mini|Die aktuelle Corolla-Generation wird als Limousine, Kombi und Schrägheck produziert.

Toyota Corolla ist die Modellbezeichnung für einen Pkw der unteren Mittelklasse, später der Kompaktklasse, welche von der japanischen Toyota Motor Corporation seit Mitte 1966 für eine Reihe unterschiedlicher Pkw-Modelle verwendet wird.

Vom Corolla hat das Werk im Laufe der Zeit eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten abgeleitet, die häufig auf Japan beschränkt bleiben und dem Zweck dienen, die verschiedenen Vertriebsnetze des Herstellers zu bedienen. Zu den bekanntesten gehören der Sommer 1968 eingeführte Corolla Sprinter (höherwertig ausgestattete Version), der Corolla Levin (Coupé-Versionen) und der Sprinter Trueno (die Coupé-Version des Corolla E70 mit Hinterradantrieb). Zuletzt kam der Minivan Corolla Verso ins Angebot.

Während der Corolla im Frühjahr 2007 zugunsten des Auris von den europäischen Hauptmärkten (Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien) genommen wurde, wird die Modellreihe auf weiteren Märkten in Europa und anderen Kontinenten weiterhin als Corolla vermarktet. Ende 2006 wurde die zehnte Generation des Corolla (E14) vorgestellt, den es in einer Stufenheckvariante (in Japan: Corolla Axis) und als Kombi (Corolla Fielder) gab.

Seit 2019 wird der Toyota-Kompaktwagen wieder weltweit als Corolla verkauft. Die entsprechende Generation wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2018 noch als Auris präsentiert, später gab Toyota die Einstellung des Modellnamens bekannt. 2020 wurde das auf dieser Generation basierende Sport Utility Vehicle Toyota Corolla Cross vorgestellt.

Im Laufe der Modellgeschichte wurden Pkw mit dem Namen Corolla nicht nur in Japan, sondern in zahlreichen weiteren Ländern hergestellt, etwa in den USA, in Kanada, Brasilien, Venezuela, China, Taiwan, Malaysia, Bangladesch, Pakistan, der Türkei, Thailand, Indien, Großbritannien und auf den Philippinen. In einem Joint-Venture mit General Motors wurden in Kalifornien die auf dem Corolla aufbauenden Chevrolet Nova und Chevrolet bzw. Geo Prizm hergestellt (NUMMI). Ebenfalls mit dem Corolla verwandt war der Charmant des zum Toyota-Konzern gehörenden Herstellers Daihatsu.

Bis 2021 wurden etwa 50 Millionen Corolla hergestellt. Es war zeitweise, bis zum Jahr 2023, als es vom Tesla Model Y abgelöst wurde, das weltweit meistverkaufte Auto. Bis August 2026 wurden 57 Millionen Exemplare gefertigt.

Allgemeines Der Toyota Corolla ist das meistverkaufte Auto der Welt. Allerdings handelt es sich dabei um zehn Modellgenerationen mit zum Teil grundlegenden konzeptionellen Änderungen wie der Umstellung von Hinterrad- auf Frontantrieb. Mehrmals wurden auch bis dato eigenständige Modelle in die Corolla-Reihe integriert.

Der Corolla gilt als sehr zuverlässiges Auto, was auch durch Pannenstatistiken und die TÜV-Berichte bestätigt wird.

Corolla (E10, 1966–1970)

Im Mai 1966 präsentierte Toyota als zusätzliches Modell zwischen dem Toyota 800 (dem Vorläufer des Toyota Starlet) und dem Toyota Corona den Corolla zunächst als zweitürige Limousine. Im August 1967 folgten die viertürige Limousine und der dreitürige Kombi, im August 1968 ein Fließheck-Coupé unter der Bezeichnung Corolla Sprinter. Ab Anfang 1969 kamen mit dem Corolla SL leistungsstärkere Varianten der Zweitürer ins Angebot.

Die Technik des ersten Corolla war noch sehr einfach gehalten: Der hinterradgetriebene Wagen besaß hinten eine Starrachse an Längsblattfedern und Teleskopstoßdämpfer, vorn eine Federbeinachse mit Querlenkern und einer Blattfeder als Stabilisator. Weitere Merkmale des Fahrwerks waren Schneckenlenkung und Trommelbremsen an allen Rädern.Toyota Corolla 1100. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1968, S. 376.

Der kurzhubig ausgelegte Reihenvierzylindermotor bestand aus Grauguss mit Leichtmetall-Zylinderköpfen und OHV-Ventilsteuerung und schöpfte aus 1077 cm³ 60 bzw. (im höher verdichteten SL) 73 SAE-PS (44/54 kW). Im Herbst 1969 wurde der Hubraum auf 1166 cm³ erhöht, wodurch die Leistung auf 65 (SL: 78) SAE-PS stieg. Als Getriebe war eine 4-Gang-Knüppelschaltung oder eine Zweistufen-Automatik lieferbar.

