Die Bayerische Gesellschaft für Gynäkologie und Frauenheilkunde e.V. (BGGF) ist eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die am 28. Januar 1912 aus der Fusion der Münchener Gynäkologischen Gesellschaft und der Fränkischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde entstand. Sie ist eine der acht Regionalgesellschaften der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Sitz in Buchloe.
Ziele Die BGGF hat das Ziel, die gynäkologische und geburtshilfliche Wissenschaft zu fördern und durch persönlichen Verkehr einen gemeinsamen Ideenaustausch herbeizuführen. Zu diesem Zweck veranstaltet die Gesellschaft in jedem Jahr an wechselnden Orten eine Tagung mit Vorträgen, Posterpräsentationen und Diskussionen. In jedem zweiten Jahr wird die Tagung gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) abgehalten.
Organe Zu den Organen gehören der Vorstand mit 1. und 2. Vorsitzenden, sowie der Beirat mit Beisitzer, Schatzmeister, 1. und 2. Schriftführer, ein Vertreter des Berufsverbands der Frauenärztinnen und Frauenärzte, die Vertreter des Jungen Forums und das Sekretariat.
Vorstände und Beiräte der Gesellschaft Jahr 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender Beisitzer Berufsverband der Frauenärzte 1. Schriftführer 2. Schriftführer Schatzmeister 1912/1913 Max Hofmeier Albert Döderlein – – Albert Häberle Sigmund Mirabeau Ernst Rosenfeld 1914–1920 Albert Döderlein Max Hofmeier – – Anton Hengge Ernst Engelhom Ernst Rosenfeld 1921–1923 Max Simon Albert Döderlein – – Rudolf Dyroff Otto Eisenreich Ernst Rosenfeld 1924–1926 Carl Joseph Gauß Max Simon – – Walther Schmitt Otto Eisenreich Ernst Rosenfeld 1927/1928 Hermann Wintz Carl Joseph Gauß – – Walther Schmitt Rudolf Dyroff Ernst Rosenfeld 1929–1931 August Beckh Hermann Wintz – – Walther Schmitt Johannes Raefler Ernst Rosenfeld 1932 Oskar Polano August Beckh – – – – Carl Heinz Engelbrecht 1933–1934 Oskar Polano August Beckh – – Rudolf Dyroff – Carl Heinz Engelbrecht 1935–1938 Heinrich Eymer August Beckh – – Rudolf Dyroff – Carl Heinz Engelbrecht 1939 Anton Hengge August Beckh – – Rudolf Dyroff – Carl Heinz Engelbrecht 1940–1950 Anton Hengge(† 1945) August Beckh – – Rudolf Dyroff – Carl Heinz Engelbrecht 1951–1954 Karl Johann Burger Heinrich Eymer – – Josef Breitner Theobald Berwind Otmar Bauer 1955 Karl Johann Burger Heinrich Eymer – – Josef Breitner Rudolf Kaiser Otmar Bauer 1956–1958 Hans Rummel Karl Johann Burger – – Josef Breitner Rudolf Kaiser Otmar Bauer 1959 Rudolf Dyroff Hans Rummel – – Josef Breitner Paul Segschneider,E. D. Nietsch Otmar Bauer 1960–1962 Werner Bickenbach Rudolf Dyroff – – Josef Breitner Rudolf Kaiser Otmar Bauer 1963/1964 Kurt Podleschka Werner Bickenbach – – Rudolf Kaiser Hans Ludwig Otmar Bauer 1965 Richard Fikentscher Kurt Podleschka – – Rudolf Kaiser Hermann Welsch Otmar Bauer 1966/1967 Max Brandl Richard Fikentscher – – Rudolf Kaiser Andreas Siegert Otmar Bauer 1968 Horst Schwalm Richard Fikentscher – – Rudolf Kaiser Andreas Siegert Otmar Bauer 1969 Horst Schwalm Richard Fikentscher – – Rudolf Kaiser Ewald Göltner Otmar Bauer 1970/1971 Josef Breitner Richard Fikentscher – – Rudolf Kaiser Rolf Göbel, W. Müller Arnulf Weidenbach 1972/1973 Karl-Günther Ober Richard Fikentscher – – Fritz Zimmer Günther Kindermann Arnulf Weidenbach 1974/1975 Günther Stark Richard Fikentscher – – Fritz Zimmer Günther Kindermann Arnulf Weidenbach 1976/1977 Ernst Waidl Günther Stark – – Fritz Zimmer Günther Kindermann