Obersüßbach (bairisch meist kurz als Siaßbo bezeichnet) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Furth. mini|Ortsansicht von Süden mini|Die Pfarrkirche St. Jakob
Geographie Geographische Lage Obersüßbach liegt am Süßbach in der Hallertau.
Gemeindegliederung Es gibt 23 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Früheste Hinweise für eine Besiedelung der Gegend um Obersüßbach sind Hügelgräber bei Niedersüßbach aus der Zeit 1800–1200 v. Chr. Um 600 erfolgte eine erste Besiedelung durch die Bajuwaren.
Im Jahre 814 vermachte ein adeliger Abt Richpald 14 Meierhöfe in „Sezpah“ und vier in „Niuuinhusen“ (Neuhausen) dem Kloster St. Emmeram in Regensburg. Aus dieser Zeit stammt auch eine Gründungsurkunde, im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München. Am 28. Oktober 814 kam ein Mönch mit Namen Ratolf als Seelsorger nach Sezpah. Um 935 wurden Obersüßbach, Obermünchen und Niedermünchen in einem Verzeichnis des Klosters Tegernsee erwähnt. Von etwa 1060 an war die Familie Kärgel bis 1615 in Sießbach und Furth ansässig und bestimmend. Im Jahre 1605 wurde von einer 1000-Jahr-Feier in Obermünchen berichtet, demnach gab es die Siedlung Obermünchen bereits seit 605. Von 1615 bis 1686 waren die Gumppenberg die Schlossherren von Sießbach. Dem Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 fiel auch Sießbach zum Opfer. Im Jahre 1632 wurden Dorf und Schloss von den Schweden dem Erdboden gleichgemacht. In dieser Zeit wütete auch die Pest in der Gegend. Durch Heirat der Erbin Maria Johanna von Gumppenberg mit Johann Wilhelm von Lerchenfeld kamen die Besitztümer 1686 in die Hände der Lerchenfeld. Weitere Hofmarkherren waren die Freiherren von Wadenspann und die Freiherren von Hornstein bis 1848.
Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde, die die Orte Obersüßbach, Abraham, Freyung und Niedersüßbach umfasste. 1848 wurden die Hofmarkrechte aufgehoben und das Patrimonialgericht der Freiherren von Hornstein aufgelöst. Die Höfe wurden Eigentum der Bauern.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Martinszell (vier Ortsteile kamen allerdings zu Volkenschwand), Obermünchen und große Teile der aufgelösten Gemeinde Holzhausen eingegliedert.
Einwohner Gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik haben sich die Einwohnerzahlen jeweils zum 31. Dezember eines Jahres wie folgt entwickelt: Jahr Einwohner 1960 1014 1970 983 1980 974 1990 1236 1995 1404 2000 1550 2005 1701 Jahr Einwohner 2006 1714 2007 1725 2008 1729 2009 1751 2010 1727 2011 1708 2012 1715 Jahr Einwohner 2013 1710 2014 1717 2015 1734 2016 1752 2017 1753 2018 1744 Seit 1972, dem Jahr der Gemeindereform, hat sich die Einwohnerzahl bis 2015 um 746 Personen erhöht. Das entspricht einem Wachstum von 75,51 Prozent. In den letzten zehn (fünf) Jahren wuchs die Einwohnerzahl um 1,17 (1,52) Prozent.
+ Altersstruktur der Bevölkerung Obersüßbachs gemäß Zensus 2011 Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Personen nach Alter (5 Altersklassen) für Obersüßbach (Kreis: Landshut, Landkreis) –in %–. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Abgerufen am 27. April 2014. jünger als 18 21,8 % 18 bis 29 14,2 % 30 bis 49 31,0 % 50 bis 64 19,4 % älter als 65 13,6 %
Politik Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde das 60-jährige Jubiläum begangen.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 – 2006
Die Gemeinde ist Mitglied in folgenden Zweckverbänden:Bayerischer Behördenwegweiser – Gemeinde Obersüßbach: Mitgliedschaften in Zweckverbänden und Einwohnerzahl, online auf www.verwaltungsservice.bayern.de, abgerufen am 3. November 2019. Regionaler Planungsverband Landshut Schulverband Furth Schulverband Pfeffenhausen Zweckverband Wasserversorgung Hallertau
Obersüßbach gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Furth.
