mini|alt=Kirche|Kirche (2010) Die Kirche St. Kamillus steht in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen), Kamillianerstraße 40. Sie wurde 1929–1931 nach einem Entwurf von Dominikus Böhm erbaut. Unter Nr. K 062 ist sie seit 1992 in die Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach eingetragen.
Lage Die Kamillianerkirche liegt zwischen Ohler und Dahl östlich der Eisenbahnlinie. Es handelt sich um einen Südwest-Nordost ausgerichteten Baukörper.
Architektur Dominierend ist die wuchtige Nordostfassade aus dunklem Ziegelsteinmauerwerk am Ende eines mittelaxial verlaufenden Treppenaufganges. Es gibt ein tief eingeschnittenes, fassadenhohes, gestuftes Rundbogenfenster mit Kunstverglasung; links außen einen separaten Zugang; der Hauptzugang liegt in der Fensterachse und wird von je einem schmalen Rundbogenfenster flankiert.
Ein weiterer Zugang liegt auf der Rückseite der Nordostfassade, die hier als Kapelle dient. Es liegt zurückhaltende Gliederung der Ziegelsteinfassade vor, durch Rollschichten, Mauerung von Halbkreisbögen, Ähren, Kruzifixen sowie aus der Wandflucht leicht vorstehenden Köpfen von Bindersteinen bzw. der Anordnung von Schallarkaden und Halbkreisbögen unterhalb der Traufe.
Es ist eine in ihrer Schlichtheit expressiv gestaltete Hallenkirche mit gerundetem Chorschluss unter einer zum Chor hin absteigenden Flachdecke, wodurch die perspektivische Wirkung (dunkles Schiff – heller Chor) und die Raumillusion gesteigert werden.
Die Nordostfassade wird durch die drei o. g. bunt verglasten Fenster, der Chor durch ein Raster von 21 schmalen, zwischen Stahlbetonpfeilern stehenden, überwiegend klar verglasten Hochrechteckfenstern belichtet. Ein seitenschiffartiger Anbau liegt an der Südostseite und ist durch vier mächtige Pfeiler vom Hauptschiff getrennt. Die unter dem Chor liegende säulengestützte Krypta, durch kleine Hochrechteckfenster belichtet, ist durch das Seitenschiff zugänglich. Der Chor zeigt sich mit Hochaltar und Altar. Es gibt einen Bodenbelag aus Marmor, im Schiff aus Solnhofener Plattenkalken. Die Nordostfassade ist im Inneren von vier Emporen erschlossen, auf ihr stand ursprünglich die Orgel. Mit dem Neubau des Instruments wurde ihr Standort in das Schiff an die Stelle der abgebrochenen Kanzel verlegt.
Die vertikale Dreigliederung der Innenfassade beruht auf der Anordnung mächtiger Pfeiler. Jede Achse weist je drei Rundbogenstellungen in jedem Geschoss auf. Die schlichte Gestaltung im Innenraum zeigt sich mit glatt verputzten Wänden, auf den Emporen mit rau verputzten Wänden, Möblierung und Befensterung.
Jüngere Entwicklungen Die auf der Empore untergebrachte Orgel wurde 1994 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, die anstelle der entfernten Kanzel platziert.
Im Jahr 2014 wurde St. Kamillus profaniert und im Anschluss zu einem Kolumbarium umgebaut, wozu im Kirchraum die Emporen über dem Eingangsbereich vergrößert wurden, um zusätzlichen Platz für die Urnenschränke zu schaffen.
Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Mönchengladbach
Literatur Elke Backes: Der Kamillus-Stil. Dominikus Böhm als Corporate-Designer für den Kamillianerorden. Dissertation. Veröffentlicht als E-Book bei der ULB Düsseldorf im Dezember 2018: Backes_Dissertation_Druckversion-6.pdf Klaus-Martin Bresgott: St. Kamillus Mönchengladbach-Dahl. In: ders.: Neue Sakrale Räume. 100 Kirchen der Klassischen Moderne. Zürich 2019, S. 162f.
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Einzelnachweise
Kamillus Kategorie:Kamilluskirche Kategorie:Baudenkmal in Mönchengladbach Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude im Bistum Aachen Kategorie:Dominikus Böhm