Mühlbach ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Selb im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Mühlbach hat eine Fläche von 2,900 km². Sie ist in 291 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9965,71 m² haben. In ihr liegen außer dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Neuenbrand.
Geographie Das Dorf liegt verstreut an der Selb unweit der tschechischen Grenze im Osten. Haus Nr. 31 liegt 1,5 km südwestlich von Haus Nr. 20. Im Zentrum steht das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Mühlbach. Von diesem aus gemessen führen Gemeindeverbindungsstraßen nach Neuenbrand (1,4 km nordöstlich), nach Wildenau (1,6 km nördlich), nach Schatzbach (0,8 km westlich) und nach Längenau (1,6 km südöstlich).
Geschichte Im Jahr 1372 verkaufte Konrad von Neuberg den Zehnten vom „Torleinshof und von der Mühle“ an den Rat zu Eger. Dies ist zugleich die erste urkundliche Erwähnung von Mühlbach. 1417 bekamen die Burggrafschaft Nürnberg die Hoheit über den Ort. Seit 1448 ist das Adelsgeschlecht Raitenbach nachweisbar. Das Hochgerichte gelangte in der Rechtsnachfolge an das brandenburg-kulmbachischen Amt Selb, während das raitenbachische Rittergut Erkersreuth im Ort begütert blieb. 1697 gehörten diesem 4 Mühlen, 2 Höfe und 3 Güter.Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 178.
Von 1797 bis 1810 unterstand Mühlbach dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel. Mit dem Gemeindeedikt wurde Mühlbach dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Erkersreuth zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Mühlbach, zu der Neuenbrand gehörte. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit blieb das Patrimonialgericht Erkersreuth zuständig. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Selb und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Selb (1919 in Finanzamt Selb umbenannt). Ab 1862 gehörte Mühlbach zum Bezirksamt Rehau (1939 in Landkreis Rehau umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Selb (1879 in das Amtsgericht Selb umgewandelt, 1973 aufgehoben, seitdem Amtsgericht Wunsiedel). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche der Gemeinde von 2,903 km². Am 1. Januar 1978 wurde Mühlbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Selb eingemeindet.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Mühlbach gibt es ein Bodendenkmal.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Mühlbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 121 139 138 136 124 142 161 159 143 130 143 130 142 145 132 135 144 126 120 146 145 155 147 143HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 26 26 27 25 25 26 26 Quelle
Ort Mühlbach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 121 110 136 111 112 116 120 131 123 73Häuser 22 21 20 22 23 24Quelle
Religion Mühlbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich rechts des Baches nach Asch, links des Baches nach Selb gepfarrt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Umpfarrung nach Zum Guten Hirten (Erkersreuth).
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Selb Kategorie:Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) Kategorie:Ersterwähnung 1372 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge