Das Amt Fredeburg war ein Amt im Kreis Meschede in der Provinz Westfalen und in Nordrhein-Westfalen. Von 1817 bis zum Inkrafttreten der preußischen Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen von 1843 bestand das Amt als Bürgermeisterei und gehörte zuerst dem 1819 aufgelösten Kreis Medebach und bis 1832 dem Kreis Eslohe an. Das Amt wurde zum 1. Januar 1975 aufgelöst und in die Stadt Schmallenberg eingemeindet.
Geschichte Bürgermeisterei Fredeburg Das preußische Amt Fredeburg stand in Nachfolge des mittelalterlichen Amts und Gerichts Fredeburg im Quartal Bilstein im Herzogtum Westfalen. Zu der Bürgermeisterei gehörten um 1840 vier Kirchspiele mit neun Steuergemeinden. Die Ortschaften und Wohnplätze sind gemäß einer Statistik von Johann Georg von Viebahn, der besondere Plätze und Mühlen abweichend von der sonstigen Ortseinteilung besonders aufführt (zeitgenössische Schreibweise):Johann Georg von Viebahn: Ortschafts- und Entfernungs-Tabelle des Regierungs-Bezirks Arnsberg, nach der bestehenden Landeseintheilung geordnet, mit Angabe der früheren Gebiete und Aemter, der Pfarr- und Schulsprengel und topographischen Nachrichten. Ritter, Arnsberg 1841 (Digitalisat).
Kirchspiel und Steuergemeinde Berghausen: Berghausen, Brinkmanns Mühle (zu Berghausen), Arpe, Am Arper Bach (Mahlmühle, ohne Einwohner), Heiminghausen, Herscheid, Kückelheim, Mailar, Menkhausen, Niederberndorf, Jacobs Mühle (Ölmühle, ohne Einwohner) und Oberberndorf. Kirchspiel Wormbach Steuergemeinde Wormbach: Wormbach, Ebbinghof, Altehof, Obringhausen und Quelle der Wenne (keine Gebäude und Einwohner). Steuergemeinde Oberlandenbeck: Oberlandenbeck und Niederlandenbeck. Steuergemeinde Bracht: Bracht, Hebbecke, Werentrop, Am Witmekebach (Mahlmühle ohne Einwohner), Selkentrop und Felbecke. Steuergemeinde Huxel: Huxel. Steuergemeinde Werpe: Werpe und Harbeke. Steuergemeinde Niederfleckenberg: Niederfleckenberg, Am Wiesentroperbach (Mahlmühle ohne Einwohner) und Schulten Hammer (Stabeisenhammer ohne Einwohner). Kirchspiel und Steuergemeinde Dorlar: Dorlar, Piepers Mühle, Hofmanns Mühle (beide Mahlmühlen, zu Dorlar), Altenilpe, Sellinghausen, Nierentrop, Kirchilpe, Grimminghausen und Berghof. Stadtgemeinde Fredeburg: Altstadt, Neustadt, Amtsgütchen (Mahlmühle) und Im Buchhagen (Kapelle im Wald, ohne Einwohner).
1818 lebten zusammen 3.100 Einwohner in der Bürgermeisterei Fredeburg. Laut der Ortschafts- und Entfernungs-Tabelle des Regierungs-Bezirks Arnsberg besaß die Bürgermeisterei 1838 eine Einwohnerzahl von gesamt 3.534, die sich in 3.499 katholische, 30 evangelische und fünf jüdische Gemeindemitglieder aufteilte. Die Wohnplätze der Bürgermeisterei umfassten zusammen 26 Kirchen, zwölf öffentliche Gebäude/Schulen, 505 Wohnhäuser, 13 Fabriken und Mühlen und 445 landwirtschaftliche Gebäude.
Amt Fredeburg 1843 wurde aufgrund der preußischen Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen von 1841 aus der Bürgermeisterei Fredeburg das Amt Fredeburg gebildet.Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen 1841 (PDF-Datei; 1,6 MB) Das Amt umfasste zunächst die Stadt Fredeburg sowie die Landgemeinden Berghausen, Dorlar und Wormbach. Kurz darauf wurde 1844 die Ämterstruktur im Kreis Meschede korrigiert. Wormbach wechselte ins Amt Schmallenberg, dafür kamen die Landgemeinden Bödefeld-Land, Freiheit Bödefeld und Rarbach aus dem 1843 gegründeten und nun wieder aufgelösten Amt Bödefeld zum Amt Fredeburg.Zusammensetzung der Bürgermeisterei Bödefeld, Stand 1839
Das Amt bestand seitdem bis 1974 aus sechs Gemeinden: (Daten Stand 1887Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band X), Berlin 1887.) Gemeinde Ein-wohner davon weibl. davon männl. davon kath. davon ev. davon sonstwie christ. davon jüd. Fläche in Hektar davon Ackerland davon Wiesen davon Wald Wohn-plätze Wohn-gebäude Haus-haltungen Berghausen 964 465 499 962 2 2636 1087 223 906 11 166 166 Bödefeld-Land 870 445 425 868 2 3061 1138 203 1404 12 138 151 Freiheit Bödefeld 778 406 372 772 2 4 1818 246 100 1096 7 127 162 Dorlar 809 411 398 790 19 1818 840 124 517 11 139 150 Fredeburg 934 506 428 898 29 1 6 1329 365 96 639 2 137 196 Rarbach 814 430 384 810 1 3 3023 1156 179 1113 12 133 133
Das Amt wurde zum 1. Januar 1975 durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz aufgelöst. Seine Gemeinden wurden bis auf einige Flurstücke von Bödefeld-Land, die an die Gemeinde Bestwig fielen, der neuen Stadt Schmallenberg im Hochsauerlandkreis zugeordnet.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1839 3534 Einwohnerzahl der Bürgermeisterei Fredeburg in Ortschafts- und Entfernungs-Tabelle des Regierungs-Bezirks Arnsberg, 1841 1871 5145 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen 1871 1885 5169 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885 1895 5328 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1895 1910 6075 1933 6604 1939 6604 1950 9162 Volkszählung 1950 1961 8735 Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1970 9300
Einzelnachweise
Fredeburg Kategorie:Schmallenberg Kategorie:Geschichte (Hochsauerlandkreis) Fredeburg Kategorie:Aufgelöst 1974