Jurassic Park (englisch; []) ist ein Science-Fiction- und Abenteuerfilm von Steven Spielberg aus dem Jahr 1993 und der erste Teil der gleichnamigen Filmreihe. Die Handlung beruht auf dem Roman DinoPark (Originaltitel: Jurassic Park) von Michael Crichton, der zusammen mit David Koepp auch das Drehbuch zu dem Kino-Thriller schrieb.
Der Film ist vor allem für seine bahnbrechenden Spezialeffekte bekannt, für die er auch mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Er löste E.T. – Der Außerirdische als kommerziell erfolgreichsten Film ab und blieb dies bis zur Veröffentlichung von Titanic im Jahr 1997.
Handlung Der Multimilliardär John Hammond hat auf der pazifischen Insel Isla Nublar nahe Costa Rica mit Hilfe modernster Gentechnologie (DNA-Einbau siehe „Anachronistische Evolution“) einen Erlebnispark geschaffen – mit lebenden Dinosauriern und anderen paläontologischen Sensationen. Beim Transport eines Velociraptors kommt es zu einem Unfall, bei dem ein Arbeiter getötet wird. Die Investoren werden daraufhin nervös und fordern eine Überprüfung des Parks.
Daher laden Hammond und Donald Gennaro, der Anwalt seiner Investoren, eine Gruppe von Spezialisten ein, um sich die Sicherheit des Parks bescheinigen zu lassen: den Paläontologen Dr. Alan Grant, dessen Freundin und Kollegin, die Paläobotanikerin Dr. Ellie Sattler und den Chaostheoretiker Dr. Ian Malcolm.
Gleichzeitig wird Dennis Nedry, der unzufriedene Computerprogrammierer des Parks, von Lewis Dodgson, einem Unterhändler von Hammonds Konkurrenten Biosyn, angeworben, für 1,5 Millionen US-Dollar Dinosaurier-Embryos von Hammonds Firma InGen zu stehlen.
Die von Hammond auf die Insel gebrachten Spezialisten sind nach einer ersten Besichtigung des Parks fasziniert und zugleich besorgt wegen dieses beträchtlichen Eingriffes in die Natur. Bei der nachmittäglichen Besucherfahrt mit elektrischen Autos, an der auch Hammonds Enkel Lex und Tim teilnehmen, steigen die Besucher aus. Dabei entdecken sie einen kranken Triceratops. Sattler entscheidet sich, dem Tierarzt Harding zu helfen und später zusammen mit ihm wieder in das Besucherzentrum zu fahren, während die übrigen Besucher ihre Tour fortsetzen. Da sich jedoch ein tropischer Sturm über der Insel ankündigt, muss die Führung abgebrochen werden und die Fahrzeuge fahren zurück in Richtung des Besucherzentrums.
Damit Nedry seinen Plan, die Embryos aus dem Park zu schaffen, umsetzen kann, setzt er kurzzeitig nahezu das gesamte Sicherheitssystem außer Betrieb und verlässt den Kommandoraum. Der damit verbundene Stromausfall lässt unter anderem die elektrisch betriebenen Fahrzeuge im Park ausfallen. Die Besucher sitzen bei anbrechender Dunkelheit vor dem Gehege des Tyrannosaurus fest.
Da auch die elektrischen Schutzzäune nicht mehr unter Spannung stehen, kann der Tyrannosaurus aus seinem Gehege ausbrechen und greift die stehengebliebenen Fahrzeuge und deren Insassen an. Anwalt Gennaro versteckt sich in panischer Angst in einer Toilettenanlage, wo er wenig später dem Tier zum Opfer fällt. Grant gelingt es, die Kinder vor dem Saurier zu retten, und er flieht mit ihnen zu Fuß. Malcolm bleibt schwer verletzt zurück. Nedry kommt auf der Fahrt zum Hafen mit den gestohlenen Embryos im Gewittersturm von der Straße ab und wird von einem Dilophosaurus getötet.
Sattler, die sich inzwischen wieder im Besucherzentrum befindet, begibt sich mit Robert Muldoon, dem Wildhüter des Parks, im Jeep auf die Suche nach den vermissten Personen. Sie entdecken den verletzten Malcolm und können ihn im Jeep, verfolgt vom Tyrannosaurus rex, in Sicherheit bringen.