Die Ausstattung des Inland-Modells fiel spartanisch aus: Eine Heizung, Defrosterdüsen, Scheibenwaschanlage und Scheibenwischer mit zwei Geschwindigkeitsstufen gab es nur an Exportmodellen. Andererseits war der Corolla serienmäßig mit Nebelscheinwerfern ausgestattet. Die Platzverhältnisse in der Fahrgastzelle waren noch stark auf japanische Verhältnisse zugeschnitten und wurden in Europa als beengt wahrgenommen.

Der Corolla-Export in die USA, wo Toyota seit 1958 aktiv war, begann zu Preisen ab 1668 USD im Sommer 1968, ein Opel Kadett B kostete vergleichsweise ab 1785 US-Dollar.Mike Covello: Standard Catalog of Imported Cars 1946–2002. Krause Publications, Iola 2002, ISBN 0-87341-605-8, S. 618/774. In Deutschland wurde der Corolla E10 nicht angeboten, wohl aber in anderen europäischen Ländern wie der Schweiz; dort kostete der Corolla ab 6990 SFr (Kadett 1100: ab 6600 SFr). In Japan betrug der Neupreis 495.000 Yen (umgerechnet etwa 4500 Euro)

Corolla (E20, 1970–1974) mini|Toyota Corolla Coupé (1971) Im Mai 1970 erschien auf 5 cm längerem Radstand der etwas größere Corolla der zweiten Generation. Die Karosserievarianten entsprachen dem Vorgängermodell. Aus dem Sprinter wurde eine eigene Reihe, die auch Limousinen umfasste, neu war das Sportmodell Sprinter Trueno. Es gab Motoren mit 1,2 Liter (68–77 SAE-PS), 1,4 Liter (86–95 SAE-PS) oder 1,6 Litern Hubraum (2 Doppelvergaser, 115 SAE-PS) zur Wahl. Außer einem Vier- oder Fünfganggetriebe wurde auch eine Zwei- oder Dreistufenautomatik angeboten. Die übrige Technik (Blattfederstarrachse hinten, Hinterradantrieb, gemischte Bremsanlage) entsprach dem Vorgänger.

In den USA hatten alle Versionen den 1,6-Liter-Vierzylinder, der hier mit einem Doppelvergaser auf 102 SAE-PS kam. Das Coupé trug hier den Namen SR-5, da es serienmäßig mit Fünfganggetriebe ausgestattet war.

In Deutschland wurde der Corolla ab März 1971 als Limousine und Coupé (6890 DM und 7650 DM) angeboten, ein Jahr später folgte der dreitürige Kombi (7795 DM). Alle hiesigen Versionen besaßen den 1,2-Liter mit 58, später 55 DIN-PS (43/40,5 kW).

Limousine und Coupé erhielten im April 1974 einen Nachfolger, der Kombi wurde bis Dezember 1977 weiter gebaut.

Corolla (E30/E40/E50/E60, 1974–1979) mini|Toyota Corolla (1976) Im April 1974 erschien in Japan der dritte Corolla (E30), wiederum im Radstand (+4 cm) und in den Außenmaßen vergrößert und weiterhin mit Hinterradantrieb versehen. Die Basis-Limousine trug die Typnummer E30 oder E31, das Hardtopcoupé ohne B-Säule die Typnummer E35 oder E37, der Kombiwagen E36 oder E38. Die E40-Serie bezeichneten die japanischen Sprinter-Modelle, die E50-Serie (E50 und E51) den später eingeführten Liftback und das Sportcoupé. In einigen europäischen Ländern wurde das „Trueno“-Coupé aus der E4-Reihe angeboten, die auch die Basis für die späteren Sportcoupé- und Liftback-Modelle der E50-Reihe war.

Auf dem japanischen Inlandsmarkt bekamen alle Modelle ab 1977 aufgrund der neuen Abgasregelungen und der dazu eingeführten Motoren eine neue Typenbezeichnung, so dass fortan nur noch von der E50-Reihe (alle Corolla-Modelle) und von der E60-Reihe gesprochen wurde (alle Sprinter Modelle), unabhängig von der Karosserievariante.

Ende 1976 erschien zusätzlich der Corolla Liftback, ein dreitüriger Sportkombi nach Art des Lancia Beta HPE; vom Liftback abgeleitet war ein Hardtop-Coupé mit Stufenheck, das in Europa nicht angeboten wurde. In Japan standen Motoren von 1,2 bis 1,6 Litern Hubraum zur Verfügung, in den Top-Versionen der Sprinter- und Corolla-Modellreihe auch mit zwei obenliegenden Nockenwellen.

