Hans Joachim von Schierstaedt (* 8. Mai 1858 in Groß-Lessen, Kreis Grünberg i. Schles., Provinz Schlesien; † 21. Dezember 1907 auf Gut Skyren bei Messow, Kreis Crossen, Provinz Brandenburg) war ein deutscher Rittergutsbesitzer und Parlamentarier.
Leben Joachim von Schierstaedt war Sohn des Rittergutsbesitzers, Stiftungskurators und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Friedrich von Schierstaedt und dessen Ehefrau Hedwig geb. von Bredow. Dann ging erWalter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H. 1705 - 1913. Hrsg. Verein der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie a.H., P. Riemann-Ludwigslust, Selbstverlag, Belzig / Brandenburg a.H. 1913, S. 312 f. Nr. 1380. der Ritterakademie Brandenburg. Viele Zöglinge seines Aufnahmejahrgangs dort machten eine Karriere als Gutsbesitzer, Offizier oder Politiker, u. a. namhaft Arnold Freiherr von Eckardstein, Hans Graf Finck von Finckenstein, Hans von Gundlach-Leizen, Friedrich Ritter von Rogister, Landrat Graf Ludwig von Schwerin.
Danach studierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin Rechtswissenschaft. 1881 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn.Kösener Korpslisten 1798 bis 1910. Hrsg. Karl Rügemer, Verlag der Academischen Monatshefte, Druck und Verlagsanstalt Carl Gerber GmbH München, Starnberg 1910, 19 Corps/549. Er war Besitzer des Ritterguts Skyren. In der Preußischen Armee erreichte er den Dienstgrad Rittmeister der Reserve.
Nachdem sein Vater am 6. Mai 1905 gestorben war, wurde Schierstaedt am 29. Juli 1905 in einer Nachwahl im Wahlkreis seines Vaters – Frankfurt 6 (Züllichau-Schwiebus, Krossen) – in das Preußische Abgeordnetenhaus nachgewählt. Das Mandat hatte er bis zu seinem Tod 1907 inne. Wie sein Vater gehörte er der Fraktion der Konservativen Partei an.
Nach der VerlobungPaul Freiherr von Roëll: Deutsches Adelsblatt. Wochen-Schrift für die Aufgaben des christlichen Adels - beider Confesseionen -. III. Jahrgang 1885, №. 1, F. A. Günther & Sohn, Berlin, Sonntag, den 4. Januar 1885, S. 10. im Dezember 1884, er war damals noch Leutnant im 2. Garde-Dragoner-Regiment Berlin, heiratete Schierstädt am 19. Juni 1885 in Berlin Dorothea Emilie Editha von Lamprecht (* 29. Dezember 1863 in Berlin). Dorothea und Joachim von Schierstädt hatten vier Kindern, Elisabeth-in Berlin geboren, Joachim, Leo und Friedrich-alle drei im pommerschen Schwartow geboren.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1908. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha November 1907, S. 665 f.
Literatur Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien. Band 3, Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 340. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1977. Band XIV, Band 66 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1977, ISBN 3-7980-0766-7, S. 417. G. G. Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821–1928. Selbstverlag, Druck Wailandt AG, Aschaffenburg 1928, S. 196. (Portrait) Friedrich Karl Devens, Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Selbstverlag, Düsseldorf 1902, S. 201. (Portrait)
Einzelnachweise
Kategorie:Landwirt (Deutschland) Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Rittmeister (Preußen) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1858 Kategorie:Gestorben 1907 Kategorie:Mann