Im Kommandoraum wird den Verantwortlichen klar, dass Nedry nicht zurückkommen wird. Da der Chefingenieur Ray Arnold das Passwort von Nedrys Computer nicht kennt, beschließen Hammond und Arnold, den Strom völlig abzustellen, um anschließend das gesamte System zu rebooten. Nach dem Neustart muss jedoch der Hauptschalter in einem Wartungsbunker von Hand wieder eingeschaltet werden. Arnold verlässt zu diesem Zweck das Hauptgebäude. Als er nicht zurückkehrt, machen sich Muldoon und Sattler auf den Weg zum Wartungsbunker. Hammond verbleibt mit Malcolm im Bunker des Hauptgebäudes. Durch das Abstellen der Stromversorgung konnten auch die Velociraptoren aus ihrem Gehege ausbrechen, dessen Schutzzaun Nedry als einzigen nicht abgeschaltet hatte. Während Muldoon versucht, die Reptilien vor dem Wartungsbunker abzulenken, gelingt es Sattler, ins Gebäude zu gelangen und dort die Stromversorgung wieder einzuschalten.
Gleichzeitig übersteigt Grant mit den Kindern auf dem Weg zum Hauptgebäude einen der Elektrozäune im Park. Während es Grant und Lex sicher über den Zaun schaffen, bekommt Tim durch den wieder unter Strom gesetzten Zaun einen elektrischen Schlag, kann aber von Grant wiederbelebt werden. Sattler sieht sich währenddessen dem Angriff eines Raptoren ausgesetzt, der, wie sie feststellt, zuvor bereits Arnold getötet hat. Sattler kann jedoch entkommen, während Muldoon von zwei Velociraptoren eingekreist und getötet wird.
Grant und die beiden Kinder schaffen es schließlich zurück zum Hauptgebäude. Da sie dort niemanden antreffen, begibt sich Grant noch einmal nach draußen und findet wenig später die völlig verängstigte Sattler. Inzwischen werden die zurückgelassenen Kinder von zwei Raptoren bedroht und verfolgt. Sie fliehen in die Restaurantküche, von wo es ihnen gelingt, den Raptoren zu entkommen. Grant, Sattler und die Kinder begeben sich in den Kommandoraum. Dort schafft es Lex, die Sicherheitssysteme wieder hochzufahren, wodurch vorerst das Eindringen eines Raptors in den Kommandoraum verhindert wird. Grant erreicht Hammond telefonisch und fordert ihn auf, einen Hubschrauber für den Rückflug zum Festland anzufordern. Den Raptoren gelingt es jedoch, in den Kommandoraum einzudringen, sodass die Insassen erneut fliehen müssen. Auf dem Fluchtweg nach draußen wird die Gruppe von zwei Velociraptoren abgefangen und eingekreist. Als einer der Raptoren zum Sprung auf die Gruppe ansetzt, wird er vom Tyrannosaurus angegriffen. Während die Tiere gegeneinander kämpfen, gelingt es Grant, Sattler, Lex und Tim, in das Auto vor dem Eingang zu flüchten, in dem bereits Hammond und der verletzte Malcolm auf sie warten. Sie fahren zur Helikopterplattform und fliehen mit dem Hubschrauber von der Insel.
Hintergrund mini|hochkant=1.2|Die Cuticula dieser Mücke ist als Inkluse im 45 Millionen Jahre alten Bernstein nahezu vollständig erhalten. Die Filmreihe basiert auf den Romanen von Michael Crichton. DinoPark erschien 1990 und der zweite Teil Lost World (deutsch: Vergessene Welt) erschien 1995. Universal Studios zahlte dem Buchautor Michael Crichton für die Filmrechte 1,5 Millionen US-Dollar und weitere 500.000 US-Dollar für das Schreiben des Drehbuchs.
Unmittelbar nach den Dreharbeiten begann der Regisseur Steven Spielberg bereits die Arbeit an seinem nächsten Film Schindlers Liste. Die Nachbearbeitung von Jurassic Park übergab er an George Lucas und kontrollierte die Ergebnisse über eine Satellitenverbindung von Europa aus. Beide Filme kamen im Abstand von nur wenigen Monaten in die Kinos.
Mit der Verpflichtung von Richard Attenborough in der Rolle des John Hammond erfüllte sich Steven Spielberg einen Traum, weil er diesen schon seit langem als Regisseur und Schauspieler bewunderte. Attenborough war zuletzt 14 Jahre zuvor in dem Film Der menschliche Faktor als Schauspieler zu sehen gewesen und hatte sich in der Zwischenzeit auf seine Arbeit als Produzent und Regisseur konzentriert.
Hammond erwähnt im Film stolz, dass es sich bei der Stimme des Erzählers seiner Parkrundfahrt um den Schauspieler Richard Kiley handelt. Die Passage wurde direkt aus der Buchvorlage übernommen und für den Film (im englischen Originalton) auch tatsächlich die Stimme von Richard Kiley verwendet. Kiley war in den USA auch als Sprecher von zahlreichen Natur- und Tierdokumentarfilmen bekannt. In der deutschen Synchronisation hört man als Erzähler Lothar Blumhagen.
