Metzelthin ist ein Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse im Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg). Metzelthin war bis 1973 eine eigenständige Gemeinde.

Geographie Metzelthin liegt 4,5 Kilometer südöstlich der Stadt Wusterhausen/Dosse. Die Gemarkung grenzt im Norden an Gartow, im Osten an Ganzer, im Süden an Barsikow und Bückwitz und im Westen an die Gemarkung der Stadt Wusterhausen/Dosse. Die Gemarkung wird im Norden durch den Metzelthiner Landwehrgraben begrenzt, im Süden durch den Rohrlacker Graben. Die südwestliche Grenze wird durch den Bückwitzer See gebildet. Im Osten verläuft die Gemarkungsgrenze über eine längere Strecke entlang des Grabens L 112. Die Gemarkung ist insgesamt sehr flach. Der höchste Punkt liegt im südöstlichen Teil der Gemarkung bei knapp , der tiefste Punkt ist der Seespiegel des Bückwitzer Sees bei etwa .

Durch den Ort hindurch verläuft die B 167 von Bückwitz weiter nach Ganzer und Wildberg. Westlich kurz vor dem Ort zweigt eine Verbindungsstraße zum Nachbarort Gartow ab. Im Ost selber zweigt dann eine Straße nach Süden ab, die weiter nach Barsikow führt. Am südöstlichen Ortsrand vorbei führt(e) die Bahnstrecke Neustadt–Herzberg vorbei, der Ort hatte einen Bahnhof. Der Personenverkehr wurde 2006 eingestellt, der Bahnhof Metzelthin wurde schon ab 1993 nicht mehr bedient.

Geschichte Ersterwähnung Der Ort findet 1293 zum ersten Mal eine urkundliche Erwähnung, als die brandenburgischen Markgrafen Otto IV., „mit dem Pfeil“ und Konrad I. sowie Otto (V.) „der Lange“ und Johann II der Stadt Wusterhausen/Dosse den Wald Karpow übereigneten. Der Wald Karpow grenzte damals an die Feldmark (campo) Mutzeltyn und die Feldmark Garthowe. Damit kann der Wald Karpow nur nördlich des Bückwitzer Sees im Bereich des Metzelthiner Landwehrgrabens gelegen sein.

Metzelthin gehörte damals zum Land Wusterhausen. Das Land Wusterhausen (terra Wusterhausen) war den brandenburgischen Markgrafen von den Herren Gheveradus, Conradus und Johannes von Plotho überlassen worden. Eine zweite frühe urkundliche Nennung erfuhr der Ort 1319, als der Pfarrer von Metzelthin in einer Schenkungsurkunde der Familie von Gülen an das Kloster Heiligengrabe erwähnt wird.. Vgl. Nach Foster leitet sich der Name Metzelthin von einer altpolabischen Grundform *Myslotin ab, was als Ort eines Myslota zu deuten ist. Myslota ist die Koseform zu slawischen Vornamen wie z. B. Myslibor. Dieser Name leitet sich von einer altpolabischen/urslawischen Grundform *mysliti = denken ab.Elżbieta Foster: Brandenburgisches Namenbuch Teil II Die Ortsnamen des Landes Ruppin. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 92. Der Dorfstruktur nach ist Metzelthin ein Angerdorf mit Gut, das heißt, dass das heutige Dorf wohl erst im 12./13. Jahrhundert im Zuge der deutschen Besiedlung des Gebietes angelegt wurde. Der Ort liegt am Pilgerweg Berlin–Wilsnack, der seit dem Ende des 14. Jahrhunderts begangen wurde.

1160 wurde ein Marold de Musitsin oder Marod von Musithin als einer der Ritter und Lehnsvasallen Albrechts des Bären erwähnt. Er wird in manchen Publikationen als Beleg für eine frühe Erwähnung des Ortes Metzelthin herangezogen. Musitsin bezieht sich aber nicht auf Metzelthin, sondern auf Möst an der Fuhne zwischen Löbejün und Zörbig, das heutige Mösthinsdorf. Die Kirche in Metzelthin hatte 1491 von einem Bauernhof 11 Schillinge. Nach der Kirchenvisitation von 1558 hatte der Storbecke von Brandenburg acht Schillinge baugelt an sich genommen.Kirchenvisitation. 1558.

Besitzgeschichte Die Besitzgeschichte ist kompliziert, und schon 1491 (Landbuch des Grafen Johann von Lindow) ist der Besitz stark zersplittert bzw. die Rechte, Abgaben von Bauern und Kossäten einzuziehen, unter einer ganzen Reihe von Nutznießern aufgeteilt. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Höhe der Abgaben der Bauern und deren Nutznießer.

