Newpower Soul ist das dritte Studioalbum von The New Power Generation und zugleich das letzte Album der Band, das zu Prince’ Lebzeiten veröffentlicht wurde. Es erschien am 30. Juni 1998 über NPG Records in Kooperation mit Sony Music Entertainment. Prince komponierte alle Songs und übernahm den Leadgesang. Musikalisch ist das Album dem Contemporary R&B, Funk und Soul zuzuordnen; die Liedtexte thematisieren überwiegend Sexualität und Tanzen. Als Gastmusiker wirkten Chaka Khan, Clare Fischer, Clark Gayton, Doug E. Fresh, Larry Graham sowie das Blechbläserquintett Hornheads mit.

Musikkritiker bewerteten Newpower Soul überwiegend negativ. Auch kommerziell blieb das Album erfolglos und erreichte international weder einen Gold- noch einen Platinstatus. Die begleitende Tournee erwies sich ebenfalls als kommerzieller Misserfolg, da mehrere Konzerte in Europa nicht ausverkauft waren. Im Gegensatz zum Album wurde die Tournee von der Fachpresse jedoch mehrheitlich positiv aufgenommen.

Entstehung mini|Doug E. Fresh, 2008 Aufgrund von Differenzen mit dem Musiklabel Warner Bros. Records legte Prince 1993 seinen Künstlernamen ab und verwendete stattdessen bis 2000 ein unaussprechbares Symbol als Pseudonym. In dieser Zeit produzierte er unter anderem die Alben Goldnigga (1993), Exodus (1995) und Newpower Soul (1998) mit seiner Begleitband The New Power Generation. Newpower Soul wird jedoch oft als Soloprojekt bezeichnet: Prince ziert das Albumcover, schrieb alle Songs und übernahm den Leadgesang. Im Vergleich zu den vorherigen Alben sind die Beiträge von The New Power Generation auf Newpower Soul weitgehend nicht eindeutig.

Alle Titel wurden von Prince in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (Minnesota) aufgenommen, wobei Clare Fischer als Arrangeur und Dirigent von The NPG Orchestra Streichorchester-Overdubs für die Songs The One und Until U’re in My Arms Again hinzufügte. Diese Aufnahmen fanden in den O’Henry Sound Studios in Burbank, Kalifornien, statt.

Laut Toningenieur Hans-Martin Buff (* 18. Juni 1969, Garmisch-Partenkirchen) war The One der erste Song, den Prince nach der Veröffentlichung von Emancipation im November 1996 aufnahm und auf Newpower Soul veröffentlichte.Thorne (2012), S. 342. Im Mai 1997 nahm Prince dann die beiden Tracks (18x18px Like) Funky Music und Shoo-Bed-Ooh auf, die einen Monat später auf seiner Website Love4OneAnother.com als kurze Samples zum Download angeboten wurden.Uptown (2004), S. 205–206. Das am 12. August 1997 aufgenommene Stück Push It Up basiert auf einer unveröffentlichten Remix-Version von Jam of the Year, das ursprünglich auf Emancipation erschienen war. Ende August 1997 nahm Prince während einer Pause seiner Jam of the Year Tour den Song When U Love Somebody auf. Mitte November 1997 folgte Mad Sex, ebenfalls während einer Pause von der Jam of the Year Tour.Clerc (2023), S. 352.Uptown (2004), S. 212.Uptown (2004), S. 215.

Die beiden Titel Come On und Wasted Kisses nahm Prince zwischen Mai und Dezember 1997 auf, die genauen Daten sind jedoch unbekannt. Beide Songs waren bereits am 2. Januar 1998 bei einer After-Show-Party in New Orleans über die PA-Anlage zu hören.Uptown (2004), S. 218. Weitere Aufnahmen wie Freaks on This Side, Newpower Soul und Until U’re in My Arms Again erfolgten zwischen Mai 1997 und Februar 1998. Anfang Februar 1998 fügte das Blechbläserquintett Hornheads weitere Overdubs hinzu.Uptown (2004), S. 219. Im Mai 1998 nahm Prince im Paisley Park Studio eine Remix-Version von The One auf.Clerc (2023), S. 354.

Prince bezeichnete Newpower Soul als „einen persönlichen Meilenstein“ und beschrieb es in einem Interview vom 30. Juli 1998 sogar als „geistig politisch“ sowie als das „tollste“ Album, das er bis dahin aufgenommen hatte. Das von Melanie B geführte Interview veröffentlichte Prince ein Jahr später am 24. August 1999 unter dem Titel Beautiful Strange auf Videokassette.Hahn (2006), S. 297.Uptown (2004), S. 241.Thorne (2012), S. 347.