Arnulf Weidenbach 1978/1979 Horst-Jürgen Spechter Ernst Waidl – – Fritz Zimmer Günther Kindermann Arnulf Weidenbach 1980/1981 Josef Zander Horst-Jürgen Spechter Ernst Waidl Eduard Koschade Fritz Zimmer Heinrich Graeff Arnulf Weidenbach 1982/1983 Heinrich A. Krone Josef Zander Horst-Jürgen Spechter Eduard Koschade Fritz Zimmer Gerhard Strobel Arnulf Weidenbach 1984/1985 Fritz Zimmer Heinrich A. Krone Josef Zander Eduard Koschade Ernst Brusis Dietrich Leis Arnulf Weidenbach 1986/1987 Karl Heinrich Wulf Kurt Holzmann Fritz Zimmer Eduard Koschade Ernst Brusis Jochen Gille Arnulf Weidenbach 1988/1989 Kurt Holzmann Heinrich Graeff Karl Heinrich Wulf Eduard Koschade Ernst Brusis Helmut Streng Arnulf Weidenbach 1990/1991 Heinrich Graeff Hans Weidinger Kurt Holzmann Franz Staufer Ernst Brusis René von Hugo, Fritz Fischbach, Rainer Deckardt Wolf-Dieter Jonatha 1992/1993 Hans Weidinger Norbert Lang Heinrich Graeff Franz Staufer Ernst Brusis Birgit Ploss Wolf-Dieter Jonatha 1994/1995 Norbert Lang Dietrich Berg Hans Weidinger Franz Staufer Ernst Brusis Wolfram Jäger Wolf-Dieter Jonatha 1996 Dietrich Berg Hermann Hepp Norbert Lang Franz Staufer Ernst Brusis Wolfram Jäger Wolf-Dieter Jonatha 1997 Dietrich Berg Hermann Hepp Norbert Lang Franz Staufer Ernst Brusis Ronaldo Stuth Wolf-Dieter Jonatha 1998/1999 Hermann Hepp Huber Elser Dietrich Berg Franz Staufer Rainer Kürzl Christoph Anthuber Wolf-Dieter Jonatha 2000/2001 Hubert Elser Johannes Dietl Hermann Hepp Peter Hausser Rainer Kürzl Annegret Kiefer Wolf-Dieter Jonatha 2002/2003 Johannes Dietl Fritz Christ Hubert Elser Peter Hausser Rainer Kürzl Thomas Steck Wolf-Dieter Jonatha 2004/2005 Fritz Christ Klaus Friese Johannes Dietl Peter Hausser Rainer Kürzl Andreas Flessa Christoph Anthuber 2006/2007 Klaus Friese Arthur Wischnik Fritz Christ Peter Hausser Rainer Kürzl Andreas Flessa Christoph Anthuber 2008/2009 Arthur Wischnik Matthias W. Beckmann Klaus Friese Peter Hausser Rainer Kürzl Andreas Flessa Christoph Anthuber 2010/2011 Matthias W. Beckmann Christoph Anthuber Arthur Wischnik Peter Hausser Rainer Kürzl Stefan Renner Christoph Anthuber 2012/2013 Christoph Anthuber Olaf Ortmann Matthias W. Beckmann Peter Hausser Rainer Kürzl Arndt Hönig Christoph Anthuber 2014/2015 Olaf Ortmann Cosima Brucker Christoph Anthuber Peter Hausser Rainer Kürzl Stephan Seitz Christoph Anthuber 2016/2017 Cosima Brucker Marion Kiechle Olaf Ortmann Peter Hausser Rainer Kürzl Michael Krause Christoph Anthuber 2018/2019 Ricardo E. Felberbaum Achim Wöckel Rainer Kürzl Peter Hausser Christian Dannecker Alexander Puhl Christoph Anthuber
Mitgliedschaft Mitglied kann jeder in Bayern tätige Gynäkologe und Geburtshelfer werden. Auch Ärzte anderer Fachgebiete, die sich mit Frauenheilkunde und Geburtshilfe befassen, können Mitglied werden. Fachärzte für Geburtshilfe und Frauenheilkunde mit Wohnsitz außerhalb Bayerns können satzungsgemäß ebenfalls als Mitglieder aufgenommen werden, wie auch die Mitgliedschaft bei Verlegung des Wohnsitzes außerhalb des bayerischen Staatsgebietes nicht erlischt, sondern nur auf Antrag des Mitgliedes. Über eine Aufnahme in die Gesellschaft beschließt der Vorstand und sein Beirat. Unterschieden wird dabei in ordentliche und fördernde Mitglieder, wobei letztere kein Stimmrecht besitzen.Satzung der BGGF () Derzeit (Stand: 2. Mai 2016) verfügt die Gesellschaft über 707 Mitglieder, davon 604 aktive, 83 passive Mitglieder, 16 Ehrenmitglieder und 4 korrespondierende Mitglieder.
