Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der englischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften. England wurde bisher zweimal Zweiter und einmal Dritter und erreichte noch einmal das Halbfinale bei der Heim-EM 1996. 2021 wurde erstmals das Finale erreicht.

Die Nationalmannschaft bei Europameisterschaften Übersicht England nahm 2024 zum elften Mal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil und erreichte durch die Finaleinzüge 2021 und 2024 die bisher besten Ergebnisse. Beste Resultate zuvor waren im Jahr 1968 der dritte Platz und bei der EM im eigenen Land im Jahr 1996 schied sie erst im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen den späteren Sieger Deutschland aus.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1960 Frankreich nicht teilgenommen 1964 Spanien nicht qualifiziert in der Vorrunde an Frankreich gescheitert, das sich auch nicht für die Endrunde qualifizieren konnte 1968 Italien Spiel um Platz 3 UdSSR Dritter Sir Alf Ramsey 1972 Belgien nicht qualifiziert im Viertelfinale am späteren Europameister Deutschland gescheitert 1976 Jugoslawien nicht qualifiziert in der Qualifikation am späteren Europameister Tschechoslowakei gescheitert 1980 Italien Vorrunde Belgien, Italien, Spanien 6.* Ron Greenwood nach je einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage als Gruppendritter ausgeschieden 1984 Frankreich nicht qualifiziert in der Qualifikation an Dänemark gescheitert 1988 BR Deutschland Vorrunde Irland, Niederlande, UdSSR 7.* Bobby Robson nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden 1992 Schweden Vorrunde Dänemark, Frankreich, Schweden 7.* Graham Taylor nach zwei Remis und einer Niederlage gegen Gastgeber Schweden als Gruppenletzter ausgeschieden 1996 England Halbfinale Deutschland 3.* Terry Venables Niederlage im Elfmeterschießen gegen den späteren Europameister 2000 Niederlande und Belgien Vorrunde Deutschland, Portugal, Rumänien 11.* Kevin Keegan nach einem Sieg gegen den Titelverteidiger und zwei Niederlagen als Gruppendritter ausgeschieden 2004 Portugal Viertelfinale Portugal 5.* Niederlage im Elfmeterschießen gegen den Gastgeber und späteren Vizeeuropameister 2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert in der Qualifikation an Kroatien und Russland gescheitert 2012 Polen und Ukraine Viertelfinale Italien 5.* Roy Hodgson Gruppensieger nach einem Remis gegen Frankreich sowie Siegen gegen Schweden und Co-Gastgeber Ukraine; erneutes Ausscheiden nach Elfmeterschießen 2016 Frankreich Achtelfinale Island 12.* Roy Hodgson Mit einem Sieg gegen den späteren Gruppensieger Wales und zwei Remis gegen Russland und die Slowakei als Gruppenzweiter die K.-o.-Runde erreicht. 2021 Europa Finale Italien Zweiter Platz Gareth Southgate England stellte mit dem Wembley-Stadion die Spielstätte für drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale sowie die beiden Halbfinalspiele und das Finale, musste sich aber wie alle anderen UEFA-Mitglieder für die EM qualifizieren, was am vorletzten Spieltag gelang. Gegner in der Gruppenphase waren Kroatien, Tschechien und Schottland, das sich über die Playoffs qualifizierte. Mit zwei Toren bei zwei Siegen und einem Remis erreichten sie das Achtelfinale gegen Deutschland, das mit 2:0 gewonnen wurde. Nach Siegen gegen die Ukraine und Dänemark wurde das Finale erreicht. 2024 Deutschland Finale Spanien Zweiter Platz Gareth Southgate Gruppensieger in der Qualifikation vor Italien, der Ukraine, Nordmazedonien und Malta. Gruppengegner bei der Endrunde waren in der Gruppenphase Dänemark, Serbien und Slowenien, im Achtelfinale die Slowakei, im Viertelfinale die Schweiz.

Endrunden mit vier Teilnehmern EM 1960 Für die Fußball-Europameisterschaft 1960, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, hatte die FA ihre Nationalmannschaft nicht gemeldet.