Im Gegensatz dazu bezeichnete Toningenieur Hans-Martin Buff Newpower Soul als Prince’ schlechtestes Album. Er sagte, dass das Album ein „härteres Funk-Album“ hätte sein können, und erinnerte sich an einen humorvollen Dialog mit Prince: „Der Tag, an dem Hans sagt: ‘Das kannst du doch besser!’, ist der Tag, an dem er gefeuert wird.“.Thorne (2012), S. 343.Azhar (2016), S. 96.

Vermarktung Im Jahr 1998 lud Prince einige Distributoren aus der Musikindustrie in sein Paisley Park Studio in Chanhassen ein, um Newpower Soul vorzustellen. Er plante, das Album über sein eigenes Label NPG Records zu vertreiben. Ein nicht namentlich genannter Händler berichtete dem US-Magazin Details, dass Prince für jedes Album zehn US-Dollar verlangte und empfahl, es für 12,99 US-Dollar im Handel zu verkaufen. Diese Preisvorstellung wurde jedoch von ihm und anderen Händlern als unrealistisch angesehen. Ein Händler äußerte sich kritisch: „Wie kann man mit nur drei Dollar Gewinn ein Produkt vertreiben?“. Die Logistik – wie das Transportieren der Schallplatten von Minneapolis nach New York (Entfernung ungefähr 1.635 km) – wurde ebenfalls als problematisch erachtet, und es gab „nicht genug Geld für alle Beteiligten“. Einige Händler konnten einen Preis von neun US-Dollar pro Album aushandeln, während andere den Preis auf acht US-Dollar drückten. Ein Händler äußerte Unmut: „Wäre ich einer derjenigen gewesen, die den vollen Preis gezahlt haben, und hätte später davon erfahren, wäre ich ziemlich verärgert gewesen.“ Prince’ damaliger Anwalt, L. Londell McMillan (* 1966), wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, dass Rabatte bei größeren Abnahmemengen gewährt wurden. Weitere Vorwürfe seien „absolut unwahr“, und die Preisgestaltung sei „branchenüblich“ gewesen.Ro (2011), S. 293.

Laut Details stimmte Prince zunächst den üblichen 60 Tagen Abrechnungszeitraum nach Erhalt der Alben zu, änderte jedoch nach 25 Tagen seine Meinung und verlangte eine Zahlung innerhalb von 30 Tagen. Ein Händler äußerte dazu, Prince habe „keine Ahnung, wie die Musikindustrie funktioniert“.

Prince verhandelte auch mit Verantwortlichen von Independent-Labels, die seine Pläne skeptisch betrachteten. Ein Vertreter äußerte, Prince versuche, ein Label zu führen, ohne das nötige Wissen zu besitzen. Viele hielten seinen Kampf gegen die etablierte Musikindustrie für ähnlich erfolglos wie den von Pearl Jam im Jahr 1994 gegen Ticketmaster, als die Band in einem Rechtsstreit gegen das Unternehmen verlor. Schließlich stimmte das Major-Label Sony BMG den vertraglichen Bedingungen von Prince zu und vertrieb Newpower Soul weltweit unter dem Interpreten The New Power Generation.

Nach eigenen Angaben verdiente Prince damals den größten Anteil der Bruttoeinnahmen von rund 140 Millionen US-Dollar, die ein Album samt Tournee einspielte. Er nannte jedoch keine genauen Zahlen, gab aber an, dass er zuvor „höchstens sieben Millionen US-Dollar“ erhalten hatte. Mit den Einnahmen aus Newpower Soul kaufte er seiner damaligen Ehefrau Mayte Garcia ein Herrenhaus in Marbella an der Costa del Sol, das sie jedoch 2006 wieder veräußerte.Ro (2011), S. 294.

Im Rahmen der Veröffentlichung von Newpower Soul gab Prince mehrere Fernsehinterviews, in denen er jedoch meist nicht über die Musik des Albums sprach, sondern über seine Entscheidung, sich von den Schallplattenfirmen zu befreien.Draper (2011), S. 176.

Gestaltung des Covers Auf dem Albumcover ist ausschließlich Prince abgebildet, nicht The New Power Generation. In seiner rechten Hand hält er ein Mikrofon, das in Form einer Schusswaffe gestaltet ist. Zudem trägt er eine Halskette und Ohrschmuck, die als Comiczeichnungen nachträglich eingefügt wurden. Das Booklet umfasst 14 Seiten und enthält weitere Fotos von Prince sowie von den damaligen Mitgliedern von The New Power Generation. Die meisten dieser Bilder sind ebenfalls im Comic-Stil gehalten. Alle Liedtexte sind im Booklet abgedruckt, mit Ausnahme des Hidden Tracks "Wasted Kisses". Dieser Song wird auf der CD-Hülle sowie auf der CD selbst nicht erwähnt, jedoch erscheint auf Seite elf des Booklets ein Cartoon, der die Worte „Wasted Kisses“ zusammen mit einem unauffälligen Vorspulsymbol zeigt, das auf den Track verweist.

