miniatur|Matt Haimovitz Matt Haimovitz (geb. 3. Dezember 1970 in Bat Yam, Israel) ist ein Cellist, klassischer Komponist, Hochschullehrer und Musikproduzent, der mittlerweile in den USA und in Montreal, Kanada lebt. Er spielt überwiegend ein Cello von Matteo Goffriller aus dem Jahre 1710.

Herkunft, Familie und frühe Jahre Haimowitz’ Eltern, Meir and Marlena Haimowitz, kamen aus Rumänien nach Israel, wo Matt Haimovitz geboren wurde.Judy Polan, ,The Jewish Ledger, April 22, 2010 Als er fünf Jahre alt war, wanderte die Familie in die USA nach Palo Alto, Kalifornien aus.

Ab dem siebten Lebensjahr erhielt Haimovitz Cello-Unterricht bei Irene Sharp in Kalifornien und zwei Jahre später bei Gábor Rejto. Als Haimovitz zwölf Jahre alt war, entdeckte ihn Itzhak Perlman während eines music camps in Santa Barbara und vermittelte den Kontakt zu Leonard Rose. Um seine Studien bei Rose an der Juilliard School fortsetzen zu können, zog seine Familie 1983 nach New York.

Im Februar 1985 konzertierte Haimovitz gemeinsam mit Zubin Mehta und dem Israel Philharmonic Orchestra, das in Ton und Bild aufgezeichnet im israelischen Fernsehen ausgestrahlt wurde und als Karrieredurchbruch angesehen wird.Interview mit Matt Haimovitz bei Classical Music Broadcast 1986 folgten eine Amerika-Tournee mit Mehta und dem Orchester sowie Konzerte mit dem New York Philharmonic Orchestra. In der Folge trat Haimovitz mit einer großen Anzahl namhafter Orchester und Dirigenten weltweit auf. 1987 schloss Haimovitz einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon Gesellschaft, bei der in der Folge eine Reihe von beachteten Aufnahmen, auch außerhalb des Standard-Repertoires, erschienen sind.

Haimovitz ist mit der Komponistin Luna Pearl Woolf verheiratet, das Paar hat zwei Töchter.

Weitere Karriere Nach dem B.A.-Abschluss am Harvard College 1996 magna cum laude, McGill University 2009, abgerufen am 28. Oktober 2015 und mit dem Ende des Vertrages mit der Deutschen Grammophon wendete sich Haimovitz zunehmend Werken und Aufführungsformen zu, die nicht innerhalb der üblichen Standards von klassischen Musikern liegen. So fand eine Tournee im Jahre 2002 erhebliche Beachtung, bei der Haimovitz unter anderem Johann Sebastian Bachs Cello-Suiten in Nachtclubs, Restaurants und anderen, für diese Art von Musik äußerst unüblichen Orten in einer Vielzahl von größeren und kleineren Städten in den USA aufführte. Es folgte 2003 seine Anthem tour, in der er eine größere Anzahl von amerikanischen Kompositionen an ähnlichen Orten aufführte, darunter auch seine Interpretation von Jimi Hendrix’ bekannter Improvisation über The Star-Spangled Banner. Eine solche Solointerpretation hatte zuvor der deutsche Musikkabarettist Matthias Deutschmann ebenfalls am Cello auf die Bühne gebracht. Haimovitz war indes der allererste Musiker der klassischen Musikszene der im Punk-Musikclub CBGB in Manhattan ein Live-Konzert geben durfte. Der Auftritt wurde von ABC News für deren Sendung Nightline UpClose mitgeschnitten und im US-Fernsehen gesendet.

Im Jahr 1999 gründeten Haimovitz und Ehefrau in Montreal mit Oxingale Records ihr eigenes Plattenlabel und veröffentlichten dort eigene Aufnahmen und die Aufnahmen anderer Künstler.https://oxingalemusic.com

Bis 2004 unterrichtete Haimovitz an der University of Massachusetts in Amherst, an der Schulich School of Music der McGill University in Montreal sowie im Rahmen der Domaine Forget Academy, nahe Québec.

