mini|Historische Routentafeln der Straßenbahn Brüssel mit gestrichenen Liniennummern mini|Haltestellenschild in Lüttich, die Autobuslinie 53 wird einmal regulär und einmal gestrichen aufgeführt mini|Straßenbahn Marseille: die fest eingebauten roten Metallbalken dieser beiden Wagen schauen in waagrechter Position rechts etwas über die Liniennummernanzeige hinaus, bei Bedarf konnten sie diese in diagonaler Position überlagern Als gestrichene Linie oder durchgestrichene Linie wird in Straßenbahn-, Oberleitungsbus- und Omnibusnetzen – und darüber hinaus bei manchen Vororteisenbahnen und beim Vaporetto-System in Venedig – eine spezielle Linie oder Linienführung bezeichnet, bei der die reguläre Linienbezeichnung mit einem Balken (durch)gestrichen respektive hinterlegt ist. Dieser kann dabei als Diagonalbalken von links unten nach rechts oben oder von links oben nach rechts unten beziehungsweise in Ausnahmefällen auch als waagrechter Querbalken ausgeführt sein. Damit soll auf einen von der nicht-durchgestrichenen Stammlinie abweichenden Linienweg hingewiesen werden. Der Querstrich ist meist in roter Kontrastfarbe gehalten, um bereits von weitem erkennbar zu sein. Wird die Liniennummer respektive der Linienbuchstabe hingegen in weißer Negativschrift auf dunklem Hintergrund dargestellt, so ist meist auch der Querstrich weiß.

Alternativ wird der Linienbezeichnung aus grafischen Gründen ein Schrägstrich respektive Backslash vor- oder nachgestellt, insbesondere bei digitalen Matrixanzeigen. Letztere führten vielerorts zur Aufgabe der gestrichenen Liniensignale, auf sehr.org da einerseits mit einfarbigen Anzeigen keine rote Kontrastfarbe erzeugt werden kann oder andererseits die grobe Bildauflösung der anfänglich üblichen Flip-Dot-Anzeigen die Darstellung erschwerte. Eine weitere Variante ist die Verwendung von einem oder mehreren Zusatzbuchstaben. „Gestrichene“ Linien sind aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Rumänien bekannt, früher waren sie außerdem in Algerien, in Griechenland, in Österreich, in Portugal, in der Schweiz, in der Türkei, in Ungarn und in den Vereinigten Staaten anzutreffen.

Teilweise existierten früher auch mechanische Vorrichtungen, mit denen bei Bedarf ein Metallbalken vor die Liniennummer gedreht oder geschoben wurde – so etwa in Hannover, Wien sowie standardmäßig bei vielen französischen Oberleitungsbussen und Omnibussen.

Nicht immer besteht dabei zu einer durchgestrichenen Linie auch eine entsprechende Stammlinie. So gibt es bei der Straßenbahn Arad beispielsweise eine Linie 18 barat, jedoch keine reguläre Linie mit dieser Nummer.Übersicht der Arader Straßenbahnlinien auf ctparad.ro, abgerufen am 21. Juli 2015. Weitere Beispiele sind die kurzlebige Oberleitungsbuslinie 2 barré in Grenoble, die nur von 1952 bis 1953 verkehrte, oder die ehemalige Linie 5 barrato der Straßenbahn Palermo.

