebietsverlust an Italien) des Bezirks Hermagor um Teile der Gemeinden Egg, Rattendorf und Tröpolach (Gebietsverlust an Italien) des Bezirks Völkermarkt um die Gemeinden Seeland, sowie Fettengupf, Köttelach, Markt Gutenstein, Prävali, St. Daniel ob Bleiburg und Schwarzenbach sowie Teile der Gemeinden Leifling, Loibach, Mieß und Vellach (Mießtal, Gebietsverlust an den SHS-Staat) des Bezirks Wolfsberg um die Gemeinde Unterdrauburg und Teile der Gemeinde Kienberg (Gebietsverlust an den SHS-Staat)

1925, 15. Dezember: Vergrößerung des Bezirks Hermagor um die nach 1918 bei Österreich verbleibenden Teile der Gemeinde Pontafel, vormals Bezirk Villach, Angliederung an die Gemeinden Mitschig und TröpolachLGBl Nr 50/1925

1932, 1. Jänner: Neubildung der Statutarstadt Villach aus der Stadt Villach im Bezirk VillachLGBl Nr 50/1931

1932, 28. April: Vergrößerung des Bezirks Hermagor um die nach 1918 bei Österreich verbleibenden Teile der Gemeinde Uggowitz, vormals Bezirk Villach, Angliederung an die Gemeinden Egg und VorderbergLGBl Nr 37/1932

1938, 27. Juli: Angliederung des Bezirks Lienz aus dem Land Tirol

1938, 15. Oktober: Vergrößerung des Stadtkreises Klagenfurt um die Gemeinden Annabichl, St. Peter bei Klagenfurt und St. Martin bei Klagenfurt sowie Teile der Gemeinden Hörtendorf, Krumpendorf, Lendorf, Maria Wörth, St. Ruprecht bei Klagenfurt und Viktring aus dem Bezirk KlagenfurtVBl Kärnten Nr. 6/1938

1941, 1. August, rückgängig gemacht 1945 Angliederung ehemals jugoslawischer Gebiete (CdZ-Gebiet Kärnten und Krain) mit den Landkreisen Krainburg, Radmannsdorf, Stein und Bischoflack sowie Vergrößerung der Landkreise Wolfsberg um Unterdrauburg und Völkermarkt um das Mießtal

1948, 1. Jänner: Rückgliederung des Bezirks Lienz in das Land Tirol

1973, 1. Jänner: Gebietsaustausch zwischen den Bezirken Klagenfurt Land und Völkermarkt Vergrößerung der Statutarstadt Klagenfurt um Teile von Gemeinden des Bezirks Klagenfurt Land der Statutarstadt Villach um Gemeinden des Bezirks Villach Land des Bezirks St. Veit an der Glan um Teile von Gemeinden des Bezirks Klagenfurt Land und um Teile der Gemeinde Waisenberg des Bezirks Völkermarkt (Eingliederung in Brückl) des Bezirks Villach Land um Teile der Gemeinde Molzbichl des Bezirks Spittal an der Drau (Eingliederung in Ferndorf) bei gleichzeitiger Abtretung von Gemeinden an die Statutarstadt Villach des Bezirks Wolfsberg um Teile der Gemeinde Pustritz des Bezirks Klagenfurt Land (Eingliederung in St. Andrä)

1982, 1. Jänner: Neubildung des Bezirks Feldkirchen aus Gemeinden des Bezirks Klagenfurt Land

2008, 1. Februar: Umbenennung der Statutarstadt Klagenfurt in Klagenfurt am Wörthersee

+ Anzahl der Statutarstädte und Bezirke Datum StatutarstädteAnzahl BezirkeAnzahl 31. August 1868 1 7 Datum StatutarstädteAnzahl BezirkeAnzahl 1. Jänner 1932 2 7 Datum StadtbezirkeAnzahl BezirkeAnzahl 27. Juli 1938 2 8 (7) Datum StatutarstädteAnzahl BezirkeAnzahl 1. Mai 1945 2 8 (7) 1. Jänner 1948 2 7 1. Jänner 1982 2 8 heute 2 8 In Klammern die Bezirke im heutigen Kärnten

Niederösterreich Das Land Niederösterreich gehört zur am 1. Mai 1945 wiedererrichteten Republik Österreich.