Diskographie Veröffentlichungsjahr Album Label 1989 Saint-Saëns: Cello Concertos / Bruch: Kol Nidrei / Lalo: Concerto for Violoncello and Orchestra in D Minor Deutsche Grammophon 1990 Haydn, C.P.E. Bach, Boccherini: Cello Concertos Deutsche Grammophon 1992 Suites and Sonatas for Solo Cello - Reger: Suite in G major, Op. 131c/1; Crumb: Sonata; Britten: Suite No. 1, Op. 72; Ligeti: Sonata Deutsche Grammophon 1995 Trios with Rob Wasserman GRP Records 1995 The 20th Century Cello Deutsche Grammophon 1997 The 20th Century Cello Volume 2 Deutsche Grammophon 1999 Portes Ouvertes: The 20th Century Cello Volume 3 Deutsche Grammophon 1999 Undertree Oxingale Records 2000 Bach: 6 Suites for Cello Solo Oxingale Records 2001 Lemons Descending Oxingale Records 2002 The Rose Album Oxingale Records 2003 Anthem Oxingale Records 2003 Haydn: The Cello Concertos; Mozart: Cello Concerto Transart Live 2003 Hyperstring Trilogy Oxingale Records 2004 Please Welcome... Matt Haimovitz Oxingale Records 2004 Epilogue Oxingale Records 2005 Goulash! Oxingale Records 2006 Mozart the Mason Oxingale Records 2006 Apres Moi, le Deluge Oxingale Records 2007 David Sanford & the Pittsburgh Collective: Live at the Knitting Factory Oxingale Records 2007 After Reading Shakespeare Oxingale Records 2007 VinylCello Oxingale Records 2008 J.S. Bach Goldberg Variations Oxingale Records 2008 Odd Couple Oxingale Records 2009 Figment Oxingale Records 2010 Meeting of the Spirits Oxingale Records 2011 Shuffle.Play.Listen (gemeinsam mit Christopher O’Riley, Piano) Oxingale Records 2011 Matteo: 300 Years of Italian Cello Oxingale Records 2012 Paul Moravec: Northern Lights Electric BMOP/sound 2012 Laura Elise Schwendinger: Three Works Albany Music Distribution 2013 Glass: Cello Concerto No. 2 "Naqoyqatsi" Orange Mountain Music 2013 Luna Perl Woolf: Angel Heart – A Music Storybook, nach Texten von Cornelia Funke Oxingale Records 2014 Akoka: Reframing Oliver Messiaen's Quartet for the End of Time Oxingale Records 2015 Beethoven, Period. (gemeinsam mit Christopher O’Riley, Piano) Oxingale Records/Pentatone 2015 Orbit Oxingale Records/Pentatone 2015 J.S. Bach The Cello Suites According to Anna Magdalena Oxingale Records/Pentatone 2018 Isang Yun: Cello Concerto, Glissées - "Sunrise Falling" Oxingale Records/Pentatone

Auszeichnungen

1986: Avery Fisher Career Grant 1991: Grand Prix du Disque und Diapason d’or 1999: Premio Internazionale der Accademia Musicale Chigiana 2004: Trailblazer Award des American Music Center für seine weitreichenden Beiträge zur US-amerikanischen Musik 2006: Concert Music Award der ASCAP für seine Förderung lebender Komponisten und seinen Pioniergeist

Einzelnachweise

Weblinks

Matt Haimovitz bei Oxingale Records Matt Haimovitz Interview Oxingale records "Redefining Success, Off the Beaten Track - Cellist Matt Haimovitz, Bringing Bach to the Bar Band Stage" - Richard Scheinin in den "San Jose Mercury News, 20. April 2005 Diskographie bei der Deutschen Grammophon BACH & friends, Dokumentarfilm

Kategorie:Klassischer Cellist Kategorie:Komponist (Klassische Musik) Kategorie:Person (New York City) Kategorie:Person (Montreal) Kategorie:Hochschullehrer (McGill University) Kategorie:Musikproduzent Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann