Der Magnus-Hirschfeld-Preis, auch Magnus-Hirschfeld-Emanzipationspreis, wird seit 1997Bisherige Preisträger*innen. In: SPDqueer Berlin. Abgerufen am 2. Dezember 2017. von der SPD Berlin und den Schwusos (heute: SPDqueer, Deutschlands ältester LSBT-Gruppe) vergeben.SPD stiftet Hirschfeld-Preis. In: Neues Deutschland. 11. März 1997.

Der mit 500 Euro dotierte Preis wurde auf Anregung der Landesarbeitsgemeinschaft schwuler Sozialdemokraten von der SPD gestiftet und erstmals zum 100. Jahrestag der Gründung des wissenschaftlich-humanitären Komitees am 15. Mai 1897 durch den Arzt und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld vergeben.Magnus-Hirschfeld-Emanzipationspreis. In: taz. 11. März 1997. Seither wird er in unregelmäßigen Abständen für besondere Verdienste um die politische Gleichstellung von Lesben und Schwulen verliehen.Andreas Seeck (Hrsg.): Durch Wissenschaft zur Gerechtigkeit? Textsammlung zur kritischen Rezeption des Schaffens von Magnus Hirschfeld, Lit Verlag, 2003, ISBN 978-3-8258-6871-0, S. 253, Fußnote 5 (). Die Ehrung erfolgt durch Überreichung einer Plakette mit dem Porträt von Magnus Hirschfeld.Nominierungen für Magnus-Hirschfeld-Preis gesucht. In: queer.de. 25. Februar 2015.

Ursprünglich war eine Verleihung in den drei Kategorien „Frau“, „Mann“ und „Gruppe“ geplant. In der Kategorie „Mann“ war 1997 auf Vorschlag der Gruppe „Homosexuelle und Kirche“ eine Ehrung von Helmut Kentler für den Abbau von Vorurteilen gegen Homosexuelle innerhalb der Kirchen vorgesehen. Aufgrund eines Artikels von Ursula EndersUrsula Enders: Die Schreibtischtäter. In: Emma. Nr. 2, S. 48, März/April 1997. über umstrittene Positionen von Helmut Kentler, Rüdiger Lautmann und Reinhart Wolff zu Pädophilie und Päderastie wurde die Preisverleihung an Kentler bis zu einer sorgfältigen Prüfung zunächst kurzfristig „ausgesetzt“Helmut Kentler: Ein Preis in der Kategorie Mann. In: taz. 9. August 1997. und Ende Juni 1997 ganz zurückgezogen.Harry Nutt: „Leicht verführbar“. (Interview mit Jurymitglied Ida Schillen) In: taz. 3. September 1997.

Seither wird der Preis jeweils zweifach vergeben: Zum einen wird jeweils eine Person für ihr Lebenswerk bzw. eine Einzelleistung ausgezeichnet, zum anderen eine Institution oder ein Projekt, wobei das Hauptkriterium jeweils eine herausragende Leistung um die Emanzipation von Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen ist. In: SPD Berlin. März 2012.

Preisträger 1997: Käthe Weiß für ihr langjähriges Engagement beim Aufbau von Lesbenprojekten und die Gewerkschaft ÖTV für ihr Engagement im Interesse von Lesben und Schwulen.Magnus-Hirschfeld-Emanzipationspreis verliehen. In: taz. 15. Mai 1997. 2000: Joachim Müller für die Aufarbeitung der Verfolgung homosexueller Männer in der Zeit des Nationalsozialismus; und Vorspiel – Sportverein für Schwule und Lesben Berlin. 2004: Ernst-Detlef Mücke für sein Lebenswerk als schwuler Lehrer, der seit 1974 für die Anerkennung von Homosexuellen kämpfte; das LSVD-Zentrum für Migranten, Lesben und Schwule (MILES).Schwusos vergeben Magnus-Hirschfeld-Preis. In: queer.de. 1. März 2012. 2012: Dagmar Schultz für ihr Lebenswerk als eine der ersten Aktivistinnen der Lesben- und Frauenbewegung seit den 1970er JahrenUlla Bock: Pionierarbeit. Die ersten Professorinnen für Frauen- und Geschlechterforschung an deutschsprachigen Hochschulen 1984–2014. Campus-Verlag Frankfurt am Main 2015. S. 286. ISBN 978-3-593-50301-1 ().; Tennis Borussia Berlin e.V. für sein Engagement in der Kampagne "Fußballfans gegen Homophobie".Jürgen Schulz: Erstklassig im sozialen Engagement. In: taz. 11. Juni 2012. 2015: Conny Hendrik Kempe-Schälicke als Gründungs- und Vorstandsmitglied von Seitenwechsel Sportverein für FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen e.V. und Schwules Museum* Berlin.Schwules Museum* geehrt. Hirschfeld-Preis. In: taz. 29. April 2015. 2017: Annet Audem, Menschenrechts- und LGBTI*-Aktivistin, und der Verein RuT Rad und Tat, gemeinnütziges Beratungs- und Kulturzentrum, das ein Wohnprojekt für lesbische Frauen mit und ohne Behinderung initiierte.Clara Woopen: In: Siegessäule. 16. Mai 2017.RuT Rad und Tat mit Magnus-Hirschfeld-Preis ausgezeichnet. In: Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin. 17. Mai 2017.

Siehe auch Magnus-Hirschfeld-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung

Einzelnachweise

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