Plomari ( ) ist eine Kleinstadt der Gemeinde Mytilini an der Südküste der griechischen Insel Lesbos. Zusammen mit Agios Isidoros und weiteren Weilern bildet die drittgrößte Stadt der Insel den Stadtbezirk Plomari (). Nach der Volkszählung von 2011 hatte der Stadtbezirk 3276 Einwohner, die Stadt 2996 Einwohner.

Schon bald nach seiner Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zu einem regionalen Zentrum und ist gegenwärtig nach Mytilini bedeutendstes Handwerks-, Handel- und Wirtschaftszentrum der Insel. Der Ouzo von Plomari () ist das bekannteste Produkt der Stadt.

Lage mini|links Plomari liegt an der Südküste von Lesbos, etwa 12 km südlich von Agiasos und 21 Kilometer südwestlich von Mytilini. Weitreichende Olivenhaine prägen das bergige Hinterland, höhere Lagen gehen in das waldreiche und teilweise schwer zugängliche Olympos-Massiv () über.

Die Stadt erstreckt sich auf etwa 1,5 km entlang einem schmalen Küstenstreifen. Sie reicht nur wenig nach Norden, steiles Gelände bildet die natürliche Grenze. Lediglich das Viertel Isa-Mesa () reicht im östlichen Teil entlang dem Flusstal des Sedountas () weiter ins Hinterland. Nach Osten schließt sich in lockerer Bebauung der Ferienort Agios Isidoros an.

Geschichte Das alte Plomari lag bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts an der Stelle des heutigen Megalochori, etwa 5 Kilometer von der Küste entfernt. Es bildete ein regionales Handwerks- und Landwirtschaftszentrum von 18 als Ploumaria () bezeichneten Dörfern. Infolge der Zerstörungen durch drei Brände in den Jahren 1841 bis 1843 sowie der Olivenbäume durch die Frostkatastrophe 1850 übersiedelten die Menschen in Küstennähe. Westlich der Mündung des Trockenbachs Sedountas () lag bereits der unbedeutende Fischer- und Hafenort Ammoudeli (). Auf der Ostseite des Sedountas entwickelte sich zunächst eine Siedlung im Gebiet Agios Nikolaos. Rasch entstanden weitere Wohngebiete, im Norden entlang des Sedountas das stadtähnliche Viertel der Handwerker und Gewerbetreibenden Isa-Mesa und im Osten Tarsana () das Viertel der Seeleute und Hafenarbeiter. Ab dem Ende des Jahrhunderts verzeichnete die Potamos () genannte Stadt einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Die Meeresnähe begünstigte den Warentransport und die Ansiedlung mehrerer Industriebetriebe und Produktionsstätten wie Olivenölpressen und Seifenfabriken. Sie entstanden entlang der Küste auf der westlichen Flussseite.

Verwaltung Bereits zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Stadt Sitz des Gerichtsbezirks Kaza Plomari () im Sandschak Midilli (Midilli Sancağı). Nach dem Ende der osmanischen Herrschaft wurde Plomari 1918 Sitz der gleichnamigen Stadtgemeinde Plomari (Δήμος Πλωμαρίου). Mit der Gemeindereform im Jahr 1997 nach dem Kapodistrias-Programm erfolgte die Eingemeindung von sieben Landgemeinden. Durch die Verwaltungsreform 2010 wurden die Inselgemeinden zur neu geschaffenen Gemeinde Lesbos () zusammengelegt, die ehemalige Gemeinde erhielt den Status eines Gemeindebezirk (Δημοτική Ενότητα) mit Plomari als Verwaltungssitz. Seit der Korrektur der Verwaltungsreform 2019 zählt Plomari zur Gemeinde Mytilini.

Bevölkerungsentwicklung von PlomariEinwohnerzahlen von Plomari, Griechisches Statistisches Amt ELSTAT, Digitale Bibliothek (griechisch)

Ort griechische Bezeichnung 1920 1928 1940 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011 Plomari Πλωμάρι 7142 6481 6032 5471 5172 4353 3503 3450 3377 2996 Ormos Plomari Όρμος Πλωμαρίου 48 Agios Isidoros Άγιος Ισίδωρος 162 216 227 180 145 146 76 167 263 241 Ano Chorio Άνω Χωριό 9 5 Kato Chorio Κάτω Χωρίο 216 197 115 115 68 43 27 8 17 32 Kournela Κουρνέλα 94 49 55 39 32 32 7 2 2 Lefra Λεύρα 42 Limni Λήμνι 140 Mesouna (Messouna) Μέσουνα (Μέσσουνα) 86 282 123 66 30 36 13 5 5 0 Gesamt 7836 7270 6546 5887 5454 4610 3651 3637 3673 3276

Persönlichkeiten Benjamin von Lesbos (1759 oder 1762–1824), Mönch, Schriftsteller, Lehrer, Freiheitskämpfer und Vertreter der griechischen Aufklärung

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Gemeinde Mytilini Kategorie:Geographie (Lesbos)