Lurcy-Lévis ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Allier in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Arrondissement Moulins und zum Gemeindeverband Moulins Communauté.
Lage Die Gemeinde Lurcy-Lévis, zu dem auch mehrere Einzelgehöfte gehören, liegt an der Grenze zum Département Cher in der fruchtbaren und waldreichen Landschaft des nördlichen Bourbonnais in einer Höhe von etwa über dem Meer. Die Stadt Moulins befindet sich rund 40 Kilometer südöstlich, die bereits zu Burgund gehörende Stadt Nevers liegt etwa 45 Kilometer nordöstlich. Nachbargemeinden von Lurcy-Lévis sind Sancoins im Norden, Château-sur-Allier im Nordosten, Neure im Osten, Pouzy-Mésangy im Südosten, Couleuvre im Süden, Saint-Aignan-des-Noyers und Valigny im Westen sowie Augy-sur-Aubois im Nordwesten.
Geschichte Die Existenz des Ortes ist seit dem 11. Jahrhundert überliefert; der damalige Lehnsherr war Eudes de la Porte. Im 12. Jahrhundert entstand die romanische Kirche Saint-Martin. Im Jahr 1422 kam der Ort als Mitgift in den Besitz der ehemals bedeutenden Familie Lévis, deren Mitglieder lange Zeit Kammerherren der Herzöge des Bourbonnais waren. In der Folgezeit erlebte er einen kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwung, von dem noch das ehemalige Palais de Justice Zeugnis ablegt.
Bevölkerungsentwicklung Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner von etwa 2000 auf zwischenzeitlich über 4000 Personen an. Aufgrund der Reblauskrise im Weinbau und der Mechanisierung der Landwirtschaft sank die Einwohnerzahl der Gemeinde danach kontinuierlich bis auf die Tiefststände der letzten Jahrzehnte ab. Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013 2022Einwohner 2400 2429 2292 2294 2080 2092 2128 1963 1852 Quellen: Cassini und INSEE
Wirtschaft Jahrhundertelang lebten die Einwohner von Lurcy-Lévis als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau gehörte; hinzu kamen regionaler Kleinhandel und Handwerk. Während der Reblauskrise gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam der Weinbau zeitweilig völlig zum Erliegen, doch werden mittlerweile wieder Rot-, Rosé- und Weißweine produziert, die über die Appellation ‚Val de Loire‘ vermarktet werden. Einige der leerstehenden Häuser des Ortes wurden zu Ferienwohnungen (gîtes) umgebaut.
Sehenswürdigkeiten Der Kleeblattchor (Trikonchos) der ehemaligen Prioratskirche und heutigen Pfarrkirche Saint-Martin entstand im 12. Jahrhundert; das mit Spitzbögen versehene Querhaus, die rippengewölbte Vierung und das von einem riesigen Dachstuhl überspannte Kirchenschiff sind Werke des 14. Jahrhunderts. Das zweigeteilte und von Kielbögen bekrönte spätgotische Westportal wurde im 15. Jahrhundert hinzugefügt. Der Kirchenbau ist bereits seit dem Jahr 1937 als Monument historique anerkannt. Die ehemals dreiflügelige Anlage des Château de Lévis hat zwar ältere Ursprünge, stammt in ihrer heutigen Form jedoch überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert; sie befindet sich in Privatbesitz und ist seit dem Jahr 1945 als Monument historique eingestuft. Die Ursprünge des am Ortsrand gelegenen mittelalterlich anmutenden Château de Béguin liegen zwar im 15. Jahrhundert, doch entstammt sein heutiges Erscheinungsbild weitgehend den Restaurierungs- und romantisierenden Neuschöpfungsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts. Es dient heute als Nobelhotel und -restaurant. Von lokaler bzw. regionaler Bedeutung sind eine Radrennbahn (vélodrome) und ein Kleinflugplatz (aérodrome). Die Motorsport-Rennstrecke Circuit de Lurcy-Lévis befindet sich in der Gemeinde. Street Art City ist ein Kulturprojekt für urbane Kunst am Stadtrand. Schloss Le Neureux
Literatur
Weblinks
Notice Communale – EHESS () Lurcy-Lévis, Weinbau – Infos (französisch) Lurcy-Lévis, Château de Lévis – Foto + Infos (französisch) Lurcy-Lévis, Château de Béguin – Fotos (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Auvergne-Rhône-Alpes Kategorie:Ersterwähnung im 11. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1793 Kategorie:Weinbauort in Frankreich