mini|Oswaldhöhle mini|Reisekarte nach Muggendorf, 1843 mini|St. Laurentiuskirche

Muggendorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Wiesenttal im Landkreis Forchheim (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Muggendorf hat eine Fläche von 4,491 km². Sie ist in 913 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4919,16 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Haag.

Geographie Der ehemalige Markt bildet zusammen mit Streitberg den Kern der Gemeinde Wiesenttal. Der Ort liegt auf an der Wiesent. Nach diesem Ort hieß früher die Fränkische Schweiz auch Muggendorfer Gebürg. In der Nähe gibt es zahlreiche Tropfsteinhöhlen, die auch als Muggendorfer Höhlen bezeichnet werden. Zu diesen gehören u. a. die Rosenmüllerhöhle, die Oswaldhöhle, die Witzenhöhle, die Wundershöhle und die Doktorshöhle. Auf dem Schützenberg bei Muggendorf befindet sich eine 300 Meter lange SkipisteMartin Droschke: Rudsch mir doch den Buggle runter …. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 21. Januar. mit Skilift.

Geschichte Muggendorf wurde um 1248/49 erstmals urkundlich erwähnt, als es zur Burg Neideck kam. Bis 1347, als Konrad II. von Schlüsselberg starb, hielt das Geschlecht der Schlüsselberger das Patronatsrecht. 1507 oder 1508 verkaufte Georg von Streitberg Muggendorf an den Markgrafen Friedrich II. von Brandenburg-Ansbach.www.dieter-zoeberlein.de: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie (abgerufen am 19. Oktober 2018) Als Teil des späteren Fürstentums Bayreuth wurde Muggendorf zur Reformationszeit evangelisch.

Ab 1922 war Muggendorf eine Station der Wiesenttalbahn. Damit konnte man mit der Eisenbahn über Ebermannstadt nach Forchheim fahren. Der planmäßige Betrieb wurde 1930 eröffnet, 1976 wurde die Strecke stillgelegt. Seit 1980 befährt die Dampfbahn Fränkische Schweiz die Strecke als Museumsbahn.Jürgen Dill:

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Muggendorf am 1. Januar 1972 zusammen mit anderen Dörfern zum Markt Wiesenttal vereinigt.

Baudenkmäler Neben der evangelischen St.-Laurentius-Kirche weist der Ortskern einige weitere sehenswerte Gebäude auf.

Bildung, Kultur Muggendorf hat eine Grundschule und ein Modellbahnmuseum (seit 1994) mit den Schwerpunkten Spur S (Firmen BUB und Stadtilm) und Spur 0 (Modelle von Bing, Kraus-Fandor, BUB, Heinrich Wimmer, Distler, Dressler, Beckh und Fleischmann).

Kürbisumzug Besonders sehenswert ist der sogenannte Kürbisumzug, der jedes Jahr zum Erntedankfest stattfindet. Zusätzlich zum Festumzug zur Mittagszeit gibt es einen weiteren, kleineren Umzug nach Einbruch der Dunkelheit. Die Kinder des Ortes und der umliegenden Dörfer tragen kunstvoll geschnitzte, von innen beleuchtete Kürbisse durch das Dorf. Die Schnitzkunst ist Teil des Lehrplans der Volksschule Wiesenttal.

Historische Abbildungen

Literatur

Johann Christian Rosenmüller: Die Merkwürdigkeiten der Gegend um Muggendorf. Unger, Berlin 1804. (Digitalisat)

Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018, Teil 2, S. 287–293, Teil 3, S. 79–82, S. 111–112.

Film Robby Mörre: Blechbahnträume aus Stadtilm. Dokumentation, MDR, 2011, 30 Min.

Weblinks

Muggendorf

Modellbahnmuseum Muggendorf

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Forchheim Kategorie:Ortsteil von Wiesenttal Kategorie:Geographie (Fränkische Schweiz) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Forchheim) Kategorie:Ersterwähnung 1248 Kategorie:Ehemaliger Markt in Bayern Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Wiesent (Regnitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Forchheim