Das Kirchdorf Paitzkofen, eine ehemals geschlossene Hofmark, ist ein Ortsteil der Gemeinde Straßkirchen im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen. Bis 1976 bildete es eine selbstständige Gemeinde.

Lage Paitzkofen liegt etwa zweieinhalb Kilometer südwestlich von Straßkirchen und über fünf Kilometer südwestlich der Donau.

Geschichte Der früheste Ortsname erschien 1182/83 „Pucinhouen“, 1184 „Buizchouen“, um ca. 1200 die Bezeichnungen „Pucinchoven, Puizinchoven, Puizenchoven“, und in der Folgezeit „Peutzchoven, Paeuzchof, Peutzkofen“ und 1404 „Päutzkofen“. Die Namensgebung fußt offensichtlich auf einen Personennamen. Puzzo, Poto oder Puto ist die Kürzung aus dem mutmaßlichen Vollnamen „Poterich, Pütterich“, was im Althochdeutschen „gebieten“ heißt.

Im frühen 13. Jahrhundert erschien in den Traditionen der Klöster Niederalteich und Metten ein Geschlecht, das sich Peutzchoven/Paitzkofen nennt. Bis 1870 war die offizielle Schreibweise Peitzkofen. Danach wechselten die Eigentümer des erstmals 1495 als Hofmark bezeichneten Sitzes, der zu Beginn des 15. Jahrhunderts an den Passauer Bürgermeister Franz Kolb kam und nach ihm über hundert Jahre der Familie Trenbach von der benachbarten Hofmark Schambach gehörte. Ab etwa 1637 taucht die Familie Hundt von Lauterbach als Besitzer auf. Bald danach erwarb der Bürgermeister von Straubing Kaspar Furthner den Besitz, ehe 1699 das Kloster St. Emmeram die geschlossene Hofmark erwarb. Im Konskriptionsjahr 1752 zählte Paitzkofen zwanzig Anwesen.

Das Kloster Sankt Emmeram und dessen Stiftsgebiet fiel 1802/03 an das neu gegründete Fürstentum Regensburg unter dem Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg. Damit ging die St. Emmeram’sche Propstei Paitzkofen in den Besitz des Kurerzkanzlers über und bildete auch nach der Säkularisation in Bayern noch einen gesonderten Niedergerichtsbezirk. Erst mit dem Erwerb des Fürstentums Regensburg durch das Königreich Bayern 1810 endete die geistliche Herrschaft über Paitzkofen, das nun dem Landgericht Deggendorf unterstellt wurde. Das bedeutete, dass alle Justiz-, Polizei-, Verwaltungs- und Finanzangelegenheiten des Ortes nun von Deggendorf aus geregelt wurden.

Einwohnerentwicklung des Kirchdorfes Paitzkofen 1871: 202 Einwohner 1885: 198 Einwohner 1900: 182 Einwohner 1925: 236 Einwohner 1950: 283 Einwohner 1961: 200 Einwohner 1970: 207 Einwohner 1987: 201 Einwohner

Ehemalige Gemeinde Paitzkofen Von 1818 bis zum 31. Dezember 1975 bestand die Gemeinde Paitzkofen. Sie wurde ursprünglich aus Teilen der Steuerdistrikte Paitzkofen und Stetten gebildet und bestand aus dem Hauptort Paitzkofen und den Gemeindeteilen Makofen, Putzenhofen und Stetten. Die Gemeindefläche betrug etwas mehr als 800 Hektar. Im Jahr 1838 kam die Gemeinde vom Landgericht Deggendorf zum Landgericht Straubing. Zum 1. Januar 1976 trat die Gemeinde mit damals 262 Einwohnern freiwillig der Einheitsgemeinde Straßkirchen bei. Einwohnerentwicklung der Gemeinde Paitzkofen 1840: 280 Einwohner 1871: 298 Einwohner 1875: 287 Einwohner 1885: 313 Einwohner 1900: 344 Einwohner 1925: 472 Einwohner 1950: 537 Einwohner 1961: 354 Einwohner 1970: 313 Einwohner

Häufiger Vorname Am 26. August 1854 waren bei einer Gemeindemitgliederversammlung alle 21 Bauern und Söldner von Paitzkofen anwesend. Dort war sehr auffallend, dass zwölf von 21 den Vornamen „Joseph“ tragen. „Sepp“ (Spitzname) war in dieser Zeit mit Abstand führend.

Sehenswürdigkeiten Am Dorfplatz 5 liegt die katholische Filialkirche St. Nikolaus. Sie ist ein spätgotisches Bauwerk, das um 1450 errichtet wurde. Das Langhaus wurde im 17. Jahrhundert barock erhöht.

Bodendenkmäler Bereich der Filialkirche St. Nikolaus: Untertägige mittelalterliche und frühneuzeitliche Befunde Bereich der Firststraße 6: Körpergräber vor- und frühgeschichtlicher Zeitstellung Bereich nordöstlich des Dorfplatzes: Erdstall des Mittelalters und der frühen Neuzeit Bei Paitzkofer Berg: Siedlung vorgeschichtlicher Zeitstellung, u. a. des Neolithikums

Vereine Eisstockclub Paitzkofen Freiwillige Feuerwehr Paitzkofen Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Straubing-Bogen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Straubing-Bogen) Kategorie:Geographie (Straßkirchen) Kategorie:Ersterwähnung 1182 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)