Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der griechischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften. Griechenland nahm viermal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil und gewann 2004 sensationell den Titel.

Übersicht Griechenland nahm viermal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil, davon einmal bei acht Teilnehmern und dreimal mit 16 Teilnehmern.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisTrainer Bemerkungen und Besonderheiten 1960 Frankreich nicht qualifiziert Im Achtelfinale am späteren Vierten Frankreich gescheitert. 1964 Spanien nicht teilgenommen Griechenland wollte nicht in Albanien spielen. 1968 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vierten UdSSR gescheitert. 1972 Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an England gescheitert, das sich auch nicht für die Endrunde qualifizieren konnte. 1976 Jugoslawien nicht qualifiziert In der Qualifikation am Titelverteidiger und späteren Vizeeuropameister Deutschland gescheitert. 1980 Italien Vorrunde Deutschland, Niederlande, Tschechoslowakei 8. Alketas Panagoulias Nach Niederlagen gegen die Niederlande und den Titelverteidiger sowie einem Remis gegen den späteren Europameister Deutschland als Gruppenletzter ausgeschieden 1984 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark gescheitert. 1988 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Europameister Niederlande gescheitert. 1992 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation am Titelverteidiger Niederlande gescheitert. 1996 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Russland und Schottland gescheitert. 2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Norwegen und Slowenien gescheitert. 2004 Portugal Finale Portugal Europameister Erster Titel für Griechenland 2008 Österreich und Schweiz Vorrunde Russland, Schweden, Spanien 16. Nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden 2012 Polen und Ukraine Viertelfinale Deutschland 7. In der Vorrunde trafen die Griechen im Eröffnungsspiel auf Co-Gastgeber Polen, dann auf Tschechien und Russland und konnten sich für das Viertelfinale qualifizieren 2016 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Griechenland auf Ungarn, Rumän.ien, Finnland, Nordirland und die Färöer. Bereits nach 7 Spielen konnte sich Griechenland nicht mehr qualifizieren. 2021 Europa nicht qualifiziert Griechenland hatte sich zunächst mit dem Olympiastadion Athen für die Austragung von Spielen beworben, dann aber zurückgezogen. In der Qualifikation an Italien und Finnland gescheitert. 2024 Deutschland nicht qualifiziert Als Gruppendritter in der Qualifikation hinter Frankreich und der Niederlande die direkte Qualifikation verpasst. In den Play-Offs trafen die Griechen auf Kasachstan und gewannen mit 5:0. Gegner im Play-off-Finale war Georgien, gegen das im Elfmeterschießen verloren wurde.

Endrunden mit vier Teilnehmern EM 1960 An der Fußball-Europameisterschaft 1960, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, wollte auch Griechenland teilnehmen. Dazu mussten sie in der Qualifikation gegen Frankreich antreten. Nach einem 1:7 in Paris reichte das 1:1 im Heimspiel in Athen nicht, um sich zu qualifizieren. Frankreich qualifizierte sich dann auch für die Endrunde, richtete diese aus und wurde Vierter.

EM 1964 Vier Jahre später wollten schon mehr Mannschaften als 1960 teilnahmen, daher wurde dem Achtelfinale eine Vorrunde vorgeschaltet. Griechenland sollte gegen Albanien antreten, weigerte sich aber gegen Albanien zu spielen. Beide Länder befanden sich zu jener Zeit noch im Kriegszustand. Damit kam Albanien kampflos weiter, scheiterte im Achtelfinale am späteren Vierten Dänemark.

EM 1968 Für die Fußball-Europameisterschaft 1968 wurden in der Qualifikation erstmals Gruppenspiele angesetzt. Griechenland musste gegen Vizeeuropameister Sowjetunion, Österreich und Finnland antreten. Die Griechen konnten nur die Heimspiele gegen Finnland und Österreich gewinnen und in Finnland ein Remis holen, verloren aber beide Spiele gegen die Sowjetunion. Damit hatten sie schon vor dem letzten Spiel in Österreich schon keine Chance mehr, sich zu qualifizieren. Dieses Spiel wurde dann auch wegen Zuschauerausschreitungen in der 86. Minute beim Stand von 1:1 abgebrochen. Das Ergebnis wurde von der UEFA annulliert, spielte aber auch auf den Ausgang der Qualifikation keine Rolle mehr. Die Sowjetunion erreichte dann auch die Endrunde und wurde da Vierter.

