mini|300px|Ort und Burg Straßberg von Nordosten Straßberg (standarddeutsche Aussprache []) ist eine Gemeinde im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg (Deutschland). Zu Straßberg gehört der Teilort Kaiseringen mit rund 320 Einwohnern auf 474 Hektar Gemarkungsfläche.

Geographie Geographische Lage Straßberg liegt auf der südwestlichen Schwäbischen Alb zwischen Albstadt und Sigmaringen zwischen 660 und 900 Meter Höhe. Die Schmeie fließt durch die Gemeinde.

Nachbargemeinden Straßberg hat die Nachbargemeinden Winterlingen und Albstadt, die wie Straßberg zum Zollernalbkreis gehören. Die Gemeinde Stetten am kalten Markt grenzt ebenfalls an Straßberg, gehört aber zum Landkreis Sigmaringen.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Straßberg mit der früheren Gemeinde Kaiseringen gehören sieben Dörfer, Höfe und (Einzel-)Häuser. Zur früheren Gemeinde Kaiseringen gehören das Dorf Kaiseringen und das Gehöft Kalkwerk. Zur Gemeinde Straßberg in den Grenzen vom 30. November 1970 gehören das Dorf Straßberg, die Höfe Roßberg und Untermühle und die Häuser Neuhaus und Vogelherd.

Im Gemeindegebiet liegen mehrere abgegangene, heute nicht mehr bestehende Ortschaften. Im Gebiet der früheren Gemeinde Kaiseringen liegen die Wüstungen Felingen, Stubingen und Waldhof. Felingen wurde, nicht gesichert jedoch, als Fohelingin im Jahre 1178 erstmals erwähnt. 1400 wurde der Ort als Foelingen erwähnt. Stubingen wurde 1364 erstmals erwähnt und lag unterhalb von Kaiseringen. Der Ort existierte bis ins 15. Jahrhundert.

Im früheren Gebiet der Gemeinde Straßberg lagen die Ortschaften Harthof, Lenzenhütte oder Glashüttehof und Oitringen. Harthof, heute ein Flurname, wurde 1840 erbaut. Lenzenhütte oder Glashüttehof wurde 1907 abgebrochen. Oitringen lag unterhalb der Ödenburg und wurde 1264 erstmals erwähnt. Der Ort existierte wahrscheinlich bis ins 15. Jahrhundert.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4, S. 252–253.

Schutzgebiete

An der Gemeindegrenze zu Albstadt liegt entlang der Schmiecha das Naturschutzgebiet Eselmühle. Dieses ist auch Bestandteil des FFH-Gebiets Schmeietal, welches sich entlang der Schmiecha durch die gesamte Gemeinde zieht. Im Südwesten des Gemeindegebiets hat Straßberg zudem Anteil am FFH-Gebiet Truppenübungsplatz Heuberg und am Vogelschutzgebiet Südwestalb und Oberes Donautal.

Geschichte Vorgeschichte von Straßberg Auf der heutigen Gemarkung Straßberg konnten Zeugnisse menschlichen Lebens seit der späten Altsteinzeit (ca. 10.000 v. Chr.) ermittelt werden, die Funde lassen aber keine Schlüsse auf eine dauerhafte Besiedlung zu.

Die Römer, die um 80 n. Chr. den Alblimes erreichten, hinterließen in Straßberg Spuren. Man entdeckte im 19. Jahrhundert bereits römische Silbermünzen. 1933 wurde nordöstlich der Kirche St. Verena an der Weiherwiese ein römisches Bad aufgefunden. 1932 stieß man bei Kanalisationsarbeiten in der Nähe des Rathauses auf ein ca. 2 m starkes Gemäuer, diese Mauern könnten allerdings auch aus fränkischer Zeit stammen.

Zur Geschichte der Alamannen stieß man 1958 bei Straßenbauarbeiten am Ortsausgang Straßberg Richtung Ebingen auf vier Reihengräber, die nach ihren Beigaben aus dem 7. Jahrhundert stammen dürften. Üblicherweise finden sich solche Gräber bei Orten die auf -ingen enden, so lag früher am Fuße der Ruine Schalksburg der Ort Oitringen, der im 16. Jahrhundert abgegangen ist.

