Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der bulgarischen Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften. Bulgarien konnte sich nur zweimal qualifizieren und scheiterte dann in der Gruppenphase.

Die Nationalmannschaft bei Europameisterschaften Übersicht Bulgarien nahm zweimal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil, jeweils an einer Endrunde mit 16 Teilnehmern.

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1960 Frankreich nicht qualifiziert Im Achtelfinale am späteren Vizemeister Jugoslawien gescheitert. 1964 Spanien nicht qualifiziert Im Achtelfinale an Frankreich gescheitert. 1968 Italien nicht qualifiziert Im Viertelfinale am späteren Gastgeber und Europameister Italien gescheitert. 1972 Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Vierten Ungarn gescheitert. 1976 Jugoslawien nicht qualifiziert In der Qualifikation am Titelverteidiger und späteren Vizemeister Deutschland gescheitert. 1980 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an England gescheitert. 1984 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Jugoslawien gescheitert. 1988 BR Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Irland gescheitert. 1992 Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schottland gescheitert. 1996 England Vorrunde Frankreich, Spanien, Rumänien – Dimitar Penew Nach einem Sieg gegen Rumänien, einem Remis gegen Spanien und einer Niederlage gegen Frankreich als Gruppendritter ausgeschieden. 2000 Niederlande und Belgien nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Schweden gescheitert. 2004 Portugal Vorrunde Dänemark, Italien, Schweden – Plamen Markow Nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden. 2008 Österreich und Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien und der Niederlande gescheitert. 2012 Polen und Ukraine nicht qualifiziert In der Qualifikation an England und Montenegro gescheitert. 2016 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation trifft Bulgarien auf Italien, Kroatien, Norwegen, Aserbaidschan und Malta. Bereits nach 8 Spielen konnte sich Bulgarien nicht mehr qualifizieren. 2021 Europa nicht qualifiziert Bulgarien hatte sich mit dem Wassil-Lewski-Nationalstadion für drei Gruppenspiele und ein Achtel- oder Viertelfinalspiel beworben, wurde aber nicht berücksichtigt. In der direkten Qualifikation scheiterten die Bulgaren an England und Tschechien, haben aber noch die Chance sich über die Playoffs zu qualifizieren. 2024 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation Gruppenletzter hinter Ungarn, Serbien, Montenegro und Litauen.

Endrunden mit vier Teilnehmern EM 1960 Für die Fußball-Europameisterschaft 1960, die noch als „Europapokal der Nationen“ ausgetragen wurde, musste sich Bulgarien über das Achtelfinale gegen Jugoslawien qualifizieren. Nach einem 0:2 in Belgrad reichte das 1:1 in Sofia, bei dem Todor Diew das erste Qualifikationstor für die Bulgaren erzielte,Bulgarien – Jugoslawien 1:1 (0:0) nicht um die nächste Runde zu erreichen. Jugoslawien erreichte dann die Endrunde und verlor im ersten Endspiel gegen die UdSSR.

EM 1964 Als vier Jahre später schon mehr Mannschaften teilnahmen, wurde dem Achtelfinale eine Vorrunde vorgeschaltet. In dieser trafen die Bulgaren auf Portugal. Nachdem beide ihre Heimspiele mit 3:1 gewonnen hatten, gab es ein Entscheidungsspiel in Rom, das die Bulgaren mit 1:0 gewannen. Im Achtelfinale war dann Frankreich der Gegner. Bulgarien legte in Sofia ein 1:0 vor, das die Franzosen aber mit einem 3:1 in Paris überboten. Frankreich scheiterte dann aber im Viertelfinale an Ungarn.

EM 1968 Für die Fußball-Europameisterschaft 1968 wurden in der Qualifikation erstmals Gruppenspiele angesetzt. Bulgarien musste gegen Portugal und die beiden skandinavischen Nachbarn Schweden und Norwegen antreten. Bulgarien gewann als einzige Mannschaft alle Heimspiele sowie in Schweden und erreichte zudem zwei torlose Remis in Norwegen und Portugal, womit Bulgarien Gruppensieger wurde. Im nun als nächste Qualifikationsstufe stattfindenden Viertelfinale trafen sie auf Italien und mussten wieder vorlegen. Das 3:2 in Sofia war aber nicht ausreichend, da die Italiener in Rom ein 2:0 erreichten. Damit war Italien für die Endrunde der besten vier Mannschaften qualifiziert, wurde als Gastgeber bestimmt und konnte zum bisher einzigen Mal den Titel gewinnen. Damit war Italien die erste Mannschaft, die Weltmeister, Olympiasieger und Europameister wurde. Für die Bulgaren war der Viertelfinaleinzug bis 1996 das beste Ergebnis.

