Der Godnasee ist ein 18 Hektar umfassender Natursee in Kehrigk, einem Ortsteil der Kleinstadt Storkow im Brandenburger Landkreis Oder-Spree. Er liegt nördlich von Alt-Schadow am Südrand des Naturparks Dahme-Heideseen und grenzt an das Biosphärenreservat Spreewald. Als Godnasee wird zudem ein Wassergraben bezeichnet, der das südlich des Sees anschließende Josinsky-Luch in die Krumme Spree entwässert.

Das geschichtete, eutrophe Stillgewässer hat eine maximale Tiefe von 6,5 Metern. In den 2000er Jahren war der See eines von sieben Binnengewässern im Norddeutschen Tiefland, die im Einzugsbereich der Havel im Rahmen der EU-Verordnung zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals versuchsweise mit Aalen besetzt wurden, um wissenschaftliche Grundlagen für die Quantifizierung von Sterblichkeiten und die Modellierung der Populationsdynamik des Europäischen Aals zu erarbeiten. Der See ist vollständig von Wald umgeben und als FKK-Badesee ausgewiesen.

Geographie und Geologie Lage und Verkehrsanbindung Der Godnasee liegt auf der äußersten südöstlichen Gemarkung des Storkower Ortsteils Kehrigk. Sein südwestliches, südliches und südöstliches Ufer bildet die Kreisgrenze zwischen den Landkreisen Oder-Spree und Dahme-Spreewald sowie zwischen den Gemarkungen Kehrigks und Alt-Schadows, einem von der Spree durchflossenen Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide im Landkreis Dahme-Spreewald. Die Grenzlinie markiert zudem die Scheide zwischen dem Naturpark und Landschaftsschutzgebiet Dahme-Heideseen im Norden und dem Biosphärenreservat Spreewald im Süden. Das Dorf Kehrigk befindet sich rund 3,9 Kilometer nordwestlich. Deutlich dichter am See liegt mit rund 1,5 Kilometern der Dorfkern Alt-Schadows im Südwesten. Die Entfernung zum Kern der nördlich gelegenen Stadt Storkow beträgt rund 13 Kilometer, der östlich gelegenen Stadt Beeskow rund 20 Kilometer, der südlich gelegenen Stadt Lübben rund 22,5 Kilometer und zur südöstlichen Berliner Stadtgrenze rund 37,5 Kilometer (alle Angaben beziehen sich auf die Luftlinie). Parallel zum Westufer führt in einer Distanz von 300 Metern die Landesstraße 42 vorbei, die Alt-Schadow mit Limsdorf verbindet und von der nach Westen die Landesstraße 74 nach Kehrigk abzweigt.Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg: Brandenburg-Viewer, Digitale Topographische Karten 1:10.000 (Menu – „Mehr Daten“ – anklicken und entsprechend auswählen; zu den Gemarkungsgrenzen „Liegenschaftskataster“ und dort „Gemarkungen“ zuschalten.)Bundesamt für Naturschutz (BfN): Kartendienst Schutzgebiete in Deutschland. Ausschnitt Tauche (für die jeweiligen Schutzgebiete etwas hin und her scrollen und die Einstellungen in der Ebenenübersicht je nach gesuchter Schutzgebietsform auswählen). Der Godnasee ist nur auf Waldwegen zu erreichen.

Glaziale Rinne und Naturraum mini|links|Mittel- und Südteil der Scharmützelsee-Glubigseen-Rinne im Schmettauschen Kartenwerk von 1767/87 mit noch erkennbarer Rinnenstruktur und dem inzwischen verlandeten See Glinnitz zwischen dem Tiefen See (Grubensee) und Godnasee Der Godnasee ist Teil der Scharmützelsee-Glubigseen-Rinne, die die Beeskower Platte nach Westen begrenzt. Die glaziale Rinne besteht von Nord nach Süd aus folgenden topographischen Objekten: Petersdorfer See, Wierichwiesen (Niedermoorwiesen), Scharmützelsee, Kleiner Glubigsee, Großer Glubigsee, Glubig-Melang-Fließ (teils auch als Grubenmühlenfließ bezeichnet), Springsee, Glubig-Melang-Fließ, Melangsee, Grubensee (auch: Tiefer See), Godnasee und Josinsky-Luch. Flossen die Schmelzwasser der Rinne ursprünglich nach Süden Richtung Baruther Urstromtal/Spreewald, so hat sich die Fließrichtung ab Grubensee nacheiszeitlich nach Norden zum Berliner Urstromtal umgekehrt.Wolfgang Zwenger: Die Geologie des Scharmützelseegebiets. […] S. 52 f.Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin – Untersuchungen zur jungquartären Landschaftsentwicklung zwischen Unterspreewald und Nuthe. S. 2. Dissertation, Humboldt-Universität Berlin, 2001. Auch in: Berliner Geographische Arbeiten 95. ISBN 3-9806807-2-X, Berlin 2003. Siehe Abbildung 2 Platten und Urstromtalungen im Jungmoränenland südlich Berlins in Kapitel 1 und im Kapitel 4 Abb. 32 und die Unterabschnitte 4.3.4.3 und 4.3.4.5. Der nebenstehende Ausschnitt aus dem Schmettauschen Kartenwerk von 1767/87 zeigt zwischen dem Godnasee und dem Tiefen See/Grubensee noch den Glinnitz-See. Das 1729 als Glinnitz (aus , „Lehm, Erde, Ton“) erstmals schriftlich erwähnte Gewässer wurde 1773 als Glinitz-Luch verzeichnet,Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch. S. 137 Eintrag Glinitzluch; Etymologie S. 136. ist inzwischen verlandet und auf heutigen Landkarten nur mehr als sumpfige, namenlose Fläche eingezeichnet.