„Burc“ im Mittelalter Mit einer Urkunde für das Kloster St. Gallen, ausgestellt am 31. Oktober 843, tritt Straßberg als „Burc“ in das Licht der geschriebenen Geschichte. In diesem Diplom schenkte ein Adalhart der Kirche der hl. Verena und anderer heiliger zu „Burc“ im Scherrgau seinen ererbten und erworbenen Besitz in Alamannien sowie in Dürkheim mit Ausnahme von sieben Hufen, jeweils eine in Schörzingen, Reichenbach, Trossingen, Mühlheim, Meßstetten, Storzingen und Ebingen, mit den darauf sitzenden Hörigen sowie dreißig weiterer Höriger, die er selbst oder seine Gattin auswählen sollten. Der Aussteller der Urkunde übertrug dann den Ort „Burc“ mit der dortigen Kirche und den darin befindlichen Reliquien und allem, was er ihr geschenkt hatte, dem Kloster St. Gallen. Adalhart nahm den gesamten Besitz gegen die Zahlung eines jährlichen Zinses in Höhe von sechs Denaren wieder zurück.

Der Aussteller behielt für sich und seine Erben jedoch ein ausdrückliches Auslösungsrecht vor. So sollten die Kinder mit zwölf Jahren die an St. Gallen übertragenen Güter mit den Hufen zu Schörzingen und Reichenbach auslösen. Die an die Kirche zu „Burc“ geschenkten Besitzungen sollten sie mit den Hufen zu Ebingen, Meßstetten und Storzingen zurücklösen dürfen. Adalharts Frau Swanaburg wiederum durfte die Güter bis zur Auslösung bei Bezahlung des Jahreszinses nutzen. Sollte Adalhart keine legitimen Erben haben, sollten die Güter für alle Zeiten an das Kloster St. Gallen und die Verenakirche fallen. Der Schenker dürfte dem fränkischen Reichsadel angehört haben und könnte ein Neffe oder zumindest naher Verwandter König Ludwig des Deutschen gewesen sein.

Die Erben Adalharts haben offensichtlich von ihrem Recht auf Rücklösung Gebrauch gemacht. Denn mit der Urkunde vom 1. Oktober 1005 übertrug König Heinrich II. dem vom Hohentwiel nach Stein am Rhein verlegten Georgenkloster aus ererbtem Besitz u. a. auch den Ort Purch mit Kirche und Zehnten und allem Zubehör. Hierbei könnte es sich nur um Burg an der Schmeie handeln, denn die Verenakirche und der Kirchensatz zu Straßberg befanden sich bis ins 16. Jahrhundert im Besitz des Klosters Stein am Rhein.

Straßberg vom Spätmittelalter bis in die Neuzeit In einer Beuroner Urkunde vom 22. April 1253 wurde u. a. auch der Besitz des Klosters in Straßberg erwähnt. Es ist die erste Nennung des Ortes links der Schmeie gegenüber dem alten Burg. Der Name könnte von der römischen und mittelalterlichen Straße stammen, die nördlich der Burg in steilem Stich vom Schmeiental auf das Plateau von Winterlingen führt.

Der Zeitpunkt, an dem das Stift Buchau in den Besitz der Burg und des Ortes Straßberg gelangt ist, liegt im Dunkeln. Erst eine Urkunde von 1345, in der die Äbtissin Anna von Buchau bezeugt, dass Graf Heinrich von Hohenberg ihre Burg und Stadt Straßberg, die dieser und seine Vorderen vom Stift Buchau zu Lehen hatten, aufgegeben und sie diese dem Ritter Rudolf zu Reischach verliehen habe, bringt etwas Licht ins Dunkel.

Seit wann die Grafen von Hohenberg Straßberg von Buchau als Lehen hatten, ist ebenfalls unklar. Das früheste Indiz hierfür bildet eine Urkunde von 1287, in der Graf Hugo von Hohenberg als Vogt des Hofs des Klosters Stein am Rhein in dem Ort Burg erscheint. 1340 stellte Graf Heinrich von Hohenberg in Straßberg eine Urkunde aus, worin er um 140 Pfund sein halbes Dorf Altingen verpfändete. Die seit 1345 neuen Besitzer, die Herren von Reischach, denen seit 1355 auch das Dorf Kaiseringen gehörte, bildeten ab 1374 aus dem Städtlein Straßberg und den Dörfern Kaiseringen und Frohnstetten die kleine Herrschaft Straßberg.

Als Erbschaft gelangte die Herrschaft 1420 an Hans von Stein gen. Schnellinger, der sie aber 1429 an Hans Schwelher den älteren zu Owen unter Teck veräußerte, womit ihn die Äbtissin von Buchau nachträglich belehnte. Auf Bitten seines Enkels, Peter Schwelher, übertrug die Äbtissin Barbara von Gundelfingen 1508 das Lehen Straßberg an den Ritter Wolfgang von Homburg. Er erhielt 1511 von Kaiser Maximilian I. für die Herrschaft Straßberg die hohe Gerichtsbarkeit verliehen, die danach auch regelmäßig den Inhabern der Herrschaft verliehen worden ist. Wolf von Homburg erließ 1528 auch die erste Rechtssatzung, eine Ordnung über Gebote und Verbote zu Straßberg und Kaiseringen.