Der Artdirector Steve Parke (* 1963) hatte ursprünglich eine andere Covergestaltung geplant und erklärte nach Prince’ Tod im Jahr 2016: „Ich wollte Newpower Soul auf schwarzem Velourspapier drucken, damit es wie ein Retro-Schwarzlicht-Poster wirkte. Prince jedoch bestand darauf: ‘Die Leute warten auf dieses Album’. Ich war mit dem fertigen Artwork nicht zufrieden. Wir hatten das Design zu schnell durchgepeitscht, und anschließend lagen die Alben sechs Monate im Lager.“ Er fügte hinzu, dass trotz allem Respekt vor Prince er und das Team manchmal „gerne ‚Fuck you‘ gesagt hätten“.Azhar (2016), S. 98.

Musik und Liedtexte mini|hochkant|links|Clark Gayton, 2009 Die Musik von Newpower Soul lässt sich den Genres Contemporary R&B, Funk und Soul zuordnen und enthält auch Elemente von Balladen. Dance-Songs wie das Titelstück und Push It Up verleihen dem Album eine partyorientierte Atmosphäre. Als Gäste wirken Chaka Khan, Clare Fischer, Clark Gayton, Doug E. Fresh, das Blechbläserquintett Hornheads und Larry Graham mit.

Die Liedtexte behandeln überwiegend Themen wie Sex und Tanzen. Prince verwendet sowohl sein charakteristisches Falsett als auch tiefere Stimmlagen. Die meisten Lieder sind melodisch vertont, wobei vereinzelt auch Sprechgesang vorkommt.Uptown (2004), S. 480–481. Newpower Soul Das Titelstück gehört zum Genre Funk und weist eine einfache Melodie auf. Der Titel wurde von Prince dem Song New Power Soul aus dem Vorgängeralbum Exodus (1995) entlehnt und greift eine Textzeile aus dem Track Big Fun von demselben Album auf. Der Liedtext von Newpower Soul handelt von Partys und Tanzen, und in einer Rap-Passage nennt Prince die Titel des Albums in der Reihenfolge ihrer Platzierung auf der Tracklist. Mad Sex Auch dieser Song gehört dem Funk-Genre an und enthält einen düsteren Groove. Der komplexe Bläserpart kontrastiert mit einer prägnanten Basslinie, und Prince’ Gesang ist ausdrucksstark. Der Text erzählt von einer Frau, die Prince von ihrer Vergangenheit berichtet, in der sie „wilden Sex am geilen Morgen und Nachmittag“ hatte. Until U’re in My Arms Again Diese R&B-Ballade wird als belanglos beschrieben, und Prince’ Gesang wirkt in Teilen pathetisch. Der Text drückt Herzschmerz aus und handelt vom Verlust eines geliebten Menschen. Medien spekulierten, dass der Song Prince’ Trauer über seinen verstorbenen Sohn Amiir (* 16. Oktober 1996; † 23. Oktober 1996) thematisiert. Textzeilen wie „Mein ganzes Leben lang habe ich niemanden so sehr gewollt wie dich“ und „Jeden Morgen stelle ich mir vor, wie du in deinem Bett schläfst“ verstärken diese Vermutung. Die Musik wirkt sentimental, übermittelt jedoch keinen tiefen Schmerz.Clerc (2023), S. 351. Prince hatte sich nie dazu geäußert, ob der Liedtext von Amiir handelt. When U Love Somebody Dieser Song ist eine Mischung aus Soul und Pop und bietet einen eingängigen Refrain. Die Horn Section wurde von Clark Gayton, Pierre Baptiste und Wayne DuMaine eingespielt, die Mitglieder von Prince’ Coverband „Days of Wild“ waren. Der Text handelt von der Vernachlässigung durch eine Frau, die Prince begehrt. Shoo-Bed-Ooh Im Vergleich zu den vorherigen Funk-Songs ist Shoo-Bed-Ooh langsamer und entspannter. Es basiert auf einem sich wiederholenden dreitönigen Refrain und handelt vermutlich von einer „grauhaarigen“ Prostituierten, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten in ihrem Auto übernachtet. Push It Up Dieser Funk-Song enthält eine Rap-Passage von Doug E. Fresh aus seinem Track Tonite’s the Nite (1996). Der Text von Push It Up fordert zu Durchhaltevermögen, positivem Denken und Selbstmotivation auf. Neben Prince und Doug E. Fresh sind auch Chaka Khan und Larry Graham zu hören. Freaks on This Side