+ Verwaltungsgemeinschaft Furth Gemeinde Wappen Flächekm² Einwohner EW-DichteEW je km² Höheüber NHN Furth 30px 20,97 428 Obersüßbach 30px 23,58 472 Weihmichl 30px 32,16 440
Die Verwaltungsgemeinschaft Furth erbringt 304 verschiedene behördliche Leistungen.Bayerischer Behördenwegweiser – Verwaltungsgemeinschaft Furth: Verwaltungsgemeinschaft Furth – Landkreis Landshut, online auf www.verwaltungsservice.bayern.de, abgerufen am 3. November 2019.
Gemeinderat Der Gemeinderat Obersüßbach besteht aus zwölf Mitgliedern und dem Bürgermeister, die alle der Gemeinsamen Liste angehören.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur In Folge einer entsprechenden Bewertung der Wirtschaftskraft der Gemeinde Obersüßbach sind die Schlüsselzuweisungen von 503.988 Euro im Jahr 2019 um 4,4 Prozent auf 481.992 Euro für das Jahr 2020 zurückgegangen.
+ Schlüsselzuweisungenin Euro Zuweisungen an Jahr 2015 2016 2017 2018 2019 2020 Gemeinde Obersüßbach 377.176 427.500Landshuter Zeitung: Vitaminspritze für finanzschwache Kommunen, 12. Dezember 2015. 365.684Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2017 der Gemeinden, 17. Dezember 2016. 409.400Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2018, 20. Januar 2018. 503.988Landshuter Zeitung: Schlüsselzuweisungen 2019, 15. Februar 2019. 481.992Landshuter Zeitung: Kräftige Finanzspritze für die Region, 13. Dezember 2019.
Breitbandausbau Im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat Bayern vom 10. Juli 2014 steht den Gemeinden ein Förderbetrag von mindestens 500.000 Euro und maximal 950.000 Euro zur Verfügung;Bayerisches Ministerium für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat: . Bekanntmachung vom 10. Juli 2014, Az.:75-O 1903-001-24929/14. PDF. Online auf schnelles-internet-in-bayern.de. Abgerufen am 28. Juli 2014. für Obersüßbach beträgt dieser bis zu 850.000 Euro.Landshuter Zeitung: Mehr Förderung für schnelles Internet, 21. Juli 2014.
Bauen und Wohnen + Bodenrichtwerte 2011/2012Landratsamt Landshut (Gutachterausschuss): Aufstellung der Bodenrichtwerte für die Kalenderjahre 2011 und 2012. Online auf landkreis-landshut.de. Abgerufen am 20. Dezember 2014. Gemeindeteil WohnbauflächenausgewieseneBaugebiete unbeplanterInnenbereich ausgewiesenegewerblicheBauflächen Ackerland Obersüßbach 95 €45 € SO Weinberg-siedlung 95 € 30 € 6 € Niedersüßbach 70 € 6 € Obermünchen 50 € 6 € Martinszell 40 € 6 €
Bildung Grundschule Obersüßbach Gemeindekindergarten Obersüßbach Gemeindebücherei Obersüßbach Volkshochschule Weihmichl – Furth – Obersüßbach
Baudenkmäler mini|Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere: Innenraum
Pfarrkirche St. Jakob: Die romanische Anlage aus dem 12. oder 13. Jahrhundert wurde im 15. Jahrhundert gotisch verändert. 1877 bis 1880 wurden die beiden Seitenschiffe, die ganze Westachse und die zweigeschossige Sakristei angebaut. Im Inneren befinden sich Seitenaltäre aus dem 17. Jahrhundert und ein gotischer Taufstein aus dem 14. Jahrhundert.
Söhne und Töchter der Gemeinde Georg Kaspar Nagler (1801–1866), Kunsthistoriker und Kunstschriftsteller
Literatur Martin Sellmeier: Heimatbuch der Gemeinde Obersüßbach. 1993
Weblinks
Hofmark Obersüßbach im Historischen Atlas von Bayern
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Landshut Kategorie:Ort in der Hallertau Kategorie:Ersterwähnung 814 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)