Die Uniper SE [] ist eine börsennotierte Gesellschaft, die 2016 durch Abspaltung der konventionellen Stromerzeugung aus Kohle, Gas, Wasserkraft (ohne Kernenergie) und des globalen Energiehandels von E.ON entstanden ist. S. 8, Ziff. 1 Seit Dezember 2022 gehört Uniper zu 99,12 Prozent der Bundesrepublik Deutschland.

Das Unternehmen beschäftigt mehr als 7.000 Mitarbeiter in über 40 Ländern. Der Unternehmenssitz ist Düsseldorf. Dort ist das Hauptquartier im Capricorn-Haus (Holzstraße 6) im Medienhafen angesiedelt. Ein Drittel der Mitarbeiter ist in Deutschland beschäftigt.Michael Bauchmüller und Benedikt Müller:

Geschichte Gründung und Anfänge (2016–2021) Im Rahmen komplexer Umwandlungs- und Abspaltungsmaßnahmen bei E.ON, die überwiegend während der Jahre 2015 und 2016 stattfanden, entstand im April 2016 die Uniper SE (SE = Societas Europaea) als konzerninterne Gesellschaft.Eintragung im Handelsregister des AG Düsseldorf vom 14.04.2016 unter Nr. HRB 77425. Auf: Unternehmensregister Unterhalb der Uniper SE wurden die Uniper Beteiligungs GmbH und die Uniper Holding GmbH angeordnet. Letztere fungiert als Holdinggesellschaft für die operativen Unternehmen, S. 11, Schaubild der Beteiligungsverhältnisse. insbesondere die Uniper Kraftwerke GmbH. S. 184, Aufstellung des Anteilsbesitzesx. Im Juni 2016 entschieden die Hauptversammlungen der E.ON und der Uniper, Uniper von E.ON abzuspalten. S. 47, Ziff. 3.4.6. Die wirtschaftliche Ausgründung erfolgte durch eine rückwirkend zum 1. Januar 2016 gültige Übertragung des Uniper-Geschäfts auf 195 Millionen per Erhöhung des Sachkapitals geschaffene neue Aktien.Wertpapierprospekt, Abschnitt 4.2 Es war beabsichtigt, die Uniper im ersten Halbjahr 2017 von der E.ON zu entkonsolidieren. S. 115, Ziff. 8.1.2. Der Name Uniper ist ein Kunstwort aus unique („einzigartig“) und Performance („Leistungsfähigkeit“). Der Aufsichtsrat wählte den Namensvorschlag eines langjährigen Mitarbeiters aus rund 3000 eingebrachten Ideen aus. Der Börsengang der Uniper SE erfolgte am 12. September 2016.. In: Source For Alpha vom 15. September 2016. Die Aktie wurde einen Tag lang in den DAX einbezogen. Das Unternehmen startete mit rund 15.000 Mitarbeitern. Die Besitzer von zehn E.ON-Aktien erhielten kostenlos eine Uniper-Aktie. Nach dem ersten Jahr an der Börse verzeichnete das Energieunternehmen eine Verdopplung von Aktienkurs und Marktkapitalisierung.Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2017, In: Uniper SE Geschäftsbericht 2017, Geschäftsergebnisse, abgerufen am 16. Mai 2018.

Im Jahr 2017 stieg Uniper über die hundertprozentige Tochtergesellschaft LIQVIS GmbH in den Betrieb von LNG-Tankstellen in Deutschland ein.

Im November 2017 schloss Uniper die Veräußerung der Beteiligung am russischen Gasfeld Juschno-Russkoje ab. Der Uniper-Anteil von 25 Prozent wurde für 1749 Mio. Euro zuzüglich der übertragenen liquiden Mittel an die österreichische OMV-Gruppe veräußert.

Am 7. November 2017 unterbreitete die finnische Fortum ein Übernahmeangebot für Aktien von Uniper. Daraufhin beschloss E.ON am 8. Januar 2018, das Angebot für seine restlichen Anteile an Uniper anzunehmen. Neben den 46,65 % von E.ON gingen weitere 0,47 % an Fortum, für 22 Euro je Aktie. Zwischenzeitlich stieg der Aktienkurs auf einen Höchststand von 26 Euro, nachdem die Aktie mit einem Kurs von 13,12 Euro in das Jahr 2017 gestartet war. Die Übernahme von insgesamt 47,35 % durch Fortum ist nach Erteilung der Zustimmung verschiedener Behörden am 26. Juni 2018 vollzogen worden.

Nach Druck durch den aktivistischen Investor Elliott unter Paul Singer ließ Uniper die Hauptversammlung am 22. Mai 2019 über die Vorbereitung eines Beherrschungsvertrags abstimmen. Der Vertrag sollte Fortum die Kontrolle über Uniper ermöglichen.

