Die Ducati Scrambler 800 ist ein unverkleidetes Motorrad des italienischen Motorradherstellers Ducati. Die Scrambler wurde auf der World Ducati Week (WDW) in Misano und auf der Intermot 2014 vorgestellt und wird seit 2014 in Bologna hergestellt.

Geschichte Ducati baute von 1962 bis 1976 Scrambler mit Hubräumen von 250, 350 und schließlich 450 Kubikzentimetern, die vor allem in den Vereinigten Staaten verkauft wurden. Als Hommage an die Motorräder aus den 1960er Jahren ist in die Kraftstofftankdeckel „Born in 1962“ eingraviert und das Zündschloss in das Scheinwerfergehäuse integriert. Ducati bezeichnet diesen Stil als „Post-Heritage“.

Varianten Die Scrambler wird verschiedenen Varianten angeboten. Der Saugmotor, der Rahmen, Schwinge, Gabel und Bremsen sind bei allen Modellen, bis auf Sixty2, gleich. Sie unterscheiden sich durch austauschbare Komponenten wie Guss- oder Drahtspeichenräder, drei verschiedene Sitzbänke, Auspufftopf mit kurzem Einzel- oder Doppelrohr, herkömmlichen Heckkotflügel oder seitlich an der Hinterradnabe angebrachte Radabdeckung, Lenker mit oder ohne Mittelstrebe, vier verschiedene Vorderradkotflügel und die seitlichen Kraftstofftankblenden. + Übersicht der Ducati Scrambler ModellvariantenModellbezeichnungEinführung im ModelljahrLetztes ModelljahrEigenschaftenIcon2015Basismodell, Gußräder, austauschbare Tank-SeitenabdeckungenClassic20152018Hoher Kennzeichenhalter, Metall-Schutzbleche, SpeichenräderFull Throttle20152020Termignoni Auspuff Anlage, vorne Mini-Kotflügel, Sitzbank im Flat-Track-Stil, GußräderUrban Enduro20152016Lenkerquerstrebe, hoher Kotflügel vorne, Scheinwerfergitter, Motorschutz, SpeichenfelgenItalia Independent20152015Auf 1077 Stück limitiertes Sondermodell, farbiger Rahmen und farbige RäderFlat Track Pro20162016Flacher Lenker, vorne Mini-Kotflügel, Startnummerntafeln, GußräderCafe Racer20172020Speichenräder, Stummellenker, Lenkerspiegel, Startnummerntafeln, blaue SitzbankDesert Sled2017Nachfolger von Urban Enduro 19-/17-Zoll-Räder, Speichenräder, Federweg 200/200 mm, hoher Kotflügel vorn, Scheinwerfergitter, Motorschutz, hoher Kennzeichenhalter, Offroad-FußrastenSixty22017Kleinerer Motor mit 30 kW Leistung und 399 cm3 Hubraum, einfachere Federgabel und Stahlrohr-Hinterradschwinge, SpeichenräderMach 2.020182018Sondermodell, Design von Roland SandsIcon Dark2020Ähnlich Icon aber mit einfacherer AusstattungNightshift2021Nachfolger von Full Throttle und Cafe Racer, breiter Lenker, Speichenfelgen, seitliches NummernschildDesert Sled Fasthouse2021Auf 800 Stück limitiertes Sondermodell der Desert Sled, schwarze Speichenräder, roter Rahmen, geänderte Sitzbank, schwarz-graue LackierungUrban Motard2022Speichenräder, Startnummerntafeln, hoher Kotflügel vorn

Konstruktion Antrieb Der luft- und ölgekühlte Zweizylindermotor basiert auf dem Desmodue-Twin der Ducati Monster 796, hat jedoch eine geänderte Nockenwelle. Der quer eingebaute V-Motor hat einen Zylinderwinkel von 90 Grad und ist L-förmig eingebaut. Aus 803 cm³ Hubraum erzeugt der Viertaktmotor eine Nennleistung von bei einer Drehzahl von 8250 min−1 und ein maximales Drehmoment von 68 Nm bei 5750 min−1. Die Ventilüberschneidung beträgt 11 Grad. In den zwei Zylinderköpfen steuert jeweils eine zahnriemengetriebene, obenliegende Nockenwelle über eine Desmodromik das Ein- und Auslassventil.

Das Motorrad beschleunigt in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h.

Kraftstoffversorgung Die Gemischbildung erfolgt über eine elektronisch geregelte Saugrohreinspritzung. Die zwei Drosselklappen haben einen Durchmesser von 50 mm. Die 2-in-1-Auspuffanlage aus rostfreiem Stahl mündet auf der rechten Fahrzeugseite in einen Endschalldämpfer. Der von zwei Lambdasonden geregelte Katalysator senkt die Schadstoffkonzentration unter die Grenzwerte der Abgasnorm Euro-3. Der Kraftstofftank fasst 13,5 Liter, die theoretische Reichweite liegt auf Landstraße bei 293 km.

Fahrwerk Das Fahrwerk besteht aus einem stählernen Gitterrohrrahmen. Das Vorderrad wird von einer Upside-down-Teleskopgabel mit 41 mm Standrohrdurchmesser und 150 mm Federweg geführt und von einer 330 mm großen Bremsscheibe mit Vierkolben-Festsattel verzögert. Der Lenkkopf hat einen Winkel von 66 Grad, der Nachlauf beträgt 112 mm. Die Sitzposition ist aufrecht.

Die Hinterradführung besteht aus einer Doppelarmschwinge aus Stahlrohr mit einem linksseitig angeschlagenen, verstellbaren Mono-Federbein, das maximal 150 mm einfedert. Das Federbein an der Hinterradschwinge ist direkt angelenkt und neigt zum Unterdämpfen. Das Trockengewicht beträgt 170 kg, das Leergewicht 186 kg und die Zulässige Gesamtmasse 390 kg.

Das serienmäßige, abschaltbare Antiblockiersystem MP9.1 von Bosch unterstützt die Verzögerung.

Mechatronik Der Rund-Scheinwerfer und das Rücklicht sind in LED-Technik ausgeführt. Im Cockpit zeigt ein digitales Rundinstrument die Geschwindigkeit an. Unter der Sitzbank befindet sich ein USB-Anschluss. Eine Gang- und Kraftstoffanzeige wurde ab Modelljahr 2019 realisiert.

Marktpositionierung Nach Florian Pillau hat die Motorrad-Retrowelle Im Marktsegment der Scrambler konkurriert die Ducati mit der Triumph Scrambler, die seit 2006 auf dem Markt ist, der Moto Guzzi V7 Scrambler und der BMW R nineT Scrambler. Im Bereich der Retro-Motorräder werden zudem noch Roadster von BMW, Honda, Kawasaki und Moto Guzzi angeboten.

Ducati setzt für gewöhnlich auf Werte wie Supersport und Premium, weshalb der Hersteller die Scrambler in Darstellung und Auftritt von den anderen Produktreihen absetzt und auf einer eigenen Webseite vermarktet. Für den Motorradtester Clemens Gleich ist die Scrambler .

Nach Paul Owen ist die Scrambler im Hinblick auf , Sitzposition und Fahrwerk am ehesten mit der Suzuki TS 400 (1971–1979) zu vergleichen, Clemens Gleich fühlt sich durch die „liebevoll retro-gestaltete, konservative Geometrie“ an die Yamaha SR500 (1978–1999) erinnert.

Kritiken

Literatur

Weblinks

Website des Herstellers

Einzelnachweise

Scrambler 800