Die Schlacht um Ilowajsk war ein Kampf zwischen den sich selbst Volksmilizen nennenden prorussischen Kräften und Einheiten der russischen Streitkräfte einerseits sowie ukrainischen Streitkräften andererseits, der vom 10. August 2014 bis zum 2. September 2014 in Ilowajsk andauerte. Die um diese Zeit abgewendete rasche Einkesselung der regierungsfeindlichen Bewaffneten markierte einen Wendepunkt im Russisch-Ukrainischen Krieg,Pause vom Krieg, Pleite für Kiew der weiterhin andauerte.
Vorgeschichte Nachdem am 5. Juli 2014 Slowjansk gefallen war,Mit einem Trick flohen die Rebellen aus Slawjansk, Welt, 6. Juli 2014 startete die ukrainische Armee zusammen mit Freiwilligenbataillonen eine Gegenoffensive auf Donezk.Regierungstruppen beginnen Offensive auf Donezk, Zeit vom 26. Juli 2014 Während des Vormarsches auf Donezk kämpfte die ukrainische Armee von Süden her, um die russisch-ukrainische Grenze zu sichern und Unterstützung aus Russland zu unterbinden. Damit standen die Freischärlermilizen zunächst kurz vor einer Niederlage.
Die Schlacht Das Bataillon Donbas, welches von Semen Sementschenko angeführt wurde, nahm am 18. August 2014 große Teile der Stadt ein, die bis dahin von den Milizen gehalten wurde, und hisste die ukrainische Flagge auf dem Gebäude der Stadtverwaltung.Abandoned Donbas Battalion fights on, kyivpost, 24. August 2014 Am 20. August 2014 gab die Ukraine bekannt, dass sie die Stadt vollständig kontrolliere,Ukraine conflict: Fierce battle for town of Ilovaisk, BBC, 20. August 2014 was von den Milizen bestritten wurde. Nach einer Woche erbitterter Kämpfe wurde bekannt, dass 7.000 ukrainische Soldaten eingekesselt worden seien.Ukrainischer Präsident in der Kritik, Deutschlandfunk, 28. August 2014 Bei Zwischenvorstößen der Ukrainer waren zwischenzeitlich russische Soldaten in russischen Armeefahrzeugen getötet worden,, WDR, 6. Oktober 2014. Russland hatte laut ukrainischen Angaben acht Bataillone seiner Armee zum Kampf über die Grenze gesandt.
Der russische Präsident Wladimir Putin gab bekannt, dass er sich für einen „humanitären Korridor für die eingekesselten ukrainischen Soldaten“ einsetze.Survivors recall Ilovaisk massacre, Kyivpost, 3. September 2014 Die Ukrainer nutzten diesen vermeintlichen Korridor zur Flucht aus der Stadt, während der sie mit Panzern, Artillerie und mit Mörsern beschossen wurden, sodass nach ukrainischen Angaben 366 unbewaffnete ukrainische Soldaten fielen.UKR Mission to UN – Statement von dem UN-Sicherheitsrat, 29. August 2018 Dies wird von vielen Ukrainern als „Massaker von Ilowajsk“ bezeichnet. Ein deutsches Kamerateam, welches im Auftrag von Udo Lielischkies (Weltspiegel) zuvor aus dem Ilowajsker Kessel berichtete, entkam nur knapp den Kämpfen. Laut Semen Sementschenko fielen bei dem Fluchtversuch mehr als 1.000 ukrainische Soldaten. Bei den Kämpfen kamen zudem mindestens 36 Zivilisten ums Leben. Am 3. September fuhr ein großer Konvoi der russischen Truppen wieder zurück über die Grenze nach Russland.https://forensic-archi The Battle of Ilovaisk: Verifying Russian Military Presence in Eastern Ukrainetecture.org/investigation/the-battle-of-ilovaisk The Battle of Ilovaisk: Verifying Russian Military Presence in Eastern UkraineNew evidence emerges of Russian role in Ukraine conflict – Research group Forensic Architecture collected images to use in ECHR case, The Guardian, 18. August 2019 Die Recherchen vom Team um Boris Nemzow führten zur Erkenntnis, dass 150 russische Soldaten in der Schlacht ihr Leben gelassen hatten.Russia 'lost 220 troops' in Ukraine – Nemtsov report, BBC, 12. Mai 2015
Folgen Während der ukrainischen Verluste in Ilowajsk starteten die prorussischen Milizen offenbar mit Unterstützung aus Russland mit regulären russischen Truppen eine Gegenoffensive, bei welcher die Ukraine in die Defensive geriet und die Einkesselung von Donezk und Luhansk abbrechen musste. Auch zuvor nicht umkämpfte Gebiete vor allem im Süden der Oblast wurden von regierungsfeindlichen Truppen angegriffen.Tausende russische Soldaten in der Ukraine, WIWO, 28. August 2014Ein nicht erklärter Krieg, FAZ, 28. August 2014 Während Zwischen-Vorstößen wurde von ukrainischen Einheiten die russische Präsenz dokumentiert, unter anderem ein Wintores-ScharfschützengewehrUkrainian Sergeant: 'This Is Now A War With Russia', Business Insider, 27. August 2014 und die nur von Russland verwendeten Panzer des Typs T-72B3.New evidence emerges of Russian role in Ukraine conflict, The Guardian, 18. August 2019The Battle of Ilovaisk: Verifying Russian Military Presence in Eastern Ukraine, Forensic Architecture.org im Auftrag des European Human Rights Advocacy Centre (EHRAC), 2019
Ab diesem Zeitpunkt wurden auch die überall noch funktionierenden ukrainischen Behörden durch neue Machtstrukturen ersetzt.„Jetzt ist klar, was nach Oktober 1917 vor sich ging“, Nowaja Gaseta, 1. August 2018
Aufgrund der im Jahr 2017 publizierten Fall-Anmeldungen beim Versicherer von Angehörigen der russischen Streitkräfte ließen sich für die in jenem Jahr hauptsächlich in Ilowajsk kämpfenden russischen Soldaten die Verluste auf mehr als hundert Personen schätzen.Putin’s Military Revival Is Low on Casualties (Op-ed), The Moscow Times, 6. Dezember 2017Das Verteidigungsministerium hat die Verluste von Militärs in 2012–2016 bekannt gegeben, Wedomosti, 4. Dezember 2017 Boris Nemzow hatte schon Anfang 2015 von einer Hinterbliebenenentschädigung von rund 30.000 Euro für 150 Getötete geschrieben – als Bestandteil von Geheimhaltungsverträgen zu den Umständen des Todes.
Weblinks Weltspiegel extra: Mörderischer Ukraine-Krieg – Flucht aus Ilowajsk (Aufzeichnung auf YouTube)
Einzelnachweise
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