EM 1964 Vier Jahre später wollte dann auch England teilnehmen und da mehr Mannschaften als 1960 teilnahmen, wurde dem Achtelfinale eine Vorrunde vorgeschaltet. Vor der Qualifikation wurde Sir Walter Winterbottom nach insgesamt 139 Spielen unter seiner Verantwortung von Alf Ramsey als Teammanager abgelöst. In der Vorrunde trafen die Engländer auf Frankreich. Nach einem 1:1 in London verloren sie in Paris mit 2:5. Frankreich setzte sich dann im Achtelfinale zwar gegen Bulgarien durch, scheiterte im Viertelfinale an Ungarn. Ramsay blieb aber im Amt und führte England 1966 zum WM-Titel.

EM 1968 Für die Fußball-Europameisterschaft 1968 wurden in der Qualifikation erstmals Gruppenspiele angesetzt. Der frisch gebackene Weltmeister England musste gegen die drei anderen britischen Mannschaften antreten und die EM-Qualifikation galt dann gleichzeitig als British Home Championship. England verlor zwar das Heimspiel gegen die Schotten, gewann aber vier der sechs Spiele und erreichte zudem ein Remis in Schottland. Da die Schotten in Wales nur ein Unentschieden erreichten und in Nordirland verloren, hatten die Engländer am Ende einen Punkt mehr und waren für das Viertelfinale qualifiziert. Hier trafen sie auf Titelverteidiger Spanien und setzten sich mit zwei Siegen (1:0 und 2:1) durch, womit sie für die Endrunde der besten Vier qualifiziert waren. Diese fand in Italien statt und England musste gegen die Jugoslawen antreten. Weltmeister England, der noch mit 11 Spielern aus dem WM-Kader anreiste, musste aber auf den dreifachen Finaltorschützen Geoff Hurst und Nobby Stiles verzichten, die sich wenige Tage zuvor bei der WM-Revanche und ersten Niederlage gegen Deutschland verletzt hatten.uefa.com: „Jugoslawien besiegt Weltmeister England“ Daher wurde die englische Mannschaft defensiv aufgestellt und 85 Minuten lang neutralisierten sich beide Mannschaften. Dann gelang zunächst den Jugoslawen das 1:0 und eine Minute später wurde Alan Mullery als erster Engländer in einem Länderspiel vom Platz gestellt. Mit 10 Spielern konnte der Weltmeister in den verbleibenden drei Minuten das Spiel nicht mehr drehen. Im folgenden Spiel um Platz 3 trafen sie auf die UdSSR, die nur durch einen Losentscheid das Halbfinale gegen Gastgeber Italien verloren hatte. Bobby Charlton und WM-Held Geoff Hurst, der nun wieder eingesetzt wurde, erzielten die ersten beiden EM-Tore für England und mit 2:0 wurde England EM-Dritter, eine Platzierung, die sie bis heute nicht mehr übertreffen konnten.uefa.com: „England nach Sieg gegen UdSSR Dritter“

EM 1972 Für die EM-Endrunde 1972 konnte sich England dann wieder nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit der Schweiz, Griechenland und Malta wurde mit fünf Siegen und einem Remis ohne Niederlage zwar der erste Platz belegt, im Viertelfinale verloren sie aber erstmals im Wembley-Stadion gegen Deutschland. Das 1:3 konnten sie dann im torlosen Rückspiel nicht ausgleichen. Deutschland fuhr damit zur EM-Endrunde und wurde erstmals Europameister.

EM 1976 1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, England scheiterte diesmal bereits in der Gruppenphase an der Tschechoslowakei. Portugal und Zypern, das alle Spiele verlor, landeten auf Platz 3 und 4. Entscheidend für das Ausscheiden war auch ein torloses Remis im Heimspiel gegen Portugal. Die Tschechoslowakei erreichte dann die EM-Endrunde und konnte Titelverteidiger und Weltmeister Deutschland im Elfmeterschießen bezwingen.

Endrunden mit acht Teilnehmern EM 1980 In der Qualifikation für die Europameisterschaft in Italien, die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde, trafen die Engländer in der Gruppe auf Dänemark, Nordirland, Irland und Bulgaren. England setzte sich souverän mit sieben Siegen und einem Remis ohne Niederlage durch und war damit als Gruppensieger für die Endrunde qualifiziert.