Auszeichnungen Der Verband verleiht in zweijährigem Rhythmus einen Wissenschaftspreis für Arbeiten aus der Geburtshilfe und Frauenheilkunde, sowie jährlich den Dr.-Hans-L.-Geisenhofer-Stiftungspreis der Geisenhofer-Stiftung für wissenschaftliche Arbeiten von jungen Wissenschaftlern im Bereich der Geburtshilfe und Gynäkologie, deren Ergebnisse eine unmittelbare Bedeutung für in der Praxis tätige Gynäkologen haben.
Zudem kann auf Antrag des Vorstandes und seines Beirates die Ehrenmitgliedschaft verliehen werden, wenn drei Viertel der in der Hauptversammlung anwesenden Mitglieder dem Antrag zustimmen. Eine Ernennung zum korrespondierenden Mitglied kann durch Beschluss des Vorstandes und seines Beirates erfolgen.
Ehrenmitglieder Während die Münchener Gynäkologische Gesellschaft bis zu 29 Ehrenmitgliedern hatte, ernannte die BGGF seit ihrem Bestehen insgesamt 44 Ehrenmitglieder.(Stand 2. Mai 2016)
Liste der Ehrenmitglieder
B Otmar Bauer (1904–1985), München August Beckh (1865–1951), Nürnberg Dietrich Berg (* 1935), Amberg Werner Bickenbach (1900–1974), München Max Brandl (1910–1991), Amberg Karl-Johann Burger (1893–1960), Würzburg Erich Burghardt (1921–2006), Graz
C Fried Conrad (* 1923), München
D Otto Dapunt (* 1930), Innsbruck Albert Döderlein (1860–1941), München Gustav Döderlein (1893–1980), München Rudolf Dyroff (1893–1966), Erlangen
E Herwig Egger (* 1943), Neumarkt Hubert Elser (* 1941), Landshut Heinrich Eymer (1883–1965), München
F Richard Fikentscher (1903–1993), München Wolfgang Frobenius (* 1948), Erlangen
G Carl Joseph Gauß (1875–1957), Würzburg Eduard Gitsch (1920–2013), Wien
H Hermann Hepp (* 1934), München Max Hofmeier (1854–1927), Würzburg Kurt Holzmann (* 1929), Augsburg Hugo Husslein (1908–1985), Wien
K Marianne Killer (* 1946), Odelzhausen Günther Kindermann (* 1935), Grünwald Eduard Koschade (* 1933), Dachau Heinrich-Adolf Krone (* 1925), Bamberg
M August Mayer (1876–1968), Tübingen Carl Menge (1864–1945), Heidelberg
O Karl-Günther Ober (1915–1999), Erlangen
P Kurt Podleschka (1902–1999), Nürnberg
R Klaus Riegel (* 1926), München Hans Rummel (1889–1978), Nürnberg
S Horst Schwalm (1904–1977), Würzburg Ludwig Seitz (1872–1961), Frankfurt Günther Stark (* 1922), Nürnberg Manfred Stauber (* 1945), Regensburg
W Ernst Waidl (1914–1981), München Arnulf Weidenbach (1929–1999), München Hans Weidinger (* 1929), Bayreuth Hermann Welsch (1928–2022), München Karl Heinrich Wulf (1928–2016), Würzburg
Z Josef Zander (1918–2007), München Fritz Zimmer (1926–2012), München
Korrespondierende Mitglieder Zu korrespondierenden Mitgliedern wurden der Anästhesist und Hochschullehrer Klaus Peter, der Betriebswirtschaftler Werner Sassenrath, der Epidemiologe und Versorgungsforscher Hans Konrad Selbmann und der Viszeralchirurg und emeritierte Hochschullehrer Jörg Rüdiger Siewert ernannt.
Geschichte
Die Bayerische Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde entstand am 28. Januar 1912 als Zusammenschluss der Münchener Gynäkologischen Gesellschaft und der Fränkischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde.
Münchener Gynäkologische Gesellschaft Am Abend des 10. Oktober 1884 beschloss eine Gruppe von 13 Münchener Ärzten im klinischen Hörsaal der Königlichen Universitäts-Frauenklinik in München auf Antrag des damaligen Direktors der Universitätsfrauenklinik Franz von Winckel die Gründung einer speziellen gynäkologischen Gesellschaft. Grundlage für die Statuten wurden die der Dresdner Gynäkologischen Gesellschaft.