Am 18. Februar 1532 verkaufte Wolf von Homburg die Herrschaft Straßberg, bestehend aus dem Buchauer Lehen Straßberg und den frei eigenen Dörfern Frohnstetten und Kaiseringen, mit Hoch- und Niedergericht, Wildbann und Jagdgerechtigkeiten für 10.000 Gulden an Dietrich Dieteg von Westerstetten. Im Jahre 1553 erfolgte die Belehnung durch die Äbtissin von Buchau. Die Herrschaft Straßberg blieb danach fast 100 Jahre im Besitz derer von Westerstetten und Drackenstein. Adolf und Ulrich Dieteg von Westerstetten gelang es mit der Urkunde vom 22. Mai 1559, für 1200 Gulden von Abt und Konvent des Klosters Stein am Rhein die Pfarrei und den Kirchensatz zu Straßberg mit Zehnten und Zinsen samt dem Hof zu Burg zu erwerben.

1619 stifteten Georg Dietrich von Westerstetten und seine Gemahlin Barbara Schenkin von Stauffenberg mit einem Kapital von 800 Gulden einen ewigen Jahrtag, der alljährlich am Dienstag nach Quasimodo mit zehn Priestern in der Pfarrkirche St. Verena begangen werden sollte. Mit Georg Dietrich von Westerstetten und Drackenstein, der gleichfalls über Lautlingen geboten hatte, starb 1625 die Straßberger Linie des Geschlechtes aus. Da die Äbtissin von Buchau, Katharina von Spaur, nicht gewillt war, die Verwandten des Verstorbenen zu belehnen, kam diese am 2. November 1625 unvermutet nach Straßberg, ließ sich von den Untertanen der drei Gemeinden huldigen und nahm somit die Herrschaft in ihren unmittelbaren Besitz.

Am 22. November 1625 erließ die Äbtissin den Spaurschen Gnadenbrief, als dessen wesentlicher Bestimmung die Entlassung der Untertanen aus der Leibeigenschaft gilt. Zwischen 1635 und 1650 ließ Katharina von Spaur im Vorhof der Burg die Schlosskapelle bauen, für die 1691 die Äbtissin Maria Theresia von Sulz eine Kaplanei zu Ehren der hl. Jungfrau Maria und des hl. Johannes Baptista stiftete. Die Auseinandersetzungen mit den von Westerstetten zogen sich noch bis 1656 hin. Das Stift Buchau verwaltete die Herrschaft Straßberg bis zur Säkularisation 1803 selbst.

Unter der Äbtissin von Spaur hielt auch der Dreißigjährige Krieg in die Raumschaft Straßberg Einzug. 1633 wurde der Ort von Herzog Julius von Württemberg eingenommen. 1634 schenkte Königin Christine von Schweden dem Obristen Martin von Degenfeld für seine Kriegsdienste und rückständigen Sold die Herrschaften Lautlingen und Straßberg, eine Schenkung, die allerdings 1634 infolge der Schlacht bei Nördlingen wieder hinfällig wurde. Am 21. Dezember 1637 heiratete in der Pfarrkirche St. Verena Jan von Werth die Gräfin Maria Isabella von Spaur, eine Nichte der Äbtissin von Buchau. Am 25. April 1737 konnte man nach mehreren Anläufen den Grundstein für die bereits 1717 als ruinös bezeichnete Pfarrkirche St. Verena legen und mit dem Neubau unter Leitung des Baumeisters Christian Gosser aus Friedingen beginnen. Am 10. Oktober 1742 wurde die neue Kirche eingeweiht. 1745 ließ die Fürstäbtissin Maria Carolina von Königsegg Rothenfels vom Deutschordensbaumeister Johann Kaspar Bagnato das Amtshaus, das heutige Rathaus, errichten. Als Baumaterial wurden die Steine der Schlosskapelle verwendet, die Schlosskaplanei daraufhin in die Pfarrkirche St. Verena verlegt. 1783 ließ die Herrschaft vom Wachturm eineinhalb Stockwerke und vom Wohnhaus des Schlosses ein Stockwerk abbrechen.

Straßberg unter den Fürsten von Thurn und Taxis und Hohenzollern-Sigmaringen