mini|alternativtext=Friedrich Thesmar's mugshot in Amsterdam Archives at https://archief.amsterdam/indexen/deeds/0f974d12-dcbf-43dd-b78d-3502fc98c7e9?person=95a740a1-2a8c-4a53-e053-b784100ad337|Fremdenpolizeiliche Registrierung bei einem Besuch in Amsterdam Friedrich Adrian Josef Thesmar (auch Friedrich Hadrian Josef Thesmar?) (* 11. April 1810 in Sobernheim; † 1. Juni 1895)Adrian Josef Friedrich Thesmar / Ida Wever war ein deutscher Rechtsanwalt und Parlamentarier.
Leben Friedrich Thesmar war der Sohn von Adam Josef Thesmar (ca. 1775 – 1855),Daten bei Schwester Anna Carolina (Caroline) Thesmar Bürgermeister in Sobernheim. Er studierte Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1829 wurde er Mitglied des Corps Guestphalia Bonn.Kösener Korpslisten 1910, 21/97; Martin Dossmann: Ein Bonner Corps in der Zeit zwischen den Karlsbader Beschlüssen und dem Ende der Weimarer Republik. Geschichte der Guestphalia Bonn 1820–1933. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2025, ISBN 978-3-8471-1871-8, S. 126, 277. 1831 schloss er sich dem Corps Helvetia Heidelberg an.Kösener Korpslisten 1910, 115/59In den Kösener Korpslisten 1910, 115/59 wird angemerkt, dass er auch dem Corps Guestphalia Heidelberg angehört habe, bevor er dem Corps Helvetia Heidelberg beitrat. Bei Guestphalia Heidelberg wird er jedoch nicht geführt. 1836 heiratete er Ida Wever. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor.
Nach dem Studium und der Promotion wurde er Advokat-Anwalt, zunächst in Koblenz und ab 1844 am Appellationsgerichtshof Köln.
Thesmar war Vizepräsident der Demokratischen Gesellschaft in Köln. „Thesmar [forderte] für das Kölner Komitee, daß Schleswig wie Holstein (‚Up ewig ungedeelt‘) wieder deutsch werde.“Marcel Seyppel: Die Demokratische Gesellschaft in Köln 1848/49. Städtische Gesellschaft und Parteientstehung während der bürgerlichen Revolution, S. 196. 1849 wurde „Adrian Joseph Thesmar“ als Wahlmann zur zweiten Kammer gewählt.François Melis: Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Edition unbekannter Nummern, Flugblätter, Druckvarianten und Separatdrucke. K. G. Saur, München 2000 (Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung, Band 57) ISBN 3-598-21320-4, S. 88. Neue Rheinische Zeitung. Extra-Beilage der Nummer 204 vom 25. Januar 1849. Im Kölner Kommunistenprozess 1852 vertrat er Wilhelm Joseph Reiff.Karl Bittel: Der Kommunistenprozeß zu Köln 1852 im Spiegel der zeitgenössischen Presse.
Von 1855 bis zu seiner Mandatsniederlegung im November 1856 vertrat Thesmar als Abgeordneter den Wahlkreis Minden 1 im Preußischen Abgeordnetenhaus. Seine Fraktionszugehörigkeit ist nicht bekannt. In seiner Schrift Die Lage des preußischen Vaterlandes bei dem Schlusse der Legislaturperiode im J. 1855 kommt er zu dem Fazit:S. 15.
