In der ostwestfälischen Stadt Herford in Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche Denkmäler und Kunstwerke im öffentlichen Raum, aber auch Grenzsteine, Gedenksteine, Büsten und Reliefs. Ein Großteil von ihnen ist nachfolgend aufgeführt. Bis auf das Wittekinddenkmal, das auch Wittekindbrunnen genannt wird, sind hier keine Brunnen berücksichtigt. Sie sind im Artikel Brunnen in Herford erfasst.

Denkmäler mini|links|Stadtgeschichtsdenkmal Stadtgeschichtsdenkmal Das von Wolfgang Knorr geschaffene Stadtgeschichts- oder Reichsabteidenkmal der Reichstiftstadt Herford, das sich seit 1998 an der Markthalle befindet, soll das singuläre Verhältnis von Stift und Stadt darstellen, das Kondominat (seit 1256).

14 Basaltsäulen stehen für die 14 hochadeligen Stiftsdamen, die an der Spitze der Abtei standen. In Richtung Münster und Rathaus trägt die Äbtissin den Bürgermeister der Stadt auf dem Schoß. Sie hat ein aufgeschlagenes Buch in der Hand, das den Grundriss der Abtei zeigt. Der Bürgermeister hält in seinen Händen das Rathaus, die Jakobi- und die Johanniskirche. Am Fuß der Skulptur winden sich eine Schlange und anderes Gewürm als Symbol des Bösen, das bei der christlichen Gründung des Stiftes durch Waltger erst überwunden werden musste. Der Äbtissin und dem Bürgermeister sind die Insignien des Papstes und des Kaisers gegenübergestellt. Nur ihnen waren das Stift und die Stadt unmittelbar unterstellt.

mini|hochkant|links|Linnenbauerdenkmal mini|hochkant|Widukind-Denkmal

Linnenbauerdenkmal Gregor von Bochmann der Jüngere schuf das 1909 eingeweihte Linnenbauerdenkmal. Es zeigt den letzten Herforder Handweber Fritken Oberdiek (1844–1919), der seine Leinenballen zum Großhändler in die Stadt gebracht hatte, verkaufte und nun verschmitzt lächelnd das erhaltene Geld zählt. Es steht am Linnenbauerplatz, der nach dem Linnenbauer benannt wurde. Bis zur Verrohrung der Bowerre Mitte der 1970er Jahre befand sich dort die Mittelstädter Brücke, die die Altstadt mit der Neustadt verband. Der Linnenbauer oder Leineweber ist vergleichbar mit dem Kiepenkerl.Der Linnenbauer in Herford, abgerufen am 27. November 2021

Wittekinddenkmal Das einzige übergroße Wittekinddenkmal Deutschlands erinnert auf dem Wilhelmsplatz an den Sachsenherzog Wittekind (Widukind). Der Brunnen beschreibt das Quellwunder, durch das der halb verdurstende Wittekind zum Christ wurde und sich seinem überlegenen Feind, dem Frankenkönig Karl dem Großen, unterwarf. Das Originaldenkmal wurde 1899 vom Bildhauer Heinrich Wefing geschaffen. Zu Rüstungszwecken wurde es 1942 eingeschmolzen, der Sockel blieb jedoch erhalten. Im Jahr 1959 konnte der Bildhauer Walter Kruse das Wittekinddenkmal nach alten Bildern erneuern.

Abteistele mini|hochkant|links|Abteistele Zwischen Münsterkirche und Kantorhaus wurde 1989 die Abteistele des Künstlers Ulrich Henn aufgestellt. Das 3,30 Meter hohe Werk aus Bronze erinnert an das hochadelige Reichsstift Herford und das karitative Wirken der Stiftsdamen. Die Stele ist ein stilisierter Baum, bei dem sieben einander verschlungene Wurzelstränge zu einer geöffneten Krone emporsteigen. Sie zeigt die sechs Werke der Barmherzigkeit, die im Matthäus-Evangelium aufgeführt sind: Hungernde speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Fremde beherbergen, Kranke pflegen und Gefangene besuchen. Eine zusätzliche Szene verweist auf eine weitere Aufgabe, der sich das Damenstift über ein Jahrtausend an dieser Stelle widmete: das Vermitteln und Verbreiten der christlichen Lehre. Die Spitze der Stele öffnet sich kelchartig dem Himmel, um, wie mit geöffneten Händen, Gott um Hilfe zu bitten.Abteistele, abgerufen am 15. Februar 2023 mini|hochkant|Fürstenaudenkmal

Denkmalsockel des Großen Kurfürsten Am 26. September 1902 wurde auf dem Bahnhofsplatz ein von dem Bildhauer Heinrich Wefing geschaffenes Bronzestandbild des Großen Kurfürsten enthüllt. Die Aufstellung war vom Herforder Kriegerverein angeregt worden und wurde von Kaiser Wilhelm II. unterstützt.

