mini|Kloster Dietramszell Das Kloster Dietramszell ist ein ehemaliges Augustiner-Chorherren-Stift und heutiges Kloster der Salesianerinnen in Dietramszell in Bayern in der Erzdiözese München und Freising.
Geschichte mini|Kloster Dietramszell, ca. 1701 Das Maria und dem heiligen Martin geweihte Kloster wurde vermutlich vor 1098 durch Udalschalk, Abt des Benediktinerklosters Tegernsee, gegründet. Eymo (Egino) von Dieprechtskirchen und dessen Sohn unterzeichneten 1102 als Ministeriale des Klosters Tegernsee die Stiftungsurkunde des Klosters Dietramszell. Eine Bestätigung durch Papst Paschalis II. erfolgte mit Datum vom 7. April 1107.
Im 14. Jahrhundert erwarb Dietramszell eigenen Grundbesitz und erhielt außerdem 1330 von Kaiser Ludwig dem Bayern das Recht der niederen Gerichtsbarkeit über seine Untertanen und deren Güter.
Nachdem 1766 die Klosterökonomie abgebrannt war und der Siebenjährige Krieg seinen Tribut gefordert hatte, war das Kloster wirtschaftlich am Ruin. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst. Die Bibliotheksbestände, Musikalien und Gemälde wurden nach München abtransportiert. Die Hälfte des Klosters kam in Privatbesitz der Familie Schilcher, die andere Hälfte wurde Zentralkloster der Münchner Klarissen.
1831 bezogen Salesianerinnen aus Indersdorf diesen Teil der Gebäude, 1858 kam die gesamte Anlage in den Besitz der Salesianerinnen, die bis 1993 eine Mädchen-Realschule betrieben.
Stiftskirche Mariä Himmelfahrt mini|Stiftskirche Mariä Himmelfahrt Am 21. Juni 1729 legte Propst Dietram II. Hipper den Grundstein für den Bau einer neuen Stiftskirche als Wandpfeiler-Emporenhalle, deren Baumeister unbekannt ist, vermutet werden Magnus Feuchtmayer und Lorenz Sappel.
Bis 1741 wurde die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt im Stil des Rokoko fertig gestellt.
Im Deckenfresko vor dem Chorbogen ist die Gründungsgeschichte um den Priester Dietram abgebildet. Das Hauptfresko über dem Langhaus zeigt die Vision des hl. Augustinus als Ordenspatron, das Fresko über dem Altarhaus die hl. Dreifaltigkeit, über der Orgel die hl. Cäcilia und das himmlische Engelskonzert, die Zwickelfresken im Langhaus die vier Evangelisten und die Seitenkapellenfresken das Leben Mariens. Alle Fresken stammen aus der Werkstatt von Johann Baptist Zimmermann.
Das Hochaltarbild, ebenfalls von Johann Baptist Zimmermann, zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Auch die Seitenaltarbilder stammen von Zimmermann und seinem Schüler Martin Heigl. Die Bildhauerarbeiten an den Seitenaltären stammen von Franz Xaver Schmädl und Philipp Jakob Rämpl.
Die Stiftskirche schwebte lange in Gefahr, abgebrochen zu werden, bis sie 1851 anstelle der kleineren Martinskirche zur Pfarrkirche erklärt und damit gerettet wurde.
Orgel mini|Orgel 1848 errichtete der Orgelbauer Joseph Pröbstl in einem Orgelgehäuse von Johann Georg Hörterich aus dem Jahr 1750 eine Orgel mit 16 Registern auf zwei Manualen und Pedal, die 1985/86 durch Orgelbau Hubert Sandtner restauriert wurde.