In Niederösterreich heißen die politischen Bezirke Verwaltungsbezirke.

1869, 7. Februar: Neuerrichtung der Statutarstadt Waidhofen an der Ybbs aus der gleichnamigen Stadt im Bezirk AmstettenLGBl Nr. 24/1869

1870, 20. Oktober: Vergrößerung des Bezirks Horn um die Gemeinden Grafenberg, Klein-Reinprechtsdorf, Wartberg und Stoitzendorf aus dem Bezirk Oberhollabrunn des Bezirks Krems um die Gemeinden Straß, Eßlarn und Willendorf aus dem Bezirk Oberhollabrunn des Bezirks Mistelbach um die Gemeinde Neubau aus dem Bezirk Korneuburg des Bezirks Sechshaus um die Gemeinde Inzersdorf am Wienerberge aus dem Bezirk BadenLGBl Nr. 55/1870

1875, 20. November: Vergrößerung des Bezirks Mistelbach um die Gemeinde Ernstbrunn aus dem Bezirk Korneuburg des Bezirks Krems um die Gemeinde Diendorf aus dem Bezirk OberhollabrunnLGBl Nr. 61/1875

1876, 1. November: Vergrößerung des Bezirks Oberhollabrunn um die Gemeinden Felling, Hardegg, Heufurth, Hofern, Mallersbach, Markersdorf, Niederfladnitz, Oberfladnitz, Pleißing, Riegersburg und Waschbach aus dem Bezirk Horn des Bezirks Horn um die Gemeinden Altstadt Drosendorf, Elsern, Stadt Drosendorf, Thurmitz, Thürnau und Wolfsbach aus dem Bezirk Waidhofen an der ThayaLGBl Nr. 14/1876

1880, 1. Februar: Vergrößerung des Bezirks Krems um die Gemeinde Payerstetten aus dem Bezirk AmstettenLGBl Nr. 36/1879

1880, 1. Oktober: Vergrößerung des Bezirks Horn um die Gemeinde Röschitz aus dem Bezirk OberhollabrunnLGBl Nr. 12/1880

1884, 1. Jänner: Vergrößerung des Bezirks Horn um die Gemeinde Straning aus dem Bezirk OberhollabrunnLGBl Nr. 51/1883

1888, 1. Jänner: Vergrößerung des Bezirks Wiener Neustadt um die Gemeinde Erlach aus dem Bezirk NeunkirchenLGBl Nr. 44/1887

1889, 1. Jänner: Vergrößerung des Bezirks Krems um die Gemeinde Wimberg aus dem Bezirk AmstettenLGBl Nr. 39/1888 des Bezirks Wiener Neustadt um die neu errichtete Gemeinde Felixdorf, bisher Teil der Statutarstadt Wiener NeustadtLGBl Nr. 41/1888

1890, 1. Jänner: Neubildung des Bezirks Währing aus den Gerichtsbezirken Klosterneuburg, Tulln und Währing des Bezirks Hernals des Bezirks Hietzing aus den Gerichtsbezirken Hietzing und Purkersdorf des Bezirks Sechshaus und dem Gerichtsbezirk Neulengbach des Bezirks Bezirk St. Pölten Auflösung des Bezirks Lilienfeld, Angliederung an den Bezirk St. PöltenRGBl Nr. 160/1889

1892, 1. Jänner: Neubildung des Bezirks Tulln aus dem Gerichtsbezirk Atzenbruck des Bezirkes St. Pölten, dem Gerichtsbezirk Kirchberg am Wagram des Bezirks Krems sowie den Gerichtsbezirken Klosterneuburg und Tulln des zugleich aufgelösten Bezirks Währing Auflösung