mini|Hagia Sophia 1962. Foto von Paolo Monti. mini|Südseite der Hagia Sophia nach der Restaurierung als Moschee Die Hagia Sophia ( „Heilige Weisheit“) ist eine ehemalige Kirche aus dem 5./6. Jahrhundert sowie ein ehemaliges Museum in Nikaia/İznik, das im Jahre 2011 unter der Regierung Erdoğans in eine Moschee umgewandelt wurde.

Geschichte mini|Westseite der Hagia Sophia nach der Umwandlung in eine Moschee Die Hagia Sophia in Nikaia wurde im 5. oder 6. Jahrhundert erbaut, dies ergibt sich aus bauhistorischen und -typologischen Gründen. Ob Kaiser Justinian I. daran beteiligt war, ist nicht zu belegen.Sabine Möllers: Die Hagia Sophia in İznik, Nikaia. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Alfter 1994, S. 46–48. Im Jahre 787 fand in dieser Kirche das Zweite Konzil von Nikaia statt, das die Ära des byzantinischen Bilderstreites beendete. In den Akten des Konzils findet sich erstmals die Benennung als Hagia Sophia.Giovanni Domenico Mansi: Sacrorum conciliorum nova et amplissima collectio. Band 12. Florenz 1766, 999B. Nach verheerenden Erdbeben 1063 und 1065 wurde der erste Bau stark umgebaut, so wurde die Westwand und die Mittelschiffswände sowie die Apsis vollständig erneuert. Während der Besetzung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer (1204–1261) diente Nikaia als Hauptstadt und die Hagia Sophia als Patriarchalkirche. Nach der Eroberung Nikaias durch die Osmanen unter Orhan I. im Jahre 1331 wurde die Kirche in eine Moschee umgewandelt. Doch das Gebäude verfiel unter den Osmanen und wurde wohl schon im 16. Jahrhundert aufgegeben.Sabine Möllers: Die Hagia Sophia in İznik, Nikaia. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Alfter 1994, S. 10. Der Staatsgründer der Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, ließ die Kirchen- bzw. Moscheeruine 1935 in ein Museum umwandeln. In den Jahren nach 2007 wurde der Bau umfassend restauriert und teilweise wiederaufgebaut.

Obwohl das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel, die Handelskammer Izniks ebenso wie zahlreiche Anwohner die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee verhindern wollten, wurde im Oktober 2011 durch das staatliche Generaldirektorium für Stiftungen in Ankara neben der Kirche ein Minarett errichtet und das Gebäude im November in eine Moschee umgewandelt. Die Anordnung zur Umwandlung kam vom stellvertretenden AKP-Ministerpräsidenten Bülent Arinc persönlich. Kritiker bemängelten, dass nun der Iznik prägende christliche Glaubenstourismus aus aller Welt versiegen könne, da alternative Touristenattraktionen zur Hagia Sophia fehlen. Selbst das AKP-Regierungsmitglied Ertuğrul Günay äußerte Kritik wegen des Schadens, der dem christlichen Erbe Anatoliens zugefügt würde. Izniks stellvertretender Bürgermeister Kenan Zengin von der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) erklärte, man sei vor der Entscheidung nicht einmal gefragt worden.

Bau und Ausstattung Im Bauwerk sind unter anderem Reste von Fresken und Mosaiken sowie eine stufenförmige Priesterbank (Synthronon) in der Apsis erhalten.

Literatur Marcell Restle: Istanbul, Bursa, Edirne, Iznik. Baudenkmäler und Museen (= Universal-Bibliothek. 10262, Reclams Kunstführer). Reclam, Stuttgart 1976, ISBN 3-15-010262-6, S. 528–530. Sabine Möllers: Die Hagia Sophia in İznik, Nikaia. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Alfter 1994, ISBN 3-929742-32-2. Michael Altripp: Überlegungen zum Synthronos der Hagia Sophia in İznik-Nikaia. In: Byzantinische Zeitschrift 92, 1999, S. 448–454.

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Einzelnachweise

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