Das südlich anschließende Josinsky-Luch ist als FFH-Gebiet im kohärenten ökologischen, europaweiten Netz Natura 2000 sowie als Naturschutzgebiet innerhalb des Biosphärenreservats Spreewald ausgewiesen.Der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik: Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung „Biosphärenreservat Spreewald“. (GVBl.II/90, Nr. 1473, S.Sonderdruck.) 12. September 1990, geändert durch Verordnung vom 19. Mai 2014 (GVBl.II/14, Nr. 28). Zum Naturschutzgebiet Josinsky-Luch siehe innerhalb der Verordnung § 4 (3). Der FFH-Steckbrief des Bundesamtes für Naturschutz charakterisiert das 172 Hektar umfassende Luch-Gebiet wie folgt: „Niedermoorgebiet mit Feuchtwiesen, Großseggenrieden, Frischwiesen und -weiden.“ Das Luch entwässert über einen Graben, der kurz hinter dem Südufer des Godnasees beginnt und heute keine Verbindung mehr zum See hat, in die Krumme Spree in Alt-Schadow. Die östlich angrenzende Beeskower Platte wird als Nr. 824 in den Naturräumlichen Haupteinheiten Deutschlands in der Haupteinheitengruppe Nr. 82 Ostbrandenburgisches Heide- und Seengebiet geführt. Bei dem flachwelligen Plateau handelt es sich überwiegend um eine saaleeiszeitliche Grundmoräne, deren heutige Oberflächengestalt sich durch die erneute Vergletscherung in der letzten Eiszeit herausgebildet hat. Über der 43,4 m ü. NHN gelegenen Wasserfläche des Godnasees steigt die Hochfläche auf kurzer Distanz auf rund 60 Meter an und erreicht rund 800 Meter östlich mit den Blocksbergen 110 Meter. Westlich des Sees geht das Gelände in die Naturräumliche Haupteinheit Nr. 822 Dahme-Seengebiet über.

Hydrologie und Limnologie Morphometrie und Trophie Der von Norden nach Süden beziehungsweise leicht Südwesten gerichtete und wenig strukturierte See hat eine Länge von rund 720 und eine Breite von rund 250 Metern. Sein Umfang beträgt 1,985 Kilometer, die Fläche 18,55 Hektar. Die maximale Tiefe des geschichteten Sees liegt bei 6,5 Metern, die mittlere Tiefe bei 5,5 Metern. Die Sichttiefe wird für den Monat Mai mit 1,6 Metern angegeben. Der Gesamtphosphorgehalt (TP) betrug in den 1990er Jahren 44 µg/l. Die Trophie des Gewässers wird als eutroph1/eutroph2 klassifiziert. Analysen von Proben, die dem See zwischen 1994 und 2002 entnommen wurden, ergaben nach dem Diatomeenindex aus den Trophie-Indizes DI-PROF, DI-BENT und DI-LIT einen Mittelwert/Trophiegrad von 2,367.Paläolimnologische Leitbildkonstruktion und biozönotisch basierte Bewertungsansätze für Flussseen am Beispiel der Diatomeen. Abschlussbericht 11/2004. Ein Beitrag zu Bewirtschaftungsmöglichkeiten im Einzugsgebiet der Havel. Hrsg.: Landesumweltamt Brandenburg (LUA). In Titelreihe: Fachbeiträge des Landesumweltamtes. Heft Nr. 93, Potsdam 2005 PDF S. 35.