Abgaben der Bauern in Metzelthin und deren Besitzer/Nutznießer nach dem Landbuch des Grafen Johann von 1491:Adolph Friedrich Riedel (Hrsg.): Dat landt von Ruppinn, F. H. Morin, Berlin 1838, S. 110 ff. Uni-Bib. Paderborn (PDF). Bauer/Kossät Anzahl Hufen Abgaben/Rechte Nutznießer Hans Wulf (Schulze) 2 Hufen 0,5 Wispel Roggen, 0,5 Wispel Gersten, 0,5 Wispel Hafer, 11 Schillinge Pfennige, Rauchhuhn und alle Rechte zur Hälfte Brosius Storbeken dito dito 0,5 Wispel Roggen, 0,5 Wispel Gersten, 0,5 Wispel Hafer, 11 Schillinge Pfennige, Rauchhuhn und alle Rechte zur Hälfte Hans Langenn Kemenitz 2 Hufen 13 Scheffel Roggen, 13 Scheffel Gersten, 13 Scheffel Hafer, 11 Schillinge Pfennige, Dienst, Zehnt, Rauchhuhn Steffen Kertzelin dito dito 13 Scheffel Roggen, 13 Scheffel Gersten, 13 Scheffel Hafer, 11 Schillinge Pfennige die Schöffen von Wusterhausen oder Tile Rykenn (Reich) Clawes Grabow (Kossät) – 3 Scheffel Roggen, 3 Scheffel Gerste, 3 Scheffel Hafer, 3 Schillinge minus 3 Pfennige die Schöffen von Wusterhausen Steffen Dames (Kossät) – 3 Scheffel Roggen, 3 Scheffel Gerste, 3 Scheffel Hafer, 3 Schillinge minus 3 Pfennige Clawes Sandow in Wittstock Clawes Wulff 2 Hufen 0,5 Wispel Roggen, 0,5 Wispel Gersten, 0,5 Wispel Hafer, 6 Schillinge Pfennige, Rauchhuhn und alle Rechte zur Hälfte Brosius Storbeken dito dito 0,5 Wispel Roggen, 0,5 Wispel Gersten, 0,5 Wispel Hafer, 6 Schillinge Pfennige, Rauchhuhn und alle Rechte zur Hälfte Hans Langenn Hans Konss 2 Hufen 13 Scheffel Roggen, 13 Scheffel Gersten, 13 Scheffel Hafer, 22 Schillinge Pfennige die Rathenown, war Claus Metzmaker verpfändet Balte Wagenitz 2 Hufen 13 Scheffel Roggen, 13 Scheffel Gersten, 14 Scheffel Hafer, 11 Schillinge Pfennige Mattheus Schonermarken dito dito 13 Scheffel Roggen, 13 Scheffel Gersten, 14 Scheffel Hafer, 11 Schillinge Pfennige, Dienst, Zehnt, Rauchhuhn Michell Schonermarken mit seinen Brüdern Hans Visscher 2 Hufen 16 Scheffel Roggern, 16 Scheffel Gersten, 18 Scheffel Hafer, 22 Schillinge, Dienst, Zehnt, Rauchhuhn Clawes Metzmaker Lem Brendeke 2 Hufen 26 Scheffel Roggen, 26 Scheffel Gersten, 27 Scheffel Hafer, 1 Pfund (?was), Dienst, Zehnt, Rauchhuhn Diderigke Sandowe Clawes Wergkmester (Kossät) – 3 Scheffel Roggen, 3 Scheffel Gerste, 3 Scheffel Hafer, 3 Schillinge minus 3 Pfennige, Rauchhuhn Tile Riken Mattis Muker (Kossät) – 3 Scheffel Roggen, 3 Scheffel Gerste, 4 Scheffel Hafer, 3 Schillinge minus 3 Pfennige, Rauchhuhn Tile Sandow und Diderigke Sandow zusammen Hans Sandow 0,5 Hufen 6 Scheffel Roggen, 6 Scheffel Gerste, 7 Scheffel Hafer, 5,5 Schillinge Pfenninge, Rauchhuhn, Dienst, alle Rechte Diderigke Sandow Tewes Berndt 2 Hufen 26 Scheffel Roggen, 26 Scheffel Gerste, 28 Scheffel Hafer, 22 Schillinge, Dienst, Zehnt, Rauchhuhn Clawes Metzmaker Drewes Lemme (Kossät) – 3 Scheffel Roggen, 3 Scheffel Gerste, 4 Scheffel Hafer, 3 Schillinge minus 3 Pfennige, Rauchhuhn Tile Ryken Symon Konss 2 Hufen 26 Scheffel Roggen, 26 Scheffel Gerste, 28 Scheffel Hafer, 22 Schillinge Pfennige, Dienst, Zehnt, Rauchhuhn Clawes Metzmaker Turban Barssekow 2 Hufen 0,5 Wispel Roggen, 0,5 Wispel Gerste, 0,5 Wispel Hafer, 4 Schillinge Pfennige Hans Langen dito dito 0,5 Wispel Roggen, 0,5 Wispel Gerste, 0,5 Wispel Hafer, 4 Schillinge Pfennige Brosius Storbeken dito dito 11 Schillinge Pfennige Gottshaus (in Metzelthin) dito dito 2 Schillinge Bertels Calebutz dito dito 1 Schilling Peter Calebutz Hans Reuelt 2 Hufen 26 Scheffel Roggen, 26 Scheffel Gerste, 28 Scheffel Hafer, 22 Schillinge Pfennige, Dienst, Zehnt, Rauchhuhn die Schonermarken in Wusterhausen 12 (Hufen-)Bauern, 2 Kossäten 22 Hufen – –