Die Disposition lautet:Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 25. September 2026. I Positiv Flöte amabile 4′ Gedeckt 8′ Salicet 8′ Holzflöte 2′ Sesquialter II * II Hauptwerk Principal 8′ Octave 4′ Superoctave 2′ Mixtur IV ′ * Holzflöte 4′ Holzflöte 8′ Bordun 16′ Pedal Octavbaß 8′ Subbaß 16′ Principal 16′ Posaune 8′ *
Koppeln: I/P, II/P, I/II Bemerkungen: Schleiflade, mechanische Spiel- und Registertraktur, freistehender Spieltisch, Rokokoprospekt der Hörterich-Orgel von 1750, Veränderung bzw. Hinzufügung gegenüber dem Bestand von 1978, automatischer Trakturspanner
Ehemalige Pfarrkirche St. Martin 1717 wurde die Pfarrkirche St. Martin erbaut. Nachdem 1851 die größere Stiftskirche zur Pfarrkirche erklärt worden war, wurde St. Martin zur Klosterkirche.
Reihe der Pröpste mini|hochkant|Propst Dietram QuelleMichael Hartig: Die oberbayerischen Stifte, Band I: Die Benediktiner-, Cisterzienser- und Augustiner-Chorherrenstifte. Verlag vorm. G. J. Manz, München 1935, , S. 148. Dietram, 1107, 1123 Conrad Albert Englmar Eberhard I. Reinhard, 1180 Heinrich I. Otto, 1240 Rudiger, 1269 Wernher Ortolf, 1313, 1323 Eberhard II. Heinrich II., 1346 Ulrich I., 1355, † 1365 Johann I. Schleher, 1369, 1405 Liebhard Stainger, 1411, 1440 Johann II. Freinpülcher, 1440–1462 Ambros Prey, 1462, 1471 Johann III. Kyndler, † 1495 Ulrich II. Leysmiller, 1495–1520 Johann IV. Saxenkamer, 1520–1521 Augustin I. Miller, 1521–1551 Wolfgang I. Strobl, 1551 Leonhard I. Carl, 1571, † 1573 Caspar I. Schraivogl, 1573–1584 Johann V. Puchperger, 1584–1594 Paul Hirschauer, 1594–1614 Wolfgang II. Carl, 1615–1618 Caspar II. Stoffel, 1618–1626 Georg Wagner, 1626–1645 Augustin II. Aichler, 1645–1663 Augustin III. Schwaighart, 1663–1666 Hartmann Fischer (Piscator), 1666–1674 Floridus Gerbl, 1675–1683 Marcellin Obermayr, 1683 1683–1701: Administratoren aus Rottenbuch Eusebius von der Mill, 1701–1702 Peter Offner, 1702–1728 Dietram II. Hiepper, 1728–1754; erhielt 1741 die Pontifikalien Franz Kamm, 1754–1769 Leonhard II. Schwab, 1769–1777 Innocenz Deisserer, 1777–1798 Dietram III. Mauser, 1798–1799 Max Grandauer, 1799–1803, † 31. August 1828Franz Besnard: Literaturzeitung für die katholische Geistlichkeit, 25. Jahrgang: Dritter Band: Juli, August, September. Druck und Verlag von Joseph Thomann, Landshut 1834, S. 127.
Literatur Edgar Krausen: Das Augustinerchorherrenstift in Dietramszell. Im Auftrag des Max-Planck-Institutes für Geschichte bearb. von Edgar Krausen, Berlin und New York: de Gruyter 1988. In: Germania sacra (Historisch-statistische Beschreibung der Kirche des Alten Reiches, hrsg. vom Max-Planck-Institut für Geschichte, Redaktion: Irene Crusius), Neue Folge 24: Die Bistümer der Kirchenprovinz Salzburg: Das Bistum Freising, ISBN 3-11-010983-2. Siehe: , aufgerufen am 13. März 2016.
Weblinks
Fotos der Ausstattung der Klosterkirche und der daran angebauten Pfarrkirche, in der Warburg Institute Iconographic Database.
Einzelnachweise
Dietramszell Dietramszell Dietramszell Dietramszell Dietramszell Kategorie:Bauwerk in Dietramszell Kategorie:Baudenkmal in Dietramszell Dietramszell Kategorie:Sakralbau im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Kategorie:Organisation (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) Kategorie:Christentum im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Kategorie:Disposition einer Orgel