Bei der Bevölkerung war dieses Ehrenmal jedoch umstritten, weil der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die damalige Reichsstadt im Jahr 1652 annektiert und der Grafschaft Ravensberg angegliedert hatte. Auch die Verhandlungen von Anton Fürstenau, der erst 1989 ein Denkmal erhielt, konnten den Verlust der Selbständigkeit nicht verhindern. In der Folge zogen viele Kaufleute und Handwerker fort und trugen damit zum wirtschaftlichen Niedergang der Stadt bei.

1942 wurde das Standbild eingeschmolzen. Die zerbrochenen Teile des Sockels wurden 2002 im Aawiesenpark aufgestellt. Sie verdeutlichen das gebrochene Verhältnis Herfords zu Brandenburg-Preußen. Auf dem Sockel stand folgender Text: „Dem großen Kurfürsten die Bürger der Stadt Herford. 26. September 1652–26. September 1902. Herford 250 Jahre kurbrandenburgisch.“Ansichtskarte mit dem Denkmal des Großen Kurfürsten mini|links|hochkant|Denkmal für die Marienerscheinung auf dem Luttenberg

Fürstenaudenkmal Auf dem Fürstenauplatz vor der Jakobikirche steht seit 1989 das Fürstenaudenkmal, das an Anton Fürstenau, den Beschützer Herfords im Dreißigjährigen Krieg und den Verteidiger der Reichsfreiheit gegen Brandenburg und den Großen Kurfürsten erinnert. Es wurde von Wolfgang Knorr gestaltet.

Anton Fürstenau hält seine rechte Hand abweisend gegen die Bielefelder Sparrenburg und damit gegen den Grafen von Ravensburg, der den Brandenburgern nahestand. Mit viel Verhandlungsgeschick und Geld konnte Fürstenau die Einnahme und Verwüstung der Stadt Herford im Dreißigjährigen Krieg verhindern. Mit seiner linken Hand zeigt er auf eine Urkunde, die der Stadt Herford die Reichsfreiheit garantiert. Der mehrfach geteilte Kopf symbolisiert die Stationen seines Lebens, vom jungen dynamischen bis zum alten, verbrauchten Mann.

Marienerscheinungsdenkmal auf dem Luttenberg Zum tausendjährigen Jubiläum des Stifts auf dem Berge wurde 2011 auf dem Luttenberg ein Steinblock aufgestellt, der die symbolisierte Maria zeigt, die dort dem Bettler oder Hirten, je nach Übersetzung, erschienen sein soll. Das Motiv in dem Steinblock aus Obernkirchner Sandstein wurde von dem Bildhauer Heinz Werner Horn geschaffen.

Kleiner Hermann Anfang des 20. Jahrhunderts wurde auf dem Giebel des Hauses Bäckerstraße 16 eine kleine Nachbildung des Hermannsdenkmals angebracht. In den 1990er Jahren wurde das Haus in der Fußgängerzone abgebrochen und die knapp einen Meter große goldfarbene Statue sichergestellt. Nach dem Neubau des Hauses erhielt sie ihren Platz an einer Wand des Schuhgeschäftes, das sich im Erdgeschoss befindet.Mathias Polster: In der Bäckerstraße steht unser Hermannsdenkmal In: Der Remensnider, Zeitschrift des Vereins für Herforder Geschichte, Heft 1/2 2014, Seite 12

Frieda-Nadig-Denkmal mini|Frieda-Nadig-Denkmal Herford Am 8. November 2021 wurde auf dem Rathausplatz in Herford das Frieda-Nadig-Denkmal eingeweiht. Es erinnert an die Herforderin Frieda Nadig, eine der vier Mütter des Grundgesetzes. Das Denkmal wurde von der Künstlerin Asta Gröting als Bronzeplatte gestaltet.

Mahnmale und Kriegerdenkmäler Mahnmal am Bergertor Auf der Grünfläche der Spatzenwiese am Bergertor steht seit 30. Juni 1968 ein 6,50 Meter hohes Mahnmal des Bildhauers Paul Bronisch. Es besteht aus 16 ineinander verschachtelten Kreuzen, die an einem Eisenpfahl befestigt sind. Davor befindet sich eine Gedenktafel mit der Aufschrift Die Opfer der Kriege mahnen zum Frieden. Seitdem finden hier die Herforder Gedenkveranstaltungen am Volkstrauertag und an anderen Gedenktagen statt.GenWiki: Mahnmal am Bergertor mini|links|hochkant|Mahnmal am Deichtorwall

Mahnmal am Deichtorwall auf dem Friedhof Diebrock Am Deichtorwall, unweit des Daniel-Pöppelmann-Hauses, steht seit 1962 ein Mahnmal mit der Aufschrift: Den Opfern der Hitler-Diktatur 1933–1945 zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung.

mini|Mahnmal auf dem Friedhof Diebrock Auf dem Diebrocker Friedhof steht ein Mahnmal aus fünf übereinander angeordneten Kreuzen, die auf einem Stein mit der Inschrift 1914–1918, 1939–1945 stehen.