Am 4. Juli 2019 haben Uniper und Energetický a Průmyslový Holding (EPH) die Vereinbarungen über den Verkauf der Uniper-Aktivitäten in Frankreich unterzeichnet. Der Verkauf umfasst das französische Vertriebsgeschäft von Uniper, zwei Gaskraftwerke in Saint-Avold (Lothringen), zwei Steinkohlekraftwerke in Saint-Avold und in Gardanne (Provence), das Biomasse-Kraftwerk „Provence 4 Biomasse“ in Gardanne sowie Wind- und Solarstromanlagen. Der neue Name des Unternehmens ist GazelEnergie.

Geschäftskrise und Verstaatlichung 2022 In Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 und der Reduzierung russischer Gaslieferungen als Reaktion auf die gegen Russland verhängten Sanktionen geriet Uniper in wirtschaftliche Schwierigkeiten, da bei deutlich reduzierter und verteuerter Lieferung von russischem Gas gleichzeitig die vertraglichen Lieferverpflichtungen weiterbestanden.Michael Gassmann: Ein Riese auf tönernen Füßen, Die Welt, 4. Juli 2022. WELT-Ranking-Deutsche Wirtschaft Abgerufen am 9. Juli 2022. Am 8. Juli 2022 stellte Uniper daher beim Bund einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen, um den Liquiditätsbedarf zu decken, die am 22. Juli 2022 bewilligt wurden. Die Bundesregierung und der finnische Mutterkonzern Fortum schnürten ein Stabilisierungspaket im Umfang von 15 Milliarden Euro:

Die Kreditlinie der staatlichen KfW für Uniper wird von 2 Milliarden auf 9 Milliarden Euro erhöht. Die Bundesrepublik Deutschland erwirbt im Zuge einer Kapitalerhöhung um rund 267 Millionen Euro eine Beteiligung von etwa 30 Prozent an Uniper zum Nominalwert von 1,70 Euro pro Aktie. Der Anteil von Fortum sinkt damit von knapp 80 Prozent auf etwa 56 Prozent. Bis zu 7,7 Milliarden Euro wird die Bundesrepublik Deutschland zudem über ein Pflichtwandelinstrument zur Verfügung stellen.René Höltschi: Was im deutschen 15-Milliarden-Hilfspaket für Uniper steckt, Neue Zürcher Zeitung: Rettungspaket für Uniper, NZZ online, 22. Juli 2022. Abgerufen am 26. Juli 2022.

Am 29. August 2022 teilte Uniper mit, dass die bewilligte KfW-Kreditlinie von neun Milliarden Euro ausgeschöpft sei und man eine Erhöhung um weitere 4 Milliarden Euro beantragt habe.Uniper beantragt weitere 4 Milliarden Euro, Frankfurter Allgemeine Zeitung: . Abgerufen am 29. August 2022. Am 21. September 2022 verständigte sich die Bundesregierung auf ein erweitertes Rettungspaket, das durch die Übernahme von rund 99 % der Uniper-Kapitalanteile durch den Bund eine Verstaatlichung bedeutet: Im Rahmen einer 8 Mrd. Euro umfassenden Kapitalerhöhung erwirbt der Bund eine Aktienbeteiligung zum Nominalwert von 1,70 Euro je Aktie. Der Bund übernimmt die Aktienbeteiligung von Fortum zum Nominalwert von 1,70 Euro je Aktie, was einem Kaufpreis von etwa 0,48 Mrd. Euro entspricht. Ein von Fortum gewährtes Gesellschafterdarlehen sowie eine Garantielinie werden durch Uniper zurückgezahlt bzw. abgelöst, da Fortum jeweils ein Kündigungsrecht bei einer Änderung der Beteiligungsstruktur hat. Die entstehende Liquiditätslücke wird durch Bundesmittel gedeckt. Der Bund sichert die Finanzierung des Unternehmens bis zur Umsetzung der Kapitalerhöhung. Die übrigen Auflagen der Vereinbarung vom 22. Juli gelten weiterhin, insbesondere Dividendenverbot und Vergütungsbeschränkungen für das Management. Das Paket konnte erst nach Erfüllen verschiedener regulatorischer Anforderungen und nach Genehmigung durch eine außerordentliche Hauptversammlung von Uniper umgesetzt werden und bedurfte der beihilferechtlichen Genehmigung durch die Europäische Kommission.

Am 25. Oktober 2022 sah sich der Konzern zu einer Mitteilung nach § 92 AktG gezwungen, da „nunmehr ein Verlust in Höhe von mehr als der Hälfte des Grundkapitals der Gesellschaft eingetreten ist“.Uniper SE: Uniper erwartet für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2022 signifikant negatives Ergebnis aufgrund von russischen Gaslieferbeschränkungen und zeigt Verlust gemäß § 92 AktG an. In: eqs.com vom 25. Oktober 2022. Zuletzt abgerufen am 26. Oktober 2022.