EM 1972 Für die EM-Endrunde 1972 konnte sich Bulgarien nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit Olympiasieger Ungarn, Frankreich und Norwegen wurde nur der zweite Platz hinter den Ungarn belegt. Entscheidend dafür war insbesondere die 0:2-Niederlage in Ungarn. Die Ungarn konnten sich dann über das Viertelfinale für die Endrunde qualifizieren, wo sie letztlich Vierter wurden – ihre bis heute letzte Platzierung unter den besten Vier bei einer EM oder WM.

EM 1976 1976 wurde die Endrunde letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, Bulgarien belegte in der Qualifikationsgruppe 8 hinter Titelverteidiger und Weltmeister Deutschland und Griechenland vor Malta, gegen das die einzigen Siege gelangen nur Platz 3. Immerhin gelang mit dem 1:1 im Heimspiel gegen Deutschland ein Achtungserfolg. Deutschland erreichte dann erneut die Endrunde und das Finale, verlor dieses aber im Elfmeterschießen gegen die Tschechoslowakei.

Endrunden mit acht Teilnehmern EM 1980 Für die Europameisterschaft in Italien, die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde, konnte sich Bulgarien auch nicht qualifizieren. In einer Gruppe mit England, Nordirland, Irland und Dänemark belegten die Bulgaren nur Platz 4 und konnten nur die Heimspiele gegen Irland und Dänemark gewinnen. England erreichte als Gruppensieger die Endrunde, scheiterte dort aber in der Gruppenphase.

EM 1984 Für die Europameisterschaft in Frankreich qualifizierte sich Bulgarien ebenfalls nicht. In einer Gruppe mit Jugoslawien, Wales und Norwegen reichte es nur zum dritten Platz, da das letzte entscheidende Spiel in Jugoslawien mit 2:3 verloren wurde. Jugoslawien erreichte damit als Gruppensieger die Endrunde, scheiterte dort aber in der Gruppenphase ohne einen Punkt zu gewinnen.

EM 1988 Für die Europameisterschaft in Deutschland sollte sich Bulgarien gegen Irland, Bulgarien, Schottland und Luxemburg qualifizieren. In einer sehr ausgeglichenen Gruppe, in der nur Luxemburg kein Spiel gewann, wurde Bulgarien durch ein 0:1 im letzten Heimspiel gegen Schottland nur Zweiter und verpasste die EM. Aber auch den Schotten nützte der Sieg nichts mehr und so erreichte Irland zum ersten Mal die EM-Endrunde.

EM 1992 In der Qualifikation für die EM 1992 musste Bulgarien gegen Schottland, die Schweiz, Rumänien und San Marino antreten, das erstmals teilnahm. Nach einem 0:2 in der Schweiz wurde zwar in Rumänien mit 3:0 gewonnen, danach gelangen aber nur noch Siege gegen San Marino, das auch gegen alle anderen Mannschaften verlor, so dass die Bulgaren in dieser ausgeglichenen Gruppe letztlich nur Vierter wurden. Gruppensieger wurden die Schotten, die sich damit erstmals für die Endrunde qualifizieren konnten, dort aber in der Gruppenphase ausschieden.

Endrunden mit 16 Teilnehmern EM 1996 mini|Briefmarke aus Aserbaidschan zum Spiel zwischen Spanien und Bulgarien Nachdem die Bulgaren unter Nationaltrainer Dimitar Penew bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 erstmals ein WM-Spiel gewannen, damit erstmals die Gruppenphase überstanden und sogar bis ins Spiel um Platz 3 vordrangen, konnten sie sich unter ihm auch erstmals für eine EM-Endrunde qualifizieren. Dabei trafen die Bulgaren in der Qualifikation auf Deutschland, das sie im WM-Viertelfinale überraschend ausgeschaltet hatten, Wales und Albanien sowie Georgien und Moldau, die erstmals teilnahmen. Bulgarien konnte dann auch die erste WM-Revanche in Sofia gegen Deutschland mit 3:2 gewinnen, verlor aber das Rückspiel in Hamburg mit 1:3, so dass Deutschland Gruppensieger und Bulgarien Zweiter wurde. Als zweitbester Gruppenzweiter waren die Bulgaren aber ebenfalls für die EM-Endrunde qualifiziert, die erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen wurde.

