Das Fürstlich Fürstenbergische Archiv ist das Privatarchiv der Fürsten zu Fürstenberg und eines der größten Adelsarchive.

Geschichte mini|Supraporte über dem Portal am Archivbau Der Archivbau wurde von 1756 bis 1763 unter der Bauleitung des fürstlichen Baudirektors Franz Joseph Salzmann im Auftrag Joseph von Fürstenberg-Stühlingen in Donaueschingen errichtet und zählt neben der benachbarten Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek, der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei, dem Schloss Donaueschingen, dem Karlsbau mit den Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen, der Villa Dolly, der Fürstenbergischen Kammer sowie der Stadtkirche St. Johann (Donaueschingen) zum Residenzbereich des damaligen Dorfes und der heutigen Stadt Donaueschingen. Ungewöhnlich war es damals, das Archiv in einen separaten Bau unterzubringen. Alte Dokumente aus vorherigen Archiven, die oftmals in zweckfremden Bauten untergebracht waren, wurden nun nach Donaueschingen überführt. Es beinhaltet heute die Dokumente und Papiere aller fürstlicher Betriebe sowie private Schriftstücke und Nachlässe von fürstlichen Familienangehörigen.

Bereits 1708 ließ Froben Ferdinand nach Urkunden zur Geschichte des Fürstenhauses suchen.

Seitdem 1723 durch Joseph Wilhelm Ernst Fürst zu Fürstenberg Donaueschingen Residenz des Fürstentums wurde, war auch ein Archivar angestellt. Bekannter Archivar, der aber nur etwa ein Jahr in Donaueschingen tätig gewesen ist, war Theodor von Liebenau, ein Enkel der Elisabeth zu Fürstenberg. 1767 war Karl Anton Straßer Rat und Registrator. Er fertigte einen ersten Entwurf für eine Gesamtgeschichte des Hauses Fürstenberg. Er verstarb jedoch früh und sein Nachfolger wurde Karl Joseph Friederich Döpfer. Im folgte der Hofrat und Archivar Johann Nepomuk Peregrin Merck. Der Amtspraktikant zu Wolfach, Johann Baptist Müller kam 1790 nach Donaueschingen, wurde 1806 Rat und erster Archivar.Franz Joseph Mone: Quellensammlung zur Badischen Landesgeschichte S. 41 ff

Mit Sigmund von Riezler der 1876 mit Aloys Schulte die Arbeit an dem Fürstenbergischen Urkundenbuch begann welches Franz Ludwig von Baumann fortführte und dann mit Georg Tumbült die umfangreichen Mitteilungen aus dem Fürstenbergischen Archiv herausbrachteSigmund von Riezler, Franz Ludwig von Baumann: Fürstenbergisches Urkundenbuch. Band 1 u. 3, Vorwort, Laupp, Tübingen 1877 wurden diese Arbeiten abgeschlossen.

Nach seinem Studium war Heinrich Hansjakob vom 20. Januar 1864 zunächst für ein Jahr Lehramtspraktikant am Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen, hier befreundete er sich mit dem Fürstenbergischen Archivardirektor Karl Roth von Schreckenstein und dem Bibliothekar Karl August Barack. Unter ihrer Anregung entstand seine Dissertation Die Grafen von Freiburg im Breisgau im Kampfe mit ihrer Stadt. 1865 wurde er in Tübingen mit dieser Abhandlung promoviert.

Später war Karl Siegfried Bader hier tätig.

Heute befinden sich auch die restlichen (lokalhistorisch bedeutenden) Bände der ehemaligen Fürstlichen Hofbibliothek im Archivbau. Archivleiter ist Andreas Wilts.

Literatur Andreas Wilts: Ein solid- und von anderen abgesondertes Gebäu. Das Fürstlich Fürstenbergische Archiv in Donaueschingen als wegweisender Archivbau des 18. Jahrhunderts. In: Konrad Krimm und Ludger Syré (Hgg.): Herrschaftswissen. Bibliotheks- und Archivbauten im Alten Reich, Ostfildern: Thorbecke 2018 (Oberrheinische Studien; 37) ISBN 9783799578394, S. 181–202.

Weblinks Fürstlich Fürstenbergisches Archiv

Einzelnachweise

Kategorie:Archiv (Baden-Württemberg) Kategorie:Bauwerk in Donaueschingen Kategorie:Kultur (Donaueschingen) Kategorie:Organisation (Donaueschingen) Kategorie:Erbaut in den 1760er Jahren Kategorie:Gegründet in den 1760er Jahren