Ob es 1491 bereits einen Rittersitz in Metzelthin gab, lässt sich aus dem Landbuch von 1491 nicht sicher ableiten. Von der ehemaligen Wasserburg im Ort, einer annähernd quadratischen Anlage von 50 × 58 m Seitenlänge haben sich noch die Wälle und (Wasser-)Gräben erhalten. Joachim Herrmann gibt jedoch keine Datierung an. Rohde und Baeblich (2008) erwähnen die Lokalität als frühmittelalterliche Besonderheit, was noch in die slawische Zeit fallen würde, und sprechen etwas später von einer frühdeutschen Wasserburg.Marie Luise Rohde, Jutta Baeblich: Schloss Metzelthin. In: Schlösser und Gärten der Mark, Heft 99, Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, Berlin 2008, ISBN 978-3-9812292-3-3. Die rechteckige Anlage mit Wall und Graben deutet tatsächlich auf eine hoch- bis spätmittelalterliche Wasserburg hin. Ohne konkrete Funde bleiben Datierungsversuche jedoch Spekulation. Ledebur erwähnt für Anfang des 16. eine Knipenburg bei Metzelthin, auf dem ein Albrecht von Sandow wohnte. Ob es sich dabei um diese Wasserburg handelte, ist unsicher. Jedenfalls gab es 1540 bereits zwei Rittersitze, ab 1572 lassen sich vier Rittersitze in Metzelthin nachweisen. Ab 1724 vereinigte Georg Volrath von Kröcher alle Rittersitze und Besitzanteile in einer Hand, sodass bis Mitte des 18. Jahrhunderts nur noch ein großes Rittergut vorhanden war.

Der Anteil der Schönermark, später Brunn und Zieten 1491 gehörten zwei Zweihufenhöfe in Metzelthin der Familie Schönermark in Wusterhausen, von denen zwei Mitglieder, Matthis und Michel namentlich genannt werden. 1524 empfingen Andres, Baltzar, Hans, Andres, Gevettern, die Schönermark, Bürger von Wusterhausen ihre Lehen, die sie vorher von den Grafen von Lindow hatten, nun als markbrandenburgische Lehen von Kurfürst Joachim I. Nestor. In Metzelthin erhielten sie zwei Höfe mit vier Hufen, von denen jede Hufe 9 Scheffel Roggen, 13 Scheffel Gersten, 14 Scheffel Hafer, vier Scheffel Weizen, 11 Schillinge Pfennige und ein Rauchhuhn zinste. Dazu gehörte auch die Gerichtsbarkeit über diese Höfe. Allerdings sollen zu diesem Zeitpunkt drei Hufen an die Stadt Wusterhausen verpfändet gewesen sein. Eine Ilse von Schönermark a. d. H. (genealogische Linie) Metzelthin soll um 1520/40 mit einem Gebhard von Brunne auf Brunn, Gartow, Barsikow und Hohenberg verheiratet gewesen sein. Dieser Gevert wird im Schossregister von 1542 als in Brunn angesessen verzeichnet.

Die Schönermark zu Metzelthin fehlen im Schossregister von 1542. Wahrscheinlich hatten die Schönermark zu diesem Zeitpunkt noch keinen Rittersitz in Metzelthin, sondern im Nachbarort Gartow. Dort saß ein Andreas Schönermark, ein anderer Andreas Schönermark in Kyritz. Der Eintrag im Vorzeichnuß der Roßdienste der Prälaten, Grafen und Dero von der Ritterschaft des Churfürstenthumbs der Marck Brandenburgk von 1565 bezieht sich auf Metzelthin, nicht Wustrau, da dort diese drei Familien nicht begütert waren (vgl. auch der ähnliche Eintrag von 1588). 1572 waren auf dem Landtag in Berlin anwesend. Die zwei Einträge von 1565 und 1572 weisen nun recht eindeutig darauf hin, dass die Schönermark zu diesem Zeitpunkt einen Wohnsitz in Metzelthin aufgebaut hatten. Nach der Musterungsliste von 1588 stellten die Riken, Schönermarcken und Schulten zu Metzelthin zusammen ein gerüstetes Pferd. Das Adelsverzeichnis vom Ende des 16. Jahrhunderts bezeichnet Baltzar (wohl der Ältere) als Sohn des Hans von Schönermark auf Metzelthin. 1595 war ein Hans Caspar von Schönermark in Metzelthin ansässig, Bis 1598 konnten die Schönermark auch den Anteil der Metzmacher zu Wusterhausen erwerben.