Abfluss, Godnasee (Graben) Der Godnasee besitzt keine oberirdischen Zuflüsse, sondern speist sich aus dem Grundwasser. Das Gewässer wird als abflusslos bezeichnet. Zwar besteht zum einige Meter hinter dem Südufer beginnenden Graben, der das Josinsky-Luch zur Krummen Spree entwässert, keine sichtbare Verbindung, allerdings beschriftet die Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg diesen Graben in ihrer Kartendarstellung als Godnasee[graben ?] (Stand 2015).Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg: Brandenburg-Viewer. Siehe zur Bezeichnung Godnasee des Grabens im Josinsky-Luch die normale, voreingestellte Kartenpräsentation (abgerufen 3. Mai 2015). Auch das Landesumweltamt Brandenburg führt den Graben im Fließgewässerverzeichnis unter der Bezeichnung Godnasee (Gewässerkennzahl 58271352; Länge 2,24 Kilometer).Landesumweltamt Brandenburg (LUGV): . Stand 25. April 2014, S. 11. Diese Benennung könnte darauf hindeuten, dass Wasser des Godnasees in das unmittelbar angrenzende Luch und in den Graben gelangen. Im Seenverzeichnis ordnet das Landesumweltamt den Godnasee der Krummen Spree zu.

Flora und Fauna Pflanzen mini|Bruchwald am Südufer Der Godnasee ist vom Kehrigker Wald, Alt-Schadower Wald und der Limsdorfer Heide umgeben. Die nacheiszeitlichen Heiden waren bis um das Jahr 1200 von Mischwäldern aus Eichen, Buchen und Kiefern geprägt. Nach den mittelalterlichen Brandrodungen, Übernutzungen und Kahlschlägen wurden die Wälder ab Mitte des 18. Jahrhunderts gezielt aufgeforstet und weitgehend mit Kiefern besetzt, die auf den trockenen, lehmig-sandigen Böden vergleichsweise schnell wachsen.Reinhard Forderung: Vom Wald und der Storkower Heide. Ein forstgeschichtlicher Exkurs vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In: Storkow (Mark). Einblicke in die Geschichte einer 800-jährigen Kleinstadt. Hrsg.: Bürgermeisterin der Stadt Storkow (Mark) in Verbindung mit dem Historischen Beirat der Stadt. Gesamtherstellung: Schlaubetal-Druck Kühl OHG, Müllrose 2009, ISBN 978-3-941085-72-5, S. 221–231. In die noch heute von Kiefern dominierten Wälder sind Eichen und Buchen nur mehr vereinzelt eingestreut. Über dem nordöstlichen Ufer findet sich ein ausgeprägter Birken-Hain. Im versumpften Bereich am Südufer herrschen die Gemeinschaften des Bruchwalds vor. Die Ufer sind weitgehend von einem Röhrichtgürtel gesäumt.

Tiere Angelgewässer und Fische Der Godnasee ist ein Angelgewässer und wird von der Berufsfischerei genutzt. Betreiber und Aussteller der Angelkarten ist die Spreewaldfischerei Richter in Alt-Schadow. Das Bootsangeln ist nicht erlaubt.Anglermap: '’Gewässersteckbrief Godnasee’’. Hauptfischarten sind neben den Aalen (siehe nächster Abschnitt) Barsche und Karpfen wie Schleie und verschiedene weitere Weißfischarten. An der Spitze der Nahrungskette ist der Hecht vertreten.Godnasee bei Alt-Schadow. In: Fisch-Hitparade. Deutsches Anglerforum. 15. November 2012. Der aggressive Raubfisch frisst Fische aller Art und scheut auch nicht vor seinen eigenen Artgenossen zurück. Frösche, Vögel und kleine Säugetiere gehören ebenfalls zu seinem Beutespektrum.

Projektsee Aalbesatz mini|Europäischer Aal (Anguilla anguilla) Im Jahr 2007 verabschiedete das Europäische Parlament eine Verordnung des Rates mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aals. Die Verordnung verpflichtete die Mitgliedsländer, wirksame Maßnahmen zur Gewährleistung einer ausreichenden Blankaalabwanderung zu ergreifen. Zur Umsetzung wurde in Deutschland ein Forschungsvorhaben durchgeführt mit dem Ziel, wissenschaftliche „Grundlagen für die Quantifizierung von Sterblichkeiten und die Modellierung der Populationsdynamik des Europäischen Aals in Binnengewässern Norddeutschlands am Beispiel der Havel“ zu erarbeiten.Institut für Binnenfischerei e. V.: Quantifizierung … . S. 4. Dazu wurden sieben abflusslose Projektseen ausgewählt, die mit Farmaalen, also in der Aquakultur gezogenen Aalen, besetzt wurden, darunter der Godnasee. Finanziert wurde das Projekt unter anderem mit Mitteln des FIAF, einem Instrument der Gemeinsamen Fischereipolitik und der Strukturpolitik der EU, und von 2009 bis 2011 der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.Janek Simon: . In: Fischerei & Fischmarkt in Mecklenburg-Vorpommern. Hrsg.: LMS Agrarberatung GmbH. 13. Jg., Heft 3 September 2013, S. 32–39, .