Darstellung

Verwendung mini|Paris: auf einen Regelkurs der Linie 57 folgt direkt ein gestrichener Kurs mini|Budapest: der hellbraune Diagonalbalken zeigte bis September 2008 an, dass diese Linie über die Stadtgrenze hinaus fährt Meist sind „gestrichene Linien“ Verstärkerfahrten in den Hauptverkehrszeiten, die nur eine Teilstrecke ihrer Stammlinie bedienen. Vereinzelt handelt es sich aber auch um: Linien, die über den regulären Endpunkt ihrer Stammlinie hinausführen Baustellenlinien, meist in Folge von Streckenunterbrechungen beziehungsweise Linienteilungen Linien mit gänzlich abweichender Streckenführung, meist im Anschluss an die Stammlinie Schnellbuslinien, die nicht alle Haltestellen bedienen100 Jahre Stadtwerke Hamm/Westf. 1858-1958. Hamm 1958. S. 73 besondere Linienführungen im NachtverkehrLiniennetzplan der Stadtbahn Hannover ins Depot einrückende KurseEnde der Düwag Gelenktriebwagen in Linz auf bahnbilder.warumdenn.net Zusatzkurse ohne Betriebs- und Beförderungspflicht, analog zu den sogenannten E-Wagen – in diesem Fall kann die Strecke exakt identisch zum nicht-gestrichenen Liniensignal sein Zusatzkurse mit historischen Fahrzeugen in Abgrenzung zu regulären Fahrten auf dem gleichen LinienwegTram storici a Torino per le "Domeniche a piedi" auf ferrovie.it, abgerufen am 3. Juli 2017 Sonderverkehre wie zum Beispiel die Stadionlinie 9/ der Straßenbahn Turin Schienenersatzverkehre, wobei der abschnittsweise eingesetzte Ersatzbus das gestrichene Liniensignal trägtVeste buna de la RATT! Se prelungeste traseul unui autobuz din Timisoara, Artikel auf opiniatimisoarei.ro vom 25. August 2014 zur Kennzeichnung der gegenläufigen Fahrtrichtung einer Ringlinie zur Kennzeichnung einer Mehrfachtraktion, die unterwegs geflügelt wird und daher zwei verschiedene Endstationen anfährtZahlenchaos mit Vergangenheit auf fahrtenbuch.uestra.de, abgerufen am 28. August 2016 zur Kennzeichnung einer Kurzführung oder Umleitung beziehungsweise Ableitung in Folge einer BetriebsstörungNummernsystem der Wiener Straßenbahn (Zusammenfassung) auf public-transport.at, abgerufen am 15. September 2023 zur Kennzeichnung von Linien die über die Stadtgrenze hinaus fahren um die Fahrgäste auf den entsprechend höheren Vororttarif hinzuweisenbudapest-tourist.info

Kombination mit roten Liniennummern

Manche Städte verwenden statt gestrichenen Liniennummern alternativ rote Liniennummern. Mitunter werden auch beide Bezeichnungssysteme miteinander kombiniert, wobei fünf verschiedene Varianten zu beobachten sind:

vier verschiedene Linienwege mit gleicher Nummer: Beim Oberleitungsbus Neapel beispielsweise existierten in den 1960er und 1970er Jahren die beiden Linienbündel 254, 254, 254 und 254 einerseits, sowie 255, 255, 255 und 255 andererseits. drei verschiedene Linienwege mit gleicher Nummer, darunter keine gestrichene schwarze Linie: Beim Oberleitungsbus Rom beispielsweise existierten von 1957 bis zur Betriebseinstellung im Jahr 1972 die drei Linien 47, 47 und 47.Declino e fine della rete filoviaria auf www.tramroma.com drei verschiedene Linienwege mit gleicher Nummer, darunter keine gestrichene rote Linie: In der rumänischen Hauptstadt Bukarest beispielsweise verkehrte ab 1979 zwei Jahre lang drei Autobuslinien mit den Liniensignalen 105, 105 und 105. zwei verschiedene Linienwege mit gleicher Nummer: Bei der von 1939 bis 1960 bestehenden einzigen Brüsseler Oberleitungsbuslinie existierten eine Linie 54 sowie eine Linie 54, wobei rote Liniennummern in Brüssel für über die Stadtgrenze hinweg führende Linien mit höherem Vororttarif standen, die verkürzte gestrichene Linie aber schon vor der Stadtgrenze endete.Die Geschichte des Brüsseler Oberleitungsbusses auf trolleybus.ligne54.be Bei der Straßenbahn Mailand existierten zeitweise die Linienpaare 28 und 28 sowie 31 und 31.Tram a Milano: i percorsi (1959-1966) auf stagniweb.it, abgerufen am 3. Juli 2017

Länderübersicht Belgien mini|Kursbuchtabelle 505 der NMVB/SNCV von 1965/1966, bereits in der Kopfzeile wird auf die durchgehende Linie L Brüssel–Londerzeel und die nur bis Meise oder Wolvertem verkehrende durchgestrichene (doorstreept / barré) Linie L hingewiesen Bei der Straßenbahn Antwerpen existierten bereits 1913, das heißt nur wenige Jahre nachdem überhaupt Liniennummern eingeführt wurden, schon sechs durchgestrichene Liniennummern, niederländisch doorstreepte lijnnummers. Entgegen den späteren Gepflogenheiten führten diese Linien 3, 4, 5, 7, 8 und 10 jeweils ein Stück über die Endstation ihrer Stammlinie hinaus. Bei der späteren Überlandlinie 42 gab es dabei eine weitere Variante dieser Kennzeichnung: während einfach durchgestrichene Kurse nur bis Broechem fuhren, verkehrten doppelt durchgestrichene Kurse sogar nur bis Wommelgem.

2017 sind gestrichene Liniensignale in Belgien im Straßenbahnbereich nur noch in Brüssel anzutreffen, wo sie für Verstärkerleistungen, einrückende Kurse oder Abweichungen bei Betriebsstörungen verwendet werden. Früher existierten jedoch auch reguläre gestrichene Linien. Ferner waren gestrichene Liniensignale auch beim ehemaligen Brüsseler Oberleitungsbus anzutreffen (siehe oben), bei den Stadtbussen ist dies bis heute der Fall.