EM 1972 Für die EM-Endrunde 1972 konnte sich Griechenland auch nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit England, der Schweiz und Malta wurde nur das Heimspiel gegen Malta gewonnen und damit der dritte Platz belegt. Gruppensieger England verlor im Viertelfinale erstmals im Wembley-Stadion gegen Deutschland. Das 1:3 konnten sie dann im torlosen Rückspiel nicht ausgleichen. Deutschland fuhr damit zur EM-Endrunde und wurde erstmals Europameister.

EM 1976 1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, Griechenland scheiterte wieder bereits in der Gruppenphase an Titelverteidiger Deutschland. Bulgarien und Malta landeten auf Platz 3 und 4. Immerhin erreichten die Griechen gegen Deutschland ein 2:2 im Heimspiel und ein 1:1 in Deutschland. Entscheidend für das Ausscheiden war eine 0:2-Niederlage in Malta, so hatte Deutschland am Ende zwei Punkte mehr und erreichte dann auch die Endrunde, verlor dort aber im Endspiel durch Elfmeterschießen gegen die Tschechoslowakei.

Endrunden mit acht Teilnehmern EM 1980 In der Qualifikation für die Europameisterschaft in Italien, die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde, trafen die Griechen in der Gruppe auf Ungarn, Finnland und die Sowjetunion. Griechenland setzte sich in dieser engen Gruppe überraschend mit drei Heimiegen bei einem Remis und zwei Niederlagen in den Auswärtsspielen durch und war damit als Gruppensieger erstmals für die Endrunde qualifiziert. Die höher eingeschätzte Mannschaft der UdSSR landete mit zwei Punkten Rückstand auf dem letzten Platz.

Bei der Endrunde fand nun erstmals eine Gruppenphase statt, bei der je vier Mannschaften einmal gegen jede andere spielte und die beste Mannschaft jeder Gruppe direkt das Finale erreichte, während die zweitbeste Mannschaft das letztmals ausgetragene Spiel um Platz 3 bestritt. Griechenland traf im ersten Spiel auf die Niederlande und verlor durch ein Elfmetertor mit 0:1. Im zweiten Spiel gegen Titelverteidiger Tschechoslowakei verloren die Griechen mit 1:3, wobei Nikolaos Anastopoulos das erste EM-Tor für die Griechen zum zwischenzeitlichen 1:1 erzielte. Griechenland hatte damit vor dem letzten Spiel gegen Deutschland keine Chance mehr, eines der Finalspiele zu erreichen, den Deutschen genügte nach den beiden Siegen gegen die Tschechoslowakei und die Niederlande ein Remis, um das Finale zu erreichen. So trennten sich beide torlos, Griechenland verabschiedete sich für 24 Jahre von der EM-Bühne, Deutschland gewann das Finale mit 2:1 gegen Belgien und wurde als erste Mannschaft zum zweiten Mal Europameister. Griechenland hatte immerhin nicht gegen den neuen Europameister verloren.

EM 1984 In der Qualifikation für die EM 1984 in Frankreich mussten die Griechen in Gruppe 3 gegen Dänemark, England, Luxemburg und Ungarn antreten. Die Griechen gewannen nur beide Spiele in Luxemburg und das Spiel in Ungarn, erreichten aber immerhin in England ein 0:0. Dadurch fehlte den Engländern am Ende ein Punkt, so dass die Dänen überraschend Gruppenerster wurden. Griechenland erreichte nur den dritten Platz, immerhin mit einer ausgeglichenen Bilanz von 8:8 Punkten.