Verkäufe infolge der Geschäftskrise Die Europäische Kommission erteilte im Zuge der beihilferechtlichen Genehmigung im Dezember 2022 Verkäufe von Unternehmensbeteiligungen als Auflagen, die bis Ende 2026 abgeschlossen sein müssen: Verkauf des Steinkohle-Kraftwerks Datteln IV mit 1100 MW Leistung (2025 Einigung über Verkauf an ResInvest Group a.s.) Verkauf des Gaskraftwerk Gönyű im ungarischen Gönyű mit 428 MW Leistung (im Februar 2024 an Veolia verkauft) Verkauf des Fernwärmegeschäfts in Deutschland (Uniper Wärme GmbH; 2025 an Steag Iqony verkauftSteag Iqony Group übernimmt Uniper Wärme GmbH, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 4. August 2025, abgerufen am 31. August 2025.) Verkauf des Stromgeschäfts in Nordamerika mit Niederlassungen in Houston, Chicago und Calgary (bis Februar 2025 an mehrere Vertragspartner verkauftUniper hat die Veräußerung seines nordamerikanischen Stromportfolios abgeschlossen, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 5. Februar 2025, abgerufen am 1. Juli 2025.) Verkauf des Handelsgeschäftes mit Schiffstreibstoffen im Mittleren Osten (Uniper Energy DMCC) (Verkauf an ein Konsortium aus Montfort-Group und dem Private Office des Scheichs Ahmed Dalmook Al Maktoum per 31. Mai 2023)https://www.unternehmeredition.de/uniper-verkauft-geschaeftsbereich-marine-fuels/. Verkauf des internationalen Handelsgeschäftes mit Helium und Niederlassungen in Düsseldorf, Singapur und Houston Verkauf der 18-%-Beteiligung an der lettischen Gasgesellschaft Latvijas Gaze (2025 an Energy Investments SIA verkauftUniper verkauft seinen Anteil von 18,26 % an AS Latvijas Gaze an Energy Investments SIA, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 9. Juli 2025, abgerufen am 31. August 2025.) Verkauf der 20-%-Beteiligung an der BBL-Gaspipeline zwischen den Niederlanden und Großbritannien (im Mai 2023 an die Joint-Venture-Partner Gasunie und Fluxys verkauftUniper hat den Verkauf ihrer 20-prozentigen indirekten Beteiligung an der BBL-Pipeline abgeschlossen, uniper.energy, 15. Mai 2023, abgerufen am 2. Dezember 2024.) Verkauf der 20-%-Beteiligung an der OPAL-Pipeline Verkauf der 84-%-Beteiligung an der russischen Unipro (seit April 2023 unter staatlicher Kontrolle Russlands, Beteiligung abgeschrieben)

Im Januar 2025 wurde die LNG-Tankstellengesellschaft LIQVIS von Uniper an Envitec Biogas verkauft.EnviTec Biogas übernimmt Uniper-Tochter LIQVIS, Pressemitteilung, www.uniper.energy, 31. Januar 2025, abgerufen am 1. Juli 2025.EnviTec Biogas übernimmt Uniper-Tochter LIQVIS, Pressemitteilung, envitec-biogas.de, 31. Januar 2025, abgerufen am 1. Juli 2025.

Entwicklung der Aktionärsstruktur Im April 2016Aktionärsstruktur auf der Website der Uniper hielt E.ON über die E.on Beteiligungen GmbH 47 % der Aktien, 34 % waren zum selben Zeitpunkt im Besitz von institutionellen Investoren, 11 % lagen bei Privatanlegern. Die Halter der restlichen 8 % waren nicht identifiziert.

E.ON kündigte am 8. Januar 2018 an, ihren Anteil von 46,65 % an den Aktien der Uniper SE dem finnischen Energiekonzern Fortum anzudienen. Neben dem Aktienpaket von E.ON wurden Fortum im Rahmen des Übergabeangebots weitere 0,47 % der Aktien angedient.Wichtige Ereignisse im Geschäftsjahr 2017. In: Uniper SE Geschäftsbericht 2017, Geschäftsergebnisse, abgerufen am 16. Mai 2018, S. 2 f. Nach Erhalt behördlicher Genehmigungen ist die Übernahme dieses Anteils durch Fortum am 26. Juni 2018 abschließend vollzogen worden. Im Januar 2019 gab Fortum bekannt, dass sie am Jahresende 2018 49,99 % der Aktien hielt.

Am 8. Oktober 2019 gab Fortum bekannt, sich mit Elliott Management und Knight Vinke Energy Advisors über die Übernahme von weiteren 20,5 % der Anteile geeinigt zu haben. Nach behördlicher Zustimmung wurde die Transaktion im Volumen von 2,3 Mrd. Euro im März 2020 abgeschlossen.

Das Grundkapital der Gesellschaft war 2018 aufgeteilt in rund 366 Millionen Stückaktien. Die Anteile von Fortum wurden als Festbesitz angesehen, die übrigen Anteile galten als Streubesitz. Nach Presseinformationen vom Juli 2022 gehörte Uniper „zu 78 Prozent dem finnischen Konzern Fortum, an dem wiederum die Republik Finnland mit knapp 51 Prozent beteiligt ist“.