mini|Altarraum St. Johannes mini|St. Johannes zwischen dem Durchgang neben der Fürstbischöflichen Residenz und dem Haupteingang des Doms St. Johannes Freising ist ein ehemaliges Kollegiatstift (DomannexstiftFrank G. Hirschmann, Artikel Domannexstifte, in: Historisches Lexikon Bayerns, online verfügbar) auf dem Domberg in Freising in Bayern in der Diözese Freising.

Geschichte Das Stift wurde 1319 durch Konrad III. der Sendlinger, Bischof von Freising gegründet, anlässlich des Neubaus der Johanniskirche am Dom. Es wurde 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Besondere Aufgabe des Stiftkapitels war für das Seelenheil der verstorbenen Freisinger Bischöfe zu beten.

Struktur des Kapitels Das Kapitel bestand aus dem Propst, dem Dekan und sechs Kanonikern, und drei Benefizien (zwei im Dom und eines in der Stiftskirche). Die Pfarreien Altenerding, Thalkirchen, Eschlbach, Ismaning, Attenkirchen, Sendling und Pemmering – heute ein Ortsteil von Isen –, letztere Pfarrei war dem Dekan vorbehalten, wurden dem Kapitel inkorporiert. Das hatte zur Folge, dass die Stellen der Pfarrer dieser Pfarreien den Mitgliedern des Kapitels übertragen waren (auch wenn die Aufgaben in den Pfarreien an Vertreter delegiert waren) und dass die Pfründeeinküfte der Pfarrstellen für die Refinanzierung des Kapitels zur Verfügung standen.

Der Probst wurde durch den Bischof aus den Reihen des Domkapitels ernannt. Die Funktion des Dekans, der die organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben wahrnahm, wurde üblicherweise dem Domzeremoniar übertragen.

Stiftskirche Die Kirche wurde in der Folge als Heustadel genutzt, die Einrichtung ging fast vollständig verloren. Das ehemalige Altargemälde Predigt Johannes des Täufers in der Wüste von Jacopo Amigoni (1682–1752) fand sich später im Würzburger Dom. 1841 wurde die Kirche als Studienkirche wieder eingerichtet.

Die Johanneskirche wurde 1319–1321 erbaut, sie liegt unmittelbar westlich des Freisinger Domes und bildet zusammen mit dem Fürstengang die nördliche Begrenzung des Domhofes. Die gotische Kirche hat einen hohen dreischiffigen Innenraum mit Kreuzrippengewölbe; über dem südlichen Seitenschiff verläuft der Fürstengang. Die Wände sind grau mit weißen Fugenstrichen, Reste von Wandgemälden aus dem 15. und 16. Jahrhundert sind zu erkennen.

Reihe der Pröpste QuelleMichael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band II: Die Prämonstratenserstifte, die Klöster Altomünster und Altenhohenau, die Collegiatstifte, der Deutsch- und der Malteserorden, die nachmittelalterlichen begüterten Orden und Stifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, , S. 84. Heinrich, 1319 Otto von Machslrain, 1340 Ulrich Schenk von der Au, 1356, † 1369 Rudolf Haslang, 1370–1391 Heinrich von Preysing, 1396, 1398 Johann von Preysing, 1400–1406 Wilhelm von Preysing, 1408, 1413 Caspar von Seyboldsdorf, 1421, 1425 Wigulejus von Rohrbach, 1425–1437 Johann Simonis, 1438–1443 Dionys Abtsmüller, 1446, † 1448 Georg von Preysing, 1448–1452 Friedrich von Mauerkirchen, 1454, 1456 Michael von Seckendorf, 1459, † 1476 Wolfgang von Weichs, 1476 Sigmund Grimb, 1484, 1508 Leonhard Rantaler, 1514, † 1517 Ulrich Hoechsteter, 1517–1527 Johann von Grafenegg, 1527–1552 Johann Thomas von Rohrbach, 1552–1567 Joachim von Wembding, 1570, † 1584 Johann Christoph Muench, 1584–1587 Johann Jakob von Pienzenau, 1587–1592 Christoph von Hörwarth, 1592–1610 Wolfgang von Auer, 1610–1638 Johann Jakob Muench, 1638–1657 Johann Georg Visler, 1657–1689 Joseph Anton von Roll, 1690–1701 Judas Thaddäus von Thaun, 1701–1713 Johann Benedikt Adam von Bodmann, 1713 Johann Baptist Ignatz von Pfister, † 1738 Carl von Westernach, 1738–1750 Max Freiherr von Lerchenfeld, 1750–1752 Johann Friedrich Graf von Landberg, 1752–1766 Anselm von Westernach, 1766–1775 Aegid Oswald Colonna von Völs, 1775–1802

Literatur Norbert Backmund, Die Kollegiat- und Kanonissenstifte in Bayern, Windberg 1973, S. 59f. Georg Schwaiger, Das Ende der Kollegiatstifte in Freising: Das Kollegiatstift St. Johann Baptist, in: Geschichte des Erzbistums München und Freising, hrsg. von Georg Schwaiger, Bd. II: Das Bistum Freising in der Neuzeit, München 1989, S. 559f. Peter Pfister, Freising-St. Johann Baptist, in: Freising 1250 Jahre geistliche Stadt, Katalog zur Ausstellung auf dem Domberg in Freising 1989 (= Schriften des Diözesanmuseums Freising Band 9), Freising 1989, S. 140?142, 192f. (Kat.-Nr. I.1 mit Abb.), 268 (Kat.-Nr. III.4), 290 (Kat.-Nr. III.25 mit Abb.), 360f. (Kat.-Nr. V.34 mit Abb. S. 361

Weblinks

Einzelnachweise

Johannes Kategorie:Kollegiatstift Freising Kategorie:Erbaut in den 1320er Jahren Johannes Kategorie:Filialkirche des Erzbistums München und Freising Kategorie:Johannes-der-Täufer-Kirche Kategorie:Kirchengebäude in Europa