In Deutschland erfolgte die Einführung dieser Serie im März 1975, anfangs in den bekannten Karosserieversionen mit dem 1,2-Liter-Motor (40,5 kW/55 PS) und zu Preisen ab 8490 DM. Im November 1976 kam der Liftback dazu, den es auch als 1600 (54 kW/73 PS) und 1600 GSL (Doppelvergaser, 61,5 kW/84 PS) gab, der ab 11.490 DM kostete.

Motoren in Europa Otto 1,1 Liter, 1077 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 44 kW (60 PS), K 1,1 Liter, 1077 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 53 kW (73 PS), K-B 1,2 Liter, 1166 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 40 kW (55 PS), 3K-H (KE30, KE35, KE36, KE50) 1,2 Liter, 1166 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 53 kW (73 PS), 3K-B (KE35²) 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 53 kW (73 PS), 2T (TE51, TE47²) 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 62 kW (84 PS), 2T-B (TE51, TE47²) 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, DOHC-Ventilsteuerung, 79 kW (108 PS), 2T-G (TE47²)

Die Leistungsangaben der Europa-Versionen beziehen sich auf deutsche Versionen. Die Leistungsangaben sind in manchen Ländern geringfügig unterschiedlich. Alle Angaben in PS(DIN). ²= kein deutsches Modell.

Motoren außerhalb Europas Otto 1,2 Liter, 1166 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 3K-U (KE30, KE35, KE36, KE40, KE45), Japan-Version 1,3 Liter, 1290 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 4K-U (KE55, KE65), Japan-Version 1,4 Liter, 1407 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 1T (TE30, TE35, TE36, TE50, TE40, TE45), Japan-Version 1,4 Liter, 1407 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 1T-U (TE50, TE60), Japan-Version 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 2T-U (TE51, TE61), Japan-Version 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 12T (TE52, TE62), Japan-Version 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 12T-U (TE55, TE65), Japan-Version 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, DOHC-Ventilsteuerung, 2T-GEU (GENI: TE51,TE61 ⇒ GenII: TE55, TE65), Japan-Version 1,2 Liter, 1166 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 3K-C (KE30, KE36), USA-Version 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung, 2T-C (TE31, TE37, TE38, TE51), USA-Version

Corolla (E70, 1979–1983)

Im September 1979 kam die vierte Ausführung des Corolla auf den Markt, wiederum als Limousine, Coupé, Kombi, Liftback und vom Liftback abgeleitetes Hardtop-Coupé. Der Radstand wuchs um 30 auf 2400 mm, in Japan lagen die Motorgrößen bei 1,3 Litern, 1,5 Litern, 1,6 Litern und 1,8 Litern (74–115 PS/54–84,5 kW). Größte Neuerung am E70 außer der moderneren, kantigen Karosserie war der Ersatz der Blattfedern der hinteren Starrachse durch Längslenker, Panhardstab und Schraubenfedern; der Kombi behielt die Blattfederachse.

In Deutschland wurden ab Herbst 1979 die zwei- und viertürige Limousine, der fünftürige Kombi und das Liftback-Coupé angeboten, letzteres als 1300 DX (44 kW/60 PS) und als 1600 (54–81 kW/74–110 PS), die übrigen Varianten nur mit 1,3-Liter-Vierzylinder, dessen Leistung 1982 auf 48 kW/65 PS erhöht wurde.

Im Herbst 1981 wurde die Corolla-Reihe überarbeitet. Sie erhielt geänderte Scheinwerfer und Heckleuchten.

Ab August 1982 war der Basis-1,6-Liter auch in der Limousine erhältlich, ab Februar 1983 gab es auch einen 1,8-Liter-Dieselmotor (43 kW/58 PS). Die Preise reichten bei Einführung von 9995 DM (Limousine) bis 15.295 (Liftback GT mit dem DOHC-Motor).

Die Versionen Limousine, Liftback, Coupé und Hardtopcoupé wurden im Mai 1983 durch die frontgetriebene E80-Reihe ersetzt. Der Kombi mit Hinterradantrieb wurde in überarbeiteter Form noch bis August 1987 produziert.

Motoren in Europa Otto 1,3 Liter, 1290 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung mit 44 kW (60 PS) / 48 kW (65 PS), ab 11/81; 4K (KE70) 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung mit 54 kW (74 PS) / 55 kW (75 PS), ab 11/81; 2T (TE71) 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung mit 63 kW (86 PS), 2T-B (TE71) 1,6 Liter, 1588 cm³, 4 Zylinder, DOHC-Ventilsteuerung mit 81 kW (110 PS), 2T-G (TE71) 1,8 Liter, 1770 cm³, 4 Zylinder, OHV-Ventilsteuerung mit 59 kW (80 PS), 3T-C (nur Schweiz/Schweden) (TE72)

Diesel 1,8 l D, 1839 cm³, 4 Zylinder, OHC-Ventilsteuerung mit 47 kW (64 PS); 1C (CE70)