Bei der Endrunde fand nun erstmals eine Gruppenphase statt, bei der je vier Mannschaften einmal gegen jede andere spielten und die beste Mannschaft jeder Gruppe direkt das Finale erreichte, während die zweitbeste Mannschaft das letztmals ausgetragene Spiel um Platz 3 bestritt. England traf im ersten Spiel auf Belgien, das die Abseitsfalle perfekt beherrschte. Zwar konnten die Engländer diese bereits nach 26 Minuten knacken, aber drei Minuten später konnten die Belgier ausgleichen. Im zweiten Spiel gegen Gastgeber Italien verloren die Engländer durch ein Tor in der 79. Minute mit 0:1. Da Belgien gegen den dritten Gruppengegner Spanien gewonnen hatte und Italien zuvor gegen Spanien remis gespielt hatte, hatten die Engländer nach zwei Spielen selbst bei einem Sieg im letzten Spiel gegen Spanien keine Chance mehr, das Finale zu erreichen. Dieser Sieg gelang dann auch, da aber Belgien und Italien torlos blieben, hatten beide mehr Punkte als die Engländer. Als Gruppendritter war die EM damit für sie beendet. Kevin Keegan wurde immerhin mit 7 Toren, die er allerdings alle in der Qualifikation erzielte, Torschützenkönig des gesamten Wettbewerbs. Belgien erreichte aufgrund der mehr erzielten Tore das Finale, wo gegen Deutschland verloren wurde. Italien verlor das Spiel um Platz 3 gegen die Tschechoslowakei im Elfmeterschießen.

EM 1984 In die Qualifikation für die EM 1984 in Frankreich gingen die Engländer mit Bobby Robson, der das Amt nach dem Aus bei der WM 1982 übernommen hatte. Für die Europameisterschaft konnte sich England dann aber unter ihm nicht qualifizieren. In der Qualifikations-Gruppe mit Dänemark, Luxemburg, Griechenland und Ungarn wurden die Dänen überraschend Gruppenerster und gewannen dabei erstmals in England. England hatte im ersten Spiel in Kopenhagen nur ein 2:2 erreicht und hatte am Ende einen Punkt weniger als die Dänen, die dann auch in Frankreich bis ins Halbfinale vorstießen. Robson blieb aber im Amt und führte England zur WM 1986, bei der die Engländer durch die Hand Gottes ausschieden.

EM 1988 Für die Europameisterschaft in Deutschland sollte sich England gegen Jugoslawien, Nordirland und die Türkei qualifizieren. England setzte sich mit fünf Siegen und einem Remis ohne Niederlage durch und buchte das EM-Ticket.

In Deutschland wurden sie in eine Gruppe mit den Niederlanden, Irland und der UdSSR gelost. Das Auftaktspiel mussten die Engländer gegen die Iren bestreiten, die vom englischen WM-Helden Jack Charlton trainiert wurden. Charlton hatte die Iren erstmals zu einer Endrunde geführt und setzte vorwiegend auf Spieler mit irischen Wurzeln, die in England spielten. Dennoch galten die Engländer, die seit 1949 nicht mehr gegen Irland verloren hatten, als Favorit. In der 6. Minute mussten sie aber bereits das 0:1 hinnehmen, das die Iren dann bis zum Schluss verteidigten, wodurch Charlton in Irland zur Kultfigur wurde. Im zweiten Spiel gegen die Niederländer verloren die Engländer dann durch drei Tore von Marco van Basten mit 1:3 und mit ebendiesem Ergebnis verloren sie auch gegen die UdSSR. England schied damit als punktloser Gruppenletzter aus. Die Niederländer und die UdSSR trafen sich im Finale wieder, das die Niederländer, die das Gruppenspiel noch verloren hatten, für sich entschieden und erstmals Europameister wurden. Nationaltrainer Bobby Robson blieb im Amt und führte England zur WM 1990, bei der erstmals seit 1966 wieder das Halbfinale erreicht wurde.

EM 1992 In der Qualifikation für die EM 1992 traf England dann wieder auf Irland sowie Polen und die Türkei. Nationaltrainer war nun Graham Taylor, der den nach der WM 1990 zurückgetretenen Bobby Robson beerbte. England und Irland trennten sich zweimal 1:1 und beide verloren kein Spiel. Da England aber gegen die anderen Gegner drei Siege und ein Unentschieden gelangen, während die Iren nur zu zwei Siegen und zwei Unentschieden kamen, hatten die Engländer am Ende einen Punkt mehr und damit das EM-Ticket in der Tasche.