mini|Sultan Masood Dakik (2015) Sultan Masood Dakik (* 19. August 1967 in Kabul, Afghanistan) ist ein deutscher Unternehmer. In Anerkennung für sein Engagement für Flüchtlinge, benachteiligte Menschen und Waisenkinder wurde er am 5. Februar 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.Der gute Mensch aus Afghanistan RP Online vom 6. Februar 2015. Abgerufen am 24. April 2015

Leben Herkunft und Familie mini|Sein Vater Abdul Khaliq Khan als Botschafter für Afghanistan bei der UN. Sultan Masood Dakik stammt väterlicherseits vom ehemaligen afghanischen Königshaus ab.Der Mutmacher im Flüchtlingsheim RP Online vom 24. März 2015. Abgerufen am 24. April 2015 Er entstammt der Muhammadzai-Dynastie, die Afghanistan von 1826 bis 1978 regierte. Sein Vater war Abdul Khaliq (1927–1992). Er hatte als erster Afghane an der Sorbonne in Paris promoviert, war 35 Jahre Botschafter seines Landes bei den Vereinten Nationen (UN) und später Verkehrsminister. Sultan Masood Dakiks Mutter stammt aus Saudi-Arabien; sie soll in direkter Linie und in 30. Generation vom Religionsstifter Mohammed aus der Familie von Sayyid Mir Jan abstammen.

Ausbildung und Berufslaufbahn Sultan Masood Dakik legte 1984 sein Abitur am Lycée Istiqlal in seiner Geburtsstadt Kabul ab und war dort in der medizinischen Fakultät immatrikuliert. Als Mitglied der ehemaligen afghanischen Königsfamilie musste er nach der sowjetischen Intervention in Afghanistan das Land 1984 verlassen. Er flüchtete sieben Tage zu Fuß aus Afghanistan nach Pakistan. Nach seiner Flucht kam er 1984 mit seiner Mutter und seiner Schwester nach Deutschland, wo er seither dauerhaft lebt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Textilkaufmann und arbeitete als Betriebswirt in der Textilbranche. Später gründete er in Düsseldorf eine Firma für Damenoberbekleidung, die er jedoch nach einigen Jahren aus familiären Gründen wieder verkaufte, um sich um seine kranke Mutter kümmern zu können.

Er betreibt mittlerweile mehrere Unternehmen im Bereich Financing und Consulting, im Öl-Geschäft sowie im Bereich „Neue Technologien“. Besondere Aufmerksamkeit legt er auf Projekte erneuerbarer Energien und Klimaschutz, vor allem in Saudi-Arabien. In Kooperation mit der Universität Hohenheim (Agrarwissenschaft) verfolgt er dort das Vorhaben, auf großen Brachflächen die vielfach nutzbare Jatropha-Pflanze, die auch zur CO2-Verringerung beiträgt, zu etablieren. Sehr gute Beziehungen unterhält er zum saudischen Königshaus und SADC-Staaten wie Namibia.

Ehrenamtliche Hilfsprojekte mini|Dakik wurde 2015 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Sultan Masood Dakik ist Initiator zahlreicher humanitärer und sozialer Hilfsprojekte. Sein soziales Engagement gilt insbesondere Flüchtlingen und benachteiligten Menschen. Dafür wurde ihm am 5. Februar 2015 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Sultan Masood Dakik ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der „Alliance of International Aid e.V“. Beiratsmitglieder seines Vereins sind der ehemalige Premierminister von Belgien Yves Leterme, der ehemalige Präsident Kroatiens Ivo Josipovic und neben diversen US-Kongressabgeordneten der US-Diplomat James Wasserstrom.

Südasien und Afrika Er setzt er sich für die Alphabetisierung und Ausbildung von Frauen in Afghanistan ein. Er unterstützt finanziell zwei große Waisenhäuser, u. a. für Kinder mit Behinderungen, in Kabul und hilft verletzten Kriegskindern, für die er Unterhalt und Seelsorge organisiert. Ein von Dakik unterstütztes Projekt in Nordafghanistan dient der Ausbildung von 60 Frauen zu Schneiderinnen. Neben der Vermittlung handwerklicher Fähigkeiten erhalten die Frauen auch Unterricht in Rechnen, Schreiben und Lesen. Sultan Masood Dakik hat 49 Patenkinder, u. a. in Tansania, Uganda, Nigeria und Pakistan, die er finanziell unterstützt und über deren Werdegang er sich vor Ort informiert.

Nach der Übernahme von Kabul durch die Taliban trat Sultan Masood Dakik als Vermittler der Bundesregierung auf um den humanitären Korridor zum Westen für benachteiligte Frauen und Kinder in Afghanistan zu gewährleisten.

Deutschland Im Kreis Wesel unterstützte er neu angekommene Flüchtlingsfamilien bei Behördengängen, bei Übersetzungen und Beglaubigungen, bei der Suche nach Wohnraum und nach günstiger Wohnungsausstattung. Er vermietet außerdem Wohnraum an afghanische Flüchtlinge und hilft selbst beim Aufbau von Möbeln mit.

Namibia Er ist ferner im namibischen Vorort Windhoek-Katutura im Aufbau von Waisenhäuser, Grundschulen und medizinischen Instituten aktiv. Laut der Presseerklärung seines Vereins und namibischen Medien liefert sein Verein wöchentlich Nahrung für mehr als 200 namibische Waisen.

Privates Sultan Masood Dakik, der seit 1995 deutscher Staatsbürger ist, lebt am Niederrhein; er wohnt im Kreis Wesel. Er ist mit seiner Ehefrau Sayyida Nargis Dakik verheiratet und ist Vater von drei Söhnen.

Auszeichnungen 2015: Bundesverdienstkreuz in der Stufe Verdienstkreuz am Bande, für sein soziales Engagement in der Flüchtlingshilfe.

Weblinks Der gute Mensch aus Afghanistan in: RP Online vom 6. Februar 2015

Quellen Tazkare Khwanadane, Hazrat Eshan: Genealogy of the family of Hazrat Eshan by Muhammad Yasin Qasvari Naqshbandi, Edara Talimat Naqshbandiyya, Lahore

Einzelnachweise

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