Im April 1869 besuchte er Friedrich Engels in Manchester.„Der große Thesmar aus Köln ist jetzt hier, hat sich Gumpert sowohl wie Borchardt unter dem Namen Themar vorgestellt, aber bereits den Thesmar anerkannt. Kannst Du mir die Nr. der ‚Zukunft‘, worin von seiner steckbrieflichen Verfolgung wegen Unterschlagung stand, herschicken, so tu’s, sonst muß ich an Schneider schreiben.“ (Marx-Engels-Werke. Band 32. S. 307.) Im Amtsblatt für den Regierungsbezirk Köln 1874 wird er noch als tätig geführt.„Thesmar, Dr. Fridr. Adrian Jos.“
Auszeichnungen Ernennung zum Ehrenmitglied des Corps Helvetia Heidelberg
Werke Friedrich Adrian Josef Thesmar: Die Staatsanwaltschaft, ihr Werth im Civil- und Criminal-Rechte. Kehr, Koblenz 1842. 2. Auflage. T. Habicht, Bonn 1844. „Meinem Vater Adam Josef Thesmar Königl. Preuß. Bürgermeister in Sobernheim, Ritter des rothen Adlerordens in kindlicher Liebe gewidmet.“Rezension in: Kritische Jahrbücher für deutsche Rechtswissenschaft. 1845, S. 168. Friedrich Hadrian Josef Thesmar: Kommentar des französischen Civilgesetzbuches. [enthaltend]: Die fünf französischen Gesetzbücher in ihrer Fortbildung durch die neuere Gesetzgebung, so wie durch die Jurisprudenz der rheinischen Gerichtshöfe: insbes. d. königl. rheinischen Appellations-Gerichtshofes in Köln, u. d. Revisions- u. Kassationshofes in Berlin, mit d. Vergleichsstellen aus d. fünf Gesetzbüchern u. d. Quellen d. röm. u. altfranz. Rechtes im Civilgesetzbuche. Nebst einem Anhang. Band 1: Das Civilgesetzbuch. Büchler’sche Verlagsbuchhandlung, Elberfeld 1845. MDZ Reader Digitalisat.„Dem um die Rheinische Justizverwaltung und Rechtspflege hochverdienten Ersten Präsidenten des Königlich Rheinischen Appellationsgerichtshofes in Köln Herrn Dr. Peter Schwarz, Ritter des rothen Adlerordens zweiter Klasse mit Stern und Eichenlaub in ausgezeichneter Hochachtung zugeeignet vom Verfasser.“ Erklärung. In: Kölnische Zeitung, 10. Oktober 1852.Faksimile in Karl Bittel, S. 66. Friedrich Hadrian Josef Thesmar: Ist Christus nicht der erste und erhabenste Demokrat. Ein Entwurf von einem katholischen aber ehrlich denkenden Priester-Freunde und Lehrer seiner Mitmenschen, der nur später öffentlich genannt sein will, damit er seinem Namen nichts zu verdanken habe. W. Sulzbach, Bonn am Rhein 1850. [mit einem Beitrag Thesmars aus der Kölnischen Zeitung vom 25. September 1849 zu dem angeblich in Caserta in einer Inschrift überlieferten „Todesurteil gegen Jesus Christus“]. Friedrich Hadrian Josef Thesmar: Die Stellung des Staates und der evangel. Kirche gegenüber der römischen Kurie in Sachen der gemischten Ehen, mit besonderer Bezugnahme auf das Rundschreiben des Bischofs Arnoldi zu Trier vom 15. März 1853. Wiegandt und Söhne, Berlin 1853. Digitalisat MDZ Reader Friedrich Hadrian Josef Thesmar: Die Lage des preußischen Vaterlandes bei dem Schlusse der Legislaturperiode im J. 1855. Bädekersche Buch- und Kunsthandlung, Elberfeld 1855, Friedrich Hadrian Josef Thesmar: Vertheidigungsschrift des evangelisch-reformierten Pfarrers Johann Friedrich Haastert in Kronenberg. DuMont-Schauberg, Köln 1857. Friedrich Adrian Josef Thesmar: Stimme des verklärten Kaisers […] .[Erinnerungsgedicht auf Nikolaj Pavlovič, Kaiser von Rußland]. Hassel, Köln 1857. Die Pflichten der Gesetzgebung und des Staates gegenüber den Privat-Irrenanstalten. In: Kölnische Zeitung. Beilage Nr. 256, 29. August 1858.siehe dazu: Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und Psychischgerichtliche Medizin Die PrivatirrenanstaltenSiehe dazu Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung, zunächst für das Königreich Sachsen
Friedrich Hadrian Josef Thesmar: Gedichte. 3 Hefte. Lohse, Hannover 1865.Rezension in: Blätter für literarische Unterhaltung. 1862, S. 531.
Literatur Karl Bittel: Der Kommunistenprozeß zu Köln 1852 im Spiegel der zeitgenössischen Presse. Hrsg. und eingeleitet. Rütten & Loening, Berlin 1955, S. 48, 66, 149, 206–212, 228, 250, 281–283. Marcel Seyppel: Die Demokratische Gesellschaft in Köln 1848/49. Städtische Gesellschaft und Parteientstehung während der bürgerlichen Revolution. Janus, Köln 1991 (=Kölner Schriften zu Geschichte und Kultur 15) ISBN 3-922977-35-9 Bernd Haunfelder: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1849–1867 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 5). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5181-5, S. 252. Karl Marx an Friedrich Engels. 3. Januar 1869. Marx-Engels-Werke, Band 32, S. 242. Friedrich Engels an Marx 19. April 1869. Marx-Engels-Werke, Band 32, S. 307
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland) Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1810 Kategorie:Gestorben 1895 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Köln) Kategorie:Ehrenmitglied eines Corps