Ansonsten waren gestrichene Signale in Belgien früher auch bei den von der Nationalen Kleinbahngesellschaft (NMVB/SNCV) betriebenen Überlandstrecken, darunter auch die Kusttram entlang der Nordseeküste, sowie bei drei weiteren städtischen Straßenbahnen anzutreffen: bei der Stadtbahn Charleroi, wo bis zur Linienreform 2012 eine nur im Berufsverkehr betriebene ligne 84 barré verkehrte, wobei keine Stammlinie 84 vorhanden war und darüber hinaus auch die Linien 88 und 89 je eine gestrichene Variante aufwiesen bei der Straßenbahn Gent bis zur Neuausrichtung des Liniennetzes am 2. Juli 1984blog.seniorennet.be bei der ehemaligen Straßenbahn Verviers

Ferner verwendet die aus der NMVB/SNCV hervorgegangene Nachfolgegesellschaft Transport en Commun (TEC) in der Wallonischen Region gestrichene Liniensignale bis heute für ihre Omnibusverkehre. 2017 waren dies beispielsweise in der Region Mons die Linien 8/, 11/, 14/, 15/, 16/, 19/, 27/, 34/, 37/ und 134/,infotec.be in Tournai die Linie Z/ sowie in Lüttich die Linien 80\ und 94\. Ein Lütticher Besonderheit ist dabei die Verwendung des Backslashs statt des Schrägstrichs.

Deutschland Leipzig Die Große Leipziger Straßenbahn (GLSt) führte bereits im Mai 1906, als die farbig hinterlegten Linienscheiben abgeschafft wurden, gestrichene Linien ein. Fortan verkehrten planmäßige Einsatzlinien, die nur ein Teilstück ihrer Stammlinie befuhren, mit einem roten Diagonalstrich über dem schwarzen Linienbuchstaben auf weißem Grund. Diese Kennzeichnung hatte bis zum 23. Dezember 1912 Bestand, als für Einsatzwagen eine rote Kopfscheibe mit weißem Rand ohne konkrete Linienbezeichnung eingeführt wurde.

Unabhängig davon existierte in Leipzig ab dem 10. Oktober 1912 außerdem eine gestrichene Linie R von Anger-Crottendorf zum Hauptbahnhof, die dann schon am 11. November 1913 als Durchmesserlinie nach Gohlis-Nord verlängert wurde. Züge ohne Strich fuhren hingegen als Radiallinie nur zwischen Anger-Crottendorf und Augustusplatz. Im Gegensatz zu den oben genannten Einsatzlinien verkehrte die gestrichene Linie R ganztägig, wobei sich jeweils ein gestrichener und ein nicht-gestrichener Kurs abwechselten. Am 1. Januar 1920 ersetzte schließlich die Linie 20 die gestrichene Linie R.Leipziger Verkehrsbetriebe: „Von der Pferdebahn zum Gelenkzug“, 1965, Seite 72.Leipziger Verkehrsbetriebe: „Vom Zweispänner zur Stadtbahn“, 1996, Seiten 77, 83, 97. Außerdem bestand nach gleichem Schema eine gestrichene Linie D. Sie bediente ab dem 11. November 1913 die Strecke Nordplatz/Roscherstraße–Connewitz, während die reguläre Linie D die längere Strecke von Gohlis-Nord nach Dölitz befuhr. Die gestrichene Linie D wurde schon am 21. Mai 1914 durch die Linie C ersetzt.Leipziger Verkehrsbetriebe: „Vom Zweispänner zur Stadtbahn“, 1996, Seite 79.

Hannover mini|Hannover: ein Zug der gestrichenen Linie 10 im Jahr 2015 mini|An der Haltestelle Leinaustraße ist sowohl die reguläre als auch die gestrichene Linie 10 aufgeführt, obwohl diese stadtauswärts das gleiche Fahrtziel haben Die Straßenbahn Hannover führte in der Zwischenkriegszeit gestrichene Liniennummern ein. So verkehrte dort bereits ab dem 1. Oktober 1930 die gestrichene Linie 6 zwischen Stöcken und dem Aegidientorplatz,Peter Sohns: Linienchronik der Straßen- und Stadtbahn Hannover 1872–2003. Arbeitsgemeinschaft Blickpunkt Straßenbahn, Berlin 2003, ISBN 3-926524-22-7 in späteren Jahren folgten zahlreiche weitere. Parallel dazu wurden auch E-Wagen auf diese Art gekennzeichnet.