EM 1988 Für die Europameisterschaft in Deutschland sollte sich Griechenland gegen die Niederlande, wieder Ungarn, Polen und Zypern qualifizieren. Die Niederländer setzten sich ungeschlagen mit sechs Siegen und zwei Remis durch, Griechenland blieb nur der zweite Platz. Bei der EM gewannen die Niederländer dann erstmals den Titel.

EM 1992 In der Qualifikation für die EM 1992 traf Griechenland dann wieder auf die Niederlande, sowie Portugal, Finnland und Malta. Die Niederländer verloren diesmal zwar ein Spiel – das erste in Portugal – setzten sich am Ende aber wieder durch, Portugal als Zweiter und die Griechen als Dritte hatten das Nachsehen. Bei der EM konnten die Niederländer aber den Titel nicht verteidigen, sie scheiterten im Halbfinale im Elfmeterschießen am späteren Überraschungseuropameister Dänemark.

Endrunden mit 16 Teilnehmern EM 1996 Für die EM 1996 hatten sich England, Griechenland, die Niederlande, Österreich und Portugal beworben. Dabei stand bei der Ausschreibung noch nicht fest, dass das Turnier erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen werden sollte. Am 5. Mai 1992 erhielt England den Zuschlag und war damit automatisch für die Endrunde qualifiziert. Griechenland musste daher in die Qualifikation und gegen Russland, Schottland, Finnland, die Färöer und San Marino antreten. Die Griechen verloren beide Spiele gegen Russland, das sich als Gruppensieger qualifizierte, in Schottland, das als viertbester Gruppenzweiter ebenfalls qualifiziert war, und in Finnland. Die anderen Spiele wurden gewonnen, aber das reichte nur zum dritten Platz.

EM 2000 Für die EM 2000 mussten die Griechen in der Qualifikation gegen Norwegen, Slowenien, Lettland, Albanien und Georgien antreten und belegten wieder nur Platz 3. Norwegen qualifizierte sich als Gruppensieger, Slowenien in den Playoffs der Gruppenzweiten gegen die Ukraine. Beide spielten aber bei der Endrunde keine Rolle.

EM 2004 links|mini|Die Mannschaft bei der Siegerehrung mini|Startaufstellungen im Finale mini|Angelos Charisteas (links außen) köpfte im EM-Finale 2004 den Siegtreffer gegen Portugal (Endstand 0:1) Im November 2001 hatte Otto Rehhagel, der 1988 und 1993 mit Werder Bremen sowie 1998 mit dem 1. FC Kaiserslautern deutscher Meister geworden war, das Amt des Nationaltrainers in Griechenland übernommen. In der Qualifikation für die EM 2004 traf Griechenland auf Spanien, die Ukraine, Armenien und Nordirland. Griechenland begann die Qualifikation mit zwei Niederlagen, 0:2 im Heimspiel gegen Spanien und 0:2 in der Ukraine, gewann dann aber alle Spiele. Damit lagen sie am Ende vor Spanien auf Platz 1 und hatten sich damit nach 24 Jahren wieder für die Endrunde qualifiziert. Spanien konnte sich dann in den Relegationsspielen der Gruppenzweiten gegen Norwegen ebenfalls einen Endrundenplatz sichern.

In Portugal trafen die Griechen im Eröffnungsspiel auf Gastgeber Portugal und gingen bereits in der siebten Minute mit 1:0 durch ein Tor von Giorgos Karagounis in Führung. In der 51. Minute verwandelte Angelos Basinas einen Foulelfmeter zum 2:0. Den Portugiesen gelang nur noch der Anschlusstreffer in der Nachspielzeit durch Cristiano Ronaldo. Damit hatten die Griechen erstmals ein EM-Spiel gewonnen. Im zweiten Spiel gegen den Qualifikationsgegner Spanien erkämpften sie ein 1:1, mussten dabei aber fünf Gelbe Karten hinnehmen. Das letzte Spiel gegen die bereits ausgeschiedenen Russen verloren sie dann zwar mit 1:2, aber da Spanien gegen Portugal verlor, reichte es aufgrund der mehr erzielten Tore zum zweiten Platz vor den Spaniern.