In England wurden die Bulgaren in eine Gruppe mit Frankreich, Spanien und Rumänien gelost. Im ersten EM-Spiel ihrer Geschichte gelang ihnen ein 1:1 gegen Spanien, wobei WM-Torschützenkönig Christo Stoitschkow mit einem verwandelten Strafstoß das erste EM-Tor für die Bulgaren gelang. Stoitschkow sorgte auch mit dem 1:0 bereits in der dritten Minute des nächsten Spiels gegen Rumänien für den bis heute einzigen EM-Sieg der Bulgaren und erzielte auch beim 1:3 gegen Frankreich im letzten Gruppenspiel den einzigen Treffer für die Bulgaren, die damit als Gruppendritter ausschieden. Mit seinen drei Toren gehörte Stoitschkow aber zu den vier zweitbesten Torschützen des Turniers. Qualifikationsgegner Deutschland konnte dagegen zum dritten Mal den Titel gewinnen. Nach dem Aus in der Vorrunde übergab Dimitar Penew das Amt de Nationaltrainers seinem Assistenten Christo Bonew, dem es gelang, die Bulgaren zur WM 1998 zu führen, wo die Bulgaren die Vorrunde aber nicht überstanden.

EM 2000 Für die EM 2000 konnten sich die Bulgaren dann wieder nicht qualifizieren. In die Qualifikation gingen sie unter Dimitar Dimitrow, der nach dem Vorrundenaus bei der WM 1998 das Amt des Nationaltrainers übernommen hatte. In einer Gruppe mit Schweden, England, Polen und Luxemburg gelangen ihnen nur zwei Siege gegen Luxemburg, das auch alle anderen Spiele verlor. Damit wurden die Bulgaren nur Vierter. Christo Stoitschkow beendete mit dem drittletzten Gruppenspiel, einem 1:1 gegen England, durch das die Bulgaren keine Chance mehr hatten sich zu qualifizieren, seine Nationalmannschaftskarriere.Hristo Stoichkov – Goals in International Matches Schweden und England qualifizierten sich für die EM, scheiterten aber in der Gruppenphase. Mit dem Scheitern in der Qualifikation endete die Amtszeit von Dimitar Dimitrow, sein Nachfolger wurde Stojtscho Mladenow, dem es aber nicht gelang, die Bulgaren zur WM 2002 zu führen, und daher bei der nächsten EM-Qualifikation schon nicht mehr im Amt war.

EM 2004 In der Qualifikation für die EM 2004 traf Bulgaren auf Belgien, Kroatien, Estland und Andorra. Bulgarien verlor nur das letzte Spiel in Kroatien als die Qualifikation schon gesichert war, wodurch aber Kroatien die Playoffs der Gruppenzweiten erreichte und sich darüber ebenfalls qualifizieren konnte.

In Portugal wurden die Bulgaren in eine Gruppe mit Schweden, Dänemark und Italien gelost. Im ersten Spiel gegen Schweden hielten sie eine halbe Stunde lang das 0:0, mussten dann aber noch fünf Tore hinnehmen und kassierten ihre höchste Niederlage in einem EM-Spiel. Das zweite Spiel gegen Dänemark verloren sie mit 0:2 und zudem Kapitän Stilian Petrow durch eine Gelb-rote Karte. Damit hatten die Bulgaren keine Chance mehr, sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Im letzten Gruppenspiel gelang dann zwar Martin Petrow durch einen Foulelfmeter gegen Italien in der 45. Minute das einzige Tor der Bulgaren bei dieser EM, aber Italien drehte das Spiel in der zweiten Halbzeit und gewann mit 2:1. Bulgarien schied damit als Gruppenletzter sowie einzige Mannschaft bei dieser EM ohne Punkt aus und verabschiedete sich für mindestens 12 Jahre von der EM-Bühne. Nationaltrainer Plamen Markow trat nach dem EM-Aus zurück, sein Nachfolger wurde Christo Stoitschkow, der aber wenig Erfolg hatte.

EM 2008