Im Film klebt am Computermonitor des Arbeitsplatzes von Dennis Nedry ein Schwarz-Weiß-Porträt. Bei der Person auf dem Foto handelt es sich um den Physiker Robert Oppenheimer, der als „Vater der Atombombe“ gilt.
Die Idee des hypermodernen und tödlichen Vergnügungsparks griff Crichton bereits 1973 in Westworld auf. Anstelle von Dinosauriern waren es Roboter, die unkontrolliert Amok liefen.
Drehorte mini|Der Fels Keopuka an der Nordküste Mauis war Drehort für den Helikopteranflug auf die fiktive Insel Isla Nublar mini|Auf der Jurassic Kahili Ranch wurde die Szene gedreht, in der die Wissenschaftler die Dinosaurier zum ersten Mal sehen Die zu Beginn des Films gezeigten Ausgrabungsarbeiten wurden in der Nähe von Ridgecrest beim Red Rock Canyon in Kalifornien gedreht. Die Dreharbeiten zu den meisten auf der Isla Nublar spielenden Szenen fanden nicht in Costa Rica, sondern auf den Inseln Hawaiis statt. So wurde die Eröffnungsszene, in der Dr. Grant und Dr. Sattler erstmals mit dem Helikopter die Insel anfliegen, am Keopuka Rock in Maui nahe dem „Maui Garden of Eden“ gefilmt. Viele weitere Szenen wurden auf der Insel Kauaʻi gedreht. So fanden die Dreharbeiten zur Landung des Hubschraubers vor den Manawaiopuna-Wasserfällen im Hanapepe-Tal statt. Die Lande-Plattform war ein für den Film temporär errichtetes Bauwerk. Das in den Park führende Tor stand in der Nähe der Quelle des nördlichen Arms des Wailua River („Blue Hole“) am Berg Waialeale. Der elektrische Zaun, auf den Tim klettert, wurde im Olokele-Tal errichtet. Die Begegnung mit der Gallimimus-Stampede hingegen wurde auf der Nachbarinsel Oʻahu auf der Kualoa Ranch im Kaʻaʻawa-Tal gedreht, wo auch Jahrzehnte nach den Dreharbeiten noch der umgestürzte Baum besichtigt werden konnte.
Spezialeffekte Jurassic Park setzte 1993 neue Maßstäbe im Bereich der Spezialeffekte und Computertechnik: Aufnahmen von animatronischen Dinosauriern wurden mit von Industrial Light & Magic erstellten Computeranimationen kombiniert, wobei letztere insgesamt nur 6 Minuten lang zu sehen sind. Als technische Basis wurden mehrere SGI-Rechner unter Irix verwendet.
Unterschiede zur Romanvorlage
Obwohl der Film in der Hauptgeschichte über weite Teile relativ genau, wenn auch verkürzt, der Romanvorlage folgt, gibt es doch einige kleinere, aber auch ein paar recht schwerwiegende Unterschiede zum Buch. So steht die Thematik der sich doch fortpflanzenden Tiere auf der Insel und die Gefahr, diese könnten das Festland erreichen, in der Vorlage stärker im Mittelpunkt.
Auch werden einige Charaktere im Buch anders als im Film dargestellt beschrieben und erhalten andere Rollen. Der Milliardär John Hammond beispielsweise überlebt im Film unverletzt, wird in der Buchvorlage jedoch von Sauriern aufgefressen.
Der Anwalt Gennaro hingegen wird im Roman zusammen mit Grant, Sattler und den Kindern evakuiert und spielt dort auch eine sehr viel tragendere Rolle als im Film. Ähnlich verhält es sich mit den Figuren Ian Malcolm (Mathematiker), Robert Muldoon (Safariführer) und Henry Wu (Chefgenetiker). Muldoon überlebt im Buch, aber stirbt im Film, während Wu im Film überlebt, aber dafür im Buch stirbt.
Die Rollen der beiden Kinder Lex und Tim sind in Buch und Film vertauscht. In der Romanvorlage ist Lex die jüngere der beiden, während Tim bereits etwa elf Jahre alt ist. Auch ist er derjenige, der sich im Buch mit den Computern im Kontrollraum auskennt und Alan und Ellie das Leben rettet, indem er die Türen des Raums verschließt, was verhindert, dass die Raptoren hineinkommen können. Im Film ist Lex die ältere und auch diejenige, die den beiden Erwachsenen mithilfe ihrer Computerkenntnisse das Leben rettet.
Im Film übernachten Alan und die Kinder in einem Baum; im Buch beschließt Alan Grant, in einem Versorgungsgebäude zu übernachten, da er Angst hat, dass die schlafende Lex vom Baum fallen könnte.