Berliner Mauerstück An der Berliner Straße steht im Bereich der Einmündung der Straße Holland seit November 2009 ein drei Meter hoher und ein Meter breiter Abschnitt der Berliner Mauer. 20 Jahre nach dem Mauerfall hat ein Berliner Unternehmer, der in Herford mehrere Wohnanlagen mit mehr als 200 Wohnungen gebaut hat, der Stadt das etwa vier Tonnen schwere Mauerteil geschenkt, das früher in der Nähe des Brandenburger Tors stand.Hartmund Braun: Das Mauer-Denkmal steht. In: Neue Westfälische, 5. November 2009 Herfords neue Achse der Erinnerung. In: Neue Westfälische, 9. November 2009 Auf einer Tafel steht: „Am 3. Oktober 1990 wurde die deutsche Einheit in Berlin vollzogen. Damit konnten erstmals seit 1933 wieder alle Deutschen in Freiheit und Demokratie leben. Sie zu schützen, ist unsere Aufgabe.“ mini|links|hochkant|Berliner Mauer in Herford 2022

Gedenk- und Mahntafel in der Kleinen Markthalle In der Kleinen Markthalle wurde am 27. Januar 1999 eine Gedenk- und Mahntafel zur Erinnerung an die von dort ausgegangenen Deportationen angebracht. Von der Markthalle wurden in den Jahren 1941 bis 1945 jüdische Herforderinnen und Herforder zur Sammelstelle in Bielefeld abtransportiert, dem Ausgangspunkt für den Transport in Ghettos und Vernichtungslager.

Gedenktafel für die Sinti und Roma Am 2. August 2021 wurde neben der Haupttreppe des Herforder Rathauses eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Verfolgung der Herforder Sinti und Roma eingeweiht.Gedenktafel für die Sinti und Roma Auf: Zellentrakt.de, abgerufen am 8. November 2021 Die Sinti und Roma, die seit einigen Jahrhunderten in Herford wohnten, wurden zwischen 1933 und 1945 verfolgt, wobei mindestens zehn von ihnen in Konzentrationslagern ermordet wurden.Einweihung der Gedenktafel für die Sinti und Roma Auf: herford.de, abgerufen am 8. November 2021

Kriegerdenkmal auf dem Alten Friedhof mini|hochkant|Kriegerdenkmal Alter Friedhof Herford Das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Dänischen Krieges 1864, des preußischen Krieges gegen Österreich 1866 und des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 wurde 1876 bis 1879 von Heinrich Wefing geschaffen und am 18. Oktober 1879 auf dem Alten Markt enthüllt. Auf dem Sockel trägt eine Walküre einen gefallenen Krieger gen Walhalla. Die Inschrift lautet: Den für König und Vaterland gefallenen Söhnen Stadt Herford und Amt Herford-Hiddenhausen. Außerdem sind die Namen der Gefallenen der drei Kriege aufgeführt. Seit 21. Januar 1964 steht das Kriegerdenkmal auf dem älteren Teil des Alten Friedhofs, auf dem seit 1874 keine Bestattungen mehr erfolgen. In: herford-stadtfuehrung.comGenWiki: Kriegerdenkmal auf dem Friedhof am Eisgraben

Kriegerdenkmal auf dem Homberg mini|hochkant|Kriegerehrenmal auf dem Homberg, davor eine Inschrift des Landschaftskunstprojekts Ein größeres Kriegerdenkmal wurde 1922 auf dem Homberg in Falkendiek eingeweiht. An allen vier Seiten des rechteckigen aus Natursteinen errichteten Monuments sind Gedenktafeln eingelassen. Eine davon trägt die Inschrift 1914 1918 Unseren gefallenen Helden zum ehrenden Gedächtnis Gemeinde Falkendiek. Auf dieser und den anderen Tafeln sind eine weitere Inschrift und die Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Gemeinde Falkendiek verzeichnet.Kriegerdenkmal auf dem Homberg 2008 hat die Falkendieker Bildhauerein Anke Stratmann-Horn, auf Initiative der IPPNW-Gruppe Herford, das Denkmal und die Umgebung durch friedenspolitische Sprüche zum Nachdenken auf Baumstämmen ergänzt.Friedenspolitisches Landschaftskunstprojekt. In: ippnw.de. Neue Westfälische, 11. November 2008

Kriegerdenkmal in Eickum mini|hochkant|Kriegerdenkmal an der Diebrocker Straße in Eickum An der Diebrocker Straße 431 in Eickum steht ein Kriegerdenkmal. Außer der Auflistung von Gefallenen und Vermissten der Gemeinde Eickum trägt es die Aufschrift Den Opfern der beiden Weltkriege zur Ehre Den Lebenden zur Mahnung.

Weitere Mahnmale, Kriegerdenkmäler